Akuter Herzinfarkt                          Zurück zur Übersicht

Titel

Krankheitsnummer ( ICD, MESH) , engl Bezeichnung

Herzinfarkt , akuter Myokardinfarkt ,

Abkürzungen :

Englisch: acute myocardial infarction = AMI

ACS = Akutes Koronar Syndrom =

Nicht zum ACS gehört die stabile Angina pectoris

Nicht zum ACS gehört der Brustschmerz ohne KHK

Einteilung an Hand der ST Hebung

( zb intramuraler Hi , zb Seitenwand HI )

Definition + Einteilung + Abkürzungen

Knappe Definition: Zerstörung von Herzmuskelgewebe durch den Verschluß eines Herzkranzgefäßes.

Lexikondefinition:  Herz(muskel)infarkt durch Koronarinsuffizienz (v.a. infolge Koronarsklerose ), d.h. durch rasche, kritische Ausmaße erreichende Einengung eines Koronararterienastes bedingtes »territoriales Mangel-Versorgungsgebiet des Myokards« mit mehr oder weniger ausgedehntem Gewebsuntergang (Myokardnekrose ) eines ganzen Wandabschnittes (= transmuraler Infarkt, mehr als halbe Wanddicke) oder nur begrenzter Wandbereiche (= subendokardialer, rudimentärer oder Teilschichtinfarkt).

Einteilung:

Zeitlich :

Einteilung an Hand der ST Hebung im EKG

Schweregrad:

Killip Einteilung des Schweregrades an Hand der Rasselgeräusche über der Lunge keine RGs bis Lungenödem

Lokalisation:

Infarkt + Komplikationen:

Epidemiologie + Ätiologie + Kosten

Todesursache HI

1995 starben 87 739 Menschen in der BRD am AMI, an ischämischen Herzkrankheiten waren es insgesamt 183 736 Personen. Damit war der Myokardinfarkt im Jahr 1995 die häufigste Einzeltodesursache überhaupt.

1997 RKI : "Im vereinten Deutschland müssen wir jetzt mit mehr als 280 000 neuen Herzinfarktkandidaten pro Jahr rechnen",

In Deutschland gehen pro Jahr etwa 87 000 Infarkte tödlich aus

Von 100 Patienten mit akutem Herzinfarkt sterben auch heute noch 34 vor Erreichen der Klinik, weitere 16 versterben innerhalb der ersten drei Wochen nach dem Infarktereignis. Damit liegt die Drei-Wochen-Mortalität nach akutem Herzinfarkt bei 50%.  

Gut die Hälfte aller Sterbefälle an akutem Infarkt bei Männern fallen bei über 70jährigen, bei Frauen bei über 80jährigen an.

Das durchschnittliche Sterbealter an AMI liegt bei Frauen mit 79,0 Jahren 8,3 Jahre über dem der Männer mit 70,7 Jahren.

Gesamtzahl der akuten Herzinfarkte ca 240000 HI / Jahr / BRD

Geschlecht :

Verteilung bei Infarktstudien: männlich : weiblich = 80 % : 20 %

Verteilung in HI Registern: männlich : weiblich = 66% : 34 %

"Der akute Herzanfall ist bei Männern die mit Abstand häufigste Einzeltodesursache. Im Alter zwischen 30 und 60 Jahren erleiden vier Mal mehr Männer einen Infarkt als Frauen"

Alter:

Durchschnittliches Alter bei HI Registern

66 Jahre , Männer 62 J , Frauen ca 72 Jahre

Durchschnittliches Alter bei Infarktstudien

Häufigste Uhrzeit 5- 10 Uhr morgens , Häufigster Tag Montag und Freitag

60 % der Herzinfarkte ereignen sich zu Hause, wenige innerhalb des Krankenhauses und wenige bei der Arbeit.

Häufigkeitsverteilung beim akuten Koronarsyndrom

Kosten:

Der Herzinfarkt ist eine teure Krankheit : Er ist ziemlich häufig , er muß meist im Krankenhaus behandelt werden . Es erfolgt meist eine Rehabilitation danach . Es erfolgt oft eine aufwendige Diagnostik . Es erfolgt öfter eine Berentung nach HI .

Derzeitige durchschnittliche Liegezeit bei HI in der BRD zZt 2001 :

18 Tage , fallende Tendenz in USA deutlich kürzer

Die Krankheiten des Kreislaufsystems hatten im Jahre 1993 bei der vorzeitigen Rentengewährung wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit einen Anteil von 25 % bei Männern und 15 % bei Frauen und standen damit hinter den Erkrankungen des Bewegungsapparates an zweiter Stelle.

Sie verursachten 1990 mit über 15 Milliarden DM etwa 11 % aller direkten Kosten im Gesundheitssystem (Aufwendungen für Behandlung, Rehabilitation, Lohnfortzahlung und Renten wegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit). Sie stehen damit hinter den Erkrankungen der Verdauungsorgane (bei denen die Zahnbehandlungen den größten Teil aus- machen) an zweiter Stelle der wichtigsten Krankheitsgruppen.

Auch als Ursache für verlorene Erwerbstätigkeitsjahre (durch vorzeitigen Tod und durch Krankheit) und damit bei den sogenannten indirekten Kosten, die durch den Ausfall der Arbeitskraft entstehen, nehmen die Kreislauferkrankungen mit fast 18 Milliarden DM (13 % der durch alle Krankheiten verursachten indirekten Kosten) einen führenden Rang ein. Die ischämischen Gefäßerkrankungen sind sowohl an den direkten als auch an den indirekten Kosten der Herz-/ Kreislauferkrankungen insgesamt jeweils etwa zur Hälfte beteiligt.

Risikofaktoren
nicht beeinflußbar beeinflußbar
Alter Cholesterin erhöht
Geschlecht (Männer) LDL (schlechtes Cholesterin) erhöht
Familiäre Belastung HDL (gutes Cholesterin) erniedrigt
Zuckerkrankheit
Hochdruck
Rauchen
Bewegungsmangel
Wechseljahre
Übergewicht
exzessiver Alkoholkonsum
Gicht

Neu entdeckte Faktoren

Erhöhte Blutspiegel von

Wenn nur ein Faktor erhöht ist, steigt das Risiko eines Herzinfarktes um das 2 - 3 fache an. Sind besonders ungünstige Konstellationen vorhanden, kann das Risiko auf das 8-10 fache ansteigen.

+++ Herzinfarkt vermeidbar +++

Rund 175.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Auch bei Jüngeren tritt ein Herzinfarkt oft ohne Vorwarnung auf. Wissenschaftler der Universität Münster haben nun ein Programm entwickelt, mit der jeder sein Infarktrisiko durch Addition von "Risikopunkten" ermitteln kann. Zugleich ermöglicht es, besondere Risikofaktoren zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Basis des Programms ist die "PROCAM"-Studie, in der im Lauf der letzten 25 Jahre über 30.000 Personen in Westfalen und dem nördlichen Ruhrgebiet fortlaufend untersucht wurden. Das Punktesystem berücksichtigt die Einflüsse von Cholesterin, Neutralfetten, Blutdruck, Lebensalter, Diabetes mellitus, Zigarettenrauchen sowie eines Herzinfarkts bei Familienangehörigen. Die Summe der Risikopunkte ergibt dann das Zehn-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt.

Ab sofort ist das Computerprogramm zur Ermittlung des Herzinfarktrisikos unter der Adresse chd-taskforce.de kostenlos erhältlich. Darüber hinaus gibt die Seite wissenschaftliche Informationen und Tipps für eine herzgesunde Ernährung sowie Hinweise zur Raucherentwöhnung.

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt:

http://www.chd-taskforce.de

http://ear001.uni-muenster.de/index.html


Vorbeugung des Herzinfarktes

Vorbeugung

Sind die Risikofaktoren bekannt, kann jeder seine eigene Risikosituation einschätzen. Hier bietet sich dann der Ansatz, durch Umstellung des Lebenswandels die Risikofaktoren so weit wie möglich auszuschalten,


Pathologie

Es gibt auch Herzinfarkte, die nur durch einen extremen länger anhaltenden Gefäßspasmus verursacht werden und bei denen man keine arteriosklerotischen Gefäßveränderungen findet. Dieser Mechanismus ist aber sehr selten und kann zB durch gefäßverengende Medikamente wie Ergotamin begünstigt werden.

Ein Koronargefäß kann höchstens 20 - 30 Minuten verschlossen bleiben , ohne daß irreversible Herzmuskelzerstörungen im versorgten Gefäßgebiet nachweisbar sind.

Die Mehrzahl der Infarkte tritt im linken Herzen auf, da das linke Herz eine deutlich größere Herzmuskelmasse besitzt als das rechte Herz.

Pathogenese

Arteriosklerose - Einriß - Thrombus - Gefäßspasmus - selten Embolie

90 % aller transmuralen Infarkte werden durch einen verschließenden Thrombus verursacht. Der Thrombus sitzt dabei auf einem ulzerösen oder eingerissenen Plaque.

Ein Vasospasmus = Gefäßkrampf kann zusammen mit einer Koronararteriosklerose ( selten auch ohne diese) und einer Thrombozythen Aktivierung und Aggregation zum Infarkt führen.

Selten führt eine Embolie zum Infarkt: Ausgangspunkt kann sein zB ein wandständiger Thrombus in der linken Herzkammer , eine endokarditischen Vegetation oder eine paradoxe Embolie aus dem rechten Herzen durch ein offenes Foramen ovale.

Makroskopisches Erscheinungsbild von Infarkten:

Transmuraler Infarkt: Er betrifft die ganze Dicke der Herzwand vom Endokard bis zum Epikard .

Subendokardialer Infarkt = intramuraler Infarkt: Kleine , oft multifokale Nekrosezonen , die auf die inneren Wandschichten beschränkt bleiben.

Lokalisation : Meist ist das linke Herz betroffen , in der Regel die freie Vorderwand oder die freie Hinterwand oder das Septum ( Kammerscheidewand ) mit Ausläufern in die Wand der rechten Herzkammer in ca 15 - 30 %. Isolierte Infarkte des Rechten Herzens und des rechten Vorhofes sind sehr selten.

Makroskopische Veränderungen im Zeitverlauf
Zeit vom Beginn Makroskopischer Befund
18 - 24 Stunden Blasser Muskel
24 - 72 Stunden Blasser Muskel + Hyperämie
3 - 7 Tage Hyperämischer Rand mit gelb werdendem Zentrum
10 - 21 Tage Maximale Gelbfärbung und Erweichung
7 Wochen Weiße Fibrose

Mikroskopische Veränderungen im Zeitverlauf  
Zeit vom Beginn Mikroskopischer Befund
1 - 3 Stunden Wellige Muskelfasern
2 - 3 Stunden Färbedefekt mit Tetrazolium oder basischem Fuchsin
4 - 12 Stunden Koagulationsnekrose mit Verlust der Kreuzstreifen, der kontraktilen Banden, Ödem , Hämorrhagie , frühes neutrophiles Infiltrat
18 - 24 Stunden Koagulations Nekrose, Pyknose der Zellkerne und der kontraktilen Banden im Randbereich
24 - 72 Stunden Kompletter Verlust der Zellkerne und der Streifung mit ausgeprägten neutrophilen Infiltraten
3 - 7 Tage beginnende Infiltration mit Makrophagen und fibrovaskulärer Umbau
10 -21  Tage Fibrovaskulärer Umbau mit ausgeprägtem Granulationsgewebe
7 Wochen Komplette Fibrose

Die mikro- und makroskopischen Veränderungen im Zeitverlauf variieren erheblich. Ein größerer Infarkt durchschreitet diese Veränderungen langsamer als ein kleiner Infarkt. Komplikation eines Infarktes hängen von der Größe und der Lokalisation , sowee der vorbestehenden Herzschädigung ab. Mögliche Komplikationen sind:

Komplikationen


Symptome und Klinik

Die möglichen Anzeichen für einen akuten Herzinfarkt sind:

Es gibt einen stummen Infarkt ( insbesondere bei Diabetikern) , der nur per Zufall im EKG oder Echo auffällt und dem Patienten keine Beschwerden bereitet hat. Bis zu 25 % aller Infarkte sind stumme Infarkte.

Der akute Brustschmerz tritt bei ca 75 % der Patienten mit frischem Herzinfarkt auf:

Zusätzliche Symptome:

Vorzeichen:

Bei der Mehrzahl der Patienten kommt der Infarkt ohne jede Vorzeichen.

Bei einem Teil der Patienten kommte es an den Tagen vor dem Ereignis zu einer typischen Angina pectoris Symptomatik. Es kann zu einer Verschlechterung einer vorbestehenden stabilen Angina pectoris kommen. Es kann zu einem Leistungsknick kommen.

Oft werden Anzeichen eines Infarktes als Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, Halsschmerzen, Zahnschmerzen und Oberbauchschmerzen fehlgedeutet.


Diagnostik

Anamnesefragen

Körperliche Untersuchung

RR,Puls, Atemfrequenz,Herzgeräusche,RGs über der Lunge , Orthopnoe ?

Labor

Muskelwerte  ( Es geht Muskelgewebe kaputt, deswegen taucht Muskeleiweiß vermehrt im Blut auf.)

Normalwerte für Myoglobin

Die oberer Messgrenze des Gerätes liegt bei 900 ng/ ml höherer Werte werden mit > 900 angegeben Eine Verdünnung erfolgt nicht mehr.

Troponin I oder T      Was ist besser ? ziemlich gleich , beide haben Vor - und Nachteile

Sonstige wichtige Blutwerte:

Sonstige Verfahren

EKG-Diagnostik erschwert bei:

Im EKG schlecht zu sehende Infarkte

Infarkt-Kriterien im EKG

ST-Strecken-Hebung von 0,1 mV in zwei Extremitätenableitungen

ST-Strecken-Hebung von 0,2 mV in zwei benachbarten Brustwandableitungen

Neu aufgetretener Linksschenkelblock

Achtung : Ein normales EKG schließt einen akuten Herzinfarkt nicht aus !!!  So können Hinterwandinfarkt im ersten EKG völlig versteckt bleiben !  Ein normales EKG und ein Puls bei SR unter 70 / min bei Aufnahme machen allerdings eine großen HI unwahrscheinlich.

WHO Diagnose

Die Diagnose des Myokardinfarktes erfordert mindestens zwei dieser Kriterien

(WHO Definition (Braunwald et al. Heart Disease, 2001; 6.th Edition

Differential Diagnostik

Bilder

Kalk in einem Wasserrohr

Laborwerte bei einem Herzinfarkt

Echobefund bei VW-Infarkt

Echobefund bei HW-Infarkt

Bild von SK, Actilyse, Aspisol, Betablocker, Valium


Therapie  

Was kann man als Patient selbst tun ?

Kurzübersicht

allgemeine Maßnahmen

Medikamentöse Therapie

Thrombolysetherapie  

Heparinperfusor 30000 E - 40000 E / 24 h

NMH = Niedermolekulares Heparin  zb Clexane

Körpergewicht Einzeldosis in mg alle 12 h sc Einzeldosis in ml Clexane Multidose 100mg/ml
45 - 54 kg 50 mg 0,5 ml
55 - 64 kg 60 mg 0,6 ml
65 - 74 kg 70 mg 0,7 ml
75 - 84 kg 80 mg 0,8 ml
85 - 94 kg 90 mg 0,9 ml
95 - 104 kg 100 mg 1 ml

RR Senkung auf systol.Werte < 120 mmHg zb mit Betablocker oder ACE Hemmer

bei deutlichen RGs über der Lunge Lasix 1 Ampulle iv

Blutzucker sollte zwischen 60 und maximal 200 liegen , bei BZ > 200 Altinsulin

evt Magnesiumsulfat iv

Nicht notwendig oder nicht sinnvoll

Verbesserungswürdig:

draußen:

im Krankenhaus:

Falsche Therapie

Wichtige Entscheidungen:

Mobilisationsstufenplan:

Die Steigerung erfolgt nach Arztanordnung. Mobilisationsübungen werden von der Krankengymnastik übernommen

Was kann man als Patient ( Betroffener , Angehöriger)  beim akuten Herzinfarkt selbst tun ?

Das wichtigste für den Patienten  :

Kontrollieren Sie Bewußtsein, Atmung und Puls,

bei erhaltenem Bewußtsein:

Ist der Betroffene bei Bewußtsein, ist eines der wichtigsten Maßnahmen die Beruhigung. Versuchen Sie nicht hektisch zu werden. Sorgen Sie für Ruhe, wenn erforderlich schicken Sie andere Personen beispielsweise aus dem Zimmer. Öffnen Sie beengende Kleidung des Betroffenen wie Krawatte, Hemd etc., öffnen Sie ein Fenster. Legen Sie den Patienten mit erhöhtem Oberkörper auf den Rücken (dies dient der Entlastung des Herzens). Veranlassen Sie schnellstmöglich den Notruf.

Verlauf

Immer noch sterben circa 40% aller Herzinfarktpatienten, bevor sie eine Klinik erreicht haben bzw. bevor sie von einem Arzt gesehen wurden.

Sterblichkeit im Krankenhaus zwischen 5 und 15 %

negativer Einfluß auf Sterblichkeit

Positiver Einfluß auf Sterblichkeit

Wichtige Verlaufsfragen

Mögliche Komplikationen eines Herzinfarktes

Häufigkeit der Komplikationen

Empfehlungen zur Sekundärprävention
Empfehlungen zur umfassenden Risikoverringerung
für Patienten mit koronarer Herzerkrankung *
Allgemeines: Durch konsequente Umsetzung von sekundärpräventiven Maßnahmen wird nachweislich die Prognose und die Leistungsfähigkeit von Patienten mit koronarer Herzerkrankung verbessert, wobei der Patient selber die Möglichkeit erhält, aktiv den weiteren Verlauf seiner Erkrankung zu beeinflussen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung empfiehlt, die u.a. Maßnahmen bei jedem einzelnen Patienten auf ihre Anwendbarkeit zu überprüfen und gegebenfalls umzusetzen.
Ziele der Risikointervention Empfehlungen
Rauchen:
  • Vollständige Aufgabe des Rauchens 
Klare ärztliche Empfehlung, das Rauchen vollständig einzustellen; Einbeziehung des Partners oder der Familie; Vereinbarung eines Termines für den Rauchverzicht.

Empfehlung zur weitergehenden Beratung, Verweis auf entsprechende Literatur (Patientenbücher), Nikotinersatz und Raucherentwöhnungsprogramme, z.B. an den Volkshochschulen.

Ernährung:
  • fettarme anti-atherogene Kost 
Kaloriengerechte, ballaststoffreiche (> 20 g/Tag) fettarme Kost mit nur geringem Anteil an gesättigten Fetten (<10% der Kalorien) und Cholesterin (<300 mg/Tag), Seefisch-Mahlzeiten sind erwünscht. Die Kost sollte reich an Vollkornprodukten, frischen Gemüsen und Früchten sein.
Übergewicht:
  • Erreichen des Normalgewichtes und Elimination der abdominellen Adipositas 
Kalorienreduzierte Kost. Identifikation der Ursachen des Übergewichtes: Alkohol, fette Speisen, Schokolade, Kuchen, übermäßiger Obstverzehr (Kalorien !). Angemessene körperliche Aktivität (s.u.) ist besonders wichtig bei Patienten mit Hochdruck, erhöhten Triglyceriden und Diabetes mellitus.
Hyperlipidämie:
  • Ideal-Ziel: 

    LDL-Chol < 100 mg/dl (2,5 mMol/l) 

Erreichen des Normalgewichtes ist wünschenswert, ebenso regelmäßige körperliche Aktivität, besonders dann, wenn das HDL Cholesterin < 35 mg/dl liegt. Wenn das LDL-Ziel trotz Diät nicht erreicht wird, sollte eine Kombinationstherapie erwogen werden:
  • Sekundäre Ziele: 

    HDL-Chol > 40 mg/dl 

    (1 mMol/l) 

    LDL-Chol/HDL-Chol < 2,5 

    Triglyceride < 200 mg/dl 

LDL<100 mg:

Keine Therapie

 

LDL 100 - 130 mg/dl:

Zusätzlich zur strikten Diät sollten Medikamente erwogen werden, insbesondere wenn HDL<35 mg/dl

LDL>130 mg/dl:

Zusätzlich zur Diät medikamentöse Therapie: i.d.R. Statine, Ionenaustauscher-Harze

Bewegungsmangel: 
  • Ziel: 

    mindestens 30 Min. Bewegung 3-4 mal pro Woche 

Ein Minimum von 30-60 min. mäßig intensiver Bewegung 3-4 mal wöchentlich (Gehen, Joggen, Radfahren oder eine andere aerobe Aktivität) unterstützt durch eine aktivere Lebensweise: Spazierengehen in Arbeitspausen, Treppensteigen statt Aufzug, Gartenarbeit. Optimaler Effekt bei 5-6 Stunden Bewegung pro Woche. Ärztlich überwachte Programme für Mittel- bis Hochrisikopatienten (Koronargruppe, Übungsgruppe). Die Herzfrequenz sollte bei körperlicher Aktivität stets im ausgetesteten ischämiefreien und beschwerdefreien Bereich liegen.
Erhöhter Blutdruck:
  • Zielwerte von 

    < 140/90 mg Hg anstreben 

Allgem. Maßnahmen: Gewichtskontrolle, regelmäßige Ausdaueraktivität, < 30g Alkohol/Tag (Frauen < 20g/Tag), Salzrestriktion - bei allen Patienten mit einem RR von > 140 mm Hg systolisch oder > 90 mm Hg diastolisch.

Hinzufügen von Blutdruckmedikation, individualisiert nach Alter und weiteren Erkrankungen, wenn der RR nicht < 140 mm Hg systolisch oder < 90 mm Hg diastolisch nach mehrfachen Messungen ist.

Aggregationshemmer/Anti-koagulantien: ASS 100 mg/Tag. Bei Kontraindikation gegen ASS evtl. Einstellung mit Markumar in einem INR-Bereich von 2,0 - 3,5.
ACE-Hemmer nach Infarkt: Bei Patienten mit hohem Risiko, z.B. großer Infarkt, EF< 40%, Zeichen einer Linksherzdekompensation während des akuten Ereignisses.
Betablocker: Bei Hochrisiko-Postinfarktpatienten, z.B. ventrikulären Arrhythmien, linksventrikuläre Dysfunktion, belastungsinduzierte Ischämie - unter Beachtung der üblichen Kontraindikationen.
Östrogene: Hormonersatztherapie sollte bei Frauen nach der Menopause erwogen werden. Die Empfehlungen sollen in Hinsicht auf weitere Gesundheitsrisiken individualisiert werden.

* Modifiziert nach den Empfehlungen der American Heart Association (Circulation 93: 2205 - 2211; 1996) und den Empfehlungen der European Society of Cardiology (Eur Heart J 15: 1300 - 1331; 1994)


Fälle

Prominente Fälle

Der bekannte Dopingforscher Prof. Doneke aus Köln erlitt einen plötzlichen Herztod und Herzinfarkt im Flugzeug auf dem Weg nach Südafrika.

Ein polnischer Funktionär verstarb plötzlich am Herzinfarkt bei der Eröffnungsfeier der Olympiade.

Experten + Krankenhäuser + Selbsthilfegruppen


Literatur

Buch für Patienten:

Peter Mathes, "Herzinfarkt - Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation", Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994, br., 210 S., 16,90 Mark.

Buch für Doktors:

Herzinfarkt , Aktuelle Therapiemaßnahmen und deren Einfluß auf die Prognose                 von G.Späth , Beltz Verlag 1994 nicht mehr so empfehlenswert , da teilweise veraltet

Das Infarkt-EKG       von Rainer Klinge   Thieme Verlag      sehr gutes Buch mit vielen EKG Beispielen und Fallbeschreibungen von Herzinfarkten.

Klinische Basisarbeiten:

Randomised trial of intravenous atenolol among 16 027 cases of suspected acute myocardial infarction: ISIS-1. First International Study of Infarct Survival Collaborative Group.

LANCET; 2; 8498; 57-66; 1986 Jul 12; 8610

ND: 86255963 BASE: ME83

AB: Between mid-1981 and Jan 1, 1985, 16 027 patients entering 245 coronary care units at a mean of 5.0 h after the onset of suspected acute myocardial infarction were randomised either to a control group or to a group receiving atenolol (5-10 mg iv immediately, followed by 100 mg/day orally for 7 days). Vascular mortality during the treatment period (days 0-7) was significantly lower (2p less than 0.4) in the treated group, 313/8037 (3.89%) versus 365/7990 (4.57%), but this 15% difference has wide 95% confidence limits (from about zero to about a quarter). No subgroups were identified in which the proportional difference in days 0-7 was clearly better, or clearly worse, than 15%. After the treatment period, there was only a slight further divergence (691 vs 703 additional vascular deaths by Jan 1, 1985). Thus, overall vascular mortality was significantly lower in the atenolol group at one year (life-table estimates: 10.7% atenolol vs 12.0% control; 2p less than 0.01) but not at Jan 1, 1985 (crude percentages: 12.5% vs 13.4%; 2p less than 0.07). However, atenolol patients were more likely than controls to be discharged on beta-blockers, which can account for much of the additional difference in vascular mortality after day 7. Immediate beta-blockade increased the extent of inotropic drug use (5.0% vs 3.4%, 2p less than 0.0001), chiefly on days 0-1, but despite this most of the improvement in vascular mortality was seen during days 0-1 (121 vs 171 deaths). Treatment did not appear to decrease the number in whom cardiac enzymes rose to above twice the local upper limit of normal. Slightly fewer non-fatal cardiac arrests (189 vs 198) and reinfarctions (148 vs 161) were recorded in the atenolol group, neither difference being significant. Systematic review of fatal and of non-fatal events in ISIS-1 and in all other randomised trials of iv beta-blockade reinforces the suggestion that treatment reduces mortality in the first week by about 15%, but with a rather less extreme effect in days 0-1 than was observed in ISIS-1 alone. It also provides highly significant (2p less than 0.0002) evidence of an effect on the combined end-point of death, arrest, or reinfarction, suggesting that treatment of about 200 patients would lead to the avoidance of 1 reinfarction, 1 arrest, and 1 death during days 0-7. ISIS-1 suggests these early gains will persist.

GUSTO Investigators. An international randomized trial comparing four thrombolytic strategies for acute myocardial infarction. N Engl J Med 1993; 329: 673-82

ISIS-3 (Third International Study of Infarct Survival) Collaborative Group. ISIS-3: a randomised comparison of streptokinase vs tissue plasminogen activator vs antistreplase and of aspirin plus heparin vs aspirin alone among 41,299 cases of suspected acute myocardial infarction. Lancet 1992; 339: 753-70

Reviews

Int J Clin Pract Suppl 1999 Dec;108:4-6

Evidence in myocardial infarction.

Senges J

Herzzentrum Ludwigshafen, Germany.

PMID: 10692720


Zeitschriften:

Fibrinolyse

Priv.-Doz. Dr. M. Grond/Köln,Prof. Dr. D. Gulba/Berlin, Prof. Dr. K. Huber/Wien, Prof. Dr. H.M.  Hoffmeister/Tübingen, Prof. Dr. Dr. h.c. H.G. Lasch/Gießen, Prof. Dr. Dr. h.c. P. Matis/Stuttgart, Prof. Dr. E. Seifried/Frankfurt

Kurzgefaßte Fortbildung auf dem Gebiet der Fibrinolyse

Rasche Übersicht relevanter Literatur und neuester Forschungsergebnisse

Berichte aus Forschung und Klinik

2001. 13. Jahrgang (4 Hefte)

ISSN 0936-0506

Erscheinungsweise: 4 x jährlich

Zielgruppe: Kliniker der Inneren Medizin, Gynäkologie, Chirurgie, Angiologie und Hämatologie, für Labormediziner und klinische Chemiker

Die Fibrinolyse bietet als kurzgefaßte Fortbildungszeitschrift dem Kliniker einen wesentlichen Vorteil: Auf nur 16 Seiten wird er von ausgewiesenen Spezialisten ihres Faches im Rahmen von Editorials, Leitartikeln und kommentierten Referaten der internationalen Literatur über die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Fibrinolyse unterrichtet.

Resultate der großen Therapiestudien werden ebenso vorgestellt wie einzelne Kasuistiken. Berichte von allen wichtigen internationalen Kardiologen- und Fibrinolyse-Tagungen fassen die dort vorgestellten Highlights kurz und präzise zusammen.

In knapper Form wird der Leser mit Ergebnissen der Grundlagenforschung bekannt gemacht, die schon bald zu den vielversprechenden Therapiestrategien von morgen gehören könnten. Die Berichte aus Forschung und Klinik spiegeln die rasche Entwicklung des Wissenszuwachses gerade auf dem Gebiet der fibrinolytischen Therapie wider.

Jährlicher Bezugspreis (Europa, inkl. Versandkosten): DEM 48,- Einzelpreis: DEM 18,-


Z Kardiol 1999 Oct;88(10):857-67

Acute myocardial infarction in Germany between 1996 and 1998: therapy and intrahospital course. Results of the Myocardial Infarction Registry (MIR) in Germany

Wagner S, Schneider S, Schiele R, Fischer F, Dehn H, Grube R, Becker G, Baumgartel B, Altmann E, Senges J

Innere Medizin, Furst-Stirum-Klinik Bruchsal, Gutleutstr. 11-14, D-76646 Bruchsal.

The "Myocardial Infarction Registry" in Germany (MIR) is a multicenter and prospective registry of consecutively included, unselected patients with acute myocardial infarction. The purpose of MIR is to document the actual praxis of decision making and prescribing of an optimized infarction therapy in AMI patients. Optimized infarction therapy is defined as the combination of reperfusion therapy and ASS, betablocker, and ACE inhibitor.14,598 patients with acute myocardial infarction were included between 12/96 and 5/98 in 217 hospitals throughout Germany. 68% of the patients were male; mean age was 67 years. The prehospital delay time was 195 minutes in median, the first ECG was diagnostic in 66% of the patients. A reperfusion therapy was applied in 46.1% of the patients (thrombolysis 36.2%, primary PTCA 9.9%). During the acute phase, the following adjunctive therapy was used: ASS in 90.3%, betablockers in 53.8%, and ACE inhibitors in 52.5%. Intrahospital mortality was 15.4%. Compared to hospitals without cardiologists, the hospitals with cardiologist had a lower intrahospital mortality (13.8% versus 16.1%; p < 0.001). Reasons are the more frequent use of a reperfusion therapy by cardiologists (54.3% versus 42.3%; p < 0. 001) and the availability of a catheter laboratory with PTCA facilities.A lower intrahospital mortality was associated with each therapy of the optimized infarction therapy: reperfusion therapy (odds ratio 0.7; 95% CI: 0.5-0.8), ASS (odds ratio 0.6; 95% CI: 0. 5-0.8), betablocker (odds ratio 0.6; 95% CI: 0.5-0.7) and ACE inhibitor (odds ratio: 0.5; 95% CI: 0.4-0.7). However, patients with poor initial prognosis - such as cardiogenic shock, hypotension and/or bradycardia - could not benefit from the orally adjunctive therapy. This fact may have led to an overestimation of the influence on intrahospital mortality.In representative communal German hospitals, a reperfusion therapy in combination with an optimized adjunctive therapy in patients with acute myocardial infarction is associated with a reduction in intrahospital mortality. Compared to previous registries, the application of betablockers and ACE inhibitors was clearly increased. Reasons could be the participation in a quality registry, the obligation to document why a therapy has not been given and repeated and intensified education of the treating physicians.Thus, the mainly communal hospitals in Germany are increasingly following recommendations about the early treatment of acute myocardial infarction. Myocardial infarction registries such as MIR reflect daily prescribing habits in hospitals and describe the implementation of the results of randomized trials into daily routine.

PMID: 10552190


Pathologische Anatomie und Laborwerte

Anversa P, Sonnenblick EH. Ischemic cardiomyopathy: pathophysiologic mechanisms. Prog Cardiovasc Dis. 1990;33:49-70.

Anversa P, Kajstura J, Reiss K, et al. Ischmic cardiomyopathy: myocyte cell loss, myocyte hypertrophy, and myocyte cellular hyperplasia. Ann N Y Acad Sci. 1995;752:47-64.

Chattington P, Clarke D, Neithercut WD. J Clin Pathol. 1994;47:995-998.

Collinson PO, Chandler HA, Stubbs PJ, Moseley DS, Lewis D, Simmons MD. Measurement of serum troponin T, creatine kinase MB isoenzyme, and total creatine kinase following arduous physical training. Ann Clin Biochem. 1995;32:450-453.

deWinter RJ, Koster RW, Sturk A, Sanders GT. Value of myoglobin, troponin T, and CK-MBmass in ruling out an acute myocardial infarction in the emergency room. Circulation. 1995;92:3401-3407.

Gornall DA, Roth SN. Serial myoglobin quantitation in the early assessment of myocardial damage: a clinical study. Clin Biochem. 1996;29:379-384.

Hossein-Nia M, Kallis P, Brown PA, et al. Creatine kinase MB isoforms: sensitive markers of ischemic myocardial damage. Clin Chem. 1994;40:1265-1271.

Jaffe AS, Landt Y, Parvin CA, Abendschein DR, Geltman EM, Ladenson JH. Comparative sensitivity of cardiac troponin I and lactate dehydrogenase isoensymes for diagnosing acute myocardial infarction. Clin Chem. 1996;42:1770-1776.

Levinson SS, Hobbs GA. Usefulness of various lactate dehydrogenase isoenzyme 1 profiles after myocardial infarction. Ann Clin Lab Sci. 1994;24:364-370.

Mair J, Genser N, Morandell D, et al. Cardiac troponin I in the diagnosis of myocardial injury and infarction. Clin Chim Acta. 1996;245:19-38.

Martins JT, Li DJ, Baskin LB, Jialal I, Keffer JH. Comparison of cardiac troponin I and lactate dehydrogenase isoenzymes for the late diagnosis of myocardial injury. Am J Clin Pathol. 1996;106:705-708.

Mercer DW. A historical background in cardiac markers. Medical Laboratory Observer. 1996;July:45-51.

Mullner M, Hirschl MM, Herkner H, et al. Creatine kinase-mb fraction and cardiac troponin T to diagnose acute myocardial infarction after cardiopulmonary resuscitation. J Am Coll Cardiol. 1996;28:1220-1225.

Wu AH, Feng YJ, Contois JH, Pervaiz S. Comparison of myoglobin, creatine kinase-MB, and cardiac troponin I for diagnosis of acute myocardial infarction. Ann Clin Lab Sci. 1996;26:291-300.

Internetquellen

http://home.t-online.de/home/chr.leuner/infarktptca_htm/index.htm

Gute Zusammenfassung über die Lyse beim HI

http://www.ping.at/mineral/kar297hu.htm

Journal für Kardiologie , Österreichische Zeitschrift für Herzkreislauferkrankungen

Leitlinien der Infarktbehandlung der american heart assoc.

http://www-east.elsevier.com/jac/2805/jac1716gtc.htm

Herzinfarkt mit Wandruptur ( englische Übersichtsarbeit )

http://www-east.elsevier.com/jac/2706/jac1350fla.htm

Frühbehandlung des Herzinfarktes

http://jumpstart.chestpaincenters.org/chestpaincenters/default.cfm

Akutes Koronarsyndrom

http://www.clinical-cardiology.org/suppl1/brief.html

+++ Infarkt-Test

Ein interaktiver Fragebogen zeigt auf einen Blick moegliche Gefahren und das persoenliche Infarktrisiko in Abhaengigkeit von Alter, Gewicht und persoenlichen Lebensgewohnheiten. Das Ergebnis kann keinen Arztbesuch ersetzen - aber schlechte Werte sollten zum Nachdenken anregen. Rund um den Fragenbogen gibt es Erlaeuterungen zu Kreislauf, Blutdruck oder Cholesterinspiegel.

--> http://www.focus.de/D/DG/DGA/DGA10/DGA10B/dga10b.htm

--> http://www.yavivo.de/Expertenrat/HerzKreislauf/

--> http://www.herzstiftung.de

Geschichte der Krankheit

Papyrus von Elbrus:

" Triffst du einen Menschen , der schmerzen verspürt über seinem Herzen , in der Magengegend und in den Armen , so sage ihm , der Tod sei nahe ... " Übersetzung 1890 von Joachim , Original in der Unibibliothek in Leipzig

Heberden:

Die klassische Beschreibung der Angina pectoris stammt von William Heberden aus dem Jahr 1768.

Erster beschriebener Herzinfarkt

Diagnostik:

Therapie Fortschritte:

Diskussion und Fragen,Anmerkungen

Wie kann man beim Herzinfarkt mit untypischem EKG ( LSB, SM - EKG , alter HI ) abschätzen , ob sich ein großer Infarkt entwickelt und ob sich sich eine Lyse lohnt ?

Kann das EKG normal sein, während der Patient einen akuten Myokardinfarkt (AMI) hat?

Antwort: Ja, Obwohl Folge-EKGs bei über 90% der Patienten infarkttypische Veränderungen zeigen, sind 20-52% der Anfangs-EKGs normal oder nur unspezifisch verändert. Das heißt, daß nur bei ca. der Hälfte der Patienten das Anfangs-EKG zur richtigen Diagnose des akuten Myokardinfarkt beitragen kann.

==> Im Zweifelsfall Echokardiografie und Wandbewegung genau betrachten

LITERATUR:

1.Adair OV: Echocardiography in intensive care. In Parsons PE, Wiener-Kronish JP (eds): Critical Care Secrets. Philadelphia, Hanley& Belfus, 1992, pp 160-165.

2.Hauser AM: The emerging role of echocardiography in the emergency department. Ann Emerg Med 18: 1298-1303, 1989.

3.Karlson BW, et al: Early prediction of acute myocardial infarction from clinical history, examination and electrocardiogram in the emergency room. Am J Cardiol 68: 171-175, 1991.

Muß vor der Streptokinase Lyse Cortison gegeben werden ?

     Nein, die Mehrzahl der großen Infarktstudien liefen ohne Cortison. Dasselbe gilt für Antihistaminika.

Wann soll nach einer Streptokinase Lyse mit der Heparinisierung angefangen werden ?

6 - 12 Stunden danach , da Streptokinase die Gerinnung mehrere Stunden völlig ausschaltet ist eine Heparinisierung anfangs nicht notwendig. Bei Actilyse ist das ganz anders !!

Bringt Magnesium etwas bei HI ? Möglicherweise , senkt Druck und Frequenz

Wann muß ein Antiarrhythmikum beim Herzinfarkt gegeben werden ? Was ist besser bei Hi Xylocain oder Rytmonorm oder Cordarex ?

Fragen zur Lyse ?

Was ist besser bei Hi Streptokinase, Urokinase oder Actilyse ?

Was ist besser Actilyse , Rapilysin oder Metalyse ?  kein echter Unterschied

Wann soll man beim Reinfarkt lysieren ?

Wann soll man beim Linksschenkelblock lysieren ?

Darf man bereits im Notarzt lysieren ?

Wenn eine klare EKG Diagnose vorliegt ist die prähospital Lyse zu befürworten , da sie einen deutlichen Zeitgewinn bringt und die Komplikationsrate nicht erhöht ist. Empfehlenswert ist hier zb die Doppelbolustherapie mit Actilyse oder Rapilysin .

Gibt es einen Zeitverlauf der Wirksamkeit des Aspirins ?

( Die Lyse wirkt um so weniger , je älter der Infarkt ist , Gilt dies auch für ASS ?)

Troponin I oder Troponin T was ist besser ?

sofort Troponin bestimmen ? m.E. nein

PTCA bei frischem , großen HI ja oder nein ? (in KH ohne PTCA Möglichkeit )

Acutes Koronarsyndrom Wann verlegen ?

Gp 2/3 a Hemmer Wann sinnvoll ?

Aggrastat oder Integrilin oder Abciximab = Reopro ?

Stichworte

KHK , Angina pectoris , instbile Angina pectoris

Akutes Koronar Syndrom

transmuraler , intramuraler Infarkt

VWI, HWI

Orginaltexte:

Taegliche Spaziergaenge senken bei alten Maennern das Herzinfarkt-Risiko.

Dies hat eine amerikanische Studie jetzt nachgewiesen. Darin wurden  Gesundheitsdaten von fast 2.700 Maennern zwischen 71 und 93 Jahren verglichen. Wer demnach taeglich drei Kilometer zu Fuss geht, halbiert sein  Infarktrisiko gegenueber jenen, die nur 400 Meter am Tag  zuruecklegen. Rein statistisch sinkt das Infarktrisiko alle 800 Meter taeglichen Spaziergangs  um 15 Prozent. Die Studie stuetzt sich auf gesundheitliche Daten und  Befragungen von alten Amerikanern ueberwiegend japanischer Abstammung. Die Forscher sind sich aber sicher, dass taegliche Spaziergaenge auch bei  juengeren Maennern und Frauen vergleichbare Effekte haben.

Quelle: American Heart Association, 5.7.99

(Forschung: Robert D. Abbott, in "Circulation", 6.7.99)

Montag ist Herzinfarkt-Tag

Montags sterben bis zu 20 Prozent mehr Menschen an einem Herzinfarkt  als an anderen Wochentagen. Zu diesem Ergebnis kamen britische  Wissenschaftler, die die Sterbedaten von rund 80.000 Menschen in Schottland verglichen. Die Betroffenen waren zwischen 1986 und 1995 an einem Herzinfarkt gestorben.

Wie die Statistik zeigte, starben Montags vor allem Menschen unter 50 Jahren, die vorher noch nicht durch Herzprobleme aufgefallen waren.

Die Forscher vermuten als Ursachen erhoehten Stress zu Beginn der Arbeitswoche. Auch der uebermaessige Alkoholkonsum am Wochenende  koennte eine Rolle spielen.

Zu dieser Einschaetzung waren schon Mediziner in Russland gekommen. Dort werden wegen des exzessiven Trinkens von Sonnabend bis Montag hoehere Herzinfarkt-Quoten verzeichnet. Wer diese Tage uebersteht, hat  dagegen gute UEberlebens-Chancen: Dienstags ist die Sterbequote am niedrigsten.

Quelle: British Medical Journal, Vol 320 No. 7229, pp218-219, 22.1.00

(Forschung: Christine Evans, James Chalmers, National Health Service Scotland, Edinburgh)

D/Gesundheit/Herz/KORR

"Schon eine halbe Stunde tägliche Bewegung beugt Herzproblemen vor"

- Rund 280.000 Deutsche erleiden jährlich einen Infarkt

- 1. Weltherztag am Sonntag soll über Risikofaktoren aufklären

Von Andrea Hentschel

Frankfurt/Main, 21. September (AFP) - Der 9. März 1990 war für Wolfgang  Reißlandt wie ein zweiter Geburtstag: Seit diesem Tag vor zehn Jahren lebt der  Erfurter mit einem transplantierten Herzen. Heute engagiert sich der 59-Jährige selbst für andere Herzkranke. Immerhin sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland - trotz moderner Behandlungsmethoden - nach wie vor die Todesursache Nummer eins. Allein 280.000 Menschen erleiden nach Angaben der Deutschen Herzstiftung jedes Jahr einen Infarkt; etwa 190.000 sterben an den Folgen. Dabei kann Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herzkrankheiten in vielen Fällen vorgebeugt werden.

Am ersten Weltherztag am Sonntag fordern Experten daher unter dem Motto "Bring Dein Herz in Schwung!" zu regelmäßiger Bewegung auf.

Eigentlich ist das menschliche Herz nichts anderes, als ein etwa faustgroßer Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Im Ruhezustand schlägt das Herz eines Erwachsenen etwa 60 bis 80 Mal in der Minute. Dabei werden ungefähr sechs Liter Blut durch den Körper gepumpt. Bei starker Anstrengung oder Stress erhöht der Herzmuskel seine Leistung. Mit einer Schlagfrequenz von bis zu 150 Schlägen in der Minute kann er so bis zu 40 Liter Blut im Körper zirkulieren lassen.

Gerät die "Pumpe" außer Takt, drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen angefangen von leichten Befindlichkeitsstörungen, Leistungseinschränkungen bis hin zu akuten Schmerzen und lebensbedrohlichen Zuständen. Die Folgen sind leichte Herzschmerzen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Rhythmusstörungen bis zum Infarkt. Die Gründe dafür liegen entweder in den zum Herzen führenden Gefäßen, anderen organischen Störungen oder aber am Herzen selbst. In Deutschland kommen jedes Jahr bereits rund 6000 Kinder mit einem angeboren Herzfehler zur Welt. Etwa 80 Prozent der kleinen Herzpatienten können herzchirurgisch oder zunehmend auch interventionell, also in Verbindung mit einer Herzkatheteruntersuchung behandelt werden.

Die Risikofaktoren sind allerdings in vielen Fällen "hausgemacht" und damit vermeidbar. So fördern neben dem Bewegungsmangel vor allem Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, ein hoher Cholesterienspiegel und Diabetes die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch seelische Probleme sind manchmal die Ursache. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist allein das Rauchen zu etwa 20 bis 25 Prozent an der Entstehung von Erkrankungen durch Arterienverkalkung beteiligt. Treffen drei "klassische Risikofaktoren" wie zu hoher Blutdruck, Zigarettenrauchen und erhöhte Cholesterinwerte zusammen, dann steigt die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um das elffache. Außerdem spielen auch falsche Ernährung mit zu viel Fett, Zucker und Salz sowie Stress und Alkoholkonsum eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Herzinfarkts.

Regelmäßige Bewegung schützt Experten zufolge nicht nur vor Infarkt und  Schlaganfall, sondern wirkt auch Knochenschwund und bestimmten Krebsarten entgegen. "Schon eine halbe Stunde täglich flottes Spazierengehen, zügiges Radfahren, wandern oder längeres Schwimmen bringt das Herz so in Schwung, dass wir dem Infarkt und anderen Krankheiten davonlaufen können", erklärt der Bad Nauheimer Spezialist Thomas Wendt. Auch andere Sportarten wie Inlineskaten, Tanzen oder Eislaufen sind gesund für das Herz.

Bewegungsmuffel sollten darüber hinaus Treppen laufen, statt Aufzug oder Rolltreppe zu benutzen. Für viele führt allerdings der Weg immer noch morgens vom Auto auf den Bürostuhl, vom Büro übers Auto in den Fernsehsessel und von da ins Bett, kritisieren Experten. Auch Wolfgang Reißlandt will am Weltherztag zur Aufklärung beitragen. Dies sei auch ein Stück Dankbarkeit: "Mir wurde geholfen, und ich kann damit ein kleines Stück von dieser Hilfe zurückgeben."

hex/ul

USA/Medizin/Forschung

Nach Herzinfarkt: Frauen werden schlechter behandelt als Männer

Washington, 6. Juli (AFP) - Weibliche Herzinfarktpatienten werden einer US-Studie zufolge medizinisch weniger gut versorgt als Männer mit dem gleichen Krankheitsbild. Nach einer am Donnerstag im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie an rund 140.000 Patienten, bekommen Frauen bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus weniger häufig eine Notfallbehandlung als gleichaltrige Männer. Das Risiko, dass ihnen Wiederbelebungstechniken vorenthalten werden, ist um 26 Prozent höher als bei den männlichen Infarktpatienten. Einer der Autoren der Studie, Leighton Chan von der University of Washington in Seattle, zeigte sich von diesen Ergebnissen "überrascht und sehr beunruhigt". Nach seinen Erkenntnissen müssen Frauen nach einem Infarkt auch durchschnittlich vier Minuten länger warten, bis bei ihnen eine Herzstrommessung gemacht wird. Der Zeitunterschied sei um so größer, je älter die Patientinnen seien.

Der Studie zufolge bekommen Frauen durchschnittlich erst in höherem Alter einen Herzinfarkt als Männer. Dabei seien sie gleichzeitig in besserem gesundheitlichem Gesamtzustand. Das wäre eine Erklärung dafür, warum bei Infarktpatientinnen trotz ihrer offensichtlichen Benachteiligung in der medizinischen Behandlung die Sterblichkeitsrate in den ersten 30 Tagen nach dem Herzanfall nicht höher liegt als bei den Männern. In den USA sind Herzkrankheiten die häufigste Todesursache bei Frauen über 65 Jahren. So starben 1992 rund 45 Prozent aller Frauen in dieser Altersgruppe an Herzbeschwerden.

gt

Frankreich/Gesundheit

Pariser Herzinfarkt-Patient mit Zellen aus seinem Bein behandelt

Paris, 17. Oktober (AFP) - In Paris sind erstmals einem Infarkt-Patienten  mit schweren Herzmuskel-Schädigungen zur Therapie eigene Muskelzellen ins Herz  eingepflanzt worden. Die behandelnden Ärzte zogen am Dienstag eine  Zwischenbilanz dieser neuartigen Behandlung, der sich der 72-jährige Patient  bereits am 30. Juni unterzog. "Es ist das erste Mal, dass ein Kranker direkt  am Herzen mit einer Zelltherapie behandelt wird", sagte der Kardiologe Michel Desnos vom Boucicaut-Krankenhaus in Paris. Die Behandlung habe sich als "Erfolg" herausgestellt. Die Nachuntersuchungen zeigten, dass die eingespritzten Zellen weiter lebten, das Herz besser funktioniere und keine  hinderlichen Nebeneffekte aufgetreten seien.

Bei dem 72-Jährigen wurden 'ruhende' Muskelzellen aus dem Oberschenkel entnommen und ins Herz gespritzt. Solche Zellen haben die Fähigkeit, aus dem Ruhestadium herauszutreten und durch Zellteilung neues Gewebe zu bilden. Das an der Operation beteiligte Team aus Pariser Chirurgen, Herzspezialisten und Biologen will diese Therapie noch an acht weiteren Patienten testen.

ao/ju


Herzinfarkt: Bessere Ergebnisse durch neue Therapiekombinationen

LONDON. Die Akutbehandlung des Herzinfarkts lässt sich mit innovativen Regimes offenbar weiter verbessern. Mit der Kombination von Fibrinolytika, Acetylsalicylsäure und unfraktioniertem Heparin kann ein Koronararterienverschluss bei akutem Herzinfarkt nicht immer wirksam behandelt werden. Frans Van de Werf und Mitarbeiter von der Gasthuisberg Universität in Leuven, Belgien, untersuchten in einer multinationalen Studie Wirksamkeit und Sicherheit von drei antithrombotischen Therapiekombinationen mit der fibrinolytischen Tenecteplase (Lancet 2001; 358: 605). 6 095 Patienten mit akutem Herzinfarkt aus 575 Krankenhäusern erhielten eine von drei Kombinationen. Die so genannte Enoxaparin-Gruppe bekam bis zu sieben Tage lang Tenecteplase in voller Dosierung und das niedermolekulare Heparin Enoxaparin. Die Abciximab-Gruppe wurde mit Tenecteplase in halber Dosierung plus niedrig dosiertem unfraktioniertem Heparin gewichtsadaptiert plus einer Infusion über zwölf Stunden mit dem Plättchenaggregationshemmer Abciximab behandelt. Diese therapeutischen Regimes wurden mit einer Referenzgruppe verglichen, die über 48 Stunden Tenecteplase in voller Dosierung plus unfraktioniertes Heparin gewichtsadaptiert erhielt. Primäre Endpunkte der Untersuchung waren die Anzahl der Todesfälle nach 30 Tagen und die Rückfallquoten von Herzanfällen beziehungsweise Ischämien während des stationären Aufenthalts. Als sekundärer Endpunkt zur Beurteilung der therapeutischen Sicherheit wurde die Rate der (intrakraniellen) Blutungen bestimmt. Mit 11,4 Prozent der Enoxaparin- und 11,1 Prozent der Abciximab-Gruppe fanden sich signifikant bessere Ergebnisse als bei der Referenzgruppe (15,4 Prozent). Dieses Resultat bestätigte sich auch bei Berücksichtigung des Sicherheitsaspekts (13,7 und 14,2 versus 17 Prozent). Nach Meinung des Studienleiters bietet die Behandlung mit Enoxaparin die zusätzlichen Vorteile einer einfacheren Verabreichung und Überwachung. /brm


+++ Herzwoche +++

Viele Infarktpatienten sterben, weil sie die Anzeichen für einen

Herzinfarkt nicht ernst genug nehmen und zu lange zögern, einen Notarzt

zu rufen. Unter dem Motto "Ein Wettlauf mit der Zeit" informieren rund

10.000 Ärzte, Apotheker, Gesundheitsämter und Selbsthilfeorganisationen

noch bis zum 9. November bundesweit über Ursachen und Anzeichen eines

Infarkts. Die Deutschen Herzstiftung will mit der "Herzwoche" dazu

beitragen, die Anzahl der Herztoten in Deutschland zu reduzieren.

Jährlich sterben rund 183.000 Männer und Frauen hier zu Lande an den

Folgen eines Herzinfarktes, ein Drittel noch vor der Aufnahme ins

Krankenhaus. Betroffene würden Alarmzeichen wie Brustschmerzen, Atemnot

und Übelkeit falsch deuten oder im Ernstfall aus Rücksicht auf

Angehörige oder Ärzte zu lange mit der Alarmierung warten.

"Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte man den Rettungswagen lieber

einmal zu viel rufen als gar nicht oder zu spät", betont Helmut Gohlke,

Vorstandsmitglied der Herzstiftung und Chefarzt am Herzzentrum Bad

Krotzingen: Die Überlebenschancen sind um so besser, je schneller die

Behandlung beginnt.

http://www.herzwoche.de

http://www.gesundheits-web.de/herzinfarkt/

Email

Zurück zur Übersicht