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Eine Hommage an das Phänomen des Jahres = Harry Potter
Es liegt ein Zauber über der Welt, seit uns die wohl begnadetste Geschichtenerzählerin der letzten Jahre an ihren Phantasien teilhaben läßt. Ihr Werk, dass man entweder lieben oder hassen muß, hat sich nicht nur über Nacht mit 123 Millionen verkauften Exemplaren als ein Weltbestseller entpuppt. Es ist wie Magie, daß auf einmal so viele Menschen überall auf der Welt, quer durch alle sozialen Schichten und unabhängig vom Alter, in die fast vergessene Welt dessen eintauchen, was bei Michael Ende Phantasia war und bei Tolkien Mittelerde - bloß irgendwie noch liebevoller, wärmer.Joanne (ich denke, sie kann selber ein bisschen zaubern; ganz sicher jedoch bin ich mir dass sie die Sprache beherrscht, die Seelen und Herzen öffnet) hat einen Ort der Geborgenheit mitten in unserer kalten, schnellen, oft egoistischen Zeit geschaffen, und der Portschlüssel dorthin ist ein kleines unauffälliges Buch, dass nicht mal Illustrationen enthält.Man macht sie sich nämlich selber, die Bilder, man träumt, man wandelt neben den Schülern in ihren schwarzen Kapuzenumhängen über die Ländereien, hört (wegen den Flubberwürmern,die darin krabbeln) das Laub rascheln und im Verbotenen Wald ein Einhorn wiehern.
Alle Abenteuer werden gemeinsam bestanden, und es ist vielleicht auch die Faszination von einem prasselnden Kaminfeuer in einem Turmzimmer, während draußen Regen in Strömen fällt, das eine Atmosphäre schafft, in der einem das Lernen für Arithmantik oder Pflege magischer Geschöpfe ziemlich leicht fällt (wenn man nicht von Dr. Filibusters fabelhaftem nasszündendem Feuerwerk abgelenkt wird ), die so viele Leser für eine Internatsgeschichte begeistert hat - und das einzige Problem, dass man täglich hat, ist die Bekämpfung von einem Norwegischen Stachelbuckel oder ( mal eben nebenbei) den bösesten Zauberer der Welt zu überlisten.
Man ist ein kleiner, eigentlich noch nicht sehr geübter Zauberschüler, aber mit der Hilfe von mehr oder weniger magischen Freunden ist alles zu schaffen.Ist das nicht wirklich richtungsweisend für unser eigenes Leben als Muggel ? Und ist es nicht auch beispielhaft für uns alle, dass die Mutter dieser Zauberwelt mit ein bisschen Glauben an sich selbst und Mut zum Ungewöhnlichen vom Leben am Rande des Existenzminimums zur drittreichsten Frau Großbritanniens wurde ? Es müssen ja nicht gleich die großen Dinger und schwierigsten Flüche sein, die wir uns zumuten, aber ein bißchen die Schulbank drücken in Sachen beflügelnder, augenöffnender und glückseilgkeitserzeugender Zaubergeist Joannes sollte uns allen gut tun, zumal in Schule und täglichem (Arbeits-)Leben meist nicht viel Möglichkeit besteht, etwas an sich zu ändern - noch dazu an der Phantasie und Lebensfreude.
Schaut, die Kleinen und kleinsten unter uns haben schon den Weg gefunden, wie man zu seinem persönlichen Hogwarts findet. Ich kenne mindestens drei, die voller Eifer das Fliegen üben und noch viel mehr, die schon in der Winkelgasse waren und eine Menge von dort mitgebracht haben ! Und alle, ohne Ausnahme, wissen genau, wie schön eine Reise in die eigene Phantasie sein kann, ohne dabei den Blick für die Realität zu verlieren.Denkt wieder fröhlicher, und fliegt rüber nach Hogwarts! Und wenn einer von euch in Hogsmeade vorbeikommt, bringt mir bitte was aus dem Honigtopf mit. Danke Harry, danke Joanne, für eine Welt der Phantasie, in der das Unmögliche möglich wird.