aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schulmedizin ist die Medizin, die an der Universität während des Studiums gelehrt wird.
Sie fühlt sich der Naturwissenschaft, der Statistik und der Skepsis auch den eigenen Methoden gegenüber verpflichtet.
Auch die Schulmedizin kennt Moden und unbewiesene Lehrmeinungen. Es findet jedoch ein langsamer Prozeß der Verbesserung statt, der zu diagnostischen und therapeutischen Methoden führt, die für jedermann nachprüfbare Ergebnisse aufweisen.
Ein neuer Begriff der ähnliches meint ist die Evidenz basierte Medizin.
Die Schulmedizin sollte eigentlich nur Medikamente und Behandlungsmethoden mit nachgewiesener Wirksamkeit anwenden. Sie umfasst einen Großteil des Wissens- und Erfahrungsschatzes der Medizin der westlichen Hemisphere, der sich in vielen Jahrhunderten, vor allem aber in den letzten 200 Jahren angesammelt hat. Die schulmedizinischen Regeln sind nicht starr, sondern werden durch neue Entdeckungen, Entwicklungen, Untersuchungen, diagnostische Methoden oder durch die Einführung neuer Medikamente und Heilmethoden verändert und dem Stand des Wissens angepasst. Dieser Anpassungsprozeß ist oft mühsam und langsam. Kostendruck, der Zwang zur statistischen Nachprüfbarkeit und Dokumentation, die internationale Erfahrungsaustausch, das Auftreten neuer Krankheiten und auch der wissenschaftliche Ehrgeiz bringen aber immer wieder Bewegung in das vermeintlich fest zementierte "Schulgebäude".
Zwei sehr angesehene medizinische Zeitschriften, die sich ganz der Schulmedizin verpflichtet fühlen sind:
Natürlich gibt es noch viele andere schulmedizinische Zeitschriften.
In den meisten Krankenhäusern wird Schulmedizin betrieben. Die meisten Kassenärzte betreiben Schulmedizin, da die gesetzlichen Krankenkassen oft nur schulmedizinische Methoden bezahlen.
Einige Krankenhäuser und eine Reihe von Kassenärzten bieten mittlerweile auch alternative Medizin an, da dies von den Patienten stark nachgefragt wird und man damit Geld verdienen kann.
Die Schulmedizin wird von Ihren homöopathischen Kritikern auch Allopathische Medizin genannt.
Medizinische Richtungen, die sich nicht der Schulmedizin verpflichtet fühlen und die von der Schulmedizin abgelehnt werden. = Alternativ Medizin
Bachblütentherapie
Akupunktur ( insbesondere der theoretische Ballast dahinter)
Naturheilkunde im allgemeinen :
Die Vorstellung , daß pflanzliche Medikamente besser verträglich und schonender sind , ist aus Sicht der Schulmedizin oft falsch.
Naturheilkundliche Präparate sind aus Sicht der Schulmedizin oft schlecht untersucht und dokumentiert.
Die Vorstellung erst im Zusammenwirken der einzelnen naturheilkundlichen Wirkstoffe ergibt sich die Hauptwirkung.
Aromatherapie
Trinken des eigenen Urins
Traditionelle Chinesische Medizin
Homöopathie ( similia similibus curat , Verdünnen bis zum geht nicht mehr.)
Frischzellentherapie
Auspendeln
Steintherapie
Misteltherapie bei Krebs
Nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden, die von der Schulmedizin akzeptiert werden.
Kneippsche Güße - Kneippsche Kalt Wassertherapie
( gut zur Vorbeugung gegen Schnupfen und Erkältungen)
Bibliotherapie - Gesundwerden duch Lesen guter Bücher
Musiktherapie - Gesundwerden durch das Hören und Spielen schöner Musik
Wander-und Lauftherapie - Gesund werden durch Wandern und Laufen
Gesprächstherapie - Gesundwerden durch eine gute Unterhaltung
Neuraltherapie - Gesundwerden durch gezielte Ausschaltung von Schmerzpunkten
Physikalische Medizin - Massagen , Wärmetherapie , Bewegungsübungen, Bäder etc
Sport Therapie - Gesundwerden durch Sport
Beschäftigungstherapie
Ergotherapie
Frischluft Therapie
Akupunktur ohne theoretischen Ballast
(berechtigte oder unberechtigte) Kritikpunkte an der Schulmedizin
Sie ist techniklastig
Sie nimmt sich nicht genug Zeit für den Einzelfall
Sie hat keine ganzheitliche Sicht des Menschen.
Sie huldigt zu sehr dem Reduktionismus
Sie kümmert sich nicht um die Ursachen der Krankheiten Ätiologie
Sie vernachlässigt die chronischen Krankheiten
Sie vernachlässigt die vegetativen Beschwerden der Patienten
Sie macht es Außenseitermethoden und alternativen Methoden zu schwer
Sie nimmt Außenseitermethoden nicht ernst
Sie behandelt mit zu viel Chemie und zu viel Antibiotika
Die Mediziner sind eine reformunfähige Ordensgemeinschaft
Die Mediziner sind autoritätsgläubig
Die Mediziner spielen sich als Götter in Weiß auf
Die Mediziner wollen nur viel Geld verdienen
Große Schwächen bei der Prävention chronischer Erkrankungen
Zu wenig Offenheit für Unkonventionelles
zu große Gläubigkeit an wissenschaftliche Studien, deren korrekte Interpretation oft sehr schwierig ist
Zu wenig Zuwendung zum Patienten, da kommerzielle und bürokratische Zwänge die dazu notwendige Zeit verschlingen
Zunehmende Angst vor Kunstfehlern und vor dem Staatsanwalt
Siehe auch Ganzheitsmedizin
Literatur
Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin
Petr Skrabanek, James McCormick
Verlag Kirchheim, Mainz
Wichtig für alle , die verstehen wollen, was Schulmedizin ist, und was nicht. Das Buch unterzieht die Medizin insgesamt einer sehr kritischen Würdigung aus naturwissenschaftlicher Sicht.
Medizinische Statistik
Immich
Eines der besten Lehrbücher der medizinischen Statistik, mit einer Vielzahl von Beispielen auch von schulmedizinischen Fehlschlüssen. Leider nicht mehr neu aufgelegt.
Axel W. Bauer: Geschichte der Schulmedizin, in: UNIVERSITAS, 52. Jahrgang 1997, Heft 2
Peter Hahn: Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit in der Medizin, in: Walter Pieringer, Franz Ebner (Hrsg.): Zur Philosophie der Medizin, Springer, Wien, New York 2000, S. 35-53
Jakob Henle: Medizinische Wissenschaft und Empirie, Zeitschrift für Rationelle Medicin 1 (1844) 1-35
Roy Porter: Die Kunst des Heilens, Spektrum Akademischer Verlag 2003, ISBN 3-8274-1454-7, 818 Seiten. (Historisch detaillierte, gut lesbare Darstellung der Wurzeln der "Schulmedizin", mit einigen unnötigen Polemiken gegenüber der "Alternativmedizin".)
Manfred Stöhr: Ärzte, Heiler, Scharlatane. Schulmedizin und alternative Heilverfahren auf dem Prüfstand, Steinkopff Verlag, 2001, 216 Seiten
Thure von Uexküll, Wolfgang Wesiack: Theorie der Humanmedizin: Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns, Urban und Schwarzenberg, München - Wien - Baltimore, 3. Auflage 1998
Kritische Literatur
Jörg Blech: Die Krankheitserfinder : wie wir zu Patienten gemacht werden. - Frankfurt a.M. : Fischer, 2004. - ISBN 3-10-004410-X
Ivan Illich: Die Nemesis der Medizin : Die Kritik der Medikalisierung des Lebens. - München : Beck, 1995. - ISBN 3-406-39204-0
Herbert Immich: Medizinische Statistik : eine Antrittsvorlesung. - Stuttgart : Schattauer, 1974. - ISBN 3-7945-0315-5 (Lehrbuch der medizinischen Statistik, mit Beispielen von "schulmedizinischen" Fehlschlüssen)
Kurt Langbein, Bert Ehgartner: Das Medizinkartell : die sieben Todsünden der Gesundheitsindustrie. - München : Piper, 2003. - ISBN 3-492-23872-6
Petr Skrabanek, James McCormick: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. - Mainz : Kirchheim, 1995. - ISBN 3-87409-094.9 (Das Buch unterzieht die Medizin insgesamt einer sehr kritischen Würdigung aus naturwissenschaftlicher Sicht)
Siehe auch
Portal Medizin - Arzt - Doppelblindversuch - Gesundheitssystem - Liste bedeutender Mediziner und Ärzte - Liste medizinischer Fachgebiete - Liste der Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin - Medizin - Medizinethik - Medizinische Wirksamkeit - Medizingeschichte - Neue Entwicklungen in der Medizin - Plazebo - Randomisation - Signifikanz - Therapie
Links
http://www.tcm-ch.ch/Schulmed.htm
Traditionelle Chin.Medizin mit einem neutralen Blick auf die Schulmedizin
http://www.naturheilkundelexikon.de/Schulmedizin.htm
Naturheilkundliche Kritik an der Schulmedizin in Schlagworten
http://www.reiter-doc.de/14901.html
Eine sehr lange Liste von möglichen Krankheitsursachen
Ist dies Ursachenliste bei jeder Krankheit und jedem Kranken wirklich erfassbar ?
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/konfer/wissmed3.htm
Der Begriff der Wissenschaft in der Medizin
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin"
Diese
Seite wurde zuletzt geändert um 20:42, 23. Dez 2003. Diese Seite
ist unter der GNU FDL
verfügbar.