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Allgemeines
Beim Rechnerstart liest das BIOS zunächst den Partitionssektor der Festplatte aus, das ist der erste Sektor überhaupt. Dort findet es in der Regel einen Kennstring 55AA", der die Bootfähigkeit der Partition anzeigt. Außerdem steht im Partitionssektor eine Beschreibung des logischen Festplattenaufbaus. Eine Festplatte kann in mehrere Partitionen (logische Laufwerke) aufgeteilt werden. Bis zu der DOS-Version 3.3 war dies bei Platten > 32MB sogar notwendig, weil größere Partitionen nicht verwaltet werden konnten.
Im wesentlichen wird der Partitionsaufbau durch die Angabe der begrenzenden Kopf/Zylinder/Sektor-Werte beschrieben. Der Startsektor wird hierbei relativ angegeben, als Entfernung vom Partitionssektor, bei ihm handelt es sich um den Bootsektor, wo das Betriebssystem seinen Sitz hat.
Die Partitionierung wird mit Hilfe des Betriebssystem-Befehls FDISK vorgenommen. Dessen Menü erlaubt das Anlegen/Löschen von primären und erweiterten Partitionen, wobei letztere z.B. auch angelegt werden können, um andere Betriebssysteme zu installieren.
Bootfähig ist jedoch nur die aktive (primäre) Partition. Dem Partitionieren ging früher das LOW-Level-Formatieren voraus (mit Hilfe von spezieller Software wie Ontrack Diskmanager, Spinrite, Speedstor, oder vermittelst einer Routine des Controllerbios, die man durch das Starten von debug" und der nachfolgenden Befehlszeile g=C800:5 (oder ähnlich) aktivierte). Dabei wird die Platte in Spuren und Sektoren eingeteilt, indem entsprechende Formatdaten über die ganze Oberfläche verteilt abgespeichert werden (sie stehen jeweils vor den eigentlichen Datensektoren, die i.d.R. 512 Bytes groß sind, werden also durch das Beschreiben nicht zerstört).
Moderne Festplatten benötigen keine Vorformatierung (Initialisierung) mehr.
Nach der Partitionierung muß die Partition mit dem Befehl FORMAT formatiert werden. Dabei werden Bootsektor, FAT's und Hauptverzeichnis angelegt und (ab DOS 3) defekte Sektoren in ein Verzeichnis geschrieben.
Es erfolgt kein physikalisches Überschreiben (sprich Löschen) von Daten. Mit dem Schalter /s" bewirkt man das Bootfähigmachen der Partition.
Operationen auf dieser Ebene sind nicht erforderlich, wenn man ein modernes Betriebssystem installiert, da dieses einem sämtliche Mühen abnimmt.
Tips
Wenn eine Festplatte plötzlich nicht mehr bootet, kann dies verschiedene Gründe haben.Entweder es liegt ein Sektordefekt vor (ist es nur ein logischer Fehler, was bei alten Platten vorkommt, hilft ggf. Preformatieren); oder es hat ein Virus den Bootsektor zerstört. Wenn eine moderne IDE- oder SCSI-Platte, statt das Betriebssystem zu laden, in das ROM Basic springt (oder eine Meldung wie NO ROM BASIC" ausgegeben wird), sollte man von Diskette booten und einen Virenscanner starten. Ggf. wird nach Beseitung des Virus die Platte wieder normal arbeiten.
Eine Festplatte wird auch dann nicht booten, wenn im Setup nicht die korrekten Geometrie-Werte eingestellt sind.
Beachten Sie vor dem Einbau einer neuen Platte, daß dadurch die Reihenfolge Ihrer bisherigen logischen Laufwerke durcheinandergeraten kann, sofern die alte Platte in mehrere logische Laufwerke unterteilt war. Das Betriebssystem nämlich bedient zunächst die primären Partitionen aller Platten, danach die erweiterten Partitionen. Somit schiebt sich die primäre Partition der neuen Platte als Laufwerk D zwischen die bisherige Platten-Primärpartition C: und die erweiterte D..Folge davon ist, daß unter Windows bisher gültige Pfade nicht mehr gefunden werden.
Wichtige Informationen
Partitionsstatus; ja bedeutet, daß die Partition die aktive, also die Bootpartition ist.
Typ hier wird angegeben, welches Betriebssystem in dieser Partition installiert ist bzw. für welches präpariert ist.
von (Kopf Zyl. Sekt.)...bis (Kopf Zyl. Sekt.) hier wird angegeben, wo die Partition anfängt und wo sie aufhört.
ab Sektor gibt die Entfernung des Bootsektors vom Partitionssektor an.
Sektoren besagt, wieviele Sektoren die Partition umfaßt.
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf: Microsoft MS-DOS-Betriebssystem Versionen 2.x, 3.x, 4.x, 5.x, 6.0, 6.2, 6.21, 6.22, Windows 95 und Windows 98
ZUSAMMENFASSUNG
Dieser Artikel bietet eine Zusammenfassung der Informationen zur MS-DOS-Partitionierung. Für Informationen dazu, wie MS-DOS Laufwerkbuchstaben zuweist, lesen Sie bitte den folgenden Artikel in der Microsoft Knowledge Base:
ARTIKEL-ID: D36132
TITEL : Reihenfolge Zuweisung Laufwerkbuchstaben MS-DOS/Win95)
WEITERE INFORMATIONEN
Ein Master-Boot-Eintrag (Master Boot Record, MBR) der Festplatte befindet sich im ersten Sektor der Festplatte (Zylinder 0, Seite 0, Sektor 1). Die Partitionstabelle befindet sich in Offset 01BE und enthält bis zu vier 16-Byte-Einträge. Das vierte Byte jedes Partitionstabelleneintrags gibt den Partitionstyp an.
Die Festplattenunterstützung durch MS-DOS wurde mit der Version 2.0 eingeführt.
MS-DOS-Versionen 2.x
MS-DOS 2.x unterstützt eine Partition des Typs 01 einer Größe von bis zu 15 Megabyte (MB), in der eine 12-Bit- Dateizuordnungstabelle (FAT) verwendet wird. Mit FDISK wird nur eine MS-DOS-Partition pro Laufwerk erstellt.
MS-DOS 3.0
MS-DOS 3.0 unterstützt auch Partitionen von mehr als 15 MB mit
16-Bit-FAT. Hierdurch werden kleinere Zuordnungseinheitengrößen und
eine effizientere Nutzung der Festplatte ermöglicht. Daraus folgt, daß
MS-DOS 2.x-Festplatten mit einer Kapazität von mehr als 15 MB mit
späteren MS-DOS-Versionen nicht kompatibel sind. Mit FDISK wird nur
eine MS-DOS-Partition pro Laufwerk erstellt.
MS-DOS 3.3
Ab MS-DOS 3.3 wird mehr als ein logisches Laufwerk pro Festplatte
unterstützt. Logische Laufwerke werden unter MS-DOS als vollkommen
voneinander unabhängige Festplatten behandelt, auch wenn sie sich auf
derselben physischen Festplatte befinden.
Diese Funktion wird unterstützt, indem nicht startbare
MS-DOS-Partitionen verwendet werden, die auch als erweiterte
MS-DOS-Partitionen bekannt sind. Von FDISK werden diese als EXT DOS
gemeldet; während andere MS-DOS-Partitionen als PRI DOS (für
Primär-MS-DOS) gemeldet werden. Jede primäre MS-DOS-Partition ist ein
logisches Laufwerk. Erweiterte MS-DOS-Partitionen enthalten zwischen 1
und 23 logische Laufwerke (MS-DOS unterstützt Laufwerkbuchstaben bis
einschließlich Z). Logische Laufwerke in erweiterten MS-DOS-Partitionen
haben denselben FAT-Typ wie primäre MS-DOS-Partitionen derselben
Größe.
Es sind nur eine PRI-DOS-Partition und eine EXT-DOS-Partition pro
Laufwerk zulässig. Bei Computern mit zwei physischen Festplatten ist auf
der zweiten physischen Festplatte keine PRI-DOS-Partition erforderlich.
Auf der ersten physischen Festplatte wird eine PRI-DOS-Partition
benötigt. (MS-DOS unterstützt nicht mehr als zwei physische
Festplatten.)
MS-DOS 4.0
Ab MS-DOS-Version 4.0 oder später werden auch logische Laufwerke von
mehr als 32 MB unterstützt. Für eine vollständige Nutzung dieser
logischen Laufwerke muß das MS-DOS-Programm Share.exe in MS-DOS
4.0 geladen werden.
Der nachstehenden Tabelle sind die MS-DOS-Partitionstypen für die
Versionen 4.x zu entnehmen:
Partition Fdisk Startet in
Typ Meldung Größe FAT-Typ MS-DOS-Version
------------------------------------------------------------------
01 PRI DOS 0-15 MB 12-Bit 2.0 (a)
04 PRI DOS 16-32 MB 16-Bit 3.0
05 EXT DOS 0-2 GB (b) n/a 3.3
06 PRI DOS 32 MB-2 GB (b) 16-bit 4.0
(a) Größenbeschränkung auf 15 MB in Version 3.0 erweitert.
(b) Bei 2 GB (Gigabyte) besteht eine Beschränkung auf 1024 Zylinder pro
Laufwerk, die durch das standardmäßige AT ROM BIOS-Interrupt
13-Protokoll bedingt ist.
MS-DOS 5.0
Ab MS-DOS-Version 5.0 und später werden bis zu acht physische
Festplatten unterstützt. Share.exe ist für die volle Unterstützung großer
Laufwerke nicht erforderlich, da diese Unterstützungsfunktion im
MS-DOS-Kernmodus bereits enthalten ist.
Die MS-DOS-Versionen 5.0 und später unterstützen dieselbe
Partitionierungsstrategie wie die Version 4.x, was zur Folge hat, daß es
mit FDISK nicht möglich ist, mehr als eine primäre MS-DOS-Partition auf
einer physischen Festplatte einzurichten. Da Sie jedoch mit der
Erstausstatter-Partitionierungssoftware (OEM-Software) mancher
Hersteller mehr als eine primäre MS-DOS-Partition einrichten können,
verfügen die MS-DOS-Versionen 5.0 und später über
Kernmodusunterstützung für bis zu vier primäre MS-DOS-Partitionen.
Dadurch wird es leichter, von früheren Versionen eines durch
OEM-Programme modifizierten MS-DOS aus aufzurüsten. Mit FDISK wird
jedoch weiterhin nur eine PRI-DOS-Partition auf einer physischen
Festplatte erstellt.
HINWEIS: Viele OEM-Hersteller haben ihre MS-DOS-Versionen so
geändert, daß mehr als eine primäre MS-DOS-Partition, größere
Partitionen vom Typ 04 und neue Partitionstypen unterstützt werden
können.
Windows 95
Windows 95 unterstützt zwei neue Partitionstypen (0E und 0F), um somit
die INT13h-Erweiterungen der logischen Blockadressierung (LBA) zu
unterstützen, die im Windows 95 Driver Development Kit (DDK) aufgeführt
sind.
Partition Fdisk Startet in
Typ Meldung Größe FAT-Typ Version
----------------------------------------------------------------
01 PRI DOS 0-15 MB 12-Bit MS-DOS 2.0
04 PRI DOS 16-32 MB 16-Bit MS-DOS 3.0
05 EXT DOS 0-2 GB n/a MS-DOS 3.3
06 PRI DOS 32 MB-2 GB 16-bit MS-DOS 4.0
0E PRI DOS 32 MB-2 GB 16-bit Windows 95
OF EXT DOS 0-2 GB n/a Windows 95
HINWEIS: Typ 0E entspricht dem Partitionstyp 06, und 0F entspricht 05.
In den Anwendungen sollten jedoch die Lese-/Schreibfunktionen der (LBA)
INT13h-Erweiterung eingesetzt werden, um Lese- oder
Schreiboperationen für das Laufwerk durchzuführen, und nicht die
normalen Cylinder/Head/SectorPerTrack (CHS) INT13h-Funktionen, da die
Festplatte mehr als 1024 Zylinder und/oder mehr als 16.711.680 Sektoren
hat. Beachten Sie, daß frühere Versionen von FDISK diese Windows
95-Partitionen als NICHT-DOS-Partitionen identifizieren.
Windows 95 OEM Service Release 2 und Windows 98
Windows 95 OEM Service Release 2 (OSR2) und Windows 98 unterstützen
zwei neue Partitionstypen (0B und 0C) zur Unterstützung des
FAT32-Dateisystems. Für weitere Informationen zu FAT32 lesen Sie bitte
den folgenden Artikel in der Microsoft Knowledge Base:
Folgende Partitionstypen werden von OSR2 und Windows 98 unterstützt:
Partition Fdisk Startet in
Typ Meldung Größe FAT-Typ Version
---------------------------------------------------------------------
01 PRI DOS 0-15 MB 12-Bit MS-DOS 2.0
04 PRI DOS 16-32 MB 16-Bit MS-DOS 3.0
05 EXT DOS 0-2 GB n/a MS-DOS 3.3
06 PRI DOS 32 MB-2 GB 16-bit MS-DOS 4.0
0E PRI DOS 32 MB-2 GB 16-bit Windows 95
0F EXT DOS 0-2 GB n/a Windows 95
0B PRI DOS 512 MB - 2 Terabyte 32-bit OSR2
0C EXT DOS 512 MB - 2 Terabyte 32-bit OSR2