Definition des Begriffes Struktur zurück
Achtung dieser Text ist noch in Arbeit und ist noch ziemlich unstrukturiert !
Wortfeld zum Thema Struktur , Organisation
Mathematik = Strukturwissenschaft
Graph , Graphentheorie
Strukturchemie , Kristallchemie
kristallin - amorph
Ordnung und Unordnung
Ordnung bzw. Organisation
Strukturalismus
strukturelles Problem in der Landespolitik
DNA Struktur , Strukturanalyse , Proteinstruktur , primär,sekundär , tertiär
Figuren
Pseudostrukturen
http://www.mathematik.tu-bs.de/dm/index.html
Kurze Definitionen von Struktur
Definition aus der Systemtheorie (CASTI, 1979) und der Theorie der Selbstorganisation (EBELING, 1976):
Unter Struktur verstehen man die Art der Zusammensetzung eines Systems aus Elementen und die Menge der Relationen bzw. Operationen, welche die Elemente miteinander verknüpfen.
Strukturbildung also die Herausbildung eines Ordnungszustandes, ist in diesem Sinne mit einer Verminderung der Entropie im Vergleich zu einem Bezugszustand derselben Energie verbunden.
Fangen wir mit der Erklärung des Begriffes Struktur zunächst mit leicht einsehbaren Aussagen aus dem heutigen Alltagsleben an.
Struktur im praktischen Alltag:
Wo findet man offensichtlich keine Struktur ?
Wo wird Struktur neu produziert ?
Was kann als Strukturerzeuger dienen ?
Kältemaschine
Computer
Strukturbildung also die Herausbildung eines Ordnungszustandes, ist in diesem Sinne mit einer Verminderung der Entropie im Vergleich zu einem Bezugszustand derselben Energie verbunden.
Literatur
http://www.eduvinet.de/gebhardt/stochastik/Struktursg.html
Welche Arten von Strukturen gibt es ?
strukturelle Stabilität
Wenn man die Stabilität eines Systems unter der Gesichtspunkt der Dynamik, d. h. der Einflüsse auf die zeitliche Entwicklung betrachtet, dann muß man unterscheiden zwischen Einflüssen, die lediglich den Anfangszustand der Bewegung ändern, die eigentlichen Bewegungsgesetze aber unverändert lassen, und solchen, bei denen die Bewegungsgesetze geändert werden.
Wenn sich die Bewegungsgesetze ändern, dann ändert sich in der Regel auch die Bewegung. Oft sind die Änderungen aber nur so, daß sich die Bewegungsart kaum ändert. Z. B. wird aus einer kreisförmigen Bahn im Zustandstraum nicht plötzlich eine geschlossene Bahn mit einem Knoten. Wenn die Bahnen, die vor den Änderung existierten, glatt in die Bahnen nach der Änderung überführt werden können, dann nennt man die Dynamik strukturell stabil. "Glatt" bedeutet in diesem Zusammenhang u.a. "ohne Sprünge" und "ohne Kreuzungen".
Statt von einer strukturell stabilen Dynamik zu sprechen, sagt man auch oft, das System sei strukturell stabil. Im Zusammenhang der Dynamik gibt es hier selten Verwechslungen. Wenn man aber unter Struktur des Systems die Art seines Aufbaus aus Teilsystemen, aus Systembausteinen versteht, dann muß man die Stabilität der Systemstruktur von der strukturellen Stabilität der Dynamik unterscheiden. Wenn eine System dynamisch strukturell instabil ist, muß die Struktur seines Aufbaues nicht unbedingt ändern.
Quantitative Beschäftigung mit dem Begriff Struktur
Phänomene der Struktur- und Musterbildung
Ein Charakteristikum der uns umgebenden Materie ist die scheinbar spontane Bildung von makroskopischen Strukturen (statisch oder dynamisch).
Beispiele:
Wolken (Wirbelstraße, ,,Bugwellen``-Muster)
Jupiteratmosphäre (roter Fleck)
Sanddünen
Brandungswellen
Flammenfronten
Windböen
Schneeflocken
Pflanzen: Holz- und Blättermaserung, Wachstum, Vermehrung Evolution
chemische Reaktionsmuster
medizinische Phänomene: Herzflimmern
Defektmuster in Festkörpern
thermisch bedingte Konvektionsmuster (Öl in Bratpfanne, Erdmantel)
Flüssigkristallsysteme
sozio-ökologische Prozesse der Weltwirtschaftssysteme
Energie- und Rohstoffhaushalt
Eine physikalische Teilmenge der aufgelisteten Beispiele läßt sich klassifizieren in
Strukturbildung an Grenzflächen (Dünen, Flammenfront)
Strukturbildung im Volumen (Wolken, Windböen)
Schöne Beispiele für mathematische Strukturen
Beispiele von Pseudostrukturen
Sternbilder
Physikalische Klassifizierung der Ursachen von Strukturbildungseffekten:
(i) Instabilität des homogenen Zustands unter Nichtgleichgewichts-Bedingungen.
Beispiel:
Konvektion in der Bratpfanne
(ii) Stabilität gewisser angeregter Zustände in Gleichgewichtssystemen
Beispiel:
Sebstlokalisierte Anregungen bei Oberflächenwellen
Solitonen
dispersive Wellen
Beispiele für spontane Strukturbildung mit Alltagsbezug:
Eisblumen
Siedeverzug
Eisenspanmuster erzeugt durch Permanentmagnete
Konvektionsströmung in Flüssigkeiten und Gasen
Sichtbar gemacht durch Schattenverfahren (Änderung des Brechungsindex bei Flüssigkeiten)
Man untersucht , wobei die Temperaturdifferenz bezeichnet und die Heizleistung.
Bilder zum Thema Struktur
Kochsche Schneekristalle
Allgemeines zu Kristallen und amorphen Festkörpern
Übernommen von http://www.techfak.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/makeindex.html
Ein fester Körper besteht aus unbeweglichen, fest miteinander verbundenen Atomen - sonst hätten wir eine Flüssigkeit oder ein Gas.
Im einfachsten Fall nur einer Atomsorte können wir uns den Festkörper - z.B. die elementaren Metalle, oder einen Diamanten - als Anordnung von Kugeln vostellen, die sich berühren müssen, d.h. gegenseitige Bindungen aufweisen.
Damit gibt es nur zwei Möglichkeiten einer raumfüllenden Anordnung:
Eine streng regelmäßige Struktur = kristalliner Aufbau, wie hier schematisch und zweidimensional gezeigt
Eine regellose Struktur = amorpher Aufbau
Die amorphe Struktur zeigt deutlich weniger Raumerfüllung - die Zahl der Atome pro cm2 ist geringer als in der kristallinen Struktur, der Kristall. Dies gilt auch im Dreidimensionalen. Die größte Dichte von Kugeln pro cm3; die sogenannte dichteste Kugelpackung , ist nur im kristallinen Zustand erreichbar.
Beispiel einer Pseudostruktur
Sternbilder um den Polarstern: Die Sterne sind ganz verschieden weit von der Erde entfernt.
Nur von der Erde aus scheinen sie eine zusammenhängede Struktur zu bilden.
Weitere Sätze zum Thema Struktur
Struktur
Die auf Lebensnot zugeschnittene Existenz des Menschen ist der Grund für die Festigkeit der Machtstrukturen.
Die Struktur unserer Sprache zwingt uns dauernd Dingbegriffe auf.
Im kreativen Prozess durchlaufen geläufige Strukturen ein Stadium vorübergehender Desorganisation.
Zentrale, dezentrale, hierarchische Strukturen.
Im Strukturalismus besteht die Tendenz das Subjekt zu eliminieren.
In der Struktur ist Zweckmäßigkeit wirksam.
Entwicklung ist nur möglich, wo ein Strukturzusammenhang zugrunde liegt.
Organisationsstruktur (Jede Gruppe hat eine Struktur/Hierachie und Disziplin)
Unstrukturiertheit erzeugt Unsicherheit.
Ohne Orientierung in Zeit und Raum entstrukturiert sich die Innenwelt.
Bestimmte Denkstrukturen lassen sich nicht beliebig von einer Sprache in die andere übersetzen.
Der Zusammenhang ist der Sinn.
Maßstab und Regeln sind nur dann sinnvoll, wenn sie für eine bestimmte Struktur zutreffen. In anderen Strukturen sind sie sinnlos und unanwendbar.
Die Unterscheidung zwischen Zufälligem und Ereignis ist die zwischen Ereignis und Struktur.
Die Struktur vereinigt das Allgemeine mit dem Speziellen.
Die Tatsachen sind die Struktur, die wir der Wirklichkeit auferlegen.
Das System wird von Einheiten gebildet, die zueinander im Oppositition stehen.
Das Strukturmodell ist eine Vereinfachungsoperation, die es ermöglicht, verschiedene Phänomene zu vereinheitlichen.
Die Struktur gehört nicht zur empirischen Beobachtung.
Wo noch keine Struktur vorausbestimmt ist, können noch alle Möglichkeiten eintreten.
Ein System ist etwas, das man auch als Struktur bezeichnen könnte.
Strukturelle Gewalt als indirekte Gewalt, Gewalt. die von niemandem persönlich ausgeübt wird.
Strukturen sind stärker, als Normen.
Struktur als Nicht-Raum und Nicht-Zeit.
In der Struktur gibt es kein unabhängiges Subjekt.
Strukturen sind Formen.
Dogmatismus ist kein Denkinhalt, sondern eine Denkstruktur.
Die Struktur der Psyche ist die psychische Struktur aller Menschen.
Geistige Gesundheit wird als genaue Entsprechung der Struktur der Wirklichkeit und der Struktur der Sprache definiert.
Gewalt wird in der Hierarchie nur noch dann eingesetzt, wenn die Struktur gefährdet ist.
In der Herrschaftsstruktur ist die Gewalt zu einem Strukturbegriff geworden.
Strukturelle Gewalt ist das Wesen staatlicher Macht.
Strukturzusammenhänge sind notwendig statisch. Sie beschreiben Beziehungen in einer aus ihrem prozessualen Zusammenhang herausgelösten Struktur.
Herrschaftsatrukturen sind Ausgangspunkt für die meisten Konflikte und Streitigkeiten.
Universale Strukturen machen eine Subjektivität unmöglich.
Nicht so sehr eine Struktur, als ein Prozess.
Einer der strukturellen Hauptbestandteile der ganzen Menschheit ist der Staat.
Elementarteilchen lassen sich nicht isoliert feststellen, sondern erweisen sich immer wieder als zusammengesetzte Struktur.
Wir finden die objektive Wirklichkeit nicht in den Substanzen, sondern das eigentliche Wesen der Dinge besteht in einer Struktur.
Veränderung ideologischer Bewußtseinsstrukturen.
Revolution ist der Moment, wo die Struktur der Autorität aufgebrochen wird, so daß sich eine freie Ordnung bilden kann.
In der Natur gibt es keine isolierten Elemente, sondern alles hängt mit allem zusammen.
Für den Strukturalismus ist die Struktur eine Grundgegebenheit.
Man braucht seine Aggressionen nicht offen zugeben, wenn man für sein Tun geltende Machtstrukturen benützt.
zu einer Struktur erstarrt, die über die Zeit hinausreicht.
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http://www.sprachkritik.de ® info:webmaster / 30.3. 1999
Woher kommt das Wort Struktur?
Welche Bedeutung hatte das Wort Struktur früher ?
Welche anderen Wörter hat man anstatt des Wortes Struktur benutzt ?
Welchen Bedeutungswandel hat das Wort durchgemacht ?
Wie kann man die Gegensätze von Ordnung und Unordnung, von Entropie und Negentropie an typischen Strukturen verständlich machen ?
Welche Worte gibt es in anderen Sprachen für den Begriff Struktur?
Lateinisch structur
Englisch Structure
Griechisch
Französisch
Japanisch
Chinesisch
Arabisch,
Indisch,
Indianisch,
Italienisch,
Spanisch
Weitere Begriffe zum Thema Struktur:
Information , Muster , Hierarchie , Organisation , Ordnung , Zufall , Negentropie
Man hat die Wissenschaftszweige, die sich mit der Informationstheorie, mit der Verarbeitung und Speicherung von Information befassen, als Strukturwissenschaften zusammengefaßt. Zu diesen Strukturwissenschaften zählen beispielsweise
die Mathematik,
die Informatik dh die Computerwissenschaften,
die Kybernetik, Steuerungs und Regelungstechnik
Teile der Physik z.B. die Thermodynamik und
Teile der Biologie z.B. die Evolutionsforschung oder die theoretische Genetik.
Teile der Chemie insbesondere die Kristallchemie
Es zählen ferner dazu die
Neurowissenschaften, zum Beispiel die Neurophysiologie,
die Psychologie und
die Sprachwissenschaften, insbesondere die Linguistik.
m.E. auch Teile der Soziologie
Wer hat zum Strukturbegriff beigetragen ?
Begriffsklärung Synergetik (nach H. Haken )
Ziel dieser Disziplin:
Erscheinungen in verschiedenen Gebieten werden unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt behandelt (Physik, Chemie, Biologie, Soziologie, Medizin,...).
Haken:
,,Ich habe diese Disziplin Synergetik genannt. Was wir untersuchen, ist die gemeinsame Wirkung vieler Untersysteme (meist derselben Art oder einiger unterschiedlicher Arten), so daß Struktur und Funktion auf einer makroskopischen Skala entsteht.``
"Das Ordnungsmuster der Tradierung besteht in einem universellen Zusammenhang, was sich darin äußert, daß es keinen organischen Strukturzustand gibt, der ohne seine Vorgänger denkbar ist"(RIEDL, 1975).
Heutige Experten
alle Mathematiker sind Strukturexperten
Ebeling
Prof. Dr. Ulrich Behn
Institut für Theoretische Physik
Universität Leipzig
Vor dem Hospitaltore 1
04103 Leipzig
Postal address:
P.O.B. 920
04009 Leipzig
Tel.: (0341) 97-32434
Fax: (0341) 97-32548
ulrich.behn@itp.uni-leipzig.de
Major Research Interests
Statistical Physics and Condensed Matter Theory,
Structure Formation,
Noise Induced Phenomena,
Complex Dynamical Systems,
Theoretical Immunology
Empfehlenswerte Literatur zum Thema Struktur:
U. Müller Anorganische Strukturchemie Teubner
Gute allgemeine Übersicht zur Strukturchemie
Krebs Anorganische Kristallchemie Enke
ähnlich Müller, nicht mehr im Handel erhältlich
Wells Structural Inorganic Chemistry Oxford
Die Strukturchemie-Bibel
R. C. Evans
Einführung in die Kristallchemie de Gruyter, 1976
Strukturchemie-Lehrbuch, ebenfalls nicht mehr erhätlich
Die wichtigste Quelle für Daten zu Strukturen ist:
- ICSD-Datenbank FIZ Karlsruhe
wichtigste Quelle für die kristallographische Daten
David Peak
Komplexität
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Hören Sie bei dem Gedanken an fraktale Geometrie nur Rauschen? Verursachen Mathematik und Physik in Ihren Gedanken nur totales Chaos? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Sie! Das spannende Denkmodell der Komplexität wird hier ganz unkompliziert und für jedermann verständlich erklärt. Erfahren Sie alles über fraktale Strukturen, Chaos und Selbstorganisation und welche Rolle diese teilweise so theoretisch anmutenden Phänomene in unserem ganz normalen Alltag spielen!
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Internetseiten zum Thema Struktur
http://hbksun17.fzk.de:8080/PMT/kom3e.html
Beispielbilder mit Struktur
http://didaktik.phy.uni-bayreuth.de/fachdid3/node1.html
http://132.230.13.25/zintl.html
Strukturchemie
http://www.mathematik.tu-bs.de/dm/index.html
Graphtheorie
Schöne Beispiele für mathematische Strukturen
http://math.rice.edu/~lanius/frac/
schöne Einführung in die fraktale Geometrie für Schüler und Studenten , in Englisch
"Lange bevor es Menschen auf Erden gab, wuchsen in der Erdkruste schon die Kristalle. Eines Tages sah ein Mensch zum ersten Mal so ein glitzerndes Stückchen Regelmäßigkeit liegen, oder er stieß darauf mit seiner steinernen Hacke, und es brach ab und fiel vor seine Füße, und er hob es auf und betrachtete es in seiner offenen Hand, und er wunderte sich." M.C.Escher
Aus
Struktur und Ordnung
Der Strukturbegriff spielt sowohl in der modernen Wissenschaft, als auch im täglichen Leben eine zentrale Rolle. Kaum ein Terminus wird so häufig gebraucht, wenngleich nicht überall in derselben Bedeutung.
Wir verwenden hier den Begriff "Struktur" nicht im umgangssprachlichen Sinne, sondern in der Bedeutung, die er in den Grundlagenwissenschaften hat - etwa der Mathematik, der Systemtheorie (CASTI, 1979) und der Theorie der Selbstorganisation (EBELING, 1976):
Unter Struktur verstehen wir die Art der Zusammensetzung eines Systems aus Elementen und die Menge der Relationen bzw. Operationen, welche die Elemente miteinander verknüpfen.
Der Strukturbegriff abstrahiert also von der konkreten Natur der Elemente und der Relationen zwischen ihnen.
Er betrachtet nur ,
wieviel Elemente vorliegen,
wieviel davon gleich oder verschieden sind und
von welcher Art die Beziehungen zwischen diesen Elementen sind.
Mathematik
In der modernen Mathematik spielt der Strukturbegriff heute eine ganz zentrale Rolle. Die Forschergruppe BOURBAKI hat in dem Kollektivwerk "Elemente der Mathematik" das gesamte Gebäude der Mathematik systematisch als Lehre von den Strukturen aufgebaut.
Die Grundannahme ist dabei der Mengenbegriff, weiterhin wird die Existenz einer Menge unterscheidbarer Elemente vorausgesetzt.
Die Beziehung Element - Menge ist der erste und wichtigste Aspekt einer Struktur , dazu kommen dann eine Reihe von Relationen und Operationen, wie sie in verschiedenen Lehrbüchern der Mengenlehre oder der Algebra erklärt sind.
Physik und Chemie
In der Physik und Chemie kommt dem Strukturbegriff bei der Beschreibung der Materie eine große Bedeutung zu. Zum Beispiel verstehen wir unter der Struktur eines Kristalls, etwa eines Diamanten (Abb. 1.1), einen bestimmten Typ der räumlichen Anordnung - ein Gitter - von Kohlenstoffatomen. In konkreter Form ist eine Diamantstruktur z.B.ein Edelstein, der in einen Ring gefaßt ist. Wir sprechen aber auch von der Diamantstruktur, wenn es sich um einen Industriediamanten handelt, und sogar dann, wenn ein Stoff vorliegt, in dessen Gitterknoten nicht Kohlenstoffatome, sondern Atome anderer Elemente sitzen.
Abb. 1.1 Schematische Darstellung der Diamantstruktur
Diamant-Struktur
In der kubischen Diamant-Struktur (Schichtenfolge ABCABC...) sind alle Kohlenstoffatome tetraedrisch von vier weiteren C-Atomen koordiniert (CN=4). Es entsteht ein Raumnetz mit Sechsringen aus C-Atomen. Alle Sechsringe liegen in der Sesselkonformation vor. Die Raumerfüllung beträgt 33 %.
Vorkommen
In der Diamant-Struktur kristallisieren:
C, Si, Ge und graues Sn
Verwandtschaften
Die Zinkblende-Struktur läßt sich als Überstrukturvariante des Diamanttyps beschreiben (alternierende Besetzung der C-Positionen durch Zn bzw. S).
Der Chalkopyrit-Typ (CuFeS2) ist eine entsprechende ternäre Überstruktur-Variante.
Die NaTl-Struktur ist dagegen eine gestopfte Diamant-Variante (4-Bindigkeit von Tl-).
Vergleiche: hexagonale Diamant-Struktur (Schichtenfolge ABAB...)
http://132.230.13.25/Vorlesung/Strukturtypen/elemente_diamant.html
Das ganze Gebiet der Kristalle wird auch als Strukturchemie bezeichnet .
In der (anorganischen) Strukturchemie gehört die Kenntnis einfacher Strukturtypen zur 'Verständigungsbasis'.
Mit dem Internet Plugin VRML kann man sich solche Strukturen sehr schön dreidimensional von allen Seiten ansehen.
Der Strukturbegriff erfaßt also relativ abstrakte Eigenschaften eines Systems. Hierin liegt seine Stärke; er ist auf andere Systeme übertragbar und . ermöglicht Analogieschlüsse. Über die Bedeutung solcher Analogien für die Wissenschafi schreibt KONRAD LORENZ (1983): "Ohne das unentbehrliche Einteilungsprinzip der Abstraktion von Typen. wäre es unserer Erkenntnis unmöglich, Ordnung und Übersichtlichkeit in die erdrückende Mannigfaltigkeit der uns umgebenden Formen,insbesondere der Lebensformen zu bringen
Eine anschauliche Darstellung einer Struktur kann durch einen Graph erfolgen, der die Elemente und ihre verschiedenen Verknüpfungen repräntiert (HARARY, NORMAN &CARTWRIGHT, 1965; LAUE, 1970; CASTI, 1979; EBELING & FEISTEL,1982, 1986).
Dies kann zum Beispiel in der Chemie ein katalytisches Netzwerk von chemischen Reaktionen sein (Abb. 1.2) oder in der Biologie ein ökologisches Netzwerk (Abb. 1.3)
Abb. 1.2 Graphische Darstellung einer Struktur bestehend aus 8 Elementen mit 14 Kopplungen, welche ein katalytisches Netzwerk darstellt
8 9 10 . . . 4. Ebene: Carnivoren
6. 7. 3. Ebene: Carnivoren -
4. . 5 2. Ebene: Herbivoren -
123 . I. Ebene: Herbata
Abb. 1.3 Graph eines ökologischen Netzwerkes
Allgemein kann man zwischen
räumlichen Strukturen (PLATH, 1997),
zeitlichen Strukturen (LANDSBERG, 1984; EBELING et al. , 1990B) und
kausalen bzw. funktionalen Strukturen (RIEDL, 1975; FONTANA & Buss, 1994; KLIX, 1992; KAUFFMAN, 1993) unterscheiden.
Räumliche Strukturen
Der Protoptyp der räumlichen Strukturen sind die schon erwähnten Kristalle. Die Elemente der Menge sind hier die Atome, die Relationen sind die relativen Lagen der Atome im Gitter und die Operationen die räum- lichen Translationen. Die räumliche Struktur der Kristalle kann mit Hilfe einer Analyse von Beugungsbildern untersucht werden, wie zuerst v. LAUE und BRAGG gezeigt haben. Später haben BERNAL, CROWFOOT-HODGKIN & PERUTZ mit analogen Methoden auch die komplizierte Raumstruktur von Biomolekülen aufklären können.
Zeitliche Strukturen
Zeitliche Strukturen sind mit der Dynamik des Systems verknüpft, die durch diskrete oder kontinuierliche Abbildungen ausgedrückt werden kann. Kausale Relationen,Reversibilität oder Irreversibilität (Umkehrbarkeit bzw. Nichtumkehrbarkeit des Ablaufes ) sind dabei wichtige Aspekte (NICOLIS & PRIGOGINE, 1987; EBELING et al. , 1990; PRIGOGINE & STENGERS,1990).
Der Begriff "Struktur" steht in einem engen Zusammenhang mit den polaren Begriffen Ordnung und Unordnung. Nach BOLTZMANN kann die Wahrscheinlichkeit bzw. Unwahrscheinlichkeit für das Auftreten von Ordnungs- und Unordnungszuständen zur Charakterisierung dieser beiden Begriffe verwendet werden, wobei diese Wahrscheinlichkeit durch die Entropie ausgedrückt wird.
Strukturbildung also die Herausbildung eines Ordnungszustandes, ist in diesem Sinne mit einer Verminderung der Entropie im Vergleich zu einem Bezugszustand derselben Energie verbunden. Auf diesen Aspekt werden im Abschnitt 1.5 noch genauer eingehen.
Ordnung kann auch durch Symmetrien ausgedrückt werden, z.B. durch Periodizität einer linearen Struktur durch Translationsinvarianz eines Kristallgitters oder durch Invarianz einer Abbildung gegenüber Zeitumkehr oder diskrete Zeitverschiebung.
Wenn die Symmetrie des Systems vermindert ( ?) wird, kann man auch von Strukturbildung oder Bildung von Ordnung sprechen.
Biologie
Auch in der Biologie spielt der Ordnungsbegriff eine zentrale Rolle. RIEDL (1975) unterscheidet in seinem Buch "Ordnung des Lebendigen" folgende vier Grundtypen komplexer Ordnung:
(a) Norm
(b) Hierarchie
(c) Interdependenz
( d ) Tradierung
Unter Norm versteht RIEDL die Verwendung genormter, standardisierter Bauteile. Wir finden hier den Elementbegriff der obigen Strukturdefinition wieder.
Hierarchie bedeutet, daß die Bausteine in einem System von ineinander geschachtelten Rahmen angeordnet sind.
Interdependenz meint die wechselseitigen Abhängigkeiten der Merkmale, während
Tradierung den historischen Aspekt erfaßt: "Das Ordnungsmuster der Tradierung besteht in einem universellen Zusammenhang, was sich darin äußert, daß es keinen organischen Strukturzustand gibt, der ohne seine Vorgänger denkbar ist"(RIEDL, 1975).
Andere biologische Ordnungskonzepte wurden zum Beispiel von LWOFF(1968) in dessen Buch "Biological Order" oder von VARELA (1979) in "Principles of Biological Autonomy" vorgeschlagen. ROSEN (1991) entwickelt in seinem Buch "Life Itself", den Ideen von RASHEVSKY folgend, das Konzept einer "relationalen Biologie". Von FONTANA & Buss (1994) wird ein ebenfalls sehr allgemeiner Zugang zum Problem der biologischen Ordnung bzw. Organisation vorgeschlagen, bei dem der Lambda Kalkül von CHURCH den Ausgangspunkt bildet. Mit "The Origins of Order" hat KAUFFMAN (1993) ein integratives Buch geschrieben, das Ansätze zur biologischen Strukturbildung unter dem Dach der DARWINschen Ideen zusammenfaßt. Basierend auf Selbstorganisation und Selektion in der Evolution, wird hier eine umfassende Analyse der biologischen Ordnung gegeben, die moderne physikalisch-chemische und systemtheoretische Erkenntnisse berücksichtigt. Gemessen an diesen Ansätzen zur Strukturbildung in der Biologie,ist unser Anliegen viel bescheidener, zugleich aber allgemeiner: Wir werden uns nicht mit Strukturen schlechthin und auch nicht mit biologischen Strukturen im besonderen befassen, sondern wir versuchen, den Begriff der "komplexen Strukturen" aus einer eher grundsätzlichen Perspektive zu charakterisieren. Dabei sollen uns die fundamentalen Konzepte "Entropie" und "Information" helfen. In dIesem Kapitel wird zunachst das EntropIe-Konzept erngeführt. , Zuvor aber sind einige allgemeine Anmerkungen zum Problem der Komplexität notwendig.
1.2 Was sind komplexe Strukturen?
Die Einsichten der modernen Wissenschaft haben zu einem gesteigerten Interesse an komplexen Systemen und am Begriff der Komplexität geführt. Dies belegen auch zahllose Beispiele, wo das Attribut komplex in die jeweiligen Titel naturwissenschaftlicher Zeitschriften, Bücher, Konferenzen und Institutionen aufgenommen wurde. [Der Komplexitätsbegriff spielt heute eine zentrale Rolle bei der Beschreibung hochorganisierter Systeme (CRAMER, 1988;ATMANSPACHER et al1992; RIEDL, 1987, 1991, 1997), obwohl es für ihn bisher keine einheitliche Definition gibt. Wir vertreten die Auffassung, daß die verschiedenen Komplexitätsdefinitionen bisher nur einzelne Seiten der Komplexität erfassen. Eine Begriffsbestimmung für "komplexe Strukturen" muß aber allgemein genug sein, um nicht nur physikalisch-chemische Strukturen, die uns komplex erscheinen, wie etwa das Wetter, sondern auch die Strukturen der "Ordnung des Lebendigen" mit einzubeziehen.
Was meinen wir mit dem Begriff "komplexe Strukturen"? Beginnen wir zunächst ganz von vorn:
Das Wort komplex entstammt dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Zusammengefaßtes oder Gesamtheit. Eine qualitative Begriffsbestimmung könnte dann lauten:
Als komplex bezeichnen wir (aus vielen Teilen zusammengesetzte) ganzheitliche Strukturen, die durch viele (hierarchisch geordnete) Relationen bzw. Operationen miteinander verknüpft sind.
Damit schließen wir uns den Auffassungen an, die etwa durch SIMON (1962), GRASSBERGER (1989), sowie LAI & GREBOGI (1996) vertreten werden. In diesem Sinne formulieren wir ein einfaches, wenn auch operativ nicht eindeutig umzusetzendes Komplexitätsmaß, auf das wir zurückkommen werden: kann die wir als ei , ~' D " K 1 "t .. " St kt " It " h " d A hl d I . h
b Entropie Irreversil ~e omp en at e~ner ru ur sp~ege StC ~n er nza er g etc en zw. , .
" " . ei handelt es sich Zei verschtedenen Elemente, ~n der Anzahl der gle~chen bzw.
versch~edenen Re- b. . 1 " d O " " " d A hl d H" h" "d illert slld ( ANDER at~onen un
perat~onen soune ~n er nza er ~erarc ~e- nen ~ er. . Inungs fm strengeren Sinne liegt
Komplexität dann vor, wenn die Anzahl der Ebenen sehr groß (unendlich) ist. Wir halten den B Rah rung "Entstehung Es stellt sich die Frage, wie eine solche Begriffsbestimmung von Komplexität fÜr "komplexe Stn Ilkästc mit dem physikalischen Weltbild zusammenpaßt. Von ihrer Entstehung und und "Strukturen
ihrer 'n:oadition her betrachtete die Physik im Geiste der Aufklärung na- formuliert
worden 1ationsf turwissenschaftliche Objekte analytisch, d.h. zergliedernd. Im
Rahmen der Emer enzbe iffes lorizont Physik werden Gesetzmäßigkeiten formuliert,
welche die Physiker "funda- kers ~AINZ: (1~ dlauflei mental" nennen, weil es keine
tieferliegenden Gesetzmäßigkeiten gibt, auf die schen Rahmenbed Z wir jene
zurückführen könnten. Es sind die Gesetze, welche die Eigenschaf- Q t ch .e C eltge
uan en elll1 , ten und die Dynamik der elementaren Teilchen und Felder regeln. Auf
der th . S .010 eorle zu OZl -Listenf Ebene der elementaren Teilchen ist die
Quantenmechanik als fundamental untersuchte Syst~ zu betrachten. Die Bezeichnung
"fundamental" ist insofern relativ bzw. hi- Mak I k""l ( romo e u e Fi storisch, als wir uns
in einem ständig fortschreitenden Prozeß der Forschung G ad h d' r e wac sen eJ
befinden, in dem scheinbar "elementare" Teilchen in Bestandteile zerlegt t. h . t d d s
1SC 18 gera e Anze und damit als zusammengesetzt erkannt werden. Ein Beispiel
dafür ist die hierarchisch höhe . Erkenntnis, daß die sogenannten Elementarteilchen
aus Quarks zusammen- 1992). Gittern gesetzt sind. Weiterhin gehören zu den
"fundamentalen" Gesetzen solche, . . d dd welche generelle Verbote für bestimmte
Prozesse formulieren. Beispiele dafür DIe Welt, dIe uns ar la "t..t . E ch sind die
Hauptsätze der Physik. XI a eller rs 4 dieser Erscheinur Durch Konzentration auf
Systeme mit wenigen Freiheitsgraden wurden im LING & FEISTEL Rahmen der
klassischen und Quantenmechanik zunächst relativ kleine Systeme in den
Vordergrund gestellt. Eine Behandlung großer Systeme wurde 1.2 Was sind komplexe
Strukturen? 19 erstmalig im Rahmen der Statistischen Physik und anderer Theorien
sta- tistischer Ensembles möglich. Allerdings wurde hier durch die Anwendung von
zentralen Grenzwertsätzen die Untersuchung komplexer Systeme im ei- gentlichen
Sinne weitgehend ausgeschlossen. Trotzdem muß man die Statistische Physik, die wir
BOLTZMANN, GmBs, PLANCK, EHRENFEST, EINSTEIN , SMOLUCHOWSKI, BOSE,
FERMI, VON NEUMANN und anderen bedeutenden Forschern verdanken, als den groß-
artigen ersten Entwurf einer Theorie komplexer Systeme betrachten. Im Rahmen der
Statistischen Physik wurde erstmalig und unter Verwendung mathematisch strenger
Methoden gezeigt, daß ein zusammengesetztes großesr System im Vergleich zum
Teilsystem qualitativ neue Eigenschaften zeigen kann, die wir als ernergente
Eigenschaften bezeichnen. So sind zum Beispiel Entropie, Irreversibilität, Härte
typische Eigenschaften großer Systeme; da- bei handelt es sich um Eigenschaften, die
für kleine System gar nicht defi- niert sind (ANDERSON, 1972; LANDSBERG, 1981,
1984; EBELING et al. , 1990B). Wir halten den Begriff dei~;;;~yür so zentral, daß wir
die Forde- rung "Entstehung emergenter Eigenschaften" mit in die Begriffsbildung für
"komplexe Strukturen" aufnehmen möchten. Die Konzepte "Emergenz" und "Strukturen
höherer Ordnung" sind inzwischen auch mathematisch formuliert worden (BAAS,
1994, 1997). Hinsichtlich der Bedeutung des Emergenzbegriffes stimmen wir der
Auffassung des Wissenschaftstheoreti- kers MAINZER (1992) zu, der ausführt: "Unter
den neuen systemtheoreti- schen Rahmenbedingungen könnte die Hierarchie der
Fächer von Physik, Quantenchemie, Chemie, Biochemie, Biologie über Ökologie und
Evolutions- theorie zu Soziologie, Ökonomie und Psychologie fortgesetzt werden,
deren untersuchte Systeme der Elementarteilchen, Atome, Moleküle, Kristalle,
Makromoleküle, Gene, Zellen, Organismen, Populationen usw. sich durch Grade
wachsender Komplexität auszeichnen." Weiter heißt es: "Charakteri- stisch ist gerade
die Emergenz von neuen Strukturen und Gestalten auf den hierarchisch höheren
Stufen, die vorher nicht vorhanden sind" (MAINZER, 1992). Die Welt, die uns umgibt,
ist von äußerster Komplexität, wobei die Komple- xität einer Erscheinung durchaus
höher sein kann als die Komplexität der dieser Erscheinung zugrunde liegenden
Gesetze (WUKETITS, 1983; EBE- LING & FEISTEL, 1994). Wir erinnern in diesem
Zusammenhang auch an die fundamentalen Arbeiten von ~H~~ VONNEUMAN-N~l~,
der im Rahmen der Entwicklung einer Theorie selbstreproduzierender Automaten 20 1
Komplexität und Entropie einen speziellen Automaten konstruieren konnte, der in der
Lage ist, durch daß die Leb.enskr~ fehlerhafte Selbstreproduktion Automaten
herzustellen, die komplexer sind toten Matene bema als das Urbild. In der Theorie des
deterministischen Chaos, die auf die Arbei- Unsere Auffassung I ten von POINCARE
aufbaut, konnte gezeigt werden, daß mit relativeinfachen zwischen den beideI Regeln
sehr komplexe Strukturen generiert werden können (MAY, 1976; men (EBELING & F
,s- ~C)~ MANDELBROT, 1977, 1982; FEIGENBAUM, 1978; PEITGEN & RICHTER, ,
1986) - auch fraktale Strukturen sind im Sinne der obigen Begri:ffsbestim- 1. Die
fundamental mung als komplex anzusehen. sie sind auch für ku Die fundamentalen
Gesetze der Physik sind von der Art, daß sie Möglichkei- 2. Komplexe strn ten für die
zeitliche Entwicklung von Systemen formulieren. Diese Möglich- mehr als die Summ
keiten können je nach Anfangs- und Randbedingungen realisiert werden. Zum Beispiel
verbieten die Gesetze der Mechanik keineswegs, daß etwa die 3. Die ernergentenl Erde
im entgegengesetzten Sinne um die Sonne rotiert. Dieses und viele Kegel von Einschrl
andere Beispiele führen uns zu der Erfahrung, daß die Kenntnis der fun- xität wächst
die Mi damentalen Gesetze der Physik allein nicht ausreicht, um in unserer Welt 4.
Komplexe StruJ I zu bestehen. Die Gesetze sind durch Anfangsbedingungen und
Randbedin- gen sind irn Evolu1 lungs .. d Ph ik. Ch . d B. 1 . h b . . , gungen zu
erganzen, un ys , elnle un 10 ogle a en emen eIgenen Merkmal. Rahm Gegenstand
und einen eigenen Gesetzesbereich (LUDWIG, 1976; PRIMAS, 1991; FONTANA, 1997).
Der letzte Punkt I kästch Zwar bestehen die Dinge, mit denen wir zu tun haben,
letztlich aus elemen- das Blickfeld: ihrel taren Teilchen und Feldern, aber dieser
Aspekt ist häufig ohne Relevanz. Wir historische Gesicht 1tlons! betrachten unser Auto
nicht als System von elementaren Teilchen und Fel- xer Strukturen. ~ )rizont dern,
sondern als Entität, als Gebrauchsgegenstand. Da wir unsere Welt als ~~~~-'i2;1~
Ilauflel eine Einheit begreifen möchten, entsteht die grundlegende Frage: In welcher
Ihrer Entstehung) Zeitg Beziehung stehen die Gesetze für das Elementare und für das
Komplexe ? se, zu der die Strul Zu dieser Frage gibt es zwei extreme Positionen:
sondern auch für 1 Listen! mobile, Flugzeuge 1. Alle Gesetze, die für komplexe
Systeme gültig sind, lassen sich vollständig daß das oben diskl Fig aus den
fundamentalen Gesetzen der Physik herleiten. historischen Bezlll . .. . . . der Regel
kann rru Anzei 2. Jede Ebene der Komplexltat hat Ihre eIgenen, emergenten Gesetze.
Die I d. .d 1 d iJ. . . . n IVI ua-un emergenten Gesetze komplexer Systeme smd
IrreduzIbel. Gittern Der erste Standpunkt, auch als mechanischer Determinismus
bezeichnet, 1 3 K ] jarddlal wurde bereits von den Mechanikern des 18. und 19.
Jahrhunderts entwickelt, . omp wobei wir an erster Stelle den französischen
Astronomen und Mathematiker PIERRE SIMON LAPLACE (1749-1827) nennen. Als
Gegenströmung zu dieser Die Welt, in der ~ Auffassung wurde der Vitalismus
entwickelt, der für lebende Systeme die 17-20 Milliarden , Existenz einer besonderen
Lebenskraft annahm. Die Vitalisten postulierten, daß die Lebenskraft von außen
hinzukommt und sich gewissermaßen der toten Materie bemächtigt. Unsere
Auffassung zum Verhältnis elementarer und komplexer Gesetze liegt zwischen den
beiden o.g. Extremen. Sie besteht aus folgenden Grundannah- men (EBELING &
FEISTEL, 1994): 1. Die fundamentalen Gesetze der Physik können niemals verletzt
werden, sie sind auch für komplexe Systeme uneingeschränkt gültig. 2. Komplexe
Strukturen haben emergente Eigenschaften, das Ganze ist mehr als die Summe seiner
Teile. 3. Die emergenten Gesetze der Dynamik komplexer Strukturen bilden einen
Kegel von Einschränkungen, den "Gesetzeskegel" . Mit steigender Komple- xität wächst
die Menge der gesetzmäßigen Einschränkungen. 4. Komplexe Strukturen und die
Gesetzmäßigkeiten, denen sie unterlie- gen, sind im Evolutionsprozeß entstanden.
Ihre Historizität ist ihr zentrales Merkmal. Der letzte Punkt rückt einen besonderen
Aspekt komplexer Strukturen in das Blickfeld: ihren historischen Charakter. Nach
unserer Auffassung ist der historische Gesichtspunkt ein zentraler Punkt für die
Untersuchung komple- xer Strukturen. ~ast alle komplexen Strukturen, mit Sicherheit
alle hoch- ~r~~ ~tr~ture~, .hab:~ ~ine Ont~-~ne~ eine Individualgeschic te Ihrer
Entstehung) und eine Phylogenese ( eine Stammesgeschichte der Klas- - - - - se, zu
der die Struktur gehört). Das gilt nicht nur für die biologischen Wesen, sondern auch
für komplexe technische Strukturen wie Eisenbahnen, Auto- mobile, Flugzeuge und
Computer. Wir sind somit zu dem Schluß gelangt, daß das oben diskutierte
Grundmuster der "Tradierung" , was ja gerade den historischen Bezug meint, ein
Grundmuster komplexer Strukturen ist. In der Regel kann man komplexe Strukturen
nur im Zusammenhang mit ihrer Individual- und ihrer Stammesgeschichte verstehen.
1.3 Komplexität als Phänomen ~ Die Welt, in der wir leben, hat eine komplizierte
Geschichte. Sie ist vor etwa 17-20 Milliarden Jahren aus einer sehr heißen, dichten
und völlig unstruk- turierten Urmaterie entstanden. Diese Urmaterie war in einem
Zustande, der dem absoluten Chaos der alten Griechen oder dem Tohu wa bohu der
zu verstehen, und ein! alten Juden sehr nahe kam. In dieser frühen Phase der
Entwicklung wurde unkorrelierte Struktur die Dynamik der Evolution ausschließlich
durch fundamentale Gesetze be- gewicht, und die regul stimmt, denn es gab ja noch
keine komplexen Systeme. Aber unsere Welt war ihrer Komplexität aD( von Anfang an
"kreativ" , sie war auf der Basis der vorliegenden Anfangs- ehe" des Betrachters I und
Randbedingungen und der gültigen fundamentalen Gesetzmäßigkeiten D. G . ht unkt ~
ieser esiC sp ~G in der Lage, komplexe Strukturen zu erschaffen. Sie besaß die
Fähigkeit zur th t. h St d eore iSC en an p Selbststrukturierung und
Selbstorganisation. Am (vorläufigen) Ende dieses b hr .b d .. zu esc ei en; enn
Prozesses stehen Leben und Mensch, Okosysteme und Gesellschaft. Zuf~ 11 . . von
ällsereigmsseI Was ist - von einem physikalischen Standpunkt aus gesehen - unsere
in- die jeweiligen BildpUJ tuitive Vorstellung von einer komplexen Struktur? Wir
vergleichen dazu Molekularbewegung. gedanklich drei Klassen von Strukturen (Abb.
1.4): einzelnen Punkte od handelt es sich nicht 1. eine periodische Struktur, zum
Beispiel in zwei räumlichen Dimensionen --- ~ ein Gitter auf einem Blatt Papier oder in
drei Dimensionen einen Kristall, Dagegen enthalten di Z muster eine Reihe be 2. eine
unkorrelierte Struktur , zum Beispiel in zwei Dimensionen regellos man im Ornament ,
unQ angeordnete Punkte auf dem Blatt Papier oder in drei Dimensionen eine viel
verwickelter ist , Flüssigkeit, in der die Moleküle vollständig regellose Positionen
haben und la von räumlichen 1 Rah sich ungeordnet bewegen, chen regulären Stru
<äst 3. eine komplexe Struktur , zum Beispiel in zwei Dimensionen ein ornamen-
feststellen. Derartigl tales Muster auf einem Blatt Papier oder in drei Dimensionen ein
turbulentes Verständnis von Ko ltion Strömungsmuster in einer Flüssigkeit, das
ebenfalls gewisse Regelmäßigkei- gen. ,rizo ten aufweist. In diesem Sinne hat lauf!
relierte oder schwad ~eitQ . . . ~~ die eine Hierarchi~ . . . , . . ~~~~ Dementsprechen
SlIJ .iste . : . . . . ~~~~](~ plexer als periodisc . ' . . ~~~4~~~~ facher Art (z.B. peJ F ..
\ . . . . ~~WA~~~~ Periodizitäten bzw" . .. . .iai~~i~ nes hierarchischen : Anz . . . . .
~.i;l~~ b~~Pi~;ie~ 3itter . . . ~r sio~~~~:~J§ dd Abb. 1.4 Beispiele für
zweidimensionale (a) periodische, (b) unkorrelierte und (c) kom- Die Regeln ornam, ar
I d nk . d. plexe Strukturen e en wir an ie Symmetrie in Nat1
Sicherlich wird man das Gitter oder den Kristall nicht als komplexe Struk- genstand
spezieller tur bezeichnen, schließlich ist die Struktur dieser Systeme relativeinfach zu
verstehen, und einfach zu beschreiben. In welcher Weise man nun die le unkorrelierte
Struktur, zum Beispiel die Flüssigkeit im thermischen Gleich- e- gewicht, und die
reguläre Struktur einer turbulenten Strömung hinsichtlich I.r ihrer Komplexität
anordnet, scheint auf den ersten Blick nur " Ansichtssa- s- che" des Betrachters zu
sein. n Dieser Gesichtspunkt hält aber einer genaueren Analyse nicht stand. Vom Ir
theoretischen Standpunkt aus ist das unkorrelierte Muster viel einfacher ~ zu
beschreiben; denn es entsteht prinzipiell aus einer unabhängigen Folge von
Zufallsereignissen- etwa einer Serie von Münzwürfen, deren Ergebnisse 1- die
jeweiligen Bildpunkte schwarz oder weiß einfarben, oder einer zufcilligen u
Molekularbewegung. Zwar erfordert eine detaillierte Angabe der Lage der einzelnen
Punkte oder Moleküle eine sehr lange Beschreibung, aber dabei handelt es sich nicht
um Regeln, sondern um Detailinfonnationen: - n -- - - Dagegen enthalten die
ornamentale Struktur oder das turbulente StrÖmungs- muster eine Reihe
bemerkenswerter Regelmäßigkeiten, zum Beispiel erkennt 18 man im Ornament
verschiedene Symmetrien und Symmetriebrüche. Noch e viel verwickelter ist die
turbulente Struktur , die eine ( fast unendliche) Ska- d la von räumlichen und
zeitlichen Regularitäten zeigt. Man kann in sol- chen regulären Strukturen eine ganze
Hierarchie von Ordnungsrelationen .- feststellen. Derartige Strukturen entsprechen
also auch unserem intuitiven S Verständnis von Komplexität eher als zufcillige oder
periodische Anordnun- gen. In diesem Sinne hat sich zunehmend die Auffassung
durchgesetzt, daß unkor- relierte oder schwach korrelierte Strukturen weniger
komplex sind als solche, die eine Hierarchie von Korrelationen zwischen ihren
Elementen aufweisen. Dementsprechen sind ornamentale Muster oder turbulente
Strömungen kom- plexer als periodische Strukturen, gerade weil die Korrelationen
nicht ein- facher Art (z.B. periodisch) sind, sondern weil sie ein ganzes Spektrum von
Periodizitäten bzw. Regeln beinhalten. Den Gedanken, daß die Existenz ei- /
n~~~~ch~n S-t-rukt~s~hem~ zent~al ffir den-B~~mt "'-- h~t der Pionier
d~K~lexitätstheorie HERBERT A. SIMON in die D~kus- sio~~~~:~~IMON, 1962). Die
Regeln ornamentaler Muster sind eher Gegenstand der Kunst; dabei denken wir an die
Werke von M.C. ESCHER oder an die Untersuchung zur Symmetrie in Natur und Kunst
von HAHN (1989). Sie sind aber auch Ge- genstand spezieller Zweige der Mathematik,
wir erinnern etwa an KEPLERS Arbeiten über die Gestalt von Schneeflocken oder an
die Untersuchungen J von WEYL (1952) zur Symmetrie, die Arbeiten von CAGLIOTI
(1983) zu zeigen, auf welche Wei den Beziehungen zwischen gebrochenen
Symmetrien und der Kunst, sowie tuitiven Vorstellung vo die Arbeiten von
MANDELBROT (1977, 1982) und PEITGEN & RICHTER Die vorherigen AusfübJ (1986)
zu fraktalen Strukturen. Die Beziehungen zwischen der Komplexität Nachholbedarf bei
ein solcher Strukturen und ihrer ästhetischen Wirkung werden wir im letzten Eine
umfassende Defu Kapitel dieses Buches diskutieren. komplexer Strukturen Ebenso wie
das Ornament als eine komplexe künstlerische Struktur aufgefaßt Aussagen erlauben,
die werden kann, betrachten viele Physiker eine turbulente Strömung als Proto- ihrer
Komplexität ermc typ einer komplexen physikalischen Struktur - eine Auffassung, der
wir uns hier anschließen wollen. Die Untersuchungen turbulenter Strukturen sind ein
sehr aktueller Gegenstand der Physik und der Strömungstechnik (KLI- 1.4 Quantifizi4
MONTOVICH, 1995). Man weiß heute, daß eine turbulente Struktur ein sehr
kompliziertes räumliches und zeitliches Spektrum besitzt, das viele Kompo- Z d t ~ T
ch . . u en ers en versu nenten enthält und hierarchisch aufgebaut ist, was sich etwa
an der teIlwelSe h.. d. b ühm"" t . ge oren Ie er eD selbstähnliche Struktur der Wirbel
auf verschiedenen Längenskalen zeIgen (1975) K . OLMOGOROV läßt (EBELING &
KLIMONTOVICH, 1984). d~.. ka U . ., er lVIOS uer ruversl, ( Im Sinne eine"r
qualitativen ~egri:ffsbestimmung w~n..~~~~~~~~ dent der New Yorker U II
voneinander zu dem Scl ~ ~uf ;!-i~enßkal~al:ak ~r~werden ~ Hierbei knüpfen wir auch
an mit der Länge des kürzE den Gedanken von SIMON (1962) an, daß hierarchische
Strukturen zentral produziert. Eine äWcl für Komplexität sind. Eine hierarchische
Struktur liegt zum Beispiel auch dem Ver~uch einer Fon bei Fraktalen vor. Fraktale
sind unter anderem durch ihre Selbstähnlich- Mitarbeiter der Zator ( keit
gekennzeichnet, das heißt, die Strukturen sind auf den kleinen Skalen . . f d ße All d. .
Fraktali.t""t . th t. h mustrieren wir die Idee dIeselben wIe au en gro n. er Ings ISt a
eIne ma ema ISC e E. h ft d. 1 Ob . kt . I akt d ""h am Beispiel einer binär. Igensc a , Ie
von rea en Je en mema s ex, son ern nur na erungs- weise erfüllt werden kann. Gerade
die Selbstähnlichkeit muß bei komplexen Strukturen nicht unbedingt gegeben sein,
wir denken hier nur an biolo- p = 0OOO101010 gische Strukturen, bei denen auf der
Ebene der Zellen ganz andere Ord- nungsrelationen existieren als auf der "höheren"
Ebene der Organe. Wenn KOLMOGOROV verknüp komplexe Strukturen eine gewisse
"Fraktal - Ähnlichkeit" aufweisen, dann q, das es gestattet, durl bezieht sich dies in der
Regel auf ihren hierarchischen Aufbau, weniger auf oder rekursive Funktion ihre
strukturelle Selbstähnlichkeit. Fol~ ~eißt zufällig ode ~ Nac . tiven Begriffsbestimmun
lie en komplexe Strukturen g~t, desse~ ~än~e~ür: gewisserm . chen den Extremen
der maximal geordneten perIodi- E~~~he~~ schen) und de maximal un eordneten
unkorrelierten) Str tUien. Damit algon!h~~c~e~~ wird bereits deutlich, daß die
"normale" Boltzmannsche Entropie, welche J ~~ ein Maß für die Unordnung einer
Struktur liefert, nicht im einfachen Sinne ! gleichzeitig ein Maß für Komplexität sein
kann. In Kapitel 3 werden wir zeigen, auf welche Weise geeignet definierte Entropien
dennoch mit der in- tuitiven Vorstellung von Komplexität in Einklang gebracht werden
können. Die vorherigen Ausführungen haben deutlich gemacht, daß noch immer ein
Nachholbedarf bei einer Präzisierung des Begriffes Komplexität besteht. Eine
umfassende Definition müßte einerseits dem intuitiven Verständnis komplexer
Strukturen gerecht werden, andererseits aber auch quantitative Aussagen erlauben,
die den Vergleich unterschiedlicher Systeme hinsichtlich ihrer Komplexität
ermöglichen. 1.4 Quantifizierung der Komplexität Zu den ersten Versuchen, den
Begriff Komplexität quantitativ zu fassen, gehören die berühmten Arbeiten von
KOLMOGOROV (1965) und CHAITIN ~--- ---- (1975). KOLMOGOROV lehrte 1965
bereits als Mathematiker von Weltruf an der-Moskauer Universität, während CHAITIN
ein unbekannter junger stu- dent der New Yorker Universität war. Beide gelangten
etwa 1965 unabhängig voneinander zu dem Schluß, daß die Komplexität eines
Systems von Zeichen mit der Länge des kürzesten Pr~amms~kllftpft1ist,diis ilieses
§yst-;;;;;;- produziert. Eine ~~e Idee w~ sog~ schon 1960 im Zusammenh dem Ve~uch
einer Formalisierung von Theorien von SOLOMONOFF, einem Mitarbeiter der Zator
Company in den USA, formuliert worden. mustrieren wir die Ideen von KOLMOGOROV,
SOLOMONOFF UND CHAITIN am Beispiel einer binären Folge p der Länge 1(P): p =
0000101010000101010111. . . (1.1) KOLMOGOROV verknüpfte den
Komplexitätsbegriff mit einem Programm q, das es gestattet, durch einen
Algorithmus, eine Sprache, eine Maschine oder rekursive Funktionen F die binäre
Folge zu generieren: p = F(q). Eine F~!!!.ißt ~ufallig oder maximal komp-l~x, ~~ es es
kein~rogr~ - q~- g~t, de~sen Länge kür~j~-die der Origin~Q!ge, d.h. l(q) ~ 1(P). /
E~~l he~~~en~ q) ~~(P) gilt . K O~~Q~ ::definierte ~ ~ -> algorithmische K omplexität
der Folge die minImale Länge des erzeugenden Programms
KF(P) = minl(q) ; F(q) =p. (1.2 )
Nach dieser Auffassung ist die Komplexität einer periodischen Folge Andererseits wird
jemand, Information allein durch ei p = 100010001000100010001 . . . (1.3) können.
Die statistischen ] von denen einer Zufallsfolg gering, weil man für diese Folge ein
kurzes Programm schreiben kann. An- --- - - dererseits ist die Komplexität einer Folge,
die durch Werfen einer Münze Diese und andere Schwieril entstand, wie z.B. zur
Quantifizierung des Ko gen bereits hier summaris< p = 010100110100110111100 . .
. , (1.4) ratur verweisen, ehe wir iJ schiedener Komplexitätsm sehr groß, weil man
kein Programm schreiben kann, das wesentlich kürzer E. .
Literatur zum Thema Komplexität
-J.L. Balcazar, J. Diaz, J. Gabarro :
Structural Complexity I, II, Springer 1988 bzw. 1990
-Ch.H. Papadimitriou :
Computational Complexity, Addison-Wesley 1994
-M. Li, P. Vitanyi :
An Introduction to Kolmogorov Complexity and its Applications,
Springer 1997
-verschiedene Originalarbeiten (werden im Seminar bekanntgegeben
zurück bei Kritik , Ergänzungen , Anregungen email
Diese WWW-Seite stammt von R.Ho, ReinerHoffmannKC@t-online.de http://home.t-online.de/home/0926161717-0002/home.htm
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ORGANIZATION
the relations that define a system as a unity, and determine the dynamics of interaction and transformations which it may undergo as such a unity, constitute the organization of a system. (Maturana and Varela, 1979)
--------------------------------------------------------------------------------
Has at least three meanings (1) The act of arranging components to form a pattern different from what could occur by chance, by some criterion or better than it was before (see coordination) e.g., conducting a political campaign; (2) A complex complementary conditionality in behavior or in the coexistence of physical or living components (Ashby) as in an ecological system or in such social organizations as a family, a university or a government agency being constituted by its members through conventional rules of conduct, legally recognized and interacted with by observers or by other social organizations; (3) The relations, and processes of communication, including coordination and coorientation among the components or variables of a system that (a) determine the dynamics of interaction and transformations it may undergo in a physical space and (b) constitute (see constitution) its unity whether only for an observer (see allopoiesis) or also for itself (see autopoiesis). In this third and largely cybernetic meaning, the properties of the components that realize a system as a concrete physical entity do not enter the description of that system's organization. It follows that machines, organisms and social forms of vastly different materiality and components may have the same organization. Accordingly, a whole system may be explained in terms of the properties of its components and its organization (see analysis). The use to which a particular system may be put or who created it in the first place is not a feature of its organization. A theory of design (including engineering), management and of (concrete) organizational behavior is concerned with (1). A theory of organizations concerns (2) and attempts to provide generalizations about how cells, or organisms interact or how and why people work together and form larger unities (see general systems theory). cybernetics is concerned and has in fact been considered coextensive with an organization theory which concerns (3) and attempts to provide theories of or a logic for how unities and whole systems can arise or be maintained through the forms of communication (and more complex kinds or interactions and interdependencies) among components without reference to their materiality. The theory of modelling is a direct outgrowth of this organization concept. Like cybernetics generally, an organization theory is not disturbed by the possibility that some organizations may not be realized by man or by nature but it will be informed by the finding that they cannot exist (Ashby). (Krippendorff)
Mithilfe von VRML (Virtual Reality Modeling Language), einem offenen Standardtool fuer die Autorisierung von 3D-Umgebungen, stellen verschiedene Websites mittlerweile Internet-basierte virtuelle Realitaeten bereit. Zu diesen Websites zaehlt unter anderem der Crystal Explorer der University of Michigan, auf der Studenten Kristalle erstellen und untersuchen koennen. (PC AI, April 2001)
Crystal Explorer
(http://msewww.engin.umich.edu:81/CrystalExplorer/ )
Schmelzende Elektronen-Kristalle
Physikern der Universitaet Rostock ist es erstmalig gelungen, die Entstehung so genannter Wigner-Kristalle im Computer zu simulieren. Dabei handelt es sich um Kristalle, die nicht aus Atomen bestehen, sondern lediglich aus Elektronen.
Seit den dreissiger Jahren schon haben Theoretiker die Enstehung solcher Kristalle vorhergesagt. Bringt man Elektronen in einer Ebene nahe genug zusammen, so bilden sie zunaechst eine "Elektronen- fluessigkeit". Schliesslich ordnen sie sich in konzentrischen Ringen an, weil dieser Zustand energetisch am guenstigsten ist. Diese Wigner-Kristalle sind experimentell jedoch schwer zu beobachten – bislang konnte lediglich eine Handvoll von Experimenten indirekte Beweise fuer den Prozess liefern.
Das soll sich durch die Simulationen der Rostocker Physiker aendern. Die Berechnungen zeigen naemlich genau, unter welchen Bedingungen der Uebergang von der Fluessigkeit zum Kristall stattfindet. Die Experimentalphysiker wissen also kuenftig, wo sie zu suchen haben.
Schneeflocken sind Himmelsbotschaften
Die kunstvollen Eisgebilde geben Auskunft über den Wasserhaushalt in Agrargebieten. Fraktale Schönheit
Von Antonia Rötger , die Welt
Berlin - Wie eine weiße Decke liegt der frisch gefallene Schnee über der Stadt, unwirklich still ist es, sogar das Geräusch der Schritte wird gedämpft. An den Fenstern mancher Altbauten haben sich über Nacht Eisblumen mit prachtvollen Mustern gebildet. Die kristallene Pracht hat auch Johannes Kepler in Bann geschlagen, den großen Astronomen.
In seiner Abhandlung über die sechseckige Gestalt der Schneeflocken vermutete er bereits im Jahr 1611, dass ihre große Symmetrie die Architektur der Materie widerspiegele. Heute ist bekannt, dass sich Wassermoleküle auf Grund ihrer Bindungswinkel zu sechseckigen Molekülgittern zusammenfinden, der Grundform der Eiskristalle. "Eigentlich gibt es nur zwei wirklich verschiedene ÆKachelmuster' mit sechseckiger Grundform, die eine Ebene lückenlos pflastern können", erklärt die Mathematikerin Brita Nucinkis von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Aber Schneeflocken sind nicht an diese Einschränkung gebunden, denn ihre Ränder müssen nicht wie die von sechseckigen Kacheln aneinander passen, sondern können sich zu bizarren Sternen verzweigen.
Bei Temperaturen von minus 12 bis minus 17 Grad Celsius in den Wolkenschichten lagern sich Wassermoleküle aus der Dampfphase bevorzugt an den Spitzen oder an den Kanten eines bereits kristallisierten Eiskeims an, so dass die typisch filigranen Formen entstehen. Die Geometrie von Schneeflocken sei "fraktal", sagen die Mathematiker: Ihre Begrenzungslinien fransen immer mehr aus, je genauer man sie betrachtet. Reale Schneeflocken sind zwischen fünf Millimetern und zwei Zentimetern groß und bestehen meist aus mehreren Kristallen. Eigentlich müssten sie wasserklar und durchsichtig sein, doch die Eiskristalle werfen wie geschliffene Prismen das Licht zurück, und deshalb erscheint Schnee so blendend weiß.
"Jeder Kristall ist ein Meisterwerk, und keine Schneeflocke gleicht der anderen. Wenn sie schmilzt, ist ihre Schönheit unwiederbringlich dahin, ohne eine Spur zu hinterlassen" schrieb Wilson A. Bentley 1925, der als Schneeflockenfotograf in die Wissenschaftsgeschichte einging. Der Landwirt aus Vermont in den USA dokumentierte mit einer selbstentwickelten Kamera mehr als 5000 Formen der zarten Kristalle unter dem Mikroskop. Wissenschaftler studieren die feinsten Strukturen inzwischen auch unter einem Rasterelektronenmikroskop, zum Beispiel am Landwirtschaftlichen Forschungszentrum in Beltsville (USA).
Schneeproben aus dem ganzen Land werden dort auf Korngrößen und Zusammensetzung untersucht und geben über den Wasserhaushalt der Agrargebiete Auskunft. Meteorologen, Klimaforscher und Lawinenkundler arbeiten ebenfalls daran, die Botschaften der Schneeflocken zu entziffern. Denn ihre Gestalt hängt empfindlich von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit, der Windgeschwindigkeit und anderen Faktoren ab. Schneeflocken, so sagte einmal der japanische Physiker Ukiricho Nakaya, würden wie "Briefe aus dem Himmel" zur Erde schweben.
Einführung in die fraktale Geometrie:
math.rice.edu/~lanius/frac/anti.html
www.uni-klu.ac.at
http://www.physik.uni-leipzig.de/~behn/vlsb01.html
Universität Leipzig
Institut für Theoretische Physik
Prof. Dr. Ulrich Behn
Strukturbildung in räumlich ausgedehnten Systemen
Die Vorlesung wendet sich an Studenten der Physik und angrenzender naturwissenschaftlicher Fachrichtungen in höheren Semestern und Doktoranden; Vorkenntnisse aus der Theorie dynamischer Systeme und der Statistischen Physik erleichtern das Verständnis, werden aber nicht unbedingt vorausgesetzt. Sie soll eine Einführung in die Grundlagen der Strukturbildung in räumlich ausgedehnten Systemen geben und zum Studium von Originalliteratur befähigen.
Besprochen werden die Ausbildung kohärenter Strukturen in nichtlinearen Systemen und die spontane Strukturbildung in angetriebenen dissipativen Systemen, insbesondere:
Kohärente Strukturen: Nichtlineare Wellen, Solitonen
Gegenspiel von Nichtlinearität und Dispersion bzw. Dissipation
Wandernde Wellen
Burgers-Gleichung, Korteweg-de Vries-Gleichung, sin-Gordon-Gleichung
Allgemeine Lösung der Burgers-Gleichung
Hopf-Cole Transformation, Schockwellen
Mehrsolitonen-Lösung der KdV-Gleichung
Methode der inversen Streuung
Spontane Strukturbildung in angetriebenen dissipativen Systemen
Amplitudengleichung für die Rayleigh-Benard-Instabilität
Multiskalenanalyse, nichtlineare Theorie, verallgemeinerte Potentiale
Phänomenologische Amplitudengleichungen
Eckhaus- und Benjamin-Feir-Instabilitäten
Phasengleichungen
Reaktions-Diffusions-Systeme, Turing-Instabilitäten
http://www.fz-juelich.de/iff/jdp/struktur.html
Die unendlich vielen Dinge: Strukturbildung und Universalität
Kurzfassung
Die Faszination des Unendlichen, wie der unendlich großen Dinge in der Astrophysik und der unendlich kleinen Dinge in der Elementarteilchenphysik, erwächst auch aus dem Phänomen der unendlich vielen Dinge und ihrer ''Anordnung''. Wie kommt es zu den Sternbildern am Firmament und überhaupt zur gegenwärtigen Ordnung der Himmelskörper im Kosmos? In welchem Sinne zeigt diese Ansammlung von Myriaden von Einzelobjekten überhaupt Ordnung oder Unordnung? Die gesamte uns umgebende irdische Natur besteht letztlich aus nur etwa hundert verschiedenen Bausteinen, den chemischen Elementen, diese jedoch in abermilliardenfacher Ansammlung. Allein die daraus zusammengesetzte ''tote'' Materie finden wir in einer Vielzahl von Zuständen: in Flüssigkeiten, Festkörpern, Kristallen, Gläsern, auch Gasen und Dämpfen, Nordlichtern und Blitzen. Wir finden Steine und Sanddünen, Wolken und Wasserwirbel, wir sehen sie brechen und fliessen, verdampfen und gefrieren in regelmäßigen und unregelmäßigen, kompakten und fraktalen Strukturen.
Welchen Gesetzen folgt die Strukturbildung bei dieser Vielfalt der Natur? Es ist eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der Vielteilchen-Physik der letzten vier Dekaden, dass es eine Universalität der Strukturbildungsgesetze zu geben scheint.
Zustandsänderungen völlig verschiedener physikalisch-chemischer Systeme laufen nach gleichen Gesetzmäßigkeiten ab. Ob Wasser verdampft oder zu Eis gefriert: Änderungen des Aggregatzustandes sind unter natürlichen Bedingungen wohl die dramatischste Veränderung der Eigenschaften der Materie. Erstaunlicherweise stellt man fest, dass sich z.B. die Stärke eines Magneten nahe der sog. Curie-Temperatur nach der gleichen Formel, dem gleichen Skalengesetz, ändert wie der Unterschied der Dichte zwischen einer beliebigen Flüssigkeit und ihrem Dampf nahe der sog. Kritischen Temperatur. Diese ''Universalität'' erlaubt die quantitative Übertragbarkeit von Erkenntnissen zwischen völlig verschiedenen Phänomenen.
Strukturen in Raum und Zeit können auch chaotisch sein. Chaos, etwa bei der Wolkenbildung, entsteht durch das schnelle Anwachsen einer kleinen Störung des physikalischen Systems, welche schließlich das System vollständig erfaßt, ohne es aber zu zerstören. In Vielteilchensystemen ist Chaos die Regel, nicht die Ausnahme! Die Universalitäts-Konzepte der Vielteilchen-Physik haben Methoden geliefert, die Naturgesetzlichkeiten solcher Prozesse modellhaft-mathematisch zu erfassen.
Die praktischen Auswirkungen dieser Erkenntnisse reichen heute von der Wettervorhersage und Klimaforschung bis in die Verkehrsplanung und die Analyse von Börsenkursen. Und die zugrunde liegenden methodischen Konzepte der Problemdurchdringung und Datenanalyse lassen sich auf viele andere, scheinbar fernere Arbeitsfelder übertragen.
Last update: 7.1.2000;
Kontakt: H. Müller-Krumbhaar, Forschungszentrum Jülich,
D-52425 Jülich;
email: h.mueller-krumbhaar@fz-juelich.de
Miniworkshop
Aggregation und Strukturbildung
in Natur und Gesellschaft
Hiermit laden wir alle Interessenten zu einem Workshop zu Problemen der Beschreibung von
Aggregations - und Strukturbildungsprozessen in Natur und Gesellschaft ein. Die Veranstaltung
findet statt am
Fachbereich Physik der Universität Rostock
30. November 2001, 13 Uhr st.
Raum 306, Universitätshauptgebäude, Universitätsplatz 1
Folgende Vorträge sind geplant.
W. Ebeling (Berlin): Aggregation in Systemen von Aktiven Teilchen (30 min)
L. Schimansky-Geier (Berlin): Brownsche Teilchen und mehr (30 min)
F. Schweitzer (Sankt Augustin): Kooperation in Multi-Agenten Systemen (20 min)
J. Möller (Dresden): Strukturbildungsprozesse in Bornitridbeschichtungen unter Einfluß von
Feuchtigkeit (20 min)
R. Feistel (Rostock): Klimafluktuationen vor der Küste Namibias (20 min)
R. Kranold (Rostock): Wachstumskinetik von CuCl- Nanokristallen in NaCl: Numerische
Modellierung und RKWS-Resultate (20 min)
J. Schmelzer (Rostock): Von der Aggregation zur Fragmentation (20 min)
G. Röpke (Rostock): Cluster in der Kernphysik (20 min)
R. Mahnke (Rostock): Cluster auf der Autobahn (20 min)
H. Ulbricht (Rostock): Von Elektrolyten zu Finiten Systemen: Bilanz und Ausblick (30 min)
Im Anschluss ist ein geselliges Beisammensein (mit Imbiss etc.) vorgesehen.
Dr. Jürn Schmelzer Prof. Dr. Gerd Röpke