Multiple Sklerose Zurück zur Übersicht
ICD 10 G35 Multiple Sklerose [Encephalomyelitis disseminata]
Multiple Sklerose:
- disseminiert
- generalisiert
- Hirnstamm
- Rückenmark
- o.n.A.
engl Bezeichnung + Abkürzungen
Multiple Sklerose ( MS )
Enzephalomyelitis disseminata (ED) = eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung.
Polysklerose,
Charcot Krankheit
Englisch:
multiple sclerosis;
disseminated sclerosis.
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Sie kann ganz unterschiedlich verlaufen und beginnt meist im frühen Erwachsenenalter . Die Nervenfasern im Gehirn sind ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben . Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzschicht, können die Nervensignale nicht so wirkungsvoll übertragen werden: der MS-Erkrankte kann dann zum Beispiel Kribbelmißempfindungen verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen.
Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Ein Schub hat nicht mit einem plötzlichen Anfall zu tun - meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten oder das entzündete Nervengewebe vernarbt (sklerosiert).
Die MS ist eine entzündliche Entmarkungskrankheit. Die aus dem fetthaltigen Myelin bestehende Markscheide eines Nerven hat eine ähnliche Funktion wie die Isolierschicht eines Elektrokabels. Markhaltige Nerven haben eine hohe Leitungsgeschwindigkeit. Schnelligkeit und Effizienz der Impulsleitung ermöglichen es, gleichmäßige, schnelle und koordinierte Bewegungen mit einem Minimum an bewußter Bemühung auszuführen. Bei der multiplen Sklerose kommt es infolge der Entmarkung (Demyelinisation) zu einer Störung der Nervenimpulsleitung vom und zum Gehirn, und daraus ergeben sich die verschiedenen MS-Symptome. Die Stellen, an denen das Myelin fehlt (die Plaques oder Läsionen), erscheinen als verhärtete (narbige) Herde. Bei der multiplen Sklerose treten diese Narben zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Bereichen von Gehirn und Rückenmark auf der Name 'multiple Sklerose' bedeutet wörtlich 'viele Narben'.
Bei der Multiplen Sklerose werden die Nervenumhüllungen (das Myelin) durch Angriffe des eigenen Immunsystems zerstört. Bewegungsverluste, Lähmungen, Krämpfe und Sinnesstörungen sind die Folge.
Die MS ist wahrscheinlich eine Autoimmunkrankheit
Die genaue Ursache der MS ist noch nicht geklärt. Bei der MS ist ein Teilbereich des Abwehrmechanismus falsch programmiert, das heißt, er richtet sich gegen den eigenen gesunden Körper. So kommt es z.B. durch eine Fehlsteuerung innerhalb des Immunsystems zur Bildung von Antikörpern, die sich an die Schutzhülle der Nervenfasern heften und dort Schädigungen und Störungen verursachen können.
Andere Hypothese: Im Kindesalter eintretende latente sog. Slow-Virus-Infektion, die erst nach Jahren klinisch faßbare Ausfallserscheinungen hervorruft durch die aus ihr resultierende Autoaggressionskrankheit,
+++ Ursachenforschung unterstuetzen
"MUCK e.V." der Verein zur Ursachenforschung auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose und anderer chronischer Krankheiten, will mit seiner Arbeit Kraefte buendeln und Forschungsvorhaben unterstuetzen.
http://members.aol.com/muckev
Der Myelinschwund bei MS könnte durch eine abnorme Reaktion des körpereigenen Immunsystems bedingt sein. Dieses verteidigt normalerweise den Körper gegen eindringende Organismen (Bakterien und Viren). Viele Besonderheiten der MS deuten auf eine 'Autoimmunkrankheit' hin, wobei der Körper seine eigenen Zellen und Gewebe angreift im Falle der MS das Myelin.
Die Forscher wissen nicht, was das Immunsystem veranlaßt, das Myelin anzugreifen, doch wird angenommen, daß es sich um eine Kombination mehrerer Faktoren handelt. Eine Theorie geht davon aus, daß bei der Erkrankung ein Virus wesentlich beteiligt ist, das zunächst unauffällig im Körper ruht. Das Virus könnte das Immunsystem stören oder die Autoimmunreaktion indirekt auslösen. Die Forscher suchen längst intensiv nach einem solchen Virus. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um ein einziges MS-Virus. Vielmehr könnte ein gewöhnliches wie das Masern oder das HerpesVirus als MS-Auslöser wirken.
Der Auslöser aktiviert weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) im Blutkreislauf, die in das Gehirn vordringen. Dort schwächen sie dessen Abwehrmechanismus (die Blut- Hirn-Schranke). Im Gehirn aktivieren die Lymphozyten dann weitere Bestandteile des Immunsystems in einer Weise, daß diese das Myelin angreifen und zerstören.
Außerdem ist gibt es Beweise dafür, daß MS bei Menschen mit genetisch bedingter MS-Anfälligkeit häufiger auftritt.
Die Krankheit ist nicht ansteckend.
Erbfaktor:
Erkrankt von eineiigen Zwilligen einer an MS, liegt das Risiko für den anderen bei ca 30 %.
HLA DR2+HLA DW2 Assoziation
Häufigkeit :
Etwa 120.000 Menschen leiden in Deutschland an der Multiplen Sklerose (MS).
In der BRD sind von 100000 Einwohnern 50-70 an Multipler Sklerose (MS) erkrankt.
Prävalenz:
Die Erkrankungshäufigkeit zeigt eine
unterschiedliche geographische Verteilung. Sie
nimmt zum Äquator hin ab und danach wieder zu.
Es besteht also ein deutliches Nord-Südgefälle
mit Zunahme der Häufigkeit in Richtung Süden. In
den USA ist die schwarze Bevölkerung stärker als
die weiße betrofffen. Frauen erkranken häufiger
an MS als Männer. Das Haupterkrankungsalter
liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Geschlecht:
ca 2/ 3 Frauen : 1/2 Männer
Alter :
Am häufigsten bricht die Krankheit im frühen Erwachsenenalter ( 20 - 40 Lebensjahr) aus. Aber auch Kinder oder alte Menschen können erkranken.
Die MS ist eine ziemlich teure Krankheit, vor allem dann, wenn der Patient nicht mehr arbeitsfähig ist und frühzeitig berentet werden muß.
zb ca 30000 DM Jahreskosten für die Interferontherapie / Patient
Betroffen sind die Mark- oder Myelinscheiden in Gehirn und Rückenmark = die sogenannte weiße Substanz.
herdförmiger, regellos verteilter Markscheidenzerfall ,
perivaskuläre Infiltrate,
gliöse Proliferation
Narben
Die Auswertungen von Kernspintomographien zeigen , daß der Gehirnabbau schon bei geringen MS-Symptomen relativ groß sein kann.
Experte: Pathologe Hans Lassmann vom Neurologischen Institut der Universität Wien
Die Abwehrzellen des eigenen Körpers greifen die Nervenisolierung (Myelinschicht) im Gehirn an. Wird dieses Myelin stark geschädigt, kann es zur Narbenbildung (Sklerose) und schließlich zum Abbau von Nervenzellen kommen.
Nach Infektionen mit Bakterien oder Viren (wie z.B. Streptokokken oder Masern) , die ein Protein mit einem Aminosäurestrang enthalten, welches dem Strang körpereigenen Gewebes ähnelt , kann es zu einer Bekämpfung körpereigenen Gewebes durch das Immunsystem kommen.
Geht man nach den Forschern Lawrence Steinman und Hugh Mc Devittâs von der Universität Stanford und deren Laborergebnissen, so reicht es aus, wenn die Aminosäureverbindung eines Virus mit 5 Aminosäuren innerhalb eines Stranges mit 10 Aminosäuren des Körperproteins identisch ist, um bei der T-Zelle Autoimmunität auszulösen. Adenovirus Typ 2 hat beispielsweise eine Aminosäureverbindung wie das kreuzförmige Teilstück des Myelinbasisproteins (MBP), Ziel von Autoimmunangriffen bei der multiplen Sklerose. Nach einer Adenovirus-Infektion ist das Immunsystem abwehrbereit und greift die entsprechende Verbindung in der Myelinscheide (in diesem Fall MBP) an. Auch das Hepatitis B -Virus hat eine dem MBP identische Aminosäureverbindung. Dieser Strang hat eine Länge von nur 6 Aminosäuren.
Verschlechterung des Verlaufes durch:
Interferon Gamma
Varianten des Tumor Nekrose Faktors (TNF)
Infekte die Aktivität des Immunsystems steigern
Tiermodell für die multiple Sklerose ist die sogenannte experimentelle allergische Enzephalomyelitis ( EAE ) .
Experten fürs Tiermodell : Daniel P.Gold , regionales Krebszentrum San Diego, Halina Offner- Vandenbark ,Arthur A.Vandenbark , Uni Portland Oregon.
Multiple Sklerose ist eine sehr vielfältige Krankheit. Die Symptome sind davon abhängig, welche Stellen des Zentralnervensystems betroffen sind. Jeder MS-Kranke bietet ein besonderes Symptomenbild. Die Symptome und ihre Schwere und Dauer können sich bei ein und derselben Person im Laufe der Zeit ändern. Die im allgemeinen betroffenen Vermögen sind:
Sehfähigkeit
Koordination
Kraft
Empfindung
Sprechfähigkeit
Harnblasenkontrolle
Sexualität
kognitive Funktionen.
Es gibt keine typische MS. Die meisten MS-Kranken erleben mehr als ein Symptom. Zwar treten manche Symptome bei vielen Kranken auf, aber keiner hat sie alle.
Sehstörungen:
verschwommenes Sehen
Doppelbilder
Optikusneuritis
unfreiwillige schnelle Augenbewegungen
selten völliges Erblinden
Gleichgewichts und Koordinationsprobleme:
Gleichgewichtsverlust
Tremor
Gangunsicherheit (Ataxie)
Schwindel
Ungeschicklichkeit einzelner Gliedmaßen
Koordinationsmangel
Schwäche:
Diese kann insbesondere die Beine und das Gehvermögen betreffen
Mattigkeit:
Eine lähmende generelle Müdigkeit, die unvorhersagbar ist und in keinem Verhältnis zur Tätigkeit steht. Mattigkeit gehört zu den häufigsten (und gravierendsten) Symptomen der MS.
Spastizität:
Veränderter Muskeltonus kann Spastizität oder Muskelsteifheit hervorrufen, was Mobilität und Gehvermögen beeinträchtigen kann
Spasmen
Empfindungsstörungen:
Kribbeln, Taubheit (Parästhesie) oder ein brennendes Gefühl an einer Körperstelle andere undefinierbare Empfindungen.
MS kann mit Schmerzen einhergehen, z.B. mit Gesichtsschmerzen (wie Trigeminusneuralgie) und Muskelschmerzen
Sprechstörungen: langsames Sprechen; undeutliche Aussprache; Veränderungen des Sprechrhythmus.
Blasen und Darmstörungen:
Zu den Blasenstörungen gehören häufiger oder heftiger Harndrang und unvollständige oder zeitlich unpassende Entleerung. Als Darmstörungen treten Verstopfung und (selten) Verlust der willkürlichen Kontrolle auf.
Sexualität und Intimität:
Impotenz
verminderte Erregung
Empfindungsausfall.
Hitzeempfindlichkeit:
Bei diesem häufigen Symptom kommt es zu einer vorübergehenden Symptomverschlimmerung.
Kognitive und emotionale Störungen:
Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentrationsfähigkeit und der Urteilskraft oder des Verstandes.
Zwar sind manche dieser Symptome ohne weiteres erkennbar, doch andere wie Mattigkeit, Empfindungsstörungen, Gedächtnisstörungen oder Konzentrationsschwäche bestehen oft als "verborgene" Symptome. Es kann schwierig sein, diese Symptome anderen Personen mitzuteilen, und Angehörige oder Pfleger gelangen bisweilen nicht zu einem rechten Verständnis der Auswirkung solcher Symptome auf die MS-kranke Person und ihre Berufstätigkeit, ihre gesellschaftlichen Beziehungen und ihre generelle Lebensqualität.
Die Diagnostik der MS ist in den letzten Jahren entscheidend verbessert worden. Trotzdem kann es kann manchmal Wochen, Monate, zuweilen sogar Jahre dauern kann, bis die Diagnose eindeutig feststeht.
Anamnesefragen
Körperliche Untersuchung
Ausführliche und genaue neurologische Untersuchung mit Dokumentation aller erhobenen Befunde
http://www.ms-gateway.com/4GolpuvD/understd/pollget.cgi?prefix=undstd1
http://www.ms-gateway.com/4GolpuvD/understd/scale1.html
Labor
Liquor:
oligoklonale IgG-Banden (isoelektrische Fokussierung)
Urintest, über den französische Forscher Anfang Mai in der Fachzeitschrift "Lancet" berichteten
Sonstige Verfahren
NMR
akustisch u. visuell evozierte Potentiale
Forschung aktuell aus Naturwissenschaft und Technik
dradio Manuskript vom: 4.7.2001 • 16:35
Medizin. - Tomographie gibt Auskunft über Multiple Sklerose.
Das Verfahren zur besseren Diagnose der unheilbaren Krankheit hat eine Arbeitsgruppe der Fachhochschule Jena entwickelt. Dafür haben sie bestimmte Computertomografie-Verfahren mit einer speziellen Software zur Auswertung der gewonnenen Daten kombiniert. Mit einer besonderen Steuerung des Tomographen ist uns möglich, so genannte Plaques im Gehirn des Patienten nachzuweisen. Diese Beläge entstehen, wenn sich, wie für Multiple Sklerose typisch, die Hüllschicht der Nervenzellen auflöst. Die von einem Studenten der Fachhochschule im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte Software ermögliche erstmals, dass die im ganzen Hirn verstreut auftretenden Plaques automatisch und sicher beziffert werden können. [Quelle: dk]
Differential Diagnostik
Vrethem M, et al. Cavernous angioma of the brain stem mimicking multiple sclerosis. N Engl J Med. 1997 Mar 20;336(12):875-6.
Eldridge R, et al. Hereditary adult-onset leukodystrophy simulating chronic progressive multiple sclerosis. N Engl J Med. 1984 Oct 11;311(15):948-53.
Poser CM. Misdiagnosis of multiple sclerosis and beta-interferon. Lancet. 1997 Jun 28;349(9069):1916.
Bild von einem Kabelbrand
Bild vom verschiedenen Verlauf der Krankheit
Bild von einer Liquorelektrophorese mit oligoklonalen Banden
Bild von MRI Scans
Bild von evozierten Potentialen
Bild von Scotomen bei der Gesichtsfeldprüfung
Bild von einer Patientin im Rollstuhl
Cortison
Andere Immunsupressiva zB Azathioprin ( Immurek )
Interferon-ß-
Interferon-b1a Avonex® (Biogen)
Interferon-b1b Betaferon® (Schering)
Interferon-Beta-1a-Präparates Rebif® (Serono)
Glatirameracetat
Medizinische Begleittherapie
Spastik: Baclofen, Memantine,Dantrolen, Tizanidin
Antibiose bei Harnwegsinfekten, Selbstkatheterisierung
physikalische Begleitmaßnahmen
psychosoziale Begleitmaßnahmen
Kortison
Während oder nach Schüben wird seit vielen Jahren Kortison eingesetzt; es wirkt vorwiegend im Schub entzündungshemmend.
Nicht jeder Schub muß zwangsläufig mit Kortison behandelt werden. Besonders leichtere Schübe können spontan abklingen und ausheilen. Andererseits gibt auch das Kortison keine feste Garantie für eine folgenlose Rückbildung der Beschwerden. Jedes Medikament wirkt in jeder Situation anders.
Höhe und Dauer der Kortison-Therapie werden deshalb individuell abgestimmt, auch in Anbetracht von Verträglichkeit und Nebenwirkungen. Von einer Langzeiteinnahme des Kortisons ist eindeutig abzuraten.
Beta-Interferon
Indikation:
Eindeutig gesicherte MS vom schubförmigen Verlaufstyp einschließlich Lumbalpunktion mit MS- typischem Befund;
Aktiver Krankheitsverlauf mit zwei eindeutigen Krankheitsschüben pro Jahr oder mindestens einem schwerwiegendem Schub pro Jahr;
Lebensalter von bis zu 50 Jahren und erhaltene Gehfähigkeit (EDSS < 6);
kein aktueller Kinderwunsch bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Die 3 Interferone sind anfangs nur für die schubförmige Form der MS zugelassen gewesen. Beta - Interferon ist mittlerweile auch für den chronisch progredienten Verlauf zugelassen. Die Schubrate der Erkrankung wird unter dem Interferon Einfluß reduziert, parallel hierzu zeigt sich eine Verminderung der kernspintomographisch erfaßbaren Aktivität des Krankheitsprozesses im Vergleich zu einer unbehandelten Gruppe. Zwei der drei Interferone müssen im Zweitages-Rhythmus unter die Haut injiziert werden. Betaferon® wird alle zwei Tage subkutan, Avonex® einmal pro Woche intramuskulär injiziert. Die typischen grippeähnlichen Nebenwirkungen am Tag nach der Injektion lassen sich durch prophylaktische Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika dämpfen. In der für die Zulassung maßgeblichen Betaferon®-Studie gaben 86 Prozent der Patienten "Hautreaktionen" an der Einstichstelle an, die sich in Einzelfällen zu unangenehmen Nekrosen auswuchsen. Unter Avonex® waren Hautreaktionen selten, Nekrosen traten überhaupt nicht auf. Dieser Vorteil scheint vor allem durch die intramuskuläre Injektion bedingt. Schering und Biogen sind von den Behörden zudem verpflichtet worden, die Bedeutung der neutralisierenden Antikörper zu untersuchen, die beide Interferon-Präparate bei einem nicht unerheblichen Teil der Patienten provozieren.
Mit Sorge beobachten Experten nämlich, daß die Schubrate trotz Interferon-Behandlung wieder auf das Niveau der Plazebogruppen steigt, sobald diese Antikörper im Blut auftauchten. Möglicherweise fangen diese Antikörper das Interferon ab und blockieren so die Wirkung. Allerdings sind die Daten im Einzelfall widersprüchlich, so daß derzeit noch kein Konsens besteht, ob bei einem Anstieg der Schubrate und Anwesenheit von Antikörpern die Therapie abgebrochen werden sollte
Eine Therapie mit Beta-Interferonen sollte in den nachfolgenden Situationen beendet werden:
Weiteres Fortschreiten der Erkrankung trotz Therapie (z. B. aufgrund der Entwicklung von Antikörpern).
Häufige Schübe mit erforderlicher Cortison-Therapie trotz Behandlung mit Beta-Interferon.
Schwere Depression oder sogar suizidale Handlungen während der Behandlung.
Unzuverlässige Verabreichung von Beta-Interferon.
Schwere Nebenwirkungen.
Geplante Schwangerschaft.
Begleitbehandlung:
Bedeutend neben den Medikamenten ist eine gute Begleitbehandlung,
"Wichtig ist auch jemand, der einen auffängt und psychisch stützt." Professionelle Beratung sei unter anderem nötig zum Verhalten am Arbeitsplatz. So seien MS-Kranke schnell erschöpft und müßten ihren eigenen Arbeitsrhythmus bestimmen können.
Tremor und Ataxie werden aufgrund der nur geringen therapeutischen Effekte nur selten langfristig medikamentös behandelt.
In Erprobung:
Hochdosierte Immunglobulingabe
Glatiramer-Acetat (Copaxone)
Copolymer-1 (COP-1) Firma Hoechst Marion Roussel
Mitoxantron
Phosphodiesterase-Inhibitoren
Eine kühlende Weste , durch die permanent kaltes Wasser strömt. Eine Erniedrigung der Körpertemperatur verbessert die Leitfähigkeit der Nerven von MS- Kranken und lindert damit ihre Symptome.
Plasmapherese ( Mayo-Klinik in Rochester (Minnesota) Moses Rodriguez, Brian Weinshenker )
Fünfzehn europäische Länder stimmen der Zulassung von Glatirameracetat zu
Für die "first-line" Therapie von MS-Patienten gibt es nun eine neue Behandlungsoption. Glatirameracetat (Copaxone®), das immunmodulatorische Arzneimittel einer neuen Klasse, hat sich in kontrollierten klinischen Studien als wirksam und gut verträglich erwiesen.
In groß angelegten klinischen Studien (Johnson et al., Neurology, Vol 50, März 98) hat Copaxone® sowohl eine signifikante Reduktion der Schubfrequenz als auch einen signifikanten Effekt auf die mittels Magnetresonanztomographie gemessene Krankheitsaktivität und -belastung gezeigt.
Lang anhaltende Wirksamkeit
Die lang anhaltende Wirksamkeit des Medikaments wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren belegt. In klinischen Studien ergab sich kein Hinweis auf die Entwicklung neutralisierender Antikörper. Darüber hinaus ist Copaxone® das einzige immunmodulatorisch wirksame Medikament für Patienten, die auf Beta-Interferone nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.
Der Zulassung von Copaxone® zur Verringerung der Schubfrequenz bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS) haben 15 europäische Länder zugestimmt. Dies teilten vor kurzem die Unternehmen Teva Pharmaceuticals und Aventis Pharma mit, die das Medikament in Europa gemeinsam vermarkten.
Mehr als 4.000 Patienten in Europa behandelt
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens in der Europäischen Union wird Copaxone® nach Erteilung der nationalen Zulassungen ab dem 4. Quartal 2001 in den verschiedenen europäischen Ländern und damit auch in Österreich eingeführt.
Copaxone® wurde 1996 in den USA zugelassen und später in 22 weiteren Ländern, darunter Kanada, Israel, Australien, Großbritannien und der Schweiz. In der Europäischen Union war Großbritannien mit der im August 2000 erteilten Zulassung Referenzland für das gegenseitige Anerkennungsverfahren. In Europa werden bereits mehr als 4.000 Patienten seit mehreren Jahren mit Copaxone® behandelt. Schätzungen zufolge leiden in Europa mindestens 150.000 Patienten an schubförmiger MS.
Die Anzahl der MS-Patienten ist mit jener in den USA vergleichbar, der Anteil der unbehandelten MS-Population ist in Europa jedoch etwa doppelt so groß.
MH
Quelle: Pressemitteilung, Aventis Pharma GmbH
ÄRZTE WOCHE, Jg. 15, Nr. 32, 2001
Wirkungslos:
Bei Versuchen mit insgesamt über 400 Patienten blieben die aspirinähnliche Substanz Sulfasalazin und das Leukämie-Medikament Cladribin wirkungslos.
Schlimm verliefen Versuche mit den Substanzen Linomid, TGF-ß und einem TNF-Blokker. Sie mußten abgebrochen werden, weil es zu Infarkten und schweren Herzschäden kam oder weil sie offenbar den Krankheitsverlauf beschleunigten.
Nebenwirkungen:
Sheremata WA, et al.
Severe necrotizing cutaneous lesions complicating treatment with interferon beta-1b.
N Engl J Med. 1995 Jun 8;332(23):1584.
Multiple-Sklerose-Therapie in Deutschland
Eine im Mai 1997 durchgeführte Umfrage an allen neurologischen Kliniken Deutschlands (n=385) zur Multiplen Sklerose gab einen Eindruck, wie Studienergebnisse in die Alltagspraxis übersetzt werden. Bei einem Rücklauf von 244 Bögen (63 Prozent) fanden sich 22 Zentren, die mehr als 200 Patienten im Jahr behandeln, der Großteil der Kliniken behandelt weniger als 150 Patienten/Jahr. In der Schubtherapie wird vor allem die intravenöse Gabe von 500 mg bis 1 g Steroidäquivalent über drei bis fünf Tage eingesetzt. Etwas mehr als die Hälfte der Kliniken schließt ein ausschleichendes orales Therapieregime über 14 Tage an. So scheint sich die Hochdosistherapie auch bei der widersprüchlichen Studienlage weitgehend durchgesetzt zu haben. Trotz der bereits 1,5 Jahre vorliegenden Zulassung von Interferon b wurde Azathioprin Anfang 1997 noch mit fast gleicher Häufigkeit in der Therapie der schubförmigen MS eingesetzt: 46 (22 Prozent) der Kliniken behandeln mehr als 75 Prozent dieser Patienten mit Interferon b und 41 mit Azathioprin. Nur 33 Prozent der Neurologen Deutschlands behandeln mehr als die Hälfte ihrer Patienten mit chronisch-progredienten Verläufen. Hier ist die Therapie der ersten Wahl Azathioprin. Methotrexat und Cyclophosphamid kommen darüber hinaus zum Einsatz. Mitoxantron wurde 1997 nur in den großen Zentren eingesetzt. Zusammenfassend ist Azathioprin in der klinischen Praxis präsenter als in aktuellen klinischen Studien. In der Therapie der Spastik werden vor allem Baclofen, Memantine und Dantrolen eingesetzt. Tizanidin scheint unterrepräsentiert. Botulinumtoxin kommt nur selten zum Einsatz. Tremor und Ataxie werden, wohl aufgrund der nur geringen therapeutischen Effekte, kaum langfristig medikamentös behandelt. Nur 22 Kliniken leiten Patienten regelmäßig zur Selbstkatheterisierung an. Insgesamt scheint die MS-Therapie in Deutschland wenig standardisiert. Fehlende und widersprüchliche Studienergebnisse sind hier sicherlich ein wesentlicher Grund. In der Praxis zu prüfende Leitlinien, wie sie derzeit der ärztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft ausarbeitet, werden hier vielleicht helfen, im Laufe der nächsten Jahre zu Standards zu kommen.
Heesen C, Hauer S, Hadji-Abdolrahim B, Bernbeck C, Buhmann C, Emskötter T: Current status of multiple sclerosis therapy in Germany: a national survey. Eur J Neurol 1999; 6: 35-38. Dr. med. C. Heesen, Neurologische Klinik, Universitätskrankenhaus Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg.
Der MS-Krankheitsverlauf ist unvorhersehbar. Es gibt MS-Kranke, die in ihrem Befinden kaum beeinträchtigt sind, und es gibt andere, deren Zustand sich sehr schnell bis zur völligen Invalidität verschlimmert. Die meisten Fälle liegen zwischen diesen Extremen.
Zwar hat jeder MS-Kranke eine besondere Konstellation von Symptomen, aber man kann eine Reihe von Verlaufsformen gut unterscheiden:
Schubweiser Verlauf mit Remissionen:
Bei dieser MS-Variante kommt es zu unvorhersehbaren Schüben (Verschlimmerungen, Anfällen), wobei neue Symptome auftreten oder bestehende Symptome sich verschlimmern können. Solche Schübe sind von unterschiedlicher Dauer (Tage oder Monate), und anschließend kommt es zu einer partiellen oder kompletten Remission (Nachlassen). Die Krankheit kann über Monate oder Jahre hinweg ruhen.
Häufigkeit ca.25%
Gutartiger (benigner) Verlauf:
Nach ein oder zwei Anfällen mit vollständiger Erholung kommt es bei diesem MS-Typ im Laufe der Zeit zu keiner weiteren Verschlechterung, und es tritt keine bleibende Behinderung ein. Von benigner MS kann nur die Rede sein, wenn nach 10-15 Jahren lediglich ein minimaler Behinderungsgrad besteht. Ihr Anfangsbild entspricht dem der schubweisen Verlaufsform. Ein gutartiger Verlauf beginnt zumeist mit weniger gravierenden Symptomen (z.B. sensorischen).
Häufigkeit ca.20%
Sekundär fortschreitende (progrediente) Verlaufsform:
Bei manchen MS-Kranken geht ein anfänglich schubweiser Verlauf mit Remissionen später in ein Stadium fortschreitender Behinderung über, wobei weiterhin Krankheitsschübe auftreten können.
Häufigkeit ca.40%
Primär fortschreitende (progrediente) Verlaufsform:
Diese MS-Form ist durch das Ausbleiben einzelner Krankheitsschübe gekennzeichnet. Sie beginnt schleichend und schreitet mit ständiger Symptomverschlimmerung fort. Die Ausfälle und Behinderungen bleiben dauerhaft und bilden sich in der Regel nicht zurück.
Häufigkeit ca.15%
Bei all diesen Verlaufsformen kommt es nur in relativ wenigen Fällen (unter 5 %) innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung.
Was ist mit Beruf und Ausbildung?
Diese Frage ist neben der Auseinandersetzung mit der Krankheit und der familiären Situation ebenfalls sehr bedeutsam, denn MS heißt nicht, erwerbsunfähig zu werden, vielmehr geht es oft um folgende Fragen:
Muß ich meinen Arbeitgeber über meine Krankheit informieren?
Welche Vor- und Nachteile hat für mich ein Behindertenausweis?
Sollte oder kann ich mich beruflich verändern?
Sollte die Erkrankung bereits bei der Wahl meiner beruflichen Ausbildung eine Rolle spielen?
Schwierig sind für die Erkrankten oft die motorischen Probleme der Beine, die das freie Laufen beeinträchtigen, oft verbunden mit einer erhöhten Muskelspannung, der sogenannten Spastik.
Die Patienten leiden auch häufig unter Kopf- und Gesichtsschmerzen und fühlen sich insgesamt weniger belastbar wie früher.
Bettina, MS, 25: "Die MS schlich sich früh ein. Als sie mir bewußt wurde, war es schon zu spät. Heute kann ich mich nur noch wenige Schritte am Rollator schleppen."
Maria, MS, 45: "Ostern 1993 bestieg ich noch den Wendelstein, 1 ? Jahre später ging kein Schritt mehr. Immer häufiger fallen mir Arme und Stimme aus."
Delbanco TL, et al.
A 29-year-old man with multiple sclerosis, 1 year later.
JAMA. 1999 Jun 23-30;281(24):2329.
Case records of the Massachusetts General Hospital. Weekly clinicopathological exercises. Case 26-1998. A 15-year-old girl with hemiparesis, slurred speech, and an intracranial lesion.
N Engl J Med. 1998 Aug 20;339(8):542-9.
Case records of the Massachusetts General Hospital. Weekly clinicopathological exercises. Case 4-1974.
N Engl J Med. 1974 Jan 31;290(5):273-9.
Priv.-Doz. Dr. med. P. Rieckmann , Prof. Dr. med. H.-P. Hartung, Prof. Dr. med. K. V. Toyka Klinische Forschungsgruppe für Multiple Sklerose Neurologische Klinik der Julius-Maximilians-Universität Josef-Schneider-Straße 11 97080 Würzburg
Prof. Erich Mausch von der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn
Stephan Bamborschke Universität Köln
Neurologisches Fachkrankenhaus Augustahospital Anholt ( kirchlich geführtes Haus ) 4294 ISSELBURG ANHOLT 108 Betten , Schwerpunkt MS CA Prof.Dr.med.D.Seidel
Prof. Richard Rudick, Direktor des Mellen Multiple Sklerose Zentrums in Cleveland
Peter Damiri von der MS-Vereinigung von Amerika
Pathologe Hans Lassmann vom Neurologischen Institut der Universität Wien
Gordon Francis vom Montreal Neurological Institute
Moses Rodriguez von der Mayo Clinic in Rochester
US-Firma Athena Neuroscience
Klaus Felgenhauer, Neurologe an der Universität Göttingen
Lawrence Steinman und Hugh Mc Devittâs von der Universität Stanford
Dr. Stefan Schumacher, Chefarzt der Wicker-Klinik und vorher Oberarzt einer MS-Spezialklinik in Bad Laasphe Telefon-Nr. 05621 792-271
Dr. Franz Fazekas, Abteilung für Neurologie, Karl-Franzens-Universität, Anenbruggerplatz 22, 8036 Graz, Österreich.
Dr. med. C. Heesen, Neurologische Klinik, Universitätskrankenhaus Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg.
Dr Jeannette Lechner-Scott, Professor Ludwig Kappos, Dr Carmen Lienert, MS Clinic, University of Basel, Switzerland
Klinik für Neurologie KS Aarau Frau Daniela Kissling 077 79 37 78
Medizin. Zentrum Bad Ragaz Frau Cornelia von Salis 077 79 39 69
Neurologische Poliklinik Basel Frau Alice Taksaoui 077 79 39 49 (061 265 53 96)
Neurologische Poliklinik Bern Frau Erika Eicher Vella 077 79 39 59 (031 632 30 73)
Klinik für Neurologie KS St.Gallen Frau Trudy Schüpfer 077 78 09 77 (071 494 16 69)
Neurologische Poliklinik Zürich Frau Daniela Kissling 077 79 37 78 (01 255 55 18)
D/Gesundheit/Forschung
Erstes Institut für Multiple-Sklerose-Forschung in Göttingen
- Universität und Hertie-Stiftung vereinbaren Start im Juni =
Göttingen, 6. März (AFP) - Das bundesweit erste Institut für Multiple-Sklerose-Forschung soll im Juni seine Arbeit in Göttingen aufnehmen. Das vereinbarte am Mittwoch die Hertie-Stiftung mit der Universität Göttingen. Das Institut werde die Mechanismen erforschen, die dem für die Krankheit charakteristischen Untergang der Nervenfasern zugrunde liegen, kündigte der Göttinger Neurologe Mathias Bähr an. Gleichzeitig gelte es, "Strategien zur Reparatur dieser Schäden zu entwickeln".
Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, an der etwa 100.000 Menschen in Deutschland leiden. Sie ist verbunden mit Krämpfen und krankhaften Stimmungsschwankungen. Die Ursache war lange unbekannt, wird inzwischen aber in einer Störung des körpereigenen Immunsystems, also bei den Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger, vermutet .
Die Hertie-Stiftung gibt jährlich über zehn Millionen Euro für die Hirnforschung aus. Für das Projekt in Göttingen sollen in den nächsten sechs Jahren 2,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Beteiligt sind neben der Neurologie des Bereichs Humanmedizin der Universität die Max-Planck-Institute für experimentelle Medizin und für Biophysikalische Chemie, das European Neuroscience Institut (ENI) und das Deutsche Primatenzentrum, sowie Neurologen der Universität Bonn und der Klinik Charité in Berlin.
xmw/ul
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit rund 900 örtlichen Kontaktgruppen ist eine Gemeinschaft von MS-Betroffenen, ihren Angehörigen und vielen engagierten ehrenamtlichen Helfern und hauptberuflichen Mitarbeitern.
Die DMSG gibt MS-Infos, Bücher und Broschüren zu speziellen Themen und die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift "AKTIV" mit aktuellen Informationen heraus.
MS Kontaktgruppe Kronach:
Gretl Weberpals Friesenerstr 17 96317 Kronach 09261 91913
Treffen jeden 4. Donnerstag im Monat um 14 Uhr im Lukas Kranach Haus Ev.Luth Gemeinde
Rodacherstr 15 96317 Kronach
Kontonummer BLZ 77151640 Konto 3541 Spk Kronach
Schering MS Betaferon Infoline
Kostenlose Infoline 0800 55 40 24 (Mo-Fr 09.00-18.00h)
http://www.nmss.org/ Amerikanische National Multiple Sclerosis Society
Multiple Sklerose
Epidemiologie, Diagnostik und Therapie
Schmidt, Rudolf M / Hoffmann
Verlag : Urban & Fischer
Seiten/Umfang : 400 Seiten, 40 schw. - w. Abb.
Erschienen : 3. Auflage 2001 1065 g
Preisinfo : 88,00 sFr / 49,95 Eur-D / 51,40 Eur-A
ISBN : 3-437-22080-2
Heinrich Rüttinger Multiple Sklerose Hinweise und Ratschläge f. Patienten Verlag: VCH Verlagsgesellschaft Ersch.Jahr: 1990 Seiten: 88 ISBN:3-527-15420-5
Für den Laien verständliche medizinische Info's...
Bücher über MS von Betroffenen
Dr. Alexander Burnfield Multiple Sklerose - Ein Erfahrungsbericht
Der Autor, als Arzt und Psychiater tätig, erkrankte selbst bereits in seiner Studienzeit an multipler Sklerose (MS).
Gustav Fischer Verlag 1988 16,80 DM
C.Lipke: Lauf solang du kannst,
J.Graham: MS,
Petra Kurschat:Noch nicht am Ende aller Freuden
Diagnose MS. Wie ich meine Hoffnung wiederfand.
Barbara Zaruba Preis: DM 29,90
Gebundene Ausgabe - 238 Seiten (2000) Nymphenburger, Mchn.; ISBN: 3485008419
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Zahl der Rezensionen: 4
Rezensionen
Eine Leserin oder ein Leser aus München, , 16. März 2000
Immer wieder habe ich mich gefragt: Warum gerade ich? Heute weiß ich es und denke, daß die Diagnose MS nicht Endstation sein muß, sondern der Anfang einer Entwicklung sein kann. Wenn mir damals jemand gezeigt hätte, welcher Weg ans Ziel führt, dann hätte ich mir viele Irrtümer erspart! Das einzige, das die Schulmedizin empfehlen kann ist, auf jeden Fall Stress zu vermeiden, aber so einfach ist es eben nicht! Weil ich diesem Rat folgte, bewegte ich mich über Jahre in die verkehrte Richtung, Tendenz stetig abwärts! Meine im Buch beschriebene persönliche Entwicklung in über zwanzig Jahren kann anderen Mut machen, sich ins eigene Leben wieder munter einzumischen. Dazu ist es unabdingbar, sich von dem Seelenmüll zu befreien, der auf der Psyche lastet und sich mit den eigenen Gedankenmustern auseinanderzusetzen. Nicht statt einer medikamentösen Behandlung sondern zu deren Unterstützung und Ergänzung. Im gleichen Trott weiterzumachen, nichts zu verändern nach einer solchen Diagnose, führt immer tiefer in Abhängigkeit und Lähmung. So entfernen wir uns im Laufe der Erkrankung immer weiter von unserem eigenen Lebensweg, von uns selbst. Für mich ist heute die Diagnose MS kein Todesurteil auf Raten mehr, sondern eine Herausforderung, sie wird mich den Rest meines Lebens begleiten.
Leserrezensionen Durchschnittliche Leserbewertung:
Zahl der Rezensionen: 4
Eine Leserin oder ein Leser aus München , 12. Juli 2000
Ein sehr empfehlenswertes Buch
Ein hervorragendes, sehr empfehlenswertes Buch vor allem für Erkrankte, die sich immer wieder die Frage stellen: warum ich? Schon lange sind mir viele, der von Frau Zaruba dargestellten Verhaltensweisen, auch bei mir aufgefallen, aber erst nach Lesen des Buches ist mir so richtig klar, wo der Hase läuft. Ich habe endlich den langersehnten roten Faden gefunden und bin auch für mich überzeugt: nur die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit ist der Schlüssel zur Genesung.
Eine Leserin oder ein Leser aus München, Deutschland , 22. Mai 2000
Sehr lesenswert nicht nur für Betroffene
Allein die lebendige, anschauliche, persönliche und oft auch humorvolle Darstellung fesselt, besonders jeden, der von einer schweren Krankheit betroffen ist. Darüberhinaus beeindruckt die genaue und eingehende Analyse der psychischen Hintergründe und ev. Wurzeln der Krankheit!
gooldenburg@aol.de Inge Oldenburg aus 84056 Rottenburg Deutschland , 30. April 2000
Ein mutiges und sehr persönliches Buch über die Krankheit MS
Obwohl selbst nicht von MS betroffen, habe ich doch das Buch von Barbara Zaruba Ohne Unterbrechung durchgelesen. Ihre Überlegungen zur Entstehung von MS aufgrund eigener Verhaltensmuster sind auch für nicht Erkrankte hochinteressant. Ich halte es für ein Buch, das Mut macht, wirkliche Lebenshilfe gibt, und das gleichzeitig auch den Angehörigen einen Weg zum tieferen Verständnis für die Krankheit zeigt.
manuela.petersen@t-online.de aus Stuttgart , 17. März 2000
Endlich ein Buch, das neue Denkanstöße gibt.
Seit ich das Buch gelesen habe, kann ich die seelischen Aspekte der Erkrankung besser verstehen. Die Autorin hat mir den Blick geöffnet und es gelingt mir besser, hinter die eigene Fassade zu sehen. Viele eigene Verhaltensweisen habe ich in dem Buch wiedererkannt. Ich habe wieder Mut bekommen, mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Sehr gut gefallen hat mir auch das Bild auf dem Bucheinband. Der Balanceakt auf einer Kugel.Wie Ein sehr lesenswertes Buch für alle Neuerkrankten, alle die sich schon seit längerem mit der Erkrankung beschäftigen, aber auch für Angehörige und lassen.
Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch die folgenden Bücher gekauft:
Natürliche MS- Therapien. Sanfte und wirksame Behandlung von Multipler Sklerose.; Christine Wagener-Thiele
Hoffnung für Millionen. Geheilt im Selbstversuch.; Niels Franke
Gesund und bewusst essen bei Multipler Sklerose.; Dieter Pöhlau, Gudrun Werner
Mein Weg aus der Multiplen Sklerose. Erinnerungen mit Therapien, die helfen können.; Joachim Abart
Multiple Sklerose
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 23 vom 08.06.01, Seite 29 [SUPPLEMENT: Praxis Computer]
m Eine – vorwiegend negative – Bewertung des Wissenstandes von Forschung und Industrie über das Krankheitsbild Multiple Sklerose vermittelt das Werk ÆSünden an der MS im Namen des Fortschritts“ von Dr. med. Rainer Hesse. Das digitale Buch ist bei EbookCom (www.ebookcom.net) im Internet erhältlich. Dort kann der Titel über den Katalog, via Sachgebiet oder Autorennamen, recherchiert werden. Neben dem Titelblatt werden online auch einige Leseproben geboten. Eine Bestellung wird als Datei, Diskette oder CD-ROM, nicht jedoch als gedrucktes Buch, ausgeführt. Der Preis liegt zwischen 7,80 und 9,80 US-Dollar. EB
Artikel:
Übersicht:
Rieckmann, Priv.-Doz. Dr. med. Peter; Hartung, Prof. Dr. med. Hans-Peter; Toyka, Prof. Dr. med. Klaus V. Rekombinante Beta-Interferone: Immunmodulatorische Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 46 (15.11.1996), Seite A-3022
Noseworthy JH.
Progress in determining the causes and treatment of multiple sclerosis.
Nature. 1999 Jun 24;399(6738 Suppl):A40-7.
Kappos L
Multiple sclerosis trials.
Lancet 1999 Jun 26;353(9171):2242-3
Waxman SG.
Demyelinating diseases--new pathological insights, new therapeutic targets.
N Engl J Med. 1998 Jan 29;338(5):323-5.
Rudick RA, et al.
Management of multiple sclerosis.
N Engl J Med. 1997 Nov 27;337(22):1604-11
NMR:
Barkhof F, et al.
Interobserver agreement for diagnostic MRI criteria in suspected multiple sclerosis.
Neuroradiology. 1999 May;41(5):347-50.
Truyen L, et al.
Improved correlation of magnetic resonance imaging (MRI) with clinical status in multiple sclerosis (MS) by use of an extensive standardized imaging-protocol.
J Neurol Sci. 1990 May;96(2-3):173-82.
Giugni E, et al.
MRI measures and their relations with clinical disability in relapsing-remitting and secondary progressive multiple sclerosis.
Mult Scler. 1997 Aug;3(4):221-5.
Filippi M, et al.
Quantitative assessment of MRI lesion load in monitoring the evolution of multiple sclerosis.
Brain. 1995 Dec;118 ( Pt 6):1601-12. Review.
Liquor
Am J Manag Care 1998 Aug;4(8):1119-21
The clinical value of commonly used spinal fluid diagnostic studies in the evaluation of patients with suspected multiple sclerosis.
Brasher GW, Follender AB, Spiekerman AM
Scott & White Clinic, Temple, TX 76508, USA.
OBJECTIVE: This study was designed to evaluate the diagnostic value of cerebrospinal fluid (CSF) oligoclonal banding and immunoglobulin G (IgG) production in the diagnosis of multiple sclerosis. STUDY DESIGN: Spinal fluid changes in patients with suspected multiple sclerosis were compared with clinical data to determine sensitivity, specificity, and predictive value of the procedures. The results were evaluated in terms of cost compared with clinical utility in the managed care environment. PATIENTS AND METHODS: The CSF oligoclonal banding and CSF IgG index were measured in 50 patients being evaluated for possible multiple sclerosis at a multispecialty group practice clinic. RESULTS: CSF oligoclonal banding had a sensitivity of 75% and a specificity of 92% in the diagnosis of multiple sclerosis. The CSF IgG index had a sensitivity of 75% and a specificity of 95% in the diagnosis of multiple sclerosis. CONCLUSIONS: Although neither test would identify 100% of patients with multiple sclerosis, the combination of CSF oligoclonal banding and an elevated CSF IgG index correctly identified most patients with multiple sclerosis and excluded all patients without the disease in this patient population. Clin Chim Acta 1981 Aug 10;114(2-3):187-94
The electrophoretic demonstration of unique oligoclonal immunoglobulins in cerebrospinal fluid as a diagnostic test for multiple sclerosis.
Casey BR, Wong ST, Mason AJ, Lee R, Ford HC
Polyacrylamide disc gel electrophoresis was performed on unconcentrated cerebrospinal fluid and serum from 132 neurological patients and from 33 patients without neurological disease. The presence of unique, discrete immunoglobulin bands in the gamma-globulin cathodal) region of the cerebrospinal fluid gel was assessed as a diagnostic test for multiple sclerosis. The procedure exhibited a specificity for multiple sclerosis of 94% and a sensitivity of 72%, and is easier to perform than most of the other published procedures used to demonstrate oligoclonal immunoglobulins in cerebrospinal fluid. It is recommended for use in the clinical chemistry laboratory as a valuable adjunct to the diagnosis of multiple sclerosis.
Therapie:
Polman CH, Hartung HP: The treatment of multiple sclerosis: current and future. Curr Opinion Neurol 1995; 8: 200-209.
Randomised double-blind placebo-controlled study of interferon beta-1a in relapsing/remitting multiple sclerosis. PRISMS (Prevention of Relapses and Disability by Interferon beta-1a Subcutaneously in Multiple Sclerosis) Study Group. Lancet. 1998 Nov 7;352(9139):1498-504.
Placebo-controlled multicentre randomised trial of interferon beta-1b in treatment of secondary progressive multiple sclerosis. European Study Group on interferon beta-1b in secondary progressive MS. Lancet. 1998 Nov 7;352(9139):1491-7.
Fricker J: Developing drugs for multiple sclerosis. Lancet 1996; 348: 1022.
Forbes RB, et al. Interferon beta treatment for multiple sclerosis. Lancet. 1999 Feb 6;353(9151):496-8.
The IFNB Multiple Sclerosis Study Group and the University of British Columbia MS/MRI Analysis Group: Interferon beta-1b in the treatment of multiple sclerosis: Final outcome of the randomized controlled trial. Neurology 1995; 45: 1277-1285.
Jacobs LD, Cookfair DL, Rudick RA, Herndon RM, Richert JR, Salazar AM, Fischer JS, Goodkin DE, Granger CV, Simon JH: Intramuscular interferon beta-1a for disease progression in relapsing multiple sclerosis. Ann. Neurol. 1996; 39: 285-294.
Sibley WA, Ebers GC, Panitch HS, Reder AT, van den Noort S: Interferon beta treatment of multiple sclerosis (reply to letters). Neurology 1994; 44: 188-190.
Beck RW, et al.
The effect of corticosteroids for acute optic neuritis on the subsequent development of multiple sclerosis. The Optic Neuritis Study Group.
N Engl J Med. 1993 Dec 9;329(24):1764-9.
Beck RW, et al.
A randomized, controlled trial of corticosteroids in the treatment of acute optic neuritis. The Optic Neuritis Study Group.
N Engl J Med. 1992 Feb 27;326(9):581-8.
Fazekas F, et al.: Randomised placebo-controlled trial of monthly intravenous immunoglobulin therapy in relapsing-remitting multiple sclerosis. Lancet 1997; 349: 589-593.
http://www.helsinki.fi/~ahalko/ms.html ausführliche internationale Link Seite zum Thema MS
http://www.multiplesklerose.com/ Informationsseiten eines Betroffenen.
http://www.ms-gateway.com/ Firma Schering zum Thema MS
Links: http://www.dmsg.de
http://www.ms-allianz.de
http://www.betaferon.de
http://www.ms-network.com
http://www.mswatch.com
http://www.ms-gateway.de
http://www.betaferon.de
http://www.mswatch.com
http://www.ifmss.org.uk
http://www.smsg.ch
http://pharma.bayervital.de
The World of Multiple Sclerose
Bernward Hasselberg - interessante Info zur MS und Anderes
Sehr gute Einführung in das Thema MS
http://www.med1.de/Laien/Krankheiten/Multiple.Sklerose/Lexikon/
Multiple Sklerose Lexikon Knapp 600 medizinische Fachbezeichnungen rund um die Multiple Sklerose, mit deutscher Erläuterung für Laien, alphabetisch sortiert.
http://home.t-online.de/home/Kersten.42/multiple.htm Multiple Sklerose - Mailingliste
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Hoffnung
für MS-Kranke |
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Leistungsskala
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Tagebuch
Teil 1 |
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Neurologie:
Interferon beta-1b |
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EU-Zulassung
für Rebif: |
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Johanniskraut |
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Neue
Studie: |
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Thema
Muskelschwund |
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MYELSANE |
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MS-Alli@nz.de |
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WICHTIGE Informationen |
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Neue Therapien bei schubförmig verlaufender MS |
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Betaferon®-Informationsservice Schering |
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Speth, Thomas - Der MS-Betroffene informiert allgemein über die Krankheit.
http://home.t-online.de/home/333100015841-0001/ms.html
www.neurologie-praxis.de ......Was ist Neurologie
members.aol.com/flobran/gehirn.htm ......das Gehirn
home.t-online.de/home/c.figge/homepage.htm ......Nervensytem
The World of MS - http://www.ifmss.org.uk
A comprehensive reference source covering general aspects of MS and contact information for national MS societies.
.A brief introduction to multiple sclerosis - http://admin.inetport.com/~cgraf/sageproj/ms.html
A basic presentation of multiple sclerosis facts plus answers to common questions.
MS crossroads - http://www.helsinki.fi/~ahalko/ms.html A multitude of links to other exciting MS sites.
Computer literate advocates for multiple sclerosis - http://www.clams.org/
Computer communication for people with multiple sclerosis.
Multiple sclerosis books - http://med-aapos.bu.edu/PediRef/multiple_sclerosis.html
Provides a list of multiple sclerosis books that are available.
MS in the UK - http://www.york.ac.uk/~intm90/msgroups/ Provides links to the MS society and most regional MS groups in the UK.
International MS Support Foundation - http://www.msnews.org/ Based in Arizona, the site is extremely comprehensive, with information on almost every aspect of MS. Look out for Doctor’s Corner and the Guide to Nutrition.
The Myelin Project - http://www.myelin.org Run by families affected by a demyelinating disease. Find international contacts and information on the state of myelin-related disease research at this site.
Educational resources
The whole brain atlas - http://www.med.harvard.edu/AANLIB/home.html Contains lots of brain images including a time lapse movie of MS - beware of the long downloading time!!
Gainesville VAMC MRI teaching file - http://www.xray.ufl.edu/~rball/teach/mriteach.html Features MRI scans of various parts of the body showing MS disease activity.
The multi-media medical reference library - http://www.med-library.com/ An excellent site, containing links to medical institutions that are carrying out clinical trials on MS, to journals and much more.
Neurosciences on the Internet - http://www.neuroguide.com/ A database of neuroscience-related sites on the Web containing a variety of MS-related information. Includes neuroroulette, which picks a site at random for you.
MS Tutorial - http://www-medlib.med.utah.edu/kw/ms Designed as an introduction for medical students, covering the pathology and aetiology of MS, with useful illustrations and images.
1.klinisch beschriebener Fall
1.sezierter Fall
1.Beschreibung als Autoimmunerkrankung
Therapie mit Kortison
Diagnose mit dem Liquor
Rating Scale
Diagnose im Evozierten Potential
Diagnose mit dem CT
Diagnose mit dem NMR
Therapie mit Interferon
The early description of multiple sclerosis by Charcot stressed the loss of myelin.
125 Jahre nach der klassischen Beschreibung Charcots - verwehrt. Jean Martin Charcot (4) hatte in seiner Vorlesung gesagt, die Prognose der Krankheit sei schlecht und die Therapieversuche seien im allgemeinen wenig günstig gewesen.
Diskussion und Fragen,Anmerkungen
Lernfragen:
Was ist ein Axon ?
Was ist ein Dendrit ?
Was ist die Myelinscheide ?
Was ist die Bluthirnschranke ?
Was ist die weiße Substanz ?
Was ist die graue Substanz ?
Was ist ein Ranvierscher Schnürring ?
Was ist eine Elektrophorese ? ( Serum , Urin , Liquor , Immun )
Was sind Gammaglobuline ?
Was sind evozierte Potentiale ?
Was versteht man unter der Abkürzung NMR und MRI ?
Was sind Interferone ?
Welche Wirkungen haben Interferone ?
Was ist Kortison ?
Welche Wirkung hat Kortison ?
Was versteht man unter einer Spastik ?
http://www.med1.de/Laien/Krankheiten/Multiple.Sklerose/Lexikon/
Multiple Sklerose Lexikon Knapp 600 medizinische Fachbezeichnungen rund um die Multiple Sklerose, mit deutscher Erläuterung für Laien, alphabetisch sortiert.
http://www.ms-gateway.com/4GolpuvD/glossary.html Glossar in Englisch
Markscheide = Myelinscheide
Synonym: Stratum myelini Fgb.:
histol die während der Myelinisation (Myelogenese ) um die Axone der Nervenzellen gebildete Isolierschicht . Im peripheren Nervensystem das Produkt der Mehrfacheinhüllung der Nervenfaser durch die myelinreiche Zellmembranausstülpung der Schwann* Zellen (erfolgt unter Ausbildung einer »mesenteriumartig« verbleibenden Verbindung mit der Sch.* Zelle als »Mesaxon«); im ZNS gebildet von Oligodendrozyten als deren »myelinopoet. Fortsatz«. - Sie ist diskontinuierlich (= »segmentiert«), wobei die Segmente (= Internodien ) durch Einschnürungen getrennt sind (= Ranvier* Schnürringe ). Die so umhüllten Fasern werden als markhaltig = -reich bezeichnet; s.a. - Der unter Markballenbildung erfolgende Untergang (»Markscheidenzerfall« = »Myelinscheidenzerfall« = Entmarkung ) führt zu Funktionsverlust.
myelin sheath; medullary sheath.
Interferone: Interferone wurden 1957 von Isaacs u. Lindnemann entdeckt. Es sind von kernhaltigen Zellen nach Infektion mit Viren gebildete niedermolekulare Proteine, die als Hemmstoffe der intrazellulären Virusreplikation wirken
In Zellkulturen (Leukozyten-, Fibroblasten-K.) lassen sich Interferone vom Typ I (= IFN-alpha u. IFN-beta) z.B. durch Viren oder durch synthetische Stoffe induzieren; in Suspension immunkompetenter Zellen kann durch Virusantigene oder T- bzw. B-Lymphozyten-Mitogene (z.B. Lectine, Tuberculin) die Bildung von I. des Typs II (= Immun-Interferon, IFN-gamma) angeregt werden.
Die Herstellung von Interferonen erfolgt durch Gentechnologie - Die Interferone wirken - ohne selbst in die Zellen einzudringen - indirekt, u.a. durch Abbau der m-RNS und Hemmung der Peptidketten-Initiation , wodurch die Virusreplikation, und teilweise auch schnell wachsende Tumorzellen, gehemmt werden können. Auch bei Autoimmunerkrankungen zeigen sie eine positive Wirkung.
Die Interferone werden zb bei der Multiplen Sklerose, bei der Hepatitis B und C, sowie bei der Therapie der Haarzellenleukämie u. der chronischen myeloischen Leukämie eingesetzt.
Abkürzung: IFN
Juli 2003
Prognose des Verlauf der Multiplen Sklerose scheint möglich:
Hinweise verdichten sich, dass bei der Multiplen Sklerose Prognosen zur weiteren Schubhäufigkeit gestellt werden können. Im NEJM (New England Journal of Medicine) wird eine Arbeit von Thomas Berger und Mitarbeitern veröffentlicht, nach der die Bestimmung von anti-MOG-Antikörpern und anti-MBP-Antikörpern zu deutlichen Aussagen führt:
Mit beiden im Blut nachweisbaren Antikörpern hatten 21 von 22 Patienten (95 Prozent) einen neuerlichen Schub innert durchschnittlich 7.5 ± 4.4 Monaten. 35 von 42 Patienten (83 Prozent), deren Blut nur anti-MOG-Antikörper aufwies, erlitten einen weiteren Schub nach durchschnittlich 14.6 ± 9.6 Monaten.
Dagegen hatten nur 9 von 39 Patienten (23 Prozent) einen weiteren Schub - und das erst nach einer durchschnittlichen Zeitdauer von 45.1 ± 13.7 Monaten, wenn sie seronegativ waren, d. h. keinen der beiden Antikörper im Blut aufwiesen.
Diese Erkenntnis ist um so wichtiger, als bisher für die Diagnose einer Multiplen Sklerose ein zweiter Schub gefordert wurde, andererseits schon wirksame, wenn auch teure Medikamente zu dessen Verhinderung oder verzögertem Auftreten vorhanden waren. Risikogruppen können somit jetzt erfasst und gezielt behandelt werden.
Gordon Francis vom Montreal Neurological Institute: "Der Nutzen aller heute verfügbaren Arzneien ist begrenzt. Das Fortschreiten der Krankheit wird lediglich verlangsamt. Bestehende Behinderungen können nicht rückgängig gemacht werden."
Verlauf der Multiplen Sklerose während Schwangerschaft und Wochenbett
in: Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 41 (09.10.1998), Seite A-2554
Der Effekt von Schwangerschaft und Wochenbett auf den Verlauf der Multiplen Sklerose bei jungen Frauen ist noch weitgehend ungeklärt. Anhand der Verlaufsbeobachtung von 254 Multiple-Sklerose-Patientinnen aus zwölf Europäischen Ländern während insgesamt 269 Schwangerschaften versuchte eine Gruppe französischer Wissenschaftler, die Rückfallraten während dieser Zeit zu ermitteln. Da es schwierig erschien, eine Kohorte von schwangeren Multiple-Sklerose-Patientinnen mit jungen Frauen zu vergleichen, welche an der gleichen Krankheit litten, aber nicht schwanger werden durften, wurden die Frauen als ihre eigenen Kontrollpersonen verwendet, indem ihre Krankheitswerte während des ersten bis dritten Trimenons ermittelt und mit den Rückfallraten während des Jahres vor der Schwangerschaft verglichen wurden. Dabei zeigte sich, daß die Zahl der Rückfälle sich während der Schwangerschaft, insbesondere im dritten Trimenon, verringerte. Allerdings traten innerhalb der ersten drei Monate post partum vermehrt Schübe auf; danach pendelte sich deren Zahl meist wieder auf ähnlicher Höhe wie vor der Schwangerschaft ein. Stillen und Epiduralanästhesien zeigten keinen Effekt auf den Verlauf der Multiplen Sklerose. Aus immunologischer Sicht, folgerten die Autoren, scheint eine normal verlaufende Schwangerschaft zu einer Aktivitätsverschiebung vom zellulären zum humoralen Anteil des Immunsystems zu führen. Die von der fetoplazentaren Einheit sezernierten Zytokine wie Interleukin-10 hemmen die Produktion anderer Zytokine, welche die zelluläre Immunität der Mutter aktivieren - dies könnte die Toleranz des Fetus durch das mütterliche Immunsystem erklären. Im Gegensatz dazu könnte die Geburt zu einer Umkehr der Immunlage, in manchen Aspekten möglicherweise vergleichbar mit einer Transplantatabstoßung, führen. Dieses Konzept könnte erklären, warum es während Schwangerschaften oft zu Spontanremissionen, in der Wochenbettperiode dagegen zu erneutem Wiederaufflammen von T-Zell-modulierten Autoimmunerkrankungen, wie Multipler Sklerose oder chronischer Polyarthritis, kommen kann. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte nach Ansicht der Autoren zu neuen und effektiveren Behandlungsmethoden führen. silk
Confavreux C et al.: Rate of pregnancy-related relapse in multiple sclerosis. N Engl J Med 1998; 339: 285-291. Prof. Christian Confavreux, EDMUS Coordinating, Center Hôpital de l’Antiquaille, 1 rue de l’Antiquaille, 69321 Lyon, Cedex 05, Frankreich.
Koch, Klaus
Interferon bei Multipler Sklerose: Drittes Präparat vor der Zulassung
in: Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 18 (01.05.1998), Seite A-1112
Das Unternehmen Serono Pharma rechnet innerhalb der nächsten Monate mit der europäischen Zulassung des rekombinanten Interferon-Beta-1a-Präparates Rebif® zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS). Wesentliche Grundlage der Zulassung sind die Ergebnisse der "PRISMS"-Studie, in der das Immunhormon an etwa 560 Patienten mit schubförmiger MS erprobt wurde Das Akronym PRISMS steht für "Prevention of Relapses and Disability by Interferon-beta 1a, Rebif, Subcutaneously in Multiple Sclerosis". Positive Ergebnisse
Die Ergebnisse der zweijährigen, randomisierten Studie an 560 Patienten hatte das Unternehmen Serono auch auf dem EXTRIMS-Kongreß in Istanbul vorgestellt. Die Studie bestätigt die positiven Ergebnisse der bereits durchgeführten Erprobungen der Interferon-Beta-Präparate (IFN-b) Avonex® (Biogen) und Betaferon® (Schering). 189 Patienten hatten sich sechs Millionen "Rebif"-Einheiten alle zwei Tage subkutan injiziert, 184 spritzten sich die doppelte Dosis; knapp 190 Patienten erhielten ein Plazebo. Während der zweijährigen Beobachtungszeit erlebten die Patienten aus der Plazebo-Gruppe durchschnittlich 2,6 Schübe. Unter der Behandlung mit IFN-b-1a sank die Schubrate signifikant auf etwa 1,8. Die höhere IFN-Dosis zeigte einen Trend zu ausgeprägterer Wirkung, der Unterschied zur niedrigeren Dosis war aber nicht signifikant. Relativ klar fiel die Wirkung auf die Behinderung aus. In der Plazebo-Gruppe hatte sich nach zwölf Monaten bei 25 Prozent der Patienten der Zustand um eine definierte "EDSS-Einheit" verschlechtert. Diese Schwelle war unter Rebif® erst nach durchschnittlich 20 Monaten erreicht. "Die Krankheit wird nicht gestoppt, aber zumindest verzögert", kommentierte der Neurologe Lance Blumhardt von der Universität Nottingham. Ins Bild fügte sich auch der Entzündungsverlauf im Gehirn. Bei den mit IFN-b therapierten Patienten lag die kernspintomographisch sichtbare Zahl aktiver Läsionen um 70 bis 80 Prozent niedriger als in der PlazeboGruppe. Bei Vergleichen zwischen Rebif® und den Konkurrenzpräparaten Betaferon® und Avonex® halten sich Experten sehr zurück. Einerseits unterscheiden sich die Studien unter anderem in der Selektion der Patienten. Andererseits gibt es zwischen den Präparaten Differenzen in Zusammensetzung, Produktionsverfahren, Art und Häufigkeit der Injektionen, aber vor allem in der Dosierung: Das Spektrum reicht von sechs bis zu 36 Millionen "Interferon-Einheiten" pro Woche. Daß sich offenbar jede Dosis innerhalb dieser Bandbreite positiv auf den Verlauf der MS auswirkt, interpretierten Experten als deutliche Warnung, daß die Frage der optimalen Dosis noch nicht beantwortet ist. Kenneth Johnson, Neurologe an der Universität Maryland (USA), ging in Istanbul davon aus, daß in Zukunft statt einer festen Dosierung für jeden MS-Patienten eine individuell angepaßte Maximaldosis gefunden werden sollte: "Die Grenzen werden vermutlich durch die Verträglichkeit der Interferone gesetzt", sagte Johnson. 40 bis 80 Prozent der Patienten klagen bei Therapiebeginn über grippeartige Symptome, die mit Dauer der Behandlung aber nachlassen. Auch Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber und Entzündungen an der Injektionsstelle sind häufig. Klaus Koch
Multiple Sklerose: Therapieerfolg durch Immunglobuline
in: Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 33 (15.08.1997), Seite A-2131
Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung mit rezidivierendem Auftreten von demyelinisierenden Läsionen im zentralen Nervensystem. In Tierexperimenten sowie in unkontrollierten Studien am Menschen konnte durch die Gabe von intravenösen Immunglobulinen (iv-Ig) eine Besserung beobachtet werden, die sich auf immunmodulierende Mechanismen mit Remyelinisierung zurückführen ließ. In einer randomisierten, plazebokontrollierten Multizenterstudie aus Österreich wurde die Gabe von intravenösen Immunglobulinen bei Patienten mit Multipler Sklerose geprüft.
148 Patienten wurden monatlich mit 0,15 bis 0,2 g/kg Körpergewicht iv-Ig (n = 75) oder mit Plazebo (n = 73) über einen Zeitraum von zwei Jahren behandelt. Die Endpunkte der Studie waren der Effekt der Medikation auf den Behinderungsgrad, der mittels Punktetabelle erfaßt wurde, sowie der Anteil der Patienten mit klinischer Besserung, stabilem Verlauf oder Verschlechterung ihrer Erkrankung.
Während die mit Plazebo behandelten Patienten im Verlauf der zwei Jahre einen Anstieg ihres Behinderungs-Punktestandes aufwiesen, kam es in der mit intravenösen Immunglobulinen behandelten Gruppe zu einem signifikanten Rückgang der Tabellenwerte. Mit 31 Prozent gebesserten Verläufen, 53 Prozent stabiler Symptomatik und 16 Prozent Verschlechterungen schnitt die intravenöse-Immunglobuline-Gruppe gegenüber der Plazebogruppe (14 Prozent, 63 Prozent und 23 Prozent) deutlich besser ab. Nebenwirkungen der Therapie traten bei vier Prozent der Verum-Gruppe und bei fünf Prozent der PlazeboGruppe auf. Die monatliche intravenöse Gabe von Immunglobulinen ist somit als effektive und nebenwirkungsarme Therapie bei Multipler Sklerose anzusehen. Im Gegensatz zu derzeit ebenfalls untersuchten Therapien mit b-Interferonen scheint bei gleicher Wirksamkeit die geringe Rate an Nebenwirkungen sowie die einfache Handhabung von Vorteil zu sein. acc
Fazekas F, et al.: Randomised placebo-controlled trial of monthly intravenous immunoglobulin therapy in relapsing-remitting multiple sclerosis. Lancet 1997; 349: 589-593.
Dr. Franz Fazekas, Abteilung für Neurologie, Karl-Franzens-Universität, Anenbruggerplatz 22, 8036 Graz, Österreich.
Amoklauf des Immunsystems
Dr. Christian Weymayr
Übersicht:
Einleitung
Wenn das Immunsystem Freund und Feind verwechselt
Klinische Symptomatik
Der Zeitzünder wird bereits in der Kindheit angeschaltet
Genetische Disposition
Blackout des Immunsystems
Therapeutische Ansätze
Attacke auf körpereigene T-Zellen
Der Immunmediator Betaferon
Betaferon bekommt Konkurrenz
Unspezifische Hemmung der Körperabwehr: Kortikosteroide und Antimetabolite
Immunsuppressivum Deoxyspergulan im Widerstreit
Neurobiologischer Ansatz: Verpflanzung von Gliazellen
Checkliste Multiple Sklerose
Noch immer ist die Ursache der Multiplen Sklerose ungeklärt. Vermutlich liegt eine Autoimmunerkrankung zugrunde, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Bereits mehr als 20 Viren standen auf der Fahndungsliste der Forscher - bislang ohne Erfolg. Immunologen, Neurologen und Genetiker verfolgen heiße Spuren im molekularen Geschehen der MS. Der Biologe und Journalist Dr. Christian Weymayr zieht eine aktuelle Bilanz.
Einleitung
Wer die Multiple Sklerose verstehen will, muß sich weit in den Dschungel der Immunbiologie hineinwagen. Auch wenn über dieses häufige neurologische Leiden vieles noch völlig unklar ist, haben Wissenschaft und Technik in den vergangenen Jahren die MS-Forschung vorangetrieben. Die Kernspintomographie hat sich als präzise Diagnosemethode etabliert und mit Betaferon steht seit Anfang des Jahres ein Medikament zur Verfügung, das große Hoffnungen geweckt hat, derzeit aber noch kontrovers diskutiert wird. "Betaferon könnte", so heißt es in der Januar-Ausgabe von Trends in Neurosciences, "das letzte Medikament sein, das ohne klares Verständnis seiner zellulären oder molekularen Wirkungsweise eingeführt wird." Deshalb zerbrechen sich nach wie vor viele Forscher den Kopf über das molekulare Geschehen der Multiplen Sklerose.
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Wenn das Immunsystem Freund und Feind verwechselt
Jeder tausendste Bewohner unserer Breiten erkrankt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr an Multipler Sklerose. Die von Gliazellen aufgebauten Markscheiden, die Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark umhüllen, degenerieren, Sklerosen entstehen, die Nerven sterben ab. Schuld am Niedergang ist vermutlich das Immunsystem, das Freund und Feind verwechselt und gegen die eigenen Nervenhüllen zu Felde zieht.
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Klinische Symptomatik
Schubförmig oder chronisch zieht sich das Leiden oft über Jahrzehnte hin: Patienten klagen über Schwäche der Gliedmaßen, Taubheit in Händen und Füßen, Blindheit oder Doppeltsehen, Artikulationsschwierigkeiten und Gleichgewichtsprobleme. Auch wenn die Patienten häufig müde sind, ist ihre Seelenlage zu Beginn der Krankheit stabil, manchmal sogar eher euphorisch. Auch bilden sich nach den ersten Schüben, die alle ein bis fünf Jahre auftreten, die sensorischen und motorischen Ausfälle innerhalb von acht Wochen mehr oder weniger zurück. Doch dann häufen sich die Beschwerden: Patienten haben Probleme, den Harn zu halten, entwickeln Geh- und Sprachstörungen und bauen in einem Viertel der Fälle auch geistig ab.
Wann der nächste Schub kommt, weiß der Patient nicht, auch nicht, wie schwer er sein wird oder wann eine chronische Verschlechterung eintritt. Eine Heilung gibt es bislang nicht, auch nicht mit Betaferon. Doch Scherings MS-Experte Reinhard Horowski ist optimistisch: "Ich hoffe, daß die MS, die ja jetzt schon zu den behandelbaren Krankheiten gehört, auch einmal geheilt werden kann, wenn wir ihrer Ursache nähergekommen sind."
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Der Zeitzünder wird bereits in der Kindheit angeschaltet
Die Wurzeln der Multiplen Sklerose liegen in der Kindheit, wie epidemiologische Studien nahelegen: Bereits vor dem 15. Lebensjahr werden gewisse T-Lymphozyten angestoßen, so als würde ein Zeitzünder eingeschaltet. Mehr als 20 Viren standen als mögliche Auslöser bereits auf der Fahndungsliste der Forscher - bislang ohne Erfolg. Würde er gefunden, ließe sich durch Impfung oder Meidung des Kontakts auch das Leiden verhindern. Doch der ominöse Auslöser alleine scheint nicht auszureichen, die Immunreaktion in Gang zu bringen.
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Genetische Disposition
Eineiige Zwillinge von MS-Patienten bekommen die Krankheit in 25% der Fälle ebenfalls und tragen so im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ein 300faches Risiko; bei Verwandten ersten Grades ist es 20- bis 40fach erhöht. Daß ein genetischer Faktor beteiligt sein muß, zeigt eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie an 15.000 kanadischen Patienten (Nature 1995; 377: 105): Werden MS-Patienten in früher Kindheit adoptiert, so haben weder Zieheltern noch Ziehgeschwister ein erhöhtes Risiko. Eine heiße Spur des genetischen Faktors X haben die Forscher schon: In Nordamerika und Nordeuropa ist das HLA-DR2-Molekül, eine Ausprägung des Antigen-präsentierenden Komplexes (MHC), bei MS-Patienten besonders häufig. Bestimmte HLA-Prädispositionen werden auch mit anderen Autoimmunleiden in Zusammenhang gebracht.
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Blackout des Immunsystems
Jahre nach der Initialzündung kommt es dann zum Blackout des Immunsystems: Die sensibilisierten T-Zellen stürzen sich auf Bestandteile der Myelin-Nervenhüllen im Zentralnervensystem. Unterstützt werden sie bei ihrem Amoklauf von Makrophagen, Mikroglia (zu denen auch die Oligodendrozyten gehören), Antikörper-produzierenden
B-Lymphozyten und anderen Zellen und Faktoren des Immunsystems. Daß es überhaupt zum Verwechseln von Selbst und Fremd kommen kann, entspringt einem evolutio-nären Zwang: Viren und Bakterien, die körpereigene Strukturen imitieren und sich so der Verfolgung durch das Immunsystem entziehen, haben einen Überlebensvorteil gegenüber leicht erkennbaren Mikroben. Also müssen T-Zellen, wie ein Artikel in Nature (1996; 380: 495) beschreibt, auch Strukturen erkennen, die körpereigenen ähneln - eine gefährliche, wenn auch notwendige Maßnahme, um im Wettlauf mit den Krankheitserregern Schritt halten zu können. Bei MS und anderen Autoimmunleiden löst dieses Spiel mit dem Feuer einen Flächenbrand aus: Abwehrkräfte werden entfesselt, die nicht nur "ähnliche" Strukturen, sondern auch "eigene" attackieren.
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Therapeutische Ansätze
Die selbstzerstörerischen Immunfaktoren auszuschalten, ist das Ziel der meisten Therapieansätze. Dieser immunologische Weg stand auf einer Konferenz in Brüssel Ende November vergangenen Jahres im Mittelpunkt des Interesses (Lancet 1995; 346: 1551).
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Attacke auf körpereigene T-Zellen
T-Zellen können auf zwei Arten gebremst werden: zum einen, indem man sie aus dem Verkehr zieht. So wurden in einer Pilotstudie Patienten-T-Zellen kultiviert, die gegen körpereigenes Myelin aktiv waren, dann bestrahlt und anschließend den 8 Patienten der Untersuchung rückinjiziert (Lancet 1995; 346: 807). Eine Immunantwort gegen diese T-Zellen vernichtete auch die im Körper verbliebenen aktiven T-Zellen. Bei drei Patienten stieg der T-Zell-Spiegel allerdings nach einigen Monaten wieder an. Die klinischen Auswirkungen der experimentellen Therapie waren bedauerlicherweise schwach. Auch Versuche, die für den Antigenkontakt unentbehrlichen CD 4-Moleküle auf den T-Zellen mit monoklonalen Antikörpern zu blockieren, verliefen bislang enttäuschend.
Eine andere Immunstrategie verfolgt das Ziel, T-Zellen mit einer Flut von Antigenen zu desensibilisieren. Orale Gaben des MBP (Myelin Basic Protein), vermutlich eines der Hauptziele autoaggressiver
T-Zellen, werden derzeit in den USA in großen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Auch die deutsche Firma Schering ist mit von der Partie: Sie will noch in diesem Jahr Phase-I-Studien mit MBP-Bruchstücken beginnen. Das synthetische MBP-ähnliche Peptid "Copolymer 1" (Cop 1) der Firma Teva konnte in Phase-II-Studien bereits die Schubrate verringern. Die experimentelle Autoimmunenzephalomyelitis, ein Modell für MS, kann mit Cop 1 und ähnlichen Molekülen sogar geheilt werden.
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Der Immunmediator Betaferon
Zweites Ziel der Immuntherapien ist die Beeinflussung von Mediatoren, mit denen sich Abwehrzellen anlocken, stimulieren oder bremsen. Scherings Betaferon, das seit Januar in Deutschland auf dem Markt ist und auf gentechnischem Wege von Escherichia coli produziert wird, ist so ein Immunmediator: das Interferon ß 1b. Zwar ist seine genaue Funktion bei der Attacke auf die Myelinscheiden der Nervenzellen noch unklar, doch unterm Strich wirkt es entzündungshemmend, wie Studien an knapp 400 Patienten mit schubförmiger, noch nicht sehr weit fortgeschrittener MS gezeigt haben: "Die Schubrate der Erkrankung wird unter dem Einfluß von Betaferon reduziert. Parallel dazu zeigt sich eine Verminderung der kernspintomographisch erfaßbaren Aktivität des Krankheitsprozesses", verkündete die Bundesärztekammer am 12. April im Deutschen Ärzteblatt. Im Monat zuvor hatte das Arzneimitteltelegramm dagegen die Frage gestellt, ob Betaferon bei seiner "Markteinführung schon überholt" sei. Das Argument: "Die Dauer der Schübe, die Symptome zwischen den Schüben und das Fortschreiten der Erkrankung bleiben unbeeinflußt." Zum letzten Punkt äußerte sich auch die Bundesärztekammer skeptisch: "Die Auswirkungen auf den Langzeitverlauf sind umstritten." Die europäische Arzneimittelbehörde schien bei der Zulassung des Mittels ebenfalls nicht hundertprozentig überzeugt und bedingte sich jährliche Rapports aus - "bei innovativen Substanzen", so Scherings MS-Experte Dr. Reinhard Horowski, "der Normalfall". Er sieht in den Kernspinbildern ein gutes Omen für den langfristigen Therapieverlauf. Klarheit werden aber, wie er einräumt, erst die Erfahrungen mit derzeit 40.000 Betaferon-Patienten in den USA bringen. Weitere Studien werden zeigen, ob es Sinn macht, Betaferon auch bei Patienten mit stark fortgeschrittener MS einzusetzen.
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Betaferon bekommt Konkurrenz
Vermutlich wird Scherings Betaferon bald auch hierzulande Konkurrenz bekommen. In den USA ist das Säugerzell-Pendant der Firma Biogen bereits seit Mai 1996 auf dem Markt. Statt E. coli sind CHO-Zellen (Chinesischer Hamster Ovarien) die Baumeister des Stoffes, der dann nicht mehr Interferon ß 1b, sondern 1a heißt und zusätzlich zum Aminosäuregerüst noch die natürlichen Glykosilierungen aufweist.
Neben dem Interferon gilt unter den Immunmediatoren vor allem dem Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-a) die Aufmerksamkeit der Forscher, allerdings unter anderen Vorzeichen. Denn TNF-a heizt das Immungeschehen an. Seine verheerende Wirkung ist beispielsweise beim septischen Schock gefürchtet. Also versuchen die Forscher, TNF-a zu blockieren oder zumindest seine Produktion einzudämmen.
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Unspezifische Hemmung der Körperabwehr: Kortikosteroide und Antimetabolite
Da MS als eine Entgleisung des Immunsystems angesehen wird, dessen Einzelkomponenten entweder nicht richtig verstanden oder nur schwer zu beeinflussen sind, wird auch der pragmatische, wenngleich wissenschaftlich unbefriedigendere Weg eingeschlagen, die Körperabwehr unspezifisch ruhigzu stellen - eine Strategie, die immerhin Organtransplantationen zum Routineeingriff werden ließ. So haben sich auch für die Behandlung der MS entzündungshemmende Kortikosteroide wie Methylprednisolon und der Antimetabolit Azathioprin (Imurek) etabliert: Krankheitsschübe werden kürzer und seltener. Eine Langzeittherapie mit Kortikosteroiden hat sich jedoch ebensowenig bewährt wie Gaben des nach Transplantationen unverzichtbaren Cyclosporins. In akuten Krisensituationen, etwa bei einem Hirnstammherd, kann die Zahl der Immunzellen durch Plasmapherese verringert werden.
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Immunsuppressivum Deoxyspergulan im Widerstreit
Für Aufsehen sorgte kürzlich der Streit um Deoxyspergulan. Während "Der Spiegel" unter dem Titel "Trauriges Lehrstück" die Sturheit des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte geißelte, den "heroischen Selbstversuch" des Mediziners und MS-Kranken Niels Franke nicht mit der Zulassung der Substanz zu honorieren, erklärte selbiges Institut nüchtern, daß die sich widersprechenden Ergebnisse der zwei klinischen Studien für ein positives Votum nicht ausreichten.
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Neurobiologischer Ansatz: Verpflanzung von Gliazellen
Anders als die Immunbiologen versuchen Neurobiologen den Schaden, den die MS-Schübe im Gehirn anrichten, zu reparieren. Die Nervenexperten setzen dabei vor allem auf eine Verpflanzung von Gliazellen. Bis die neuen Erkenntnisse der Neurobiologen und Immunologen allerdings in eine Therapie der MS münden, steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund: Krankengymnastik, Bewegungstherapie, logopädisches Artikulations-training, praktische Übungen zur Bewältigung des Alltags, Prophylaxe von Harnwegsinfektionen, Blasentraining und vor allem psychischer Beistand in Selbsthilfegruppen. Was wie eine Kapitulation vor der Krankheit aussieht, ist in Wirklichkeit erfolgreicher Widerstand: Vor allem der Symptombehandlung ist zu verdanken, daß die Lebenserwartung und Lebensqualität von MS-Patienten in den vergangenen fünfzig Jahren enorm gestiegen ist. In günstigen Fällen leben MS-Kranke heute ebenso lange wie Gesunde.
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Checkliste Multiple Sklerose
Definition
schubförmig oder chronisch verlaufende Entmarkungskrankheit von Gehirn und Rückenmark.
Vorkommen
In der BRD bei 70 von 100.000 Einwohnern, in 30% der Fälle erster Schub zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, mehr Frauen als Männer betroffen.
Symptome
zentrale Lähmungen, Sensibilitäts und Koordinationsstörungen, vielfältige psychopathologische Symptome, in 30% der Fälle anfangs eine Entzündung des Sehnervs, im Verlauf auch Störungen der Blasen- und Sexualfunktion, in 25% der Fälle geistiger Abbau.
Entstehung
Ursache unbekannt, genetische Disposition, wahrscheinlich Autoimmunerkrankung nach einer in der Jugend erworbenen Virusinfektion.
Diagnose
klinische Symptome, Liquorsyndrom mit Nachweis von Zellvermehrung und Antikörperanstieg, oligoklonale Banden in der Isoelektrofokussierung, Kernspintomographie (MRT) sehr sensitiv, doch keine gute Korrelation zwischen im MRT sichtbaren Läsionen und klinischen Symptomen, Computertomographie im späteren Verlauf der Erkrankung.
Therapie
keine kausale Therapie möglich, Betaferon bei schubförmigem Verlauf, hochdosierte Kortikosteroidbehandlung während des Schubes, als Langzeitmedikation das Immunsuppressivum Azathioprin, Symptombehandlung: Blasentraining, krankengymnastische, logopädische und lebenspraktische Übungen, Selbsthilfegruppen.
Forschung
Immunologie: T-Zell-Impfung, Antigentherapie, Hemmung von Mediatoren wie TNF-a, Immunsuppression, Neurobiologie: Remyelinisierung durch Zelltransplantation.
© Georg Thieme Verlag 1999 E-Mail: via.medici@thieme.de Aktualisiert am: 8.7.1999
The New England Journal of Medicine -- January 29, 1998 -- Vol. 338, No. 5
Demyelinating Diseases -- New Pathological Insights, New Therapeutic Targets
Virtually every textbook of neurology or general medicine includes chapters on demyelinating diseases, with most of the attention devoted to multiple sclerosis. The concept of multiple sclerosis as a demyelinating disease is deeply ingrained. The early description of multiple sclerosis by Charcot stressed the loss of myelin. The diagnosis of multiple sclerosis rests in part on the demonstration, by measurement of evoked potentials, of slowed action-potential conduction, a physiologic hallmark of demyelination.
The lipid-rich myelin sheath is produced by Schwann cells in peripheral nerves and by oligodendrocytes in the brain and spinal cord, and myelin possesses high electrical resistance and low capacitance and thus acts as an insulator around axons. The myelin is arranged in segments separated by nodes of Ranvier, where sodium channels are clustered in high density in the axon membrane so that they can produce action potentials (Figure 1A). Myelin covers and masks the internodal parts of the axon, which contain fewer sodium channels and a higher density of potassium channels, which tend to oppose the generation of action potentials. Myelination increases the speed of conduction and improves its metabolic efficiency. Damage to the myelin is accompanied by a decrease in conduction velocity and, when severe, by conduction block (Figure 1B). (1) In addition, cell-cell interactions between myelin-forming glial cells and their underlying axons actively influence the biochemical properties of the axons; a loss of the myelin is associated with destabilizing changes in the molecular structure of the axonal cytoskeleton. (2)
Multiple sclerosis can take several forms. In the relapsing-remitting type of multiple sclerosis, the patient's course is punctuated by exacerbations or relapses in which there is clinical worsening, but these are followed (within weeks to a few months) by remissions with partial or full recovery from the deficits. The molecular substrate for remissions appears to be provided by a remodeling of the demyelinated (formerly internodal) axonal membrane so that it acquires a higher-than-normal sodium-channel density, which permits conduction of action potentials despite the loss of myelin (Figure 1C). (3,4,5)
Progressive forms of multiple sclerosis are characterized by a downhill course without remissions, so that the patient acquires more and more clinical deficits, either beginning at presentation (primary progressive form) or after a period of relapsing-remitting disease (secondary progressive form).
Why do the patients with progressive multiple sclerosis not have remissions? An answer to this question might help us to approach the important objective of limiting the development of permanent deficits. In a study reported in this issue of the Journal, using confocal microscopy and computer-based, three-dimensional reconstructions, Trapp et al. (6) have provided an elegant demonstration of substantial damage to axons, as well as myelin, in the brains of patients with multiple sclerosis. Using antibodies to nonphosphorylated neurofilaments (a marker of axonal regions that lack myelin), they demonstrate axonal transection throughout active lesions (including acute lesions early in the course of the disease) and within chronic active lesions, particularly at the edges of actively demyelinating lesions, where major-histocompatibility-complex class II-positive inflammatory cells are abundant. They postulate that axonal degeneration (Figure 1D) is a pathologic correlate of irreversible neurologic impairment in multiple sclerosis.
This demonstration of axonal pathology in multiple sclerosis builds on a history of hints throughout the literature that it is more than just a demyelinating disease. Even Charcot's early description of multiple sclerosis mentioned axonal pathology. In the 1970s, on the basis of more contemporary molecular dissection of myelinated axons, which demonstrated a mutual interdependence of axons and myelin-forming glial cells, some of us speculated that there could be no "pure" demyelinating diseases. McDonald et al. (7) suggested in 1992, on the basis of magnetic resonance imaging and electron microscopy of brain tissue from patients with multiple sclerosis, that as lesions age, there is progressive axonal loss. This group also used magnetic resonance spectroscopy to study cerebellar white matter and found a significant reduction in a neuronal marker (N-acetyl aspartate) that was correlated with the presence of cerebellar deficits; these observations provided evidence that axonal loss is important in the development of persistent neurologic disability in multiple sclerosis.
The studies by Davie et al. (8) and Narayanan et al. (9) also found evidence of axonal degeneration in normal-appearing white matter outside of demyelinating lesions, possibly due to wallerian degeneration of axonal projections that had been disconnected from their origins as a result of transection. Using amyloid precursor protein as a histopathological marker of damaged axons in the brains of patients with multiple sclerosis, Ferguson et al. (10) recently found evidence of axonal injury throughout acute lesions and at the margins of active chronic lesions; like Trapp et al., (6) they interpret their results as suggesting that axonal damage may be associated with inflammation.
If axonal injury early in the course of disease contributes to the development of irreversible neurologic deficits, the prevention of axonal loss might be expected to prevent persistent disability. Trapp et al. (6) and Ferguson et al. (10) note a relation between axonal injury and inflammation, suggesting that a reduction in the inflammatory response might result in the loss of fewer axons and thus in less clinical deficit. An alternative approach is suggested by studies that have demonstrated that ion channels and exchangers (11,12,13) together form a "final common pathway," subject to modulation by neurotransmitters, (14) that underlies axonal degeneration after various injuries. Axonal function and integrity can be preserved after acute insults by means of neuroprotective interventions that block or modulate injurious ion fluxes at several stages within this molecular death cascade (12,14,15) or that interfere with "downstream" degenerative events such as activation of calpains and other destructive enzymes. (13) Further studies will be needed to determine whether the reduction in inflammatory responses or the neuroprotection of axons can limit or prevent axonal degeneration in multiple sclerosis and, if so, whether this will reduce or prevent the acquisition of persistent neurologic deficits.
Chapters on "demyelinating" diseases will not necessarily become shorter as a result of the reclassification of multiple sclerosis as an "axonal" disorder. It has recently been recognized that in some patients with traumatic (nonpenetrating) spinal cord injury there are residual axons that maintain continuity through the lesion but fail to conduct impulses as a result of demyelination. These findings have been reported in some patients with "clinically complete" lesions (i.e., those with no function below the level of the lesion), which are classically considered to be due to transection of the spinal cord and its constituent axons within the lesion. (16,17,18) The demonstration of these preserved, but demyelinated, axons suggests that in spinal cord injury, at least some degree of functional recovery might be achieved by strategies that restore impulse conduction along demyelinated axons.
Recognition that multiple sclerosis is, in part, an axonal disease and that spinal cord injury is, in part, a disorder of myelin should trigger a critical rethinking of these disorders and provides us with new targets for therapy. Ideally, future studies will tell us whether the protection of axons from injury in multiple sclerosis and the repair of demyelinated axons in spinal cord injury are therapeutic strategies that will help preserve neurologic function in patients with these disorders.
Stephen G. Waxman, M.D., Ph.D.
Yale School of Medicine
New Haven, CT 06510
Copyright © 1998 by the Massachusetts Medical Society. All rights reserved.
References
1. Waxman SG. Pathophysiology of demyelinated and remyelinated axons. In: Cook SD, ed. Handbook of multiple sclerosis. 2nd ed. New York: Marcel Dekker, 1996:257-94.
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3. Bostock H, Sears TA. The internodal axon membrane: electrical excitability and continuous conduction in segmental demyelination. J Physiol (Lond) 1978;280:273-301.
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8. Davie CA, Barker GJ, Webb S, et al. Persistent functional deficit in multiple sclerosis and autosomal dominant cerebellar ataxia is associated with axon loss. Brain 1995;118:1583-92. [Erratum, Brain 1996;119:1415.]
9. Narayanan S, Fu L, Pioro E, et al. Imaging of axonal damage in multiple sclerosis: spatial distribution of magnetic resonance imaging lesions. Ann Neurol 1997;41:385-91.
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The New England Journal of Medicine -- January 29, 1998 -- Vol. 338, No. 5
Axonal Transection in the Lesions of Multiple Sclerosis
Bruce D. Trapp, John Peterson, Richard M. Ransohoff, Richard Rudick, Sverre Mork, Lars Bo
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Abstract
Background. Multiple sclerosis is an inflammatory demyelinating disease of the central nervous system and is the most common cause of neurologic disability in young adults. Despite antiinflammatory or immunosuppressive therapy, most patients have progressive neurologic deterioration that may reflect axonal loss. We conducted pathological studies of brain tissues to define the changes in axons in patients with multiple sclerosis.
Methods. Brain tissue was obtained at autopsy from 11 patients with multiple sclerosis and 4 subjects without brain disease. Fourteen active multiple-sclerosis lesions, 33 chronic active lesions, and samples of normal-appearing white matter were examined for demyelination, inflammation, and axonal pathologic changes by immunohistochemistry and confocal microscopy. Axonal transection, identified by the presence of terminal axonal ovoids, was detected in all 47 lesions and quantified in 18 lesions.
Results. Transected axons were a consistent feature of the lesions of multiple sclerosis, and their frequency was related to the degree of inflammation within the lesion. The number of transected axons per cubic millimeter of tissue averaged 11,236 in active lesions, 3138 at the hypocellular edges of chronic active lesions, 875 in the hypocellular centers of chronic active lesions, and less than 1 in normal-appearing white matter from the control brains.
Conclusions. Transected axons are common in the lesions of multiple sclerosis, and axonal transection may be the pathologic correlate of the irreversible neurologic impairment in this disease. (N Engl J Med 1998;338:278-85.)
Source Information
From the Departments of Neurosciences (B.D.T., J.P., R.M.R., R.R., L.B.) and Neurology (R.M.R., R.R.), Lerner Research Institute, and the Mellen Center for Multiple Sclerosis Research (R.M.R., R.R.), Cleveland Clinic Foundation, Cleveland; and the Department of Pathology, Haukeland Hospital, Bergen, Norway (S.M.). Address reprint requests to Dr. Trapp at the Department of Neurosciences, Cleveland Clinic Foundation, 9500 Euclid Ave., Cleveland, OH 44195.
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