Übernommen und verändert aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Glaube ist die subjektive, durch besondere Gründe gefestigte Vorstellung, bzw. das ganze Vorstellungssystem eines Menschen.
1) Glaube beschreibt im Alltagssprachgebrauch die im Rahmen von Unsicherheit festgestellte meist positive Erwartung bezüglich irgendwelcher Tatsachen oder Zusammenhänge. Etwa: "Ich glaube, dass morgen die Sonne scheint".
2) Glaube im religiösen Sinne beschreibt die mit persönlicher Gewissheit ausgestattete Vorstellung oder ein ganzes Vorstellungssystem bezüglich aller die direkte Erfahrung überschreitenden Zusammenhänge. Derartiger Glaube wird meist in Gruppen gleichgesinnter Gläubiger mehr oder weniger organisiert kultiviert. Gegenstand sind gerade solche Fragen, die zugleich für den Einzelnen oder die Gruppe existentiell bedeutsam und ansonsten nicht wissbar sind: Existenz vor Beginn der Menschheit, generelle Außerexistenzfragen, Leben nach dem Tod, innerweltliche Beschaffenheit (Mikrokosmos), Sinnfragen.
Soweit damit lange Tradition und große Anhängerzahl verbunden ist, wird das Gesamtglaubenssystem als Religion und die zugehörigen menschlich-weltlichen Organisationen als Kirchen bezeichnet.
Kurz gesagt hat der Begriff Glaube im religiösen Sinne 3 Eigenschaften:
etwas für richtig und wahr halten
etwas für wertvoll halten,
sich jemandem oder einer Lehre anvertrauen
Das Wort "glauben" ist die Übersetzung des griechischen "pisteuein" mit vergleichbarem Wortsinn. Im Judentum dagegen wird meist die Vokabel "aman" verwendet: Sich an etwas festmachen. Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte "ich weiß nicht", sondern im Gegenteil: "ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an". Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen, sondern um Vertrauen, Gehorsam und Lebensübergabe.
Dem Glauben zugrunde liegt eine Anlage des Menschen, sich an etwas festzumachen, an einer Hoffnung, einem (Welt- oder Menschen- oder Gottes-)bild. Ohne diese Grundausrichtung wäre ein Mensch haltlos und nicht überlebensfähig.
Unabhängig davon ist, woran speziell sich ein Mensch festmacht. Hier können rein innerweltliche Dinge (z.B. die eigene Kraft, das Volk/eine Gemeinschaft oder Beziehung, die Familie) das Objekt des Glaubens bieten oder auch Lebensstrategien, Weltprinzipien bis hin zum Glauben an über- oder außerweltliche Kräfte und Personen (Götter oder Gott).
Zitate:
"Wo Glaube ist, ist Hoffnung, und wo Hoffnung ist, geschehen Wunder"
Werbespruch für eine Gesichtscreme gegen Falten
"Bist mit dem Glauben du gesegnet an Menschen, gib ihn nicht verloren, wenn unter einer Herde Toren dir auch einmal ein Schuft begegnet!" - Heinrich Leuthold, Sprüche 31
"Dein Seufzen kann das Herz Gottes bewegen. Dein Gebet kann seiner Hand Stillehalten gebieten. Dein Glaube kann seinen Arm bewegen." - Charles Haddon Spurgeon
"Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt, seine Kraft verzehnfachen." - Gustave Le Bon, Psychologie der Massen
"Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden - aber reicher, glücklicher?" - Jens Peter Jacobsen, "Niels Lyhne"
"Der Glaube besteht aus Vertrauen in Gott und aus der Hingabe seiner selbst." - André Gide
"Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens." - Johann Wolfgang von Goethe
"»Glaube« heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist." - Friedrich Nietzsche, Der Antichrist
"Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie." - Karl Heinrich Waggerl
"Die Alten glauben alles. Die Gereiften misstrauen allem. Die Jungen wissen alles." - Oscar Wilde
"Du nennst es Glauben, wir heißen's Angst." - Henrik Ibsen, "Peer Gynt", Dovrealter
"Glaube ist der Vogel, welcher singt, wenn die Nacht noch dunkel ist." - Rabindranath Tagore
"Glaube ist Gewissheit ohne Beweise." - Henri-Frédéric Amiel
"Glauben bleibt eine Grundvoraussetzung von Gesellschaft, und der Wille zu glauben verliert sich nicht, auch wenn die Menschen ihren Glauben an Gott verlieren." - Richard Sennett, Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 197
"Glauben ist nicht Wissen um das Geheimnis des Universums, sondern die Gewissheit, dass es ein Geheimnis gibt, das größer ist als wir." - David Wolpe
"Höllenqualen sind den Gläubigen vorbehalten." - Gabriel Laub
"Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen" - Galileo Galilei
"Ist doch der Glaube nur das Gefühl der Eintracht mit dir selbst." - Franz Grillparzer, Ein Bruderzwist in Habsburg / Kaiser Rudolf
"Jemand, der an nichts glaubt, kann durchaus ein Ehrenmann sein." - Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch
"Kunst ist Subjektivität und Subjektivität ist Glaube." - August Julius Langbehn, Rembrandt als Erzieher
"Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht mehr vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott mehr [...] dann können wir auch über Gott lachen." - Umberto Eco, "Der Name der Rose"
"Man glaubt nicht, wieviel man glauben muss, um nicht an Jesus Christus glauben zu müssen!" - Unbekannter Autor
"Man muss an Gott glauben, und wenn man den Glauben nicht hat, dann soll man an seiner Stelle keinen Sensationsrummel setzen, sondern suchen, suchen, einsam suchen, allein mit sich und seinem Gewissen." - Anton Tschechow; "Briefe, 17. Dezember 1901"
"Menschen, die ihre Religion nicht frei wählen können, sollten sich wenigstens ihren Glauben aussuchen dürfen." - Gregor Brand
"Nur zwischen Glaube und Vertrauen ist Friede." - Friedrich Schiller, "Wallenstein"
"Prüfe dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden glauben." - Franz Kafka
"Was wird uns retten? Der Glaube? Ich will keinen Glauben haben und lege auch keinen Wert darauf, gerettet zu werden." - Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch
"Wenn die Vernunft ein Geschenk des Himmels ist und wenn man vom Glauben das gleiche sagen kann, so hat uns der Himmel zwei unvereinbare, einander widersprechende Geschenke gemacht." - Denis Diderot, Zusätze zu den philosophischen Gedanken
"Wenn eine Zeit zu viel glaubt, ist es nur eine natürliche Reaktion, dass eine andere zu wenig glaubt." - Henry Thomas Buckle, Geschichte der Zivilisation 7
"Wer nichts weiß, muss alles glauben." - Marie von Ebner-Eschenbach
"Wie barmherzig ist der Herr, dass er treu bleibt, auch wenn wir nicht glauben! Er erhört unser Gebet selbst dann, wenn wir uns mit Zweifeln quälen und seinem Namen Unehre machen." - Charles Haddon Spurgeon
"Wir brauchen keinen großen Glauben, sondern einen Glauben an einen großen Gott." - Hudson Taylor
"Wir dürfen nicht erwarten, dass Gott uns alles gibt, worum wir bitten. Wenn wir aber im Glauben bitten und nicht zweifeln und wir nicht genau das empfangen, was wir meinten, so empfangen wir etwas anderes und Besseres dafür." - Charles Haddon Spurgeon
"Wo das Leid ist, da kommen leicht auch die Liebe und der Glaube." - Peter Rosegger, Erdsegen
"Wo Glaube ist, da ist auch Lachen." - Martin Luther
"Ein Glaube ohne Tat ist ein Feld ohne Saat." - Sprichwort
Bibel
"Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot." - Jakobus 2,26
"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." - Johannes 11,25
Von "http://de.wikipedia.org/w/wiki.phtml?title=Glaube"
Diese
Seite wurde zuletzt geändert um 21:17, 25. Sep 2003. Diese Seite
ist unter der GNU FDL
verfügbar.