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Nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden , die ich ganz brauchbar finde
Alternativ Medizin, die ich kritisch beurteile
Nur langsam wird der Unsinn weniger .
Guinea/Frauen/Gesellschaft/Gesundheit/KORR
Tantchen Barry gibt das Messer ab
- Beschneiderinnen in Guinea geben traditionelles Amt auf
Von Mouctar Bah =
Mamou, 2. Mai (AFP) - Vor sechzig Jahren übernahm Koumba Ténin Barry das
Amt der Beschneiderin von ihrer Mutter. Mit Tränen in den Augen gibt Tantchen
Barry, wie die 72-Jährige genannt wird, nun ihr Messer ab. "Im Namen der
Gesundheit der Mädchen" werde sie nie wieder eine Beschneidung vornehmen,
verspricht sie. Gemeinsam mit 300 anderen Frauen aus dem westafrikanischen
Guinea folgt sie dem Aufruf einer einheimischen Nichtregierungsorganisation,
die gegen die gesundheitsgefährdende Genitalverstümmelung kämpft. In den Orten
Mamou und Dalaba nehmen die Beschneiderinnen öffentlich Abschied von der
brutalen Praxis, mit der sie ihr Geld verdienten.
Trommelgeräusche, Marimbaklänge und Tanzrythmen der Fulbe-Nomaden begleiten
die Zeremonie in Mamou, zu der rund 3000 Zuschauer gekommen sind.
"Beschneidung: Quelle der Ansteckung mit Sexualkrankheiten und Aids", steht
auf einem Transparent. "Schützt unsere Kinder vor traditionellen Praktiken"
heißt es auf einem anderen. Sie hätten nicht gewusst, dass die Beschneidung
eine "Quelle des Unglücks" für Frauen sei, versichern die Beschneiderinnen.
Aufklärung und Einsicht brachten sie schließlich dazu, ihre Arbeitswerkzeuge
im Hof des Kulturzentrums von Mamou abzulegen. Sie schwören, nie wieder "die
körperliche Unversehrtheit der Mädchen anzutasten".
Als Entschädigung für ihre verlorene Einnahmequelle bekommen die Frauen
Geld und Naturalien. Insgesamt sechs Millionen guineische Franc (4500 Euro)
sowie 30 Tonnen Reis, drei Tonnen Öl und andere Güter sollen den arbeitslos
gewordenen Frauen eine wirtschaftliche Alternative bieten.
Mit ihrem Nein zur Genitalverstümmelung sagten die Beschneiderinnen "Nein
zur Unfruchtbarkeit, Nein zu Komplikationen in der Schwangerschaft, Nein zur
Frigidität, Nein zu Infektionen und Ja zum Respekt des Rechts der Frauen und
Mädchen auf körperliche und seelische Unversehrheit", erklärt Doktor
Morissandan Kouayté. Kouyté ist Direktor des "Interafrikanischen Komitees für
den Kampf gegen unheilvolle traditionelle Praktiken". Die Organisation mit
Sitz im äthiopischen Addis Abeba ist ein Zusammenschluss mehrerer
Organisationen, die gegen die Genitalverstümmelung kämpfen. Laut Kouyaté ist
die Praxis inzwischen in zwölf afrikanischen Ländern verboten.
Dass mit einem Gesetz nicht automatisch die Einsicht kommt, wissen die
Organisatoren. Doch seit 1999 gab es in vielen guineischen Städten Feste, bei
denen die Messer abgegeben wurden. Rund zwei Drittel der Beschneiderinnen im
Land halten sich inzwischen an das Verbot, schätzt Kouyaté.
rie/ilo