Leberbiopsie       zurück



Name , englische Bezeichnung , ICPM Nummer

Liver Biopsy

Definition der Methode

Bei einer Leberbiopsie wird eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen.

Durch die Biopsie wird ein kleiner Gewebezylinder aus der Leber zur histologischen  = feingeweblichen Untersuchung gewonnen.

Einteilung:

Sonogestützte ungezielte Punktion bei diffuser Lebererkrankung

Sonogezielte Punktion bei Leberherd

Leberblindpunktion

Seltenere Methoden

Indikation der Methode, Wann wird die Methode durchgeführt  ?

Zur Diagnose und Verlaufskontrolle folgender Lebererkrankungen kann beispielsweise eine Leberbiopsie erforderlich sein:

Wie häufig wird es gemacht ? was kostet es ?

In einer Inneren Abteilung eines mittleren Krankenhauses mit ca 120 Betten ohne hepatologischen Schwerpunkt wird eine Leberbiopsie ca 20 - 30 mal pro Jahr durchgeführt. Ca die Hälfte der Biopsien sind gezielt zur Diagnostik von umschriebenen Leberherden , die andere Hälfte wird vor allem zur Diagnostik bzw zum Ausschluß einer Leberzirrhose durchgeführt.

Kosten:

Zeiten :

In der Schweiz geht es so schnell

Leistung i. e. Sinne [min.] Vor- und Nachbereitung [min.] Befund [min.]

21                                         4                                                3

TL [TP] Raumbelegung [min.] Wechsel [min.]

309.25               40                      10

Praktisches,Technische Durchführung Was braucht man alles ?

Einverständniserklärung

Prüfung der Gerinnungswerte und der Indikation

Patient im Bett

Dormicum 3 - 5 mg via Butterfly

Örtliche Betäubung der Haut

Sonolokalisation der Leber

Hautinzision

Probegewinnung

Ausfüllen des Befundes und des Anforderungszettels an die Pathologie

Patient in Rechtsseitenlage bringen

Ausschlafen lassen

Kann auch ambulant gemacht werden , wenn ca 2- 3 Stunden Überwachung gewährleistet sind.

Nach der Untersuchung sollte der Patient keine schwere körperliche Arbeit oder eine sportliche Tätigkeit ausüben.


Text verändert übernommen von

http://netdoktor.de/ratschlaege/untersuchungen/leberbiopsie.htm

Der Patient liegt zur Entnahme der Leberbiopsie auf dem Rücken.

Nach Aufsuchen der entsprechenden Einstichstelle (Punktionsstelle) mittels Ultraschall und anschließender Desinfektion der Haut an dieser Stelle wird ein Mittel zur örtlichen Betäubung eingespritzt. Dann schiebt der Untersuchende eine dünne Hohlnadel zwischen zwei Rippen durch die Haut und die Zwischenrippenmuskulatur in die Leber vor (Punktion).

Zu diesem Zeitpunkt wird durch den Sog, den eine auf die Hohlnadel aufgesetzte Spritze erzeugt, ein kleines Gewebestück aus der Leber entnommen. Die Hohlnadel wird daraufhin sofort wieder aus der Leber zurückgezogen. Die Punktion dauert also höchstens eine Sekunde.

Die Gewebeprobe wird anschließend in ein spezielles Gefäß gegeben und in einem Labor untersucht

Es wird immer für die Zeit der Untersuchung auch ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.

Nach der Gewebe-Entnahme wird ein Verband an entsprechender Stelle angelegt. Der Patient sollte nach einer Leberbiopsie etwa 1 -2 Stunden Bettruhe einhalten. Anfangs soll er in Rechtsseitenlage auf einem unter die Punktionsstelle gelegten, kleinen Sandsäckchen liegen.

Zur Punktion verwendet man am besten Einweg-'Menghini'-Punktionsnadeln (Hohlnadel mit Schliff), welche die Gewinnung eines Gewebe-Stanzzylinders von 1.2mm Durchmesser und ca 2 cm Länge erlauben.

Anbieter der Geräte,

Hepafix Nadel der Firma Braun 1,4 mm

http://www.bbraun.de

Sonoscan Nadel der Firma Braun 1,2 mm 16 cm

Was bringt die Methode ? Bildbeispiele

Auswertung , typische Befunde

Bildbeispiele

Risiken

insgesamt gering

< 1 % bei guter technischer Durchführung und korrekter Indikation

Typische Risiken

Nachblutung in die Bauchhöhle

Schmerz durch Zwerchfellreiz , durch Bauchfellreiz

selten < 1 %

sehr selten

Z Gastroenterol 1999; 37: 205­208

Komplikationen der perkutanen Leberbiopsie bei Patienten nach Lebertransplantation

Lang, M., Neumann, U. P., Müller, A. R., Bechstein, W. O., Neuhaus, R., und Neuhaus, P.

Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow-Klinikum der Humboldt Universität Berlin

Veröffentlichung als Abstract im Rahmen der 14. Jahrestagung der Deutschen Jahrestagung zum Studium der Leber (GASL). Z Gastroenterol 1998; 36: 81 (Abstract)

Zusammenfassung

Die perkutane Leberbiopsie ist ein etabliertes Verfahren in der Evaluation und Diagnostik von Transplantatfunktionsstörungen nach Lebertransplantation. Dieses invasive Verfahren ist mit einigen Komplikationen (Blutung, Pneumothorax) assoziiert. In der vorliegenden Studie untersuchten wir retrospektiv die Inzidenz und Relevanz von Komplikationen nach einer Leberpunktion bei lebertransplantierten Patienten.

Von September 1998 bis Mai 1998 wurden 1.010 Lebertransplantationen bei 919 Patienten durchgeführt. Bei diesen Patienten wurden insgesamt 3.670 sonographisch gesteuerte Leberbiopsien unter Verwendung der Menghini-Nadel (Durchmesser 1,6 mm) durchgeführt. Die Biopsien erfolgten routinemäßig am siebten postoperativen Tag und ein, drei und fünf Jahre nach Lebertransplantation und zusätzlich wenn klinisch indiziert. Patienten bei denen eine schwere Koagulopathie vorlag (Thrombozyten unter 30.000/nl und Quick < 40%) wurden nicht routinemäßig leberbiopsiert.

Bei 13 von 919 (1,41%) der Patienten kam es zu Komplikationen, die Inzidenz lag bei (13 von 3.670) 0,35% der Punktionen.

Folgende Komplikationen traten auf:

Bei sieben Patienten (53%) wurde eine chirurgische Intervention notwendig (vier Laparotomien, zwei Thorakotomien, eine Retransplantation),

==> keiner der Patienten verstarb im Verlauf an den Folgen der Komplikation durch die Leberpunktion.

Die frühzeitige Diagnostik und Differenzierung von Transplantatdysfunktionen wie z. B. Abstoßungsreaktionen, Hepatitisreinfektionen und toxische Alterationen des Transplantates sind notwendig, um spezifische Therapien einleiten zu können. Die Leberbiopsie stellt bei einer niedrigen Inzidenz an Komplikationen ein sicheres diagnostischen Verfahren dar und sollte liberal bei Patienten nach Lebertransplantation zum Einsatz kommen.

Schlüsselwörter: Leberbiopsie ­ Diagnostik ­ Transplantatfunktionsstörung ­ Komplikationen

Kontraindikationen

niedrigdosiertes ASS = Aspirin m.E. keine Kontraindikation , wenn der Patient über das minimal erhöhte Blutungsrisiko aufgeklärt ist. Leberpatienten sollten sowieso nur selten ASS bekommen.

Der Patient muß nicht nüchtern sein.

Rechtssprechung

Leberbiopsie - Gallenblasenpunktion

Das Anpunktieren der Gallenblase bei einer Leberbiopsie ist in der Regel ein Behandlungsfehler des Arztes.

(OLG Celle, Urteil vom 13.10.1976 - 9 U 47/76 = VersR 1976,1178)

==> dafür zahlt die Haftpflichtversicherung

Einverständnis

Probleme der Methode, Fehlinterpretationen, Grenzen

Wer führt die Merthode durch ? Wer ist Experte ?

Jeder Ultraschaller der viel biopsiert

Wie lernt man die Methode ? Didaktik

Am Apfel oder der Kartoffel , schwerer an der Banane mit der Hepafixnadel üben

Internetadressen

http://www.hepatitis-c.de/biopsie.htm

http://netdoktor.de/ratschlaege/untersuchungen/leberbiopsie.htm

http://www.hepaline.ch/ldp_prinzip.htm

Ein Biopsie - Video finden Sie hier: : http://www.hepatitis-c.de/bilder/leberbio.rm (462KB)

Sie brauchen dazu den RealPlayer G2 von http://www.real.com (kostenlos)

Literatur

The New England Journal of Medicine -- February 15, 2001 -- Vol. 344, No. 7

Current Concepts: Liver Biopsy

Arturo A. Bravo, Sunil G. Sheth, Sanjiv Chopra

Source Information

From the Liver Center, Division of Gastroenterology, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston.

Geschichtliche Entwicklung der Methode

Innovationen und Verbesserungsvorschläge

Alternativmethoden

Welche anderen Untersuchungsmöglichkeiten bestehen?

Viele Lebererkrankungen können mit Hilfe bildgebender Verfahren wie

erkannt und in ihrem Verlauf verfolgt werden.

Blutuntersuchungen können Aufschluss über bestimmte Leberkrankheiten geben. Insbesondere Hep B , Hep C Diagnostik , Hämochromatose , M.Wilson


Orginaltexte

Gentest oder Leberbiopsie?

Vor der Entdeckung des Hämochromatosegens HFE war für die sichere Diagnose der Hämochromatose immer eine Leberbiopsie (Entnahme von Lebergewebe mit einer Nadel durch die Haut) notwendig. Mittlerweile kann die Hämochromatose auch genetisch diagnostiziert werden. Allerdings gibt es immer noch Gründe, bei einigen Patienten eine Leberbiopsie durchzuführen:

Negativer (unauffälliger) Gentest

Muß aufgrund der Laborwerte (z.B. Ferritin oder Transferrinsättigung) eine Hämochromatose vermutet werden und ist der Gentest unauffällig, muß in jedem Fall eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Etwa 10% der Hämochromatosepatienten tragen nicht die typischen Mutationen. Hier kann die Hämochromatose nur durch eine Leberbiopsie diagnostiziert werden. Außerdem existieren andere Ursachen einer Eisenüberladung, die durch die Leberbiopsie von einer genetischen Hämochromatose unterschieden werden können.

Leberschaden

Finden sich bei der körperlichen Untersuchung oder den Laborwerten Hinweise für einen Leberschaden, sollte unabhängig von dem Gentest eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Zum einen werden auf diese Weise auch andere Lebererkrankungen erkannt, zum anderen könnte ein narbiger Umbau des Lebergewebes (Leberzirrhose) vorliegen. Eine Leberzirrhose läßt sich mit der Leberbiopsie erkennen und hat bei der Hämochromatose ein hohes Tumorrisiko zur Folge. Bei betroffenen Patienten sollten dann zur Früherkennung regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.

http://www.gehrke.net/haemo/allgdiag.htm


Ärzte Zeitung, 11.05.1999

Leberbiopsie: Ob der Schaden durch Alkohol entstanden ist, sieht man nicht

Können Pathologen nach einer Leberbiopsie aus der Histologie erkennen, ob Alkohol die Ursache der Leberveränderungen ist?

"Mit gewissen Einschränkungen kann man die Richtung festlegen, aus der der schädigende Einfluß kommt", sagt Privatdozent Dr. Günter Herrmann, Pathologe am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. Daß Veränderungen an der Leber toxischer Ursache sind, das kann jedenfalls aus der Histologie festgestellt werden. Ob der toxische Einfluß jedoch unmittelbar auf Alkohol zurückzuführen ist, oder aber auf das Einwirken eines organischen Lösungsmittels wie zum Beispiel eines Nitroverdünners, "das kann man histologisch nicht sehen", so der Pathologe.

Will man als Arzt genau wissen, ob Alkohol die Ursache der Leberveränderungen ist, dann sollte dies am besten im Gespräch mit dem Patienten geklärt werden. Labordiagnostisch kann Alkoholmißbrauch durch die Bestimmung des mittleren korpuskulären Volumens der Erythrozyten (MCV) oder durch Marker wie das carbohydratdefiziente Transferrin (CDT), ein Eisentransportprotein, festgestellt werden.

Verschiedene histologische Befunde, die alkoholtoxisch verursacht sind, können durch Medikamente ausgelöst werden. Die Liste medikamentöser Noxen - am bekanntesten ist wohl die Intoxikation mit Paracetamol - ist lang. Auch hier kann die Ursache einer Schädigung liegen.

Was sind häufige pathologische Veränderungen durch toxischen Einfluß? Einige Beispiele: der Gallengang ist vernarbt, Epithelzellen sind zerstört, Fetttröpfchen sind in Leberzellen eingelagert. Auch wenn Zellbestandteile erkennbar werden, die untergegangen sind, sind toxische Einflüsse die Ursache. Die meisten toxisch bedingten Veränderungen sind außerdem dosisabhängig.

Im Gegensatz dazu kommt es bei chronisch-entzündlichen Veränderungen in den Portalfeldern der Leberzelle zur Ansammlung von Entzündungszellen. Diese beginnen dann das Leberparenchym zu zerstören. Es entsteht eine sogenannte Mottenfraßnekrose, die als Basis einer Leberzirrhose anzusehen ist. (frk)

http://www.aerztezeitung.de/docs/1999/05/11/087a1206.asp