Philosophie     zurück  



Einleitung:

In der Philosophie wird sehr viel leeres Stroh gedroschen. Man erfindet eigene Begriffe, Ideen und Systeme und meint dann, wie besonders schlau man ist.

Wenn die Philosophie dazu führt über Grundlegendes kritisch nachzudenken , dann kann sie sehr anregend sein.

Die Philosophie beinhaltete früher viel mehr Teilgebiete als heute . Es spalteten sich im Laufe der Zeit viele Natur- und Geisteswissenschaften von ihr ab.

Was ist Philosophie ?  

Phi|lo|so|phie [gr.-lat.; "Weisheitsliebe"] die; -, ...ien:

1.forschendes Fragen u. Streben nach Erkenntnis des letzten Sinnes, der Ursprünge des Denkens u. Seins, der Stellung des Menschen im Universum, des Zusammenhanges der Dinge in der Welt.

2.(ohne Plural) Wissenschaft von den verschiedenen philosophischen Systemen, Denkgebäuden.

aus: Duden, Band 5, Das Fremdwörterbuch.

Philosophie [griech.], das systemat. Streben des Menschen nach Erkenntnis des Wesens und der Zusammenhänge der Dinge, seiner selbst und der gültigen Prinzipien ethischen Handelns. Gegenstand der Philosophie ist die Totalität des Seins und dessen Bedingungen, während sich die Einzelwissenschaften mit der Erforschung der Gesetzmässigkeiten bestimmter, umgrenzter Gegenstandsbereiche befassen. Philosophie ist ihrem Wesen nach theoretische Erkenntnis und bedient sich eines Systems definierter Begriffe.

aus: Meyers Lexikon.

Übernommen und verändert von http://www.raffiniert.ch/fintro.html

Wissenschaft entspricht einem grundmenschlichen Erkenntnisinteresse. Man möchte über etwas genauer Bescheid wissen. Man könnte sich zum Beispiel fragen, ...

man könnte sich nämlich angesichts der Flut der modernen Wissenschaftsrichtungen auch fragen, ...

wie sich die Wissenschaften entwickelt haben, was wir überhaupt wissen können und wozu das gut sein soll:

Das Programm der Philosophie gilt der Auseinandersetzung mit dem Denken an sich. Die anderen Wissenschaften denken über etwas, Philosophie aber denkt über das Denken nach.


Teilgebiete der Philosophie

Anthropologie  

Logik

Ethik - Moral - Recht  

Ästhetik  

Erkenntnistheorie  

Naturphilosophie

Die Philosophie beinhaltete früher viel mehr Teilgebiete als heute . Es spalteten sich im Laufe der Zeit viele Natur- und Geisteswissenschaften von ihr ab.

Die 4 Grundfragen der Philosophie von Immanuel Kant


Empfehlenswerte Bücher

Für Anfänger

Abenteuer Philosophie - Ein Schnellkurs für Einsteiger

Kleine Weltgeschichte der Philosophie

Bd.30019 Russell, Bertrand: Denker des Abendlandes.

Wege zum philosophischen Denken.

Philosophie für Einsteiger.

Die philosophische Hintertreppe.

Einführung in die Philosophie.


Für Leute die unterhalten werden wollen:

Sofies Welt.

Also sprach Bellavista. Neapel, Liebe und Freiheit.


Für Fortgeschrittene

Die große englische Enzyklopädie der Philosophie ist zehnbändig und einbändig zu haben

Von Lutz Wingert

Dr. Johnson war der Star der literarischen Szene im London des späten 18. Jahrhunderts. Sein Ruhm gründete ganz wesentlich auf dem neuen Dictionary of the English Language, das er als kühner Einzelgänger in neun Jahren erstellte. Dr. Johnson übertrumpfte die französische Akademie. Deren 40 Mitglieder brauchten für ihr Dictionnaire geschlagene 40 Jahre. Die Zeiten haben sich geändert. Die zehnbändige Routledge Encyclopedia of Philosophy (REP) ist das Werk von 1300 Fachleuten aus 36 Ländern. Jetzt hat der Verlag eine erschwingliche, einbändige Kompaktversion auf den Markt gebracht.

Die zehnbändige REP ist eine vorzügliche Momentaufnahme der zeitgenössischen Philosophie. Es finden sich ebenso Einträge zum Deutschen Idealismus wie zur einflussreichen polnischen Logiktradition oder zu dem französischen Wissenschaftsphilosophen Bachelard. Technischere Gegenstände wie die Situationssemantik oder Theorien der Induktion in der indischen Philosophie stehen gleichberechtigt neben Themen wie Totalitarismus oder "Sprache und Geschlecht". Auch werden die wichtigsten philosophischen Denker vorgestellt, und zwar nicht nur aus der westlichen Welt. Gadamer und Habermas zählen zu den deutschsprachigen Gegenwartsphilosophen, denen ein Artikel gewidmet ist - Tugendhat fehlt leider.

Die übersichtlich aufgemachten neun Bände und der vorzügliche Indexband sind ein wertvolles Hilfsmittel für philosophische Spezialisten und Laien. Das liegt wesentlich an dem argumentativen Stil der Einträge. Überlängen werden vermieden. Die oft kurz kommentierten Literaturhinweise helfen dem weiter, der mehr wissen will. Tugenden verleihen nicht nur Format, sie brauchen manchmal auch ein gewisses Format. Die Exzellenz der zehnbändigen REP geht bei dem einbändigen Format, bei der Concise Routledge Encylopedia of Philosophy verloren. Hier sind die Einträge oft zu kurz. Die Auswahl aus den zehn Bänden wirkt zuweilen willkürlich. Die zehnbändige Ausgabe ist ein Muss für die Bibliotheken. Die einbändige Ausgabe ist keineswegs konkurrenzlos.

Enzyklopädien sind dem europäischen Publikum seit den Tagen Diderots nichts Fremdes. Auch die REP hat eine Vorgängerin: die Encyclopedia of Philosophy von 1967. Die neue Enzyklopädie ist allerdings mehr als eine Ergänzungslieferung in zehn Bänden. Dazu hat sich in den letzten 30 Jahren zu viel geändert: Erstens spielt die Sprache eine andere Rolle. Zweitens arbeiten viele Philosophen mittlerweile in einer wissenschaftsnäheren, naturalistischen Einstellung. Und drittens ist das Bewusstsein des historischen Wandels von grundlegenden Überzeugungen und Theorien ausgeprägter. Schließlich werden viertens alte metaphysische Fragen sehr viel ungehemmter behandelt als noch Anfang der sechziger Jahre.

Diese Tendenzen sind alles andere als einheitlich. Es ist kaum möglich, von einem Trend zu sprechen, selbst wenn man sich auf die englischsprachige Welt der letzten Jahrzehnte beschränkt. Eine Tendenz lässt sich allerdings nicht übersehen: Die Ethik hat in den vergangenen 25 Jahren einen mächtigen Aufschwung erlebt.

Verglichen mit Ästhetik oder Erkenntnistheorie und gegenüber der älteren Enzyklopädie halten Einträge zur Ethik und politischen Philosophie wie "Verantwortlichkeit", "Vertragstheorie", "Medizinethik", "Moral und Emotion" den Löwenanteil. Dabei wird deutlich, wie die Ethik über die formale Betrachtung der moralischen Sprache hinausgegangen ist. Der Blick erweiterte sich auf Grundsatzfragen, die auch in der Diskussion öffentlicher Angelegenheiten aufkommen: Wie sehr darf man sich in der Politik, zum Beispiel bei zwischenstaatlichen Interventionen, die Hände schmutzig machen? Oder: Ist das Gefälle in dem Lebensstandard zwischen den Bewohnern Manhattans und Kalkuttas wirklich bloß ein Unglück oder nicht doch eine Ungerechtigkeit? Die Sprachbetrachtung büßte ihre proklamierte Rolle als zentrales Werkzeug für den philosophischen Erkenntnisgewinn ein.

Soll man sich die Sprache als eine Art Detektor vorstellen?

Das gilt nicht bloß für die praktische Philosophie, sondern etwa auch für die Philosophie des Geistes. Man hat lange Zeit versucht, das Wesen geistiger Fähigkeiten über ihre sprachlichen und grammatisch orchestrierten Ausdrucksformen zu erfassen. Eine elementare geistige Fähigkeit ist das Vermögen, sich Dinge vorzustellen - Gedanken zu fassen und auf ihre Wahrheit hin zu beurteilen. "Propositionale Einstellungen" wie das Für-wahr-Halten von Gedanken bilden ein zentrales Thema in der Philosophie des Geistes, das aber nicht mehr so stark wie früher in einem sprachanalysierenden Stil behandelt wird. Die REP verzeichnet denn auch zwei verschiedene Einträge: "Propositionale Einstellungssätze" und "Propositionale Einstellungen". Die Funktion dieser geistigen Einstellungen für die Weltbewältigung gewinnt gegenüber der sprachlichen Ausdrucksform des Geistes an Bedeutung.

Damit werden die Akzente in der philosophischen Aufmerksamkeit etwas verschoben - weg von den Sätzen hin zum symbolgeleiteten, informationsverarbeitenden Verhalten intelligenter Lebewesen in einer Umwelt, mit der diese zurechtkommen müssen. Diese Akzentverlagerung ist eng verbunden mit einer weiteren Tendenz, dem Trend zu einem philosophischen Naturalismus. Das Stichwort "Naturalismus" war der Enzyklopädie von 1967 insgesamt sieben Seiten wert. Nun füllt es 19 Seiten.

Für diesen Naturalismus ist der Mensch mitsamt seinen geistigen Fähigkeiten ein gewöhnlicher Bestandteil der Natur. Der Mensch und die philosophischen Rätsel, die er aufgibt, können darum mit denselben Mitteln der wissenschaftlichen Naturbetrachtung untersucht werden wie andere Teile der Natur. Vereinzelte Stimmen sprechen in Anspielung auf die linguistische Wende Ende der fünfziger Jahre bereits von einer naturalistischen Wende. Aber das bleibt eine kühne Behauptung, der die REP auch nicht folgt. Denn die Sprache ist zwar als das universelle Erkenntniswerkzeug zurückgetreten. Aber als Untersuchungsgegenstand zieht sie eher verstärkt die Aufmerksamkeit auf sich.

Unstrittig ist dabei, dass die Sprache nicht als ein Organ des menschlichen Geistes aufgefasst werden kann, das einfach registriert, was uns die Sinne über die Welt sagen. Doch nach wie vor streiten die Philosophen erhitzt über die Frage, wie eine Alternativauffassung aussieht. Soll man sich die menschliche Sprache als eine Art Detektor vorstellen, der uns helfen kann, die Realitäten aufzuspüren? Oder funktioniert die Sprache als ein Projektor, der aus der ungeordneten Überfülle der Wahrnehmungen und Erfahrungen ein zusammenhängendes, aussagekräftiges Bild oder Modell entwirft - eben ein sprachlich geformtes Weltbild?

Die REP dokumentiert in ökumenischem Gestus zahllose Positionen in diesem Streit. Die Ontologien hartgesottener Realisten werden genauso berücksichtigt wie die historistischen Strömungen, die über den Umweg der Wissenschaftsgeschichte die Wissenschaftsphilosophie erreicht haben. Für diesen Historismus funktionieren selbst die Sprachen der Wissenschaft wie eine Art Projektor, der den zeitabhängigen Interessen an bestimmten Klassifikationen und Aussagearten folgt. Die Sprache als Projektor entwirft ein variables Weltbild, das kein bloßes Abbild der Welt an sich ist. Ja, für manche Historisten ist die Welt nur eine semantische Textur.

Diese Auffassung hat der Oxforder Zoologe Richard Dawkins trocken kommentiert: "In 10.000 Meter Höhe sind wir alle Realisten!" Auch ohne Angst vorm Fliegen wissen wir dann, dass viele unserer Sätze - die Formeln und Konstruktionsanweisungen der Ingenieure - sehr schnell graue Theorie werden können. Die Welt ist kein Text. Viele Historisten geben durchaus zu, dass nicht "alles geht". Aber die Fakten erzwingen noch keine Theorie über die Welt. Die diversen Fossilfunde erzwingen nicht Darwins Evolutionstheorie. Für die Annahme der Evolutionstheorie spielt aus historistischer Sicht auch die elementare, metaphysische Überzeugung eine Rolle, dass die Kausalkette in der Natur lückenlos ist und nicht einfach durch einen wundersamen Schöpfungsakt unterbrochen wird. Der Historist hält achselzuckend eine solche Überzeugung für einen letzten, weltanschaulichen Eckpfeiler in einem Gedankengebäude.

Die Naturalisierungs- und Historisierungstendenzen in der Gegenwartsphilosophie sind durchaus gegenläufig. Mit beiden Tendenzen aber rücken die Philosophen von dem Kontingenzbewusstsein ab, das die theologienahe Philosophie der Vergangenheit charakterisierte. Für den Naturalisten ist der menschliche Geist ein zufallsabhängiges Produkt der Evolution. Für den Historisten ist er die Summe kultureller Praktiken des Fühlens, Denkens und Handelns, deren Abfolge letztlich zufällig ist und keinem Fortschrittsmuster folgt. Für beide sind die Philosophen aber keine geistigen Bettler vor dem Herrn mehr, die nur zufällig etwas von der Logik der Weltordnung und der Struktur des Geistes erfassen. Das war nicht immer so. Die Routledge Encylopedia of Philosophy erinnert daran.

Routledge Encyclopedia of Philosophy

10 Volumes, hrsg. v. Edward Craig; London; geb. 8136 S. und 1 CD-ROM 2295,- £; ohne CD-ROM1995,- £

Concise Routledge Encyclopedia of Philosophy

London 2000; geb. 1104 S., 25,- £

(c) DIE ZEIT 06/2001

Die Kritik der reinen Vernunft

Geschichte der Philosophie : Literaturauswahl:

übernommen von http://www.uni-koeln.de/phil-fak/phil/index2.htm

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Anselm von Canterbury: Selbstgespräch. Wien 1836

Apel, Karl Otto: Transformation der Philosophie. Frankfurt / M. 1973

Archimedes: Methodenlehre. Leipzig 1907

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Augustinus, Aurelius: Werke. Zürich / München 1950-73

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Avicenna (Ibn Sina): Das Buch der Genesung der Seele. Leipzig 1907-1909

Bachelard, Gaston: Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes. Frankfurt / M. 1978

Bacon, Francis: Neu-Atlantis. Berlin 1890

Barthes, Roland: Die helle Kammer. Bemerkungen zu Photographie.

Frankfurt / M. 1985

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Bloch, Ernst: Avicenna und die aristotelische Linke. Frankfurt / Main 1963

Boethius, Severinus: Vom Trost der Philosophie. Nürnberg 1473

Böhme, Jakob: Sämtliche Schriften. Stuttgart 1955-1961

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Descartes, René: Oeuvres. Paris 1897-1912

Dewey, John: Die menschliche Natur. Ihr Wesen und ihr Verhalten.

Stuttgart 1931

Diderot, Denis: Oevres complètes. Paris 1875-1877

Diels, Hermann: Die Fragmente der Vorsokratiker. Hamburg 1957

Dingler, Hugo: Werke (CD-ROM). Erlangen 1998

Dilthey, Wilhelm: Gesammelte Schriften. Leipzig, Berlin, Göttingen

1914-1977

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Duns Skotus, Johannes: Opera omnia. Paris 1891-95

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1992

Epikur: Opere. Turin 1973

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Hegel, Georg Wilh. Friedr.: Werke in 20 Bänden. Frankfurt / M. 1969 ff

Hegel. Ausgewählt und vorgestellt von Günter Schulte. Reihe 'Philosophie

Jetzt!' (Hg. Peter Sloterdijk) München 1996; dtv 1998

Heidegger, Martin: Gesamtausgabe. Frankfurt / M. 1975 ff

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Heinsohn, Gunnar / Steiger, Otto: Die Vernichtung der weisen Frauen.

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Johannes Paul II.: Enzyklika FIDES ET RATIO. Bonn 1998

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Jung, Carl Gustav: Psychologie und Alchemie. Olten 1975

Kant, Immanuel: Gesammelte Schriften (Akademie-Ausgabe). Berlin 1902 ff

Kant: Ausgewählt und vorgestellt von Günter Schulte. Reihe 'Philosophie

Jetzt!' (Hg. Peter Sloterdijk) München 1996; dtv 1998

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Lévi-Strauss, Claude: Traurige Tropen. Köln 1960

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Luhmann, Niklas: Soziale Systeme. Frankfurt /M. 1984

Lukrez: Von der Natur der Dinge. Stuttgart 1977

Lullus, Raimondus: Die neue Logik. Heidelberg 1985

Lyotard, Jean-Francois: Das postmoderne Wissen. Graz / Wien 1986

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/München 1980

Nietzsche, Friedrich: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15

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Peitgen, Heinz-Otto / Jürgens, Hartmut: Fraktale, gezähmtes Chaos.

Siemens-Stiftung 1988

Philon von Alexandrien: Die Werke. Breslau 1909-1938

Platon: Sämtliche Werke. Hamburg 1957-59

Plotin: Neuheiten (Enneades). Leipzig 1930-37

Popper, Karl Raimund: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. München /

Bern 1957/58 (UTB 1992)

Rhine, Joseph Banks: Die Reichweite des menschlichen Geistes. Stuttgart

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Schmitz, Hermann: System der Philosophie. Band I-V, Bonn 1964-1980

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ihrem allgemeinen Umriß. Einleitung und Kommentar Günter Schulte.

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Schulte, Günter: Der blinde Fleck in Luhmanns Systemtheorie.

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Wittgenstein, Ludwig: Schriften. Frankfurt / M. 1960-1982

Xenophon: Memorabilien. Erinnerungen an Sokrates. Halle 1693

Zanker, Paul: Die Maske des Sokrates: das Bild des Intellektuellen in der

antiken Kunst. München 1995


Gute Internetseiten

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http://www.uni-koeln.de/phil-fak/phil/service/quellen.htm

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sehr schöne CD mit Orginaltexten :

Philosophie von Platon bis Nietzsche

In der Philosophie verwendete Begriffe

http://www.muenster.org/august/philosophie/woerterb/glossar.htm

Das Sein

apriori  - aposteriori

Der Geist

das Wesen

Übernommen von http://www.uni-koeln.de/phil-fak/phil/index2.htm

Absolutismus: Anspruch auf Alleinherrschaft

Allquantor: für alle x gilt

Analytische Philosophie: vorwiegend angelsächsiche Sprachphilosophie, ersetzt Vernunftkritik durch Sprachkritik.

Animismus: Glaube an Naturbeseeltheit und Geister (lat. animus = Geist, Seele)

Anthropologie: Lehre vom Menschen (gr. anthropos)

Antinomie: Unvereinbarkeit zweier gültiger Sätze

Apathie: Leidenschaftslosigkeit

Asket: gr. asketos = Büßer, tötet Begierden und überwindet Laster.

Axiomatisch: auf Axiomen (ohne Beweis einleuchtenden Lehrsätzen) beruhend

Corpus: Gesamtwerk, eigentl. Körper

Determinismus: Bestimmtheit des Willens von äußeren Ursachen

Dialektik: Widerspruchslogik, mit der man zur Wahrheit kommt durch Widerspruch und Synthese von Widersprechendem und Widersprochenem.

Dianoetisch: den Verstand betreffend

Diffentialrechnung: untersucht die Eigenschaften von Funktionen auf der Grundlage des Grenzwertbegriffs, Berechnet die Steigung von Funktionen

Diskurs: Gespräch

Emanation: (bei Plotin) Ausfluß aus dem Einen ohne Substanzverlust desselben.

Entelechie: Fähigkeit, sich nach der ursprünglich angelegten Form zielstrebig (gr. telos = Ziel, Zweck) zu entwickeln(

Ethik: Theorie der Moral

Eucharistie: Altarsakrament, Abendmahl (Verzehr von Fleisch und Blut Christi)

Eudämonismus: Ethos der Glückseligkeit

Existentialismus: betont den Vorrang oder die Vorgängigkeit der

Existenz (des Seins, der Selbstbegegnung des Menschen) vor der

Essenz (dem Wesen, der Selbstdefinition des Menschen)

Existenzquantor: es gibt mindestens ein x

Flagellanten: Mittelalterliche Bruderschaft sich Peitschender

Formalismus: hält die Mathematik für ein Spiel mit Symbolen

Frankfurter Schule: in den 20er Jahren aus dem Frankfurter Institut für Sozialforschung hervorgegangene Denkrichtung, vertreten durch Horkheimer, Adorno, H. Marcuse und Habermas

Genealogie: Herkunftskunde

Geozentrisch: mit der Erde im Mittelpunkt

Gnosis: das einer Elite vorbehaltene Wissen von göttlichen Geheimnissen

Hedonistisch: mit der Lust (hedoné) als Prinzip

Heliozentrisch: mit der Sonne als Mittelpubkt

Hellenismus: Epoche Alexanders und seiner Nachfolger

Hermeneutik: Auslegungskunst

Hierarchie: Aufbau in verschiedenen Rangstufen. (In Plotins Ideenhierarchie Seinsstufen oder Hypostasen)

Idealismus: sieht die Ideen oder das Denken für das allein Wirkliche an

Illumination: Erkenntnis durch Erleuchtung

In petto: in Bereithaltung (it. petto = Brust)

Interaktion: Wechselseitige Beeinflussung von Individuen

Intuitionismus: verzichtet auf die Allgemeingültigkeit des Satzes vom ausgeschlossenen Dritten und den unkritischen Umgang mit dem Unendlichen in der Mathematik

Ionisch: den altgriech. Stamm der Ionier betreffend

Kalif: türk. Sultan, Nachfolger Mohammeds (arab. halifa = Nachfolger)

Kalifat: Reich des Kalifen

Kanoniker: nach einem Kanon (= Regel) lebender Geistlicher, Chorherr

Kategorischer Imperativ: unbedingter Befehl der praktischen Vernunft zum Handeln nach verallgemeinerbaren, als Naturgesetz denkbaren und wollbaren Maximen

Kirchenvater: Kirchenschriftsteller mit dem päpstlich verliehenen Titel Pater Ecclesiae

Latifundium: (von Sklaven bewirtschaftetes) großes Landgut

Leviathan: im biblischen Buch Hiob erwähntes Seeungeheuer, bei Hobbes Allegorie des Staatswesens

Linkshegelianer: nehmen die Ausführungen Hegels über die bürgerliche Gesellschaft und deren Aufhebung als Beschreibung der bestehenden Verhältnisse und unmittelbare Anweisung für eine zu leistende politische Praxis.

Logos: Rede

Magie: Beschwörung von geheimnisvollen Kräften

Materialismus: nimmt materielle Vorgänge als Grundlage allen Seins und Bewußtseins an.

Metaphysik: Lehre von den letzten, über die Erfahrung hinaus liegenden Gründen

Mimikry: (schützende) Nachahmung

Monade: das Einfache, Unteilbare, auch Atom

Moral: die für die gesellschaftliche Praxis zugrunde liegenden, als verbindlich akzeptierten und eingehaltenen ethisch-sittlichen Normen oder Normensysteme des Handelns

Musaget: Musenführer

Muslim: = Moslem, Muselman, Angehöriger des Islam

Mykene: Stadt auf Kreta, neben Knossos (mit dem König Minos) Hauptplatz der frühen kretischen (mykenischen oder minoischen) Kultur

Mysterium: gr. mystérion, was verschwiegen wird. Gemeint ist der in Kultfeiern erlebte unaussprechliche Heilsgehalt.

Mystik: Erfahrung einer anderen als heilig qualifizierten Wirklichkeit, unendlich größer als das empirische Ich, durch Einheit oder Vereinigung mit ihr. (myein = die Augen schließen)

Mythos: letztgültiges Wort oder Erzählung, die die Existenz und Geschichte der Welt und der Menschen auf das Handeln göttlicher Wesen, deren Wirken im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt zurückführt.

Neuplatonismus: von Plotin begründete Weiterführung der Platonschen Ideenlehre

Nirwana: völlige Ruhe

Ontologie: Seinslehre

Ontologisch: das Seiendsein (Existieren) betreffend. Der ontologische Gottesbeweis nimmt nach Ansicht Kants das Sein (wirkliches Vorkommen im Unterschied zum bloßen Gedachtsein) als Merkmal eines Begriffs oder als reales Attribut (Prädikat), was es aber nicht ist.

Osmane: Türke im osmanischen Reich (nach dem Sultan Osman I.)

Pantheismus: Allgottlehre

Paradoxie: unauflösbar widersprüchliche Aussagen, z.B. die des Kreters Epimenides "ich lüge jetzt"

Parapsychologie: Psychologie der okkulten Phänomene

Pathologisch: krankhaft

Peripatetiker: Schüler des Aristoteles (nach der Promenade peripatos)

Phänomenologie: Erscheinungslehre, Beschreibung des unmittelbar Gegebenen.

Positivismus: gründet Wissen allein auf Tatsachen, sinnliche Wahrnehmung und Erfahrung.

Postmoderne: nach Lyotard die gegenwärtige Epoche des Zerbrechens der großen Rahmenerzählungen zur Wissensrechtfertigung und -zusammenfassung bzw. des Freiwerdens der partikularen und heterogenen Sprachspiele.

Potentialität: Möglichkeit, die zur Wirklichkeit werden kann

Prädestination: Vorherbestimmung

Pragmatisch: der Praxis des Lebens entsprechend und dem praktischen Nutzen dienend

Pragmatismus: Lehre, nach der sich das Wesen des Menschen im Handeln ausdrückt und nach der Denken und Handeln dem praktischen Leben dienen sollen.

Privation: Beraubung, Entziehung

Ratio: Vernunft

Realität: Dinglichkeit

Religion: von lat. religio = gewissenhaftes, genaues, wiederholtes Lesen und Befolgen

Rhetorik: Lehre von der Redekunst

Scholastik: mittelalterliche Philosophie im Dienste der Theologie

Semiotik: Zeichenlehre, betrifft nach Peirce die syntaktische Beziehung der Zeichen untereinander, die semantische zwischen Zeichen und Bezeichnetem und die pragmatisch-hermeneutische zwischen Zeichen und Interpret.

Sensualismus: Rückführung aller Erkenntnis auf Sinnesdaten

Skeptizismus: prinzipieller Zweifel an der Möglichkeit wahrer Erkenntnis und gerechtfertigter Werturteile

Sophisten: altgriechische berufsmäßige Weisheistlehrer, die praktische Philosophie und Rhetorik unterrichteten.

Sprachspiel: Wittgensteins Bezeichnung für die lebensweltliche Kontextabhängigkeit der Sprache im Unterschied zur Sprache als Zeichensystem. Beispiele: Fluchen, Beten, Danken, Befehlen.

Stoa: nach einer Wandelhalle benannte Philosophenschule, von Zenon aus Kiton um 300 v.Chr. begründet

Stoisch: frei von Leidenschaften und Affekten

Strukturalismus: humanwissenschaftliche Methoden, bewußtseinsunabhängige und ungeschichtliche Ordnungen in menschlichen Verhaltensweisen und Äußerungen zu untersuchen

Sublimierung: Steigerung ins Erhabene

Substanz: das Beharrende, Bestehenbleibende

Syllogismus: Vernunftschluß

Teleologie: Lehre von der allgemeinen, auf Zweck (telos) bezogenen Prozessualität in Natur und Geschichte

Theodizee: Rechtfertigung des lieben Gottes angesichts des Übels in der Welt.

Theosophie: Gottesweisheit, mystisch-spekulative Lehren, die philosophische Begriffe in religiöse Anschauungen umsetzen.

Thesis / Antithesis: Setzung / Entgegensetzung

Topik: Lehre von der Zusammenstellung von Gesichtspunkten (gr. topos = Ort)

Transzendent: über aller Erfahrung hinaus

Transzendental: die Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung betreffend

Transzendentales Subjekt (oder Ich): allgemeines, in allen Einzelsubjekten manifestiertes Ich.

Transzendentalphilosophie: Wissenschaft von den Bedingungen der Möglichkeit objektiver Erfahrung und Willensbestimmung

Universalienstreit: Kommt den allgemeinen Begriffen(Universalien) Realität zu oder nicht?

Upanischaden: altind. phil.-relig. Schriften, Geheimlehren

Utilitarismus: Nützlichkeitsphilosophie

Vorsokratiker: griechische Philosophen, die vor Sokrates Todesjahr 399 lehrten.

Wissenschaftstheorie: hat die Wissenschaften und ihre Methoden zum Gegenstand

Zeichentheorie: siehe Semiotik.

Berühmte Philosophen

http://www.philolex.de/philolex.htm

Meine Favoriten

Philosophenverzeichnis

übernommen von http://www.uni-koeln.de/phil-fak/phil/index2.htm

(auf der Grundlage des Großen Werklexikons der Philosophie von Franco Volpi, Hg.)

Abélard, Pierre (1079-1142), franz. Scholastiker, Hauptwerk: Ethik oder Das Buch ?Erkenne dich selbst?.

Adorno, Theodor W. (1903-1969), Mitbegründer der ?Frankfurter

Schule?, schrieb während des Krieges im amerikanische Exil

zusammen mit Max Horkheimer Dialektik der Aufklärung. Das Buch

handelt vom Umschlagen der Aufklärung in den Mythos dessen, was

der Fall ist, d.h. in den Positivismus.

Albertus Magnus (1206/7-1280), deutscher Naturforscher und

Theologe der Scholastik in Köln und Paris, schrieb u.a. die Summe

über die Geschöpfe.

Althusser, Louis (1918-1990), franz. Marxist, schrieb Für Marx.

Anaxagoras (500-427), Vorsokratiker aus Ionien, versuchte den

Dualismus des Parmenides zwischen Sein und Werden bzw. Wahrheit

und Meinung zu überwinden.

Anaximander (610-546), ionischer Naturphilosoph, erklärte das

Grenzenlosen (apeiron) zum Anfang von allem. Gilt als Erfinder der

Sonnenuhr.

Anaximenes (2.Hälfte 6.Jh.), ionischer Naturphilosoph, hielt die Luft

für das Merkmal alles Lebendigen: Gott ist Luft.

Anders, Günther (1902-1992), schrieb Die Antiquiertheit des

Menschen. Bd.1: Über die Seele im Zeitalter der zweiten

industriellen Revolution. Bd.2: Über die Zerstörung des Lebens im

Zeitalter der dritten industriellen Revolution.

Anselm von Canterbury (1033-1109), Mönch aus Aosta, später

Erzbischof von Canterburry, berühmt wegen seines von Kant

entkräfteten ontologischen Gottesbeweises.

Antisthenes (450-370), Schüler des Sokrates und Vertreter einer

sokratischen Ethik.

Apel, Karl Otto (1922-), Sprachphilosoph, bekannt durch seine

Diskursethik: Moralische Normen werden im freien Diskurs aller

Teilnehmenden und Betroffenen bejaht, Konflikte lassen sich durch

Diskussion ausräumen.

Arendt, Hannah (1906-1975), dt.-amerik. Theoretikerin des

Politischen, schrieb Vita activa oder vom tätigen Leben.

Aristoteles (384-322), Universalgelehrter, bestimmte mit seinen

Klassifikationen und Begriffsprägungen die gesamte nachfolgende

Philosophie, dominierte insbesondere die Scholastik. Schrieb für

seinen Sohn Nikomachos die Nikomachische Ethik.

Augustinus, Aurelius (354-430), Kirchenlehrer, berühmt für seine

Zeitanalyse und sein Konzept einer linearen Heilsgeschichte.

Hauptwerk: Bekenntnisse (Confessiones)

Austin, John Langshaw (1911-1960) ist mit seiner Theorie der

Sprechakte (How to Do Things With Words) der Hauptvertreter der

analytischen Sprachphilosophie.

Averroes (1126-1198), islamischer Arzt, Jurist und Theologe aus

Córdoba. Kommentierte Aristoteles. Die Averroisten (u.a. Siger von

Brabant) hatten ihre theologischen Gegner in den Thomisten und

wurden von diesen besiegt.

Avicenna (980-1037), islamischer, mystisch-theosophischer

Gelehrter, bestimmte über Jahrhunderte die Geistesgeschichte Irans

und die europäische Medizin.

Bachelard, Gaston (1884-1962), Wissenschaftshistoiker, schrieb

eine Psychoanalyse des Feuers und das Hauptwerk, Die Bildung des

wissenschaftlichen Geistes.

Bacon, Francis (1561-1626), auch Staatsmann, sorgte mit seinem

Werk Instauratio magna (Große Erneuerung der Wissenschaften)

tatsächlich für eine neue Auffassung der Wissenschaft als Kunst der

Entdeckung aus der Erfahrung.

Bacon, Roger (1214-1292), britischer Franziskaner, Doctor mirabilis,

Naturphilosoph in Konflikt mit seinem Orden bzw. kirchlicher

Lehrmeinung.

Barthes, Roland (1915-1980), Strukturalist, Zeichentheoretiker,

macht den Textkonsumenten auch zum Textproduzenten im Sinne

des Titels seines Buches Das semiologische Abenteuer.

Bataille, Georges (1897-1962), französischer Bibliothekar, erotischer

Erzähler, schrieb über Hegel, Nietzsche, Mystik, Kunst, Ökonomie

und Erotik (z.B.: Die Tränen des Eros).

Bateson, Gregory (1904-1980), amerikanischer Anthropologe,

Kommunikations- bzw. Systemtheoretiker. Hauptwerk: Ökologie des

Geistes.

Bergson, Henri (1859-1941), dominierte mit seiner spiritualistischen

Lebensphilosophie (élan vital) und Neubegründung der Metaphysik zu

Anfang des 20. Jh. die französische Philosophie.

Berkeley, George (1685-1753), irischer Bischof,

Wahrnehmungspsychologe. Konzipierte mit seinem Grundsatz esse

est percipi (Sein ist Vorgestelltwerden) einen radikalen Idealismus,

der die Materie oder das Sein der Dinge außer uns leugnet.

Bloch, Ernst (1885-1877), linker Utopiker. Hauptwerk: Das Prinzip

Hoffnung.

Bodin, Jean (1529-1596), Rechtsgelehrter und Staatsmann, mit

seinen Sechs Büchern über den Staat neben Hobbes

Haupttheoretiker des Absolutismus.

Boethius, A. M.T. Severinus (480-524), römischer Staatsmann, mit

seinem Werk Der Trost der Philosophie war er der letzte Klassiker

und erste Scholastiker.

Böhme, Jakob (1575-1624), Schuster, erleuchteter Mystiker und

Theosoph. Schrieb Aurora oder Morgenröte im Aufgang.

Bruno, Giordano (1548-1600), Dominikaner, führte als ketzerischer

Naturphilosoph ein Emigrantenleben fast überall in Europa bis zu

seinem Tod auf dem Scheiterhaufen.

Camus, Albert (1913-1960), franz. Schriftsteller, durch sein Buch

Der Mythos von Sisyphos dem Existentialismus zuzurechnen.

Carnap, Rudolf (1891-1970), lehrte als logischer Positivist in seinem

Buch Scheinprobleme in der Philosophie die Überwindung der

Metaphysik durch logische Sprachanalyse.

Chomsky, Noam (1928-), Linguist. Mit der Annahme eines

genetischen Fundamentes der Sprache wiederbelebte er die Theorie

angeborener Universalien und entwickelte die generative

Grammatik.

Cioran, Émile M. (1911-1995), rumänisch-franz. Schriftsteller,

Aphoristiker auf den Spuren Pascals und Nietzsches. Vom Nachteil

geboren zu sein. Gevierteilt. Auf den Gipfeln der Verzweiflung, so

lauten die Titel einiger seiner Bücher.

Clemens von Alexandrien (150-215), zum seligen Presbyter

bekehrter Heide, bekannt wurde er besonders durch seine

Stromateis (Teppiche aus gnostischen Anmerkungen nach der

wahren Philosophie.

Comte, Auguste (1798-1857), Begründer der empirischen Soziologie

und nach seiner Erleuchtung Stifter einer Religion der Menschheit.

Wird als Heiliger verehrt.

Demokrit (460-371), neben Leukipp Begründer des Atomismus.

Erklärte das Gewissen als innere Willensmotivation zum Prinzip der

Ethik.

Descartes, René (1596-1650), begründete die Subjekt- oder

Vernunftphilosophie der Neuzeit mit dem Buch Meditationen über die

Erste Philosophie und beförderte die Wissenschaftstheorie mit seiner

Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und

der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung.

Dewey, John (1859-1952), amerikan. Pragmatist, Pädagoge und

Sozialreformer

Dingler, Hugo (1881-1954), Wissenschaftstheoretiker, begründet die

Wissenschaften (Mathematik, Physik) durch eindeutig bestimmbare

elementare Ideen. Hauptwerk: Die Ergreifung des Wirklichen

Dostojewskij, Fjodor M. (1821-81), Romancier. Seine

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch enthalten die erste radikale

Vernunftkritik.

Driesch, Hans (1867-1941), Biologe und Parapsychologe, schrieb die

Philosophie des Organischen und Alltagsrätsel des Seelenlebens.

Duns Scotus (1265-1308), Franziskaner aus Schottland, zuletzt in

Köln, war von weitreichendem Einfluß. Seine Ethik des

vernunftbestimmten Willens hat bei Kant ihre Spuren hinterlassen.

Eckhart, Meister (1260-1328), Dominikaner, deutscher Mystiker mit

dem Prinzip der Seelenverschmelzung mit Gott, lehrte in Paris,

Straßburg und Köln. Der Irrlehre angeklagt und verhaftet wurde er

noch posthum verurteilt.

Empedokles (495-435), gemäß Aristoteles der Erfinder der Rhetorik,

starb angeblich durch einen Sprung in den Äthna.

Epiktet (55-135), Stoiker, lehrte in Rom und, nach der Vertreibung

durch Ddomitian, in der Provinz Epirus. Die Aufzeichnungen seiner

Lehren in den Diatribai (Gesprächen) und dem Encheiridion

(Handbüchlein, eigentlich: Dolch, den man zur Hand hat) waren

beliebt und viel gelesen bis in die Neuzeit.

Epikur (342-270), seine Schule in Athen war nach seinem berühmten

Garten (kepos) benannt. Er erklärte die Lust (hedoné) als Freisein

von Schmerzen zur Grundlage der Glückseligkeit (eudaimonia).

Feuerbach, Ludwig (1804-1872), Linkshegelianer,

Religionswissenschaftler, erkannte in der Religion das Bewußtsein

des Menschen von seinem eigenen unendlichen Wesen. Hauptwerk:

Das Wesen des Christentums.

Feyerabend, Paul Karl (1924-1994), österreichischer

Wissenschaftstheoretiker im Umfeld des logischen Empirismus.

Plädierte für Methodenpluralismus: "Anything goes" war sein

Leitmotiv.

Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), vereinigte die theoretische

und praktische Philosophie in seiner (in über 20 Fassungen

vorgetragenen) Wissenschaftslehre.

Ficino, Marsilio (1433-1499), übersetzte und kommentierte Platon im

Auftrag Cosimos de? Medici. Hauptwerk: Theologia Platonica.

Foucault, Michel (1926-1984), franz. Sozialhistoriker, schrieb über

Wahnsinn, Straffälligkeit und Sexualität, hielt den Menschen (das

Konzept ?Mensch?) für eine junge, bald verschwindende Erfindung.

Fourrier, Charles (1772-1837), utopischer Sozialist, will in seinem

Sozialsystem die Leidenschaften befreien, um das Glück aller

Menschen zu vergrößern.

Frege, Gottlob (1848-1925), Logiker, entwickelte eine

Begriffsschrift, eine der arithmetischen nachgebildete

Formelsprache des reinen Denkens. Seine Schrift Über Sinn und

Bedeutung gilt als Urtext der modernen Semantik.

Gadamer, Hans-Georg (1900-), Hermeneutiker mit dem Hauptwerk

Wahrheit und Methode, worin er der methodischen Richtigkeit der

Naturwissenschaften die geisteswissenschaftliche Wahrheit

entgegenstellte: Sinn- und Lebenswahrheit, die vor allem der Kunst

zukommt.

Gehlen, Arnold (1904-1976), Anthropologe und Soziologe. Seine

Hauptsache war die Theorie der eine Gesellschaft stabilisierenden

Institutionen. Hauptwerke: Der Mensch und Urmensch und

Spätkultur.

Girard, René (1923-), in seinem Hauptwerk Das Heilige und die

Gewalt zeigt er die Gewalt auf dem Boden jeder Gesellschaft auf. Er

hält den Ur- oder Gründungsmord (Lynchmord als Opferakt oder

Sakrifizium) für gesellschaftskonstitutiv. In seinemBuch Das Ende

der Gewalt verwirft er eine sakrifizielle Deutung des Neuen

Testamentes: Christus bedeute das Ende von Gewalt und

Sündenbockopferung.

Gorgias von Leontinoi (485-375), Sophist, Begründer der Rhetorik,

Agnostiker, schrieb über das Nichtseiende.

Grotius, Hugo (1583-1645), niederl. Wunderkind, genialer Humanist

und Rechtsgelehrter, erhielt im Zusammenhang mit

Religionsstreitigkeiten ?lebenslänglich?, floh nach Paris und schrieb

sein Hauptwerk Drei Bücher vom Recht des Krieges und des

Friedens.

Habermas, Jürgen (1929-) entwickelte als Vertreter der sog.

kritischen Theorie einen kommunikativen Vernunftbegriff. Er machte

in seinem Buch Erkenntnis und Interesse eine Selbsttherapie der

Gesellschaft durch dialogische Verständigung ihrer Mitglieder nach

dem Modell Freudscher Psychoanalyse geltend. Hauptwerk: Theorie

des kommunikativen Handelns.

Hegel, Georg W. Fr. (1770-1831) erfaßte in seinem System durch

dialektische Begriffsverkettung alle Realität und vollführte so einen

Beweis Gottes als des allerrealsten Wesens. Er lehrte: Was wirklich

ist, ist vernünftig - und umgekehrt. Gilt als Vollender des Deutschen

Idealismus.

Heidegger, Martin (1889-1976) beschreibt in seinem Hauptwerk Sein

und Zeit die menschliche Existenz als Geworfenheit oder

Herausstehen ins Nichts und die Angst als Grundbefindlichkeit des

Menschen. Im Spätwerk geht es um die Seinsvergessenheit des von

der Technik bestimmten menschlichen Lebens. Er empfiehlt Andacht

des Seins.

Hobbes, Thomas (1588-1679), hielt Gott für unerkennbar und den

Begriff der Seele für nutzlos.Sein Hauptwerk ist der Leviathan oder

Materie, Form und Macht eines kirchlichen und bürgerlichen

Gemeinwesens. Zur Vermeidung des Kampfes aller gegen alle

erzeugen die Gesellschaftsmitglieder durch einen

Gesellschaftsvertrag den sterblichen Gott Leviathan, den Staat.

Horkheimer, Max (1895-1873), Begründer der kritischen Theorie der

Gesellschaft, die die Menschen als Produzenten ihrer gesamten

historischen Lebensform zum Gegenstand hat.

Hume, David (1711-1776), schottischer Aufklärer und Skeptiker,

wendet in seinem Hauptwerk Ein Traktat über die menschliche

Vernunft die erfahrungsorientierte Methode der Begründung auf die

Gegenstände der Geisteswissenschaft an. Er macht für die

Moralphilosophie die Unableitbarkeit des Sollens aus dem Sein

geltend.

Husserl, Edmund (1859-1938), Begründer der Phänomenologie, will

Philosophie als strenge Wissenschaft durch Wesensschau. Sie soll

zeitlose Werte begründen und die Welt- und Lebensrätsel enthüllen.

Das Hauptwerk, Logische Untersuchungen, widerlegt den

Psychologismus, wonach die Geltung logischer Sätze auf

psychischen Denkgesetzen beruht.

Hypathia von Alexandria (370-415), griechische Mathematikerin,

Astronomin, Neuplatonikerin. Von Christen ermordet.

Irigaray, Luce (1939-) befaßt sich in Anschluß an Freud und Lacan

mit der Geschlechterdifferenz, weiblicher Identität und Sprache und

mit der Entwicklung einer Ethik der sexuellen Differenz.

Jakobson, Roman (1896-1982), Linguist aus Moskau,

strukturalistischer Poetikwissenschaftler in Prag und USA mit der

Leitfrage: Was macht eine verbale Botschaft zu einem Kunstwerk

Jaspers, Karl (1883-1969), zunächst Psychiater, wurde mit seiner

Psychologie der Weltanschauungen 1919 zum ersten deutschen

Existenzphilosophen. Philosophie ist Existenzerhellung im Ausgang

von den Erfahrungen der Grenzsituationen wie Tod, Schuld, Leiden,

Kampf, Zufall.

Johannes Scotus Eriugena (810-877), irischer Logiker und

Neuplatonist. Hauptwerk: Von der Einteilung der Natur

Jonas, Hans (1903-1993), macht in seinem Hauptwerk Das Prinzip

Verantwortung den Versuch einer Ethik für die technische

Zivilisation, indem er den Erhalt der Menschheit im Ganzen zum

höchsten Wert erklärt.

Kant, Immanuel (1724-1804) zeigt in seinem Hauptwerk, Kritik der

reinen Vernunft, die Möglichkeiten und Grenzen der reinen Vernunft

(der objektiven Vernunfterkenntnis bloß aus Begriffen) auf. Erfassbar

sind die rein vernünftigen Prinzipien der objektven Erfahrung (die

Grundsätze des reinen Verstandes von der notwendigen Quantität,

Empfindbarkeit und dem kausalen Zusammenhang aller objektiven

Phänomene in Raum und Zeit). Nicht erkennbar sind aber die

Gegenstände der Ideen von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit.

Hierbei sind wir an die reine praktische Vernunft mit ihrer Erfahrung

des Übersinnlichen im Sittengesetz (kategorischer Imperativ)

verwiesen. Weil wir unbedingt sittlich handeln sollen, können wir uns

der Existenz Gottes und der Unsterblichkeit sicher sein.

Kierkegaard, Sören A. (1813-1855), evangel. Theologe, Begründer

der Existenzphilosophie mit ihrem Ausgang von Angst, Schuld und

Verzweiflung als Grundbefindlichkeiten des Menschen.

Kues, Nikolaus von (1401-1464), Mathematiker und Kardinal, lehrte

das Zusammenfallen aller Gegensätze in Gott (coincidentia

oppositorum) und bzgl. der Gotteserkenntnis die gelehrte

Unwissenheit (docta ignorantia). Die Welt versteht er als die

Ausfaltung der Unendlichkeit Gottes.

La Mettrie, Julien Offray de (1709-1751), franz. Arzt und Materialist.

Verwirft in seinem Hauptwerk Der Mensch als Maschine (L?Homme

machine) die Vorstellung einer Seelensubstanz (res cogitans des

Descartes) und plädiert für Lust und Vergnügen als Ziel

menschlichen Lebens.

Lacan, Jacques (19o1-1981), Pariser strukturalistischer

Psychoanalytiker mit der These: Das Unbewußte ist sprachlich

strukturiert.

Leibniz, Gottfried Wilh. (1646-1716), Universalgelehrter, Diplomat.

Suchte in Anschluß an Raimundus Lullus nach einer universell

anwendbaren Kombinatorik, einer mathesis universalis, erfand eine

Rechenmaschine, reduzierte in seinem philosophischen Hauptwerk,

Monadologie, Descartes? drei Substanzen (Gott, ausgedehnte und

denkende Substanz) auf eine einzige, die denkende, vorkommend als

Monade: unvergänglich, unsterblich, fensterlos wie unsere Seele.

Jede Monade ist Spiegel der ganzen Welt, die selbst aus Monaden

besteht, die von der göttlichen Monade in prästabilierter Harmonie

gehalten werden. Leibniz hielt die Welt für die beste aller möglichen.

Lem, Stanislaw (1921), Science-Fiction-Autor und kritischer

Rationalist, der mit seinen Gedankenexperimenten, z.B. dem des

Identitätstransfers von einer Person in ihre atom-identische Kopie,

traditionelle philosophische Fragen klärt und im Zusammenhang z.B.

mit Cyberspace neue aufwirft.

Lévi-Strauss, Claude (1908-), franz. Strukturalist. Hauptwerk ist die

Strukturale Anthropologie.

Levy-Bruhl, Lucien (1857-1939), unterschied in seinem Hauptwerk,

Die geistige Welt der Primitiven, das prälogische Denken der

Naturvölker vom logischen Denken im Abendland.

Locke, John (1632-1704), britischer Empirist, Begründer der

wissenschaftlichen Philosophie, war für Gleichheit, Freiheit und

Unverletzlichkeit der Person, für religiöse Toleranz, eine liberale

Wirtschaftsordnung und begründete das in seinen Büchern

Luhmann, Niklas (1927-1998), Soziologe, versteht Soziologie als

reflexiv gewordene Aufklärung, die die philosophischen Probleme wie

Rationalität und Erkenntnis mitbetreut. In seinem Hauptwerk Soziale

Systeme überträgt er Maturanas Systemtheorie der Organismen auf

Sinnsysteme, d.h. auf psychiche Systeme und auf

Kommunikationssysteme oder Institutionen.

Lukrez (97-55), vertrat die epikureische Philosophie in Rom und hat

uns in seinem großen Lehrgedicht Von der Natur der Dinge Epikurs

Lehre erhalten.

Lullus, Raimundus (1232-1316), "doctor illuminatus" aus Mallorca,

nach einem Bekehrungserlebnis widmete er sein Leben der

Missionierung der Muslime. In seiner Neuen Logik konzipierte er eine

Universalwissenschaft: Entfaltung aller wissenschaftlichen

Grundbegriffe in Form einer Kombinatorik.

Lyotard, Jean-Fran,cois (1934-1998) prägte mit seiner Schrift Das

postmoderne Wissen den Begriff der Postmoderne durch das

Zerbrechen der bisher das Wissen zusammen haltenden Meta- oder

Rahmenerzählungen (z.B. Hermeneutik des Sinns, Emanzipation der

Menschheit) und durch die Befreiung der partikularen und

heterogenen Sprachspiele.

Mach, Ernst (1838-1916), Physiker, Empiriokritizist. In seiner Analyse

der Empfindungen kritisierte er den Substanzbegriff: Gegenstände

sind nichts als stabile Zusammenhänge von Empfindungselementen.

Grundlegend für seine Lehre ist die sog. Mach-Erfahrung: das

Erlebnis der Welt samt Ich als eine zusammenhängende

Empfindungsmasse.

Machiavelli, Nicolo (1469-1527), Komödienschreiber und Theoretiker

des Politischen. In seinem Buch Der Fürst (Il Pricipe) diskutierte er

die moralischen Eigenschaften des Fürsten und verschiedene

Herrschaftstechniken unter dem Gesichtspunkt der Effizienz und

Praktikabilität.

Maimonides, Moses (1135-1204), jüdischer Aristoteliker und

Rationalist aus Córdoba. Schrieb (auf Arabisch) das Kultbuch der

jüdischen Aufklärung Führer der Unschlüssigen.

Marcel, Gabriel (1898-1973), christlicher Existentialist, Dramatiker.

Ausgehend von der Erfahrung einer "zerbrochenen Welt" fordert er

einen neuen Zugang zum Sein, das sich im Zusammensein ereignet

und dessen Bedingung Gott ist.

Mark Aurel (121-180), römischer Kaiser, Vertreter der Stoa, schrieb

im Feldlager die Selbstbetrachtungen.

Marx, Karl (1818-1883), Journalist, Kritiker der politischen Ökonomie:

Hauptwerk: Das Kapital, Bd.I. Verstand die kapitalistische Produktion

als Produktion von Mehrwert, was Bereicherung des Kapitalisten und

Verelendung des Arbeiters bedeutet.

Maturana, Humberto R. (1928-), chilenischer Biologe, konzipierte die

Vorstellung des geschlossenen (autopoietischen) Systems für die

Organismen als Kognitionssysteme. Prägte die konstruktivistische

Erkenntnistheorie und Systemtheorie.

Mead, George Herbert (1863-1931), amerik. Psychologe. In seinen

Vorlesungen, aufgezeichnet in dem Buch Geist, Identität und

Gesellschaft. Aus der Sicht des Behaviorismus, bestimmt er den

Grundzug spezifisch menschlicher Sozialität als Steuerung über

gemeinsam verbindliche Muster wechselseitiger

Verhaltenserwartungen.

Merleau-Ponty, Maurice (1908-1961), franz. Phänomenologe, in

seiner Phänomenologie der Wahrnehmung bestimmt er den Leib als

Subjekt der Wahrnehmung und Wahrnehmung selbst als Kommunion,

d.i. Aufnahme fremder Intention in uns.

Mill, John Stuart (1806-1873), engl. Empirist, Nationalökonem und

Sozialreformer. Sein Hauptwerk, Der Utilitarismus, gilt der

utilitaristischen Ethik, die die Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit

aus dem größten Glück der größten Zahl der Gesellschaftsmitglieder

ableitet.

Morus, Thomas (1478-1535), Humanist, Staatsmann mit

mönchischer Lebensweise. Heinr. VIII ließ ihn als Hochverräter

exekutieren. Schrieb den Staatsroman Utopia (= Nirgendsort), in

dem er Platons Idealstaat in zeitgemäßer Gestalt fortführte (Sklaven

sind darin noch nicht abgeschafft!).

Nietzsche, Friedrich (1844-1900), klass. Philologe, posthum der

einflußreichste Philosoph des mit seinem Todesjahr beginnenden

Jahrhunderts, berüchtigt durch seine Unterscheidung der von ihm

propagierten (asozialen und ?bösen?) Herrenmoral von der (sozialen,

mitleidsbestimmten oder christlichen und ?guten?) Sklavenmoral.

Ockham, Wilhelm von (1285-1349), Franziskaner, zuletzt in

München, bereitete mit seinem sog. Rasiermesser (das nur wirklich

nötige Erklärungsgründe für eine Sache zuläßt) eine neue,

nicht-aristotelische (nicht teleologische) Naturbetrachtung vor.

Parmenides (um 540-480) aus Elea. In seinem berühmten

Lehrgedicht lässt er eine Göttin dem wissenden Mann verkünden,

woran er sich halten soll: Nur Sein ist, Nichtsein und Werden bzw.

Vergehen sind nicht, - denn "dasselbe ist Denken und Sein"!

Pascal, Blaise (1623-1662), Mathematiker und Physiker, erfand eine

Rechenmaschine und konzipierte ein öffentliches Verkehrssystem für

Paris. Nach seinem religiösen Erweckungserlebnis machte er sich

Gedanken über die Religion (Pensées) und zweifelte an der Vernunft:

"Wie gern sehe ich diese stolze Vernunft gedemütigt und flehend."

Peirce, Charles Sanders (1839-1914), amerk. Begründer des

Pragmatismus. In seiner Schrift Wie unsere Ideen zu erklären sind

formuliert er sein Prinzip: Unser Begriff von den gedanklich

konzipierten Wirkungen des Gegenstandes eines Begriffs ist unser

Begriff des Gegenstandes.

Petrus Damiani (1007-1072), Asket und Kirchenlehrer, glaubte, dass

Gott Geschehenes ungeschehen machen könne.

Pico della Mirandola, Giovanni (1463-1494), ital. Humanist und

Neuplatonist. In seinem Hauptwerk Über die Würde des Menschen

preist er den Menschen als ein Wunderwesen (Chamäleon) zwischen

Tier und Gott, das durch das tätige Leben zu Gott gelangen kann,

besser aber noch durch das beschauliche, d.h. die Vision der

göttlichen Dinge.

Platon (428-334), alle Philosophie nach ihm scheint aus Fußnoten zu

der seinigen zu bestehen (sagt Whitehead). Schrieb Dialoge,

tatsächliche und fiktive Gespräche mit Sokrates, seinem Lehrer.

Lehrte die Scheinhaftigkeit und Abkünftigkeit der Sinnenwelt von

archetypischen Urbildern oder Ideen.

Plethon, Georgios Gemistos (1360-1452) aus Konstantinopel. Mit

seinen Vorträgen in Ferrara und Florenz Erneuerer der platonischen

Philosophie.

Plotin (204-270), Begründer des Neuplatonismus, lehrte eine

Seinshierarchie vom höchsten guten reine Sein bis hinunter zur

finsteren bösen Materie und einen entsprechenden Auftrag der

menschlichen Seele, sich von der Materie ab und dem reinen Geist

zuzuwenden, zu ihm aufzusteigen und d.h. zu ihm zurückzukehren.

Popper, Karl Raimund (1902-1994), Wissenschaftstheoretiker. In

seiner Logik der Forschung. Zur Erkenntnistheorie der modernen

Naturwissenschaft behauptet er die Falsifizierbarkeit

(Widerlegbarkeit an der Erfahrungen durch Beobachtungssätze) als

logisches Kriterium für erfahrungswissenschaftliche Theorien

(Hypothesen mit dem Charakter von All-Aussagen).

Protagoras(485-410), sophistischer Wanderlehrer, den Platon mit

seinem homo-mensura-Satz (der Mensch ist das Maß aller Dinge

hinsichtlich dessen, dass sie sind oder nicht sind) überlieferte.

Pythagoras (6.Jh.v.Chr.), Religionsstifter und Mathematiker,

Zahlenmystiker: Alle Dinge haben eine Zahl oder sind Harmonien

ganzer Zahlen. Die Pythagoreer sperrten sich gegen die

Anerkennung unmeßbarer, irrationaler Zahlen (wie Quadratwurzel

aus zwei). Deren Entdecker Hippasos wurde von ihnen (der Legende

nach) zum Tode verurteilt.

Quine, Willard Van Orman (1908-) stellt in seinem Hauptwerk Wort

und Gegenstand die Sprache als eine soziale Kunstfertigkeit dar. Die

Beobachtung des Sprachverhaltens, das er als Reaktion auf

Reizungen unseres Wahrnehmungsapparates versteht, kann seiner

Meinung nach nie zu einer eindeutigen Bestimmung der

Begriffsbedeutungen führen.

Rawls, John (1921-), bekannt durch seine Theorie der

Gerechtigkeit, d.h. der Gleichverteilung gesellschaftlicher Grundgüter

(Freiheiten, Rechte, Macht, Chancen, Einkommen). Die Prizipien der

Verteilung sollen unter dem ?Schleier der Unwissenheit?, in

Abstraktion von den Interessen und Fähigkeiten der Einzelnen, von

diesen selbst gewählt werden. Dann entspricht die gerechte

Verteilung dem allgemeinen Selbstinteresse.

Richard von St. Victor (1110-1173), schottischer

Augustiner-Chorherr in Paris, lehrte den mystischen Aufstieg der

Seele durch Liebe.

Rosset, Clément (1939-) sieht in seiner Schrift Das Prinzip

Grausamkeit die Philosophie weitgehend mit dem Exorzismus des

Realen beschäftigt, d.h. mit dem Nachweis, dass das Reale nicht

real ist und dass eine Wahrheit, weil sie grausam ist, eben falsch ist.

Rousseau, Jean-Jacques (1712-1778), französ. Aufklärer und

Anti-Aufklärer. Plädoyer für die Kindheit im Emil oder über die

Erziehung, ideenmäßige Vorbereitung der franz. Revolution im

Gesellschaftsvertrag (contrat social) und im Diskurs über den

Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.

Russell, Bertrand (1872-1970), britischer Empirist, Mathematiker und

Pazifist. Schrieb zusammen mit Whitehead in Erweiterung der

Fregeschen Logik die Principia Mathematica und entdeckte die

logischen Paradoxien der Mengenlehre.

Sartre, Jean-Paul (1905-1980), Schriftsteller, Existentialist, Marxist,

Atheist. Zeigt in seinem Hauptwerk Das Sein und das Nichts den

Menschen als eine vergebliche Leidenschaft, das Sein zu

konstituieren, das als sein eigener Grund der Zufälligkeit entgeht und

das die Religionen Gott nennen.

Saussure, Ferdinand de (1857-1913), Begründer der strukturalen

Sprachwissenschaft mit dem Hauptwerk Grundfragen der

allgemeinen Sprachwissenschaft,

Scheler, Max (1874-1928), Sozialwissenschaftler und

Phänomenologe, begründete mit seiner Schrift Die Stellung des

Menschen im Kosmos die moderne philosophische Anthropologie.

Schelling, Friedr. Wilh. Joseph (1775-1854), Vertreter des

Deutschen Idealismus, theol. Mitstudent von Hegel und Hölderlin,

schloß sich der Philosophie Fichtes an, erweiterte sie

naturphilosophisch und gelangte schließlich zu einer Philosophie der

Offenbarung.

Schestow, Leo (1866-1938), russisch-franz. Religionsphilosoph,

radikaler Vernunftkritiker. In seinem Hauptwerk Athen und Jerusalem

setzte er der Rationalität (als Sichfügen in die Notwendigkeit) den

Glauben ("nichts ist unmöglich!") entgegen.

Schmitz, Hermann (1928-), Begründer der Neuen Phänomenologie,

arbeite ein in 10 Büchern vorliegendes System der Philosophie aus,

dessen Basis die Erfahrung der Leiblichkeit und des Augenblicks

unmittelbarer Betroffenheit ist.

Schopenhauer, Arthur (1788-1860) verbindet Kant mit Platon und

der indischen Philosophie der Upanischaden. In seinem Hauptwerk

Die Welt als Wille und Vorstellung erklärt er die Welt einerseits zum

Bewußtseins- oder Gehirnphänomen, anderseits zur Objektivation

des Willens, d.h. dessen, was wir an sich sind: Begehren, Lebens-

oder Zeugungstrieb. Er begründet eine Ethik des Mitleids und eine

Ästhetik der kontemplativen Ideenschau und der Stillegung des

Lebenswillens.

Sextus Empiricus (um 200 n.Chr.), Arzt, schrieb Grundriß der

pyrrhonischen Skepsis

Sloterdijk, Peter (1947-) arbeitet nach seiner Kritik der zynischen

Vernunft an der "wahren Geschichte der Globalisierung" in seiner

Trilogie Sphären I-III. Die beiden vorliegenden Bände mit ihren

morphologischen Leitbildern der Blase und des Globus handeln von

der Einbezogenheit des anderen in den Einzelnen und von der

politischen Welt.

Smith, Adam (17231790), Moralphilosoph und Nationalökonom.

Hauptwerke Theorie der ethischen Gefühle und Eine Untersuchung

über Natur und Ursachen des Wohlstands der Nationen

Spinoza, Baruch de (1632-1677), jüdischer Linsenschleifer und

Rationalist, beendete für die Philosophie das seit Philon von

Alexandrien gültige Paradigma der Unterordnung der Vernunft unter

den Glauben oder der Harmonisierung von Vernunft und Glauben. Er

wurde des Materialismus und der Gottlosigkeit bezichtigt, seine

Rezeption über 100 Jahre tabuisiert. Denn Spinoza lehrte einen

Pantheismus: Gott ist alles, ist die Natur (natura naturans); alle

Dinge sind in Gott; Ausdehnung und Denken (die zwei Substanzen

Descartes?) sind seine Attribute; alles geschieht nach

(Natur-)Notwendigkeit.

Stirner, Max (1806-1856), setzte in seinem nihilistischen Hauptwerk

Der Einzige und sein Eigentum an die Stelle des Allgemeinen, des

Gottes, des Menschen und überhaupt des Wesentlichen das

Vergängliche, das Unwesentliche, das Nichts oder eben sich selbst.

Nicht weil das Ich, wie bei Fichte, alles ist, sondern weil es alles

zerstört, sich selbst auflöst und nicht seiend ist. Der Inhalt des

"einzigen" ist kein Gedankeninhalt, ist "Einer, der nicht zum zweiten

Male da sein, folglich nicht ausgedrückt werden kann". "Der Einzige

ist die aufrichtige, unleugbare, offenbare - Phrase; er ist der

Schlußstein unserer Phrasenwelt, dieser Welt, in deren ?Anfang das

Wort war.?"

Tertullian (155-220), frühchristlicher Theologe aus Karthago, hält

ein philosophisches Christentum für unmöglich, setzt den Glauben

über die Vernunft.

Thales von Milet (ca. 625-ca. 547) gilt als erster Philosoph. Er

fragte nach dem allem zugrunde liegenden Prinzip und nannte es

Wasser.

Thomas von Aquin (1225-1274), Scholastiker, verband Aristoteles

mit der christlichen Offenbarung und wurde zu dem Philosophen der

katholischen Kirche.

Vanini, Giulio C. (1585-1619), auf dem Scheiterhaufen verbrannter

naturalistischer Aristoteliker

Vico, Giambattista (1668-1744), Geschichts- und Rechtsphilosoph,

konzipierte eine ewige Idealgeschichte, wobei er psychische und

historische Entwicklung parallelisierte: So wie der Mensch von der

reinen Empfindung über die Einbildungskraft zur Vernunft

emporsteigt, so haben auch die Völker drei Zeitalter: das der Götter,

der Helden und der Rechtsordnung.

Voltaire (1694-1778), franz. Aufklärer und Schriftsteller, kämpfte für

weltanschauliche Toleranz.

Weber, Max (1864-1920), Nationalökonom, bekannt vor allem durch

sein Forderung der Wertfreiheit, d.h. Sachlichkeit jenseits von

Konventionen und sozialen Selbstverständlichkeiten, für die

empirischen Wissenschaften und durch seine Schrift Die

protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, in der er eine

Affinität des Protestantismus zun Kapitalismus (im Sinne eine

innerweltlichen Bewährung des je eigenen Gnadenstandes durch

Gelderwerb) konstatiert.

Whitehead, Alfred North (1862-1947), Mathematiker und

Metaphysiker, entwickelt in seinem Hauptwerk Prozess und Realität

eine anti-mechanistische, an biologischen Paradigmen ausgerichtete

(schwer verständliche) Kosmologie.

William James (1842-1910) machte mit der Publikation seiner

Vorlesungen Der Pragmatismus den von Peirce und Dewey

begründeten amerikanischen Pragmatismus, in dessen Mittelpunkt

die Interessenlagen und Handlungsmotive der Menschen stehen, in

Europa bekannt und wirksam.

Wittgenstein, Ludwig (1889-1951) widmete sich zunächst einer

Idealsprache zur Abbildung der Tatsachenwelt (?Wittgenstein I?)

und dann, mit seiner Idee der Sprachspiele, der Umgangssprache

(?Wittgenstein II?). Zwischendurch hielt er einen Vortrag über

Ethik, in dem er erklärte: Ein Buch über Ethik würde (wie Stirners

unmögliches Ich-Buch) mit einem Knall alle anderen (sich auf

Tatsachen beziehenden) Bücher vernichten. Eigentlich interessierte

ihn nur das.

Xenophanes (ca. 565-ca. 470), ersetzte die mythologischen Götter

durch einen weniger menschenähnlichen einzigen Gott.

Zenon non Kition (335-263), Begründer der stoischen Philosophie mit

dem Ideal der Seelenruhe (ataraxia).

Zenon von Elea (490-430), verteidigte durch seine Paradoxien (z.B.

vom fliegenden Pfeil, der zu jedem Zeitpunkt ist, d.h. ruht) die

Unmöglichkeit oder Scheinhaftigkeit der Bewegung im Sinne des

Parmenides.

Eigene Texte

In der Philosophie wird sehr viel leeres Stroh gedroschen. Man erfindet eigene Begriffe, Ideen und Systeme und meint dann, wie besonders schlau man ist.

Wenn die Philosophie dazu führt über Grundlegendes kritisch nachzudenken , dann kann sie sehr anregend sein.

Ich liebe Definitionen :

Was ist eigentlich :

Allgemeines zum Thema Definieren

Platon würde sich ärgern


Orginaltexte:

Langsam verschwammen seine Gedanken zu einem klaren philosophischen System. Michael Richter

Könige danken ab, Philosophen denken ab. Michael Richter

Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien. L. J. Wittgenstein

Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt. Ambrose Bierce 1842-1914

Die Philosophie zerschmettert den Geist, die Theologie lähmt ihn. Michael Richter

Die Philosophie ist eine Art Rache an der Wirklichkeit. Friedrich Nietzsche 1844-1900

Das Staunen ist die typische Reaktion der Philosophen. Dies und nichts anderes ist der Anfang der Philosophie. Sokrates 496-399

Der Philosophie spotten, das heißt wahrhaft philosophieren. Blaise Pascal 1623-1662

Die Grenzen der menschlichen Vernunft begreifen - das ist wahrhafte Philosophie. Friedrich Nietzsche  1844-1900

Philosophie macht verrückt!!! Henry Winter

Was bin ich? Was soll ich tun? Was kann ich glauben und hoffen? Hierauf reduziert sich alles in der Philosophie. Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern. Karl Marx 1818-1883


Die Sehkraft nun ist nach meiner Ansicht die Urheberin des größten Nutzens für uns geworden, weil von unsern gegenwärtigen Erörterungen über das All wohl keine einzige wäre gegeben worden, wenn wir weder Sterne noch Sonne noch Weltgebäude sähen. Nun aber nehmen wir durch ihre Vermittlung Tag und Nacht und auch die Monate und die Jahresumläufe wahr und haben so durch dies alles die Zahl sowie den Begriff der Zeit empfangen und sind zur Untersuchung über die Natur des Alls angeregt worden, und dadurch erst sind wir zur Philosophie vorgedrungen, welche das größte Gut ist, was dem sterblichen Geschlecht als eine Gabe der Götter zuteil ward und jemals zuteil werden wird.

[Platon: Timaios, S. 66. Digitale Bibliothek Band 2: Philosophie, S. 2617 (vgl. Platon-SW Bd. 3, S. 129)]