Herzschrittmachertherapie
zurück
Indikationen, Systemwahl, Nachsorge
Übernommen und verändert von folgender Internetseite:
Einleitung
Schrittmacherbedürftige Rhythmusstörungen
Indikation
Systemwahl
Nachsorge des Schrittmacherpatienten
Literatur
Die Schrittmachertherapie hat sich seit der Erstimplantation durch Senning
1958 von einer rein lebenserhaltenden Maßnahme zu einer immer
differenzierteren Therapieform entwickelt. Heute sind Lebensqualität,
Leistungsfähigkeit und Langzeitprognose wichtige Zielgrößen
in der Behandlung bradykarder Herzrhythmusstörungen. Um diese Anforderungen
zu erreichen, sollte das Schrittmachersystem einen weitgehend physiologischen
Zustand erhalten bzw. wieder herstellen.
Ziel dieser Richtlinien ist es, die Grundlagen für die korrekte
Indikationsstellung, die Wahl der adäquaten Schrittmacherbetriebsart
sowie für die Verbesserung der Nachsorge darzulegen. Im Gegensatz zur
Pharmakotherapie von Herzerkrankungen liegen zur Prognose unter
Schrittmacherbehandlung kaum randomisierte Studien vor. Die Vorschläge
sind daher bewußt auf die jeweils physiologisch beste Stimulationsform
mit dem Ziel einer optimalen Hämodynamik ausgerichtet. Einschränkungen
und Abstriche von diesem Konzept können sich aus patientenbezogenen
Faktoren ergeben, z.B. terminale Erkrankungen. Hingegen dürfen
Einschränkungen ausschließlich aus Kostengründen oder aus
Mangel an praktischer Erfahrung (z.B. mit Vorhofsonden) nicht die Qualität
in der Schrittmacherbehandlung bestimmen.
Zur Charakterisierung der Schrittmachermodi wird der 5-stellige
NBG-Code (NBG-Code = NASPE/BPEG Generic Pacemaker Code) (12) verwendet.
Dabei sind für die antibradykarde Schrittmachertherapie vor allem die
ersten 3 Buchstaben relevant, die die Stimulation, die Wahrnehmung und die
Betriebsart charakterisieren. Ergänzt wird der 3-stellige Code durch
die Bezeichnung einer frequenzvariablen Betriebsart (R = Rate Modulation)
als 4. Buchstabe. Der 5. Buchstabe behandelt antitachykarde Eigenschaften,
die nicht Gegenstand dieser Richtlinien sind.
Tab.1: NBG - Code (verkürzt) (12)
| Buchstabe |
1. |
2. |
3. |
4. |
|
Ort der Stimulation |
Ort der Wahrnehmung |
Betriebsart |
Frequenzadaptation |
|
|
|
|
|
|
O = Keine |
O = Keine |
O = Keine |
|
|
A = Atrium |
A = Atrium |
T = Getriggert |
|
|
V = Ventrikel |
V = Ventrikel |
I = Inhibiert |
|
|
D = Doppelt (A + V ) |
D = Doppelt (A + V ) |
D = Doppelt (T + I ) |
R = Frequenzadaptation
("rate modulation") |
Die Indikationsstellung zur Schrittmacherimplantation setzt eine
sorgfältige Analyse der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen
und der Grunderkrankung voraus. Vor allem ist die Frage zu klären, ob
die Symptomatik wirklich in kausalem Zusammenhang mit der dokumentierten
oder vermuteten Bradykardie steht. Dabei ist auszuschließen, daß
der Zustand passager ist und durch temporäre Stimulation und/oder durch
Absetzen einer verzichtbaren chronotropen/dromotropen Medikation beseitigt
werden kann.
Die Implantation eines permanenten Schrittmachers ist in der Regel bei
"symptomatischer Bradykardie" indiziert. Die klinische Symptomatik
umfaßt akute Beschwerden cerebraler Minderperfusion (Synkope und
Präsynkope, akute Schwindelattacken), chronische Symptome reduzierter
kardialer Förderleistung (Herzinsuffizienz, reduzierte
Belastbarkeit) und uncharakteristische Beschwerden
(Verwirrtheitszustände, Konzentrationsschwäche,
Tagesmüdigkeit).
Differentialdiagnostisch sind andere kardiale und nicht kardiale Ursachen,
insbesondere
-
tachykarde Rhythmusstörungen,
-
neurologische Erkrankungen und
-
schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoesyndrom)
auszuschließen. Beim Schlafapnoesyndrom können überwiegend
nächtliche Herzrhythmusstörungen in Form von Sinusbradykardien,
Sinusarrest sowie AV-Blockierungen, aber auch ventrikuläre Tachykardien
auftreten, die nicht immer einer Schrittmachertherapie bedürfen (41,11).
Die Indikation zur Schrittmachertherapie bradykarder Herzrhythmusstörungen
wird im folgenden eingeteilt in:
-
Indikation
Hier herrscht allgemeine Übereinstimmung in den internationalen
Fachgesellschaften.
-
Relative Indikation
Hier wird die Schrittmachertherapie häufig eingesetzt. Bei bestimmten
Rhythmusstörungen herrscht allerdings keine Übereinstimmung über
die Notwendigkeit der Schrittmachertherapie. Relativ ist die Indikation auch
dann, wenn zwar ein pathologischer EKG-Befund vorliegt, ein kausaler Zusammenhang
mit der angegebenen Symptomatik aber nur vermutet werden kann.
-
Keine Indikation
Hier herrscht weitgehend Übereinstimmung, daß eine
Schrittmachertherapie unnötig ist.
(Synonyme: Sinusknotendysfunktion, Sinusknoten-Syndrom, Sick-Sinus-Syndrome)
Unter der Sinusknotenerkrankung werden verschiedene Funktionsstörungen
zusammengefaßt: Sinusbradykardie, SA-Block, Sinusarrest (35),
Bradykardie-Tachykardie-Syndrom (4,51), häufig verbunden
mit einem unzureichenden Frequenzanstieg unter Belastung (chronotrope
Inkompetenz) (47). Neben intrinsischen Funktionsstörungen des
Sinusknotens müssen extrinsische Einflüsse, überwiegend des
autonomen Nervensystems, berücksichtigt werden.
Bei der Sinusknotenerkrankung ist eine Prognoseverbesserung durch
die Schrittmachertherapie nicht gesichert (104,86,68,97).
Arrhythmiebedingte Todesfälle treten sehr selten auf, häufiger
sind thromboembolische Komplikationen (86,32). Bradykardien oder Pausen,
insbesondere während des Schlafes, stellen bei asymptomatischenPatienten
in der Regel keine Indikation zur Schrittmachertherapie dar (45,68,4,116).
Bei symptomatischen Patienten kann die Korrelation zwischen Beschwerden
und spezifischer Arrhythmie schwierig sein. Eine abwartende Haltung ist bei
fraglicher Indikation - auch unter Berücksichtigung der hohen Rate an
Spontanremissionen bei erstmaligem Auftreten von Symptomen (68) - gerechtfertigt.
Symptomatische Patienten mit intermittierenden tachykarden
Rhythmusstörungen können zunächst antiarrhythmisch behandelt
werden, bevor - bei symptomatischer Bradykardie - eine Schrittmacherimplantation
erfolgt. Beim Bradykardie-Tachykardie-Syndrom ist häufig
zusätzlich zur Schrittmacherimplantation eine
medikamentös-antiarrhythmische Behandlung erforderlich. Von der
Sinusknotenerkrankung abzugrenzen ist das vagal induzierte
Vorhofflimmern, das in Einzelfällen durch Vorhofstimulation
therapeutisch zu beeinflussen ist (20,64). Unabhängig von einer
Schrittmacherindikation oder antiarrhythmischen Behandlung ist bei Patienten
mit intermittierendem Vorhofflimmern zu prüfen, ob eine Indikation zur
Antikoagulation vorliegt.
Zur Beurteilung einer chronotropen Inkompetenz müssen der
Frequenzanstieg unter Belastung, die maximale Leistungsfähigkeit und
die subjektive Symptomatik herangezogen werden. Eine Verbesserung der
Leistungsfähigkeit durch frequenzvariable Stimulation (AAIR, DDIR, DDDR)
ist in der Regel nur dann zu erwarten, wenn die Herzfrequenz bei
symptomlimitierter Belastung 100 (26) bis 110 min-1 (7) nicht überschreitet
und/oder wenn die Frequenz an der Dauerleistungsgrenze (anaerobe Schwelle,
ca. 40-50 % der Spitzenbelastung) unter 90 min-1 (61,30) liegt.
-
Indikation
Sinusknotenfunktionsstörung, spontan oder infolge unverzichtbarer
Medikation, mit eindeutigem Zusammenhang zur klinischen Symptomatik
-
Relative Indikation
Sinusknotenfunktionsstörung (Herzfrequenz < 40 min-1, Pausen >
3 s), spontan oder infolge unverzichtbarer Medikation, mit vermutetem
Zusammenhang zur klinischen Symptomatik
-
Keine Indikation
Niedrige Herzfrequenzen und Pausen bei asymptomatischen Patienten
Die atrioventrikulären Leitungsstörungen werden eingeteilt in:
AV-Block I. Grades; AV-Block II. Grades Mobitz Typ I (Wenckebach)
(progressive Verlängerung des PR-Intervalls bis zur Blockierung);
AV-Block II. Grades Mobitz Typ II (einzelne, nicht übergeleitete
P-Wellen mit konstanten PR-Intervallen vor und nach der Blockierung); 2:1
Block und höhergradige AV- Blockierungen und AV-Block III.
Grades (totaler AV-Block) (118,124).
Beim AV-Block II. Grades Typ I (Wenckebach) ist die Blockierung in der Regel
im AV-Knoten lokalisiert. Diese Blockierung weist eine eher günstige
Prognose auf. Im Gegensatz dazu sind der AV-Block II. Grades Typ II und der
erworbene AV-Block III. Grades mit breitem QRS-Komplex meist intra- oder
infrahisär gelegen (124). Bei Patienten mit totalem AV-Block und
Adams-Stokesschen Anfällen ist die Mortalität hoch (27,38). Durch
eine Schrittmacherbehandlung wird die Überlebensprognose deutlich gebessert
(57), bleibt aber, in Abhängigkeit von der kardialen Grunderkrankung
(42), gegenüber der Normalbevölkerung weiter eingeschränkt
(101,6).
Die Schrittmacherindikation richtet sich bei den AV-Blockierungen nach der
Symptomatik und nach prognostischen Erwägungen. Dabei
ist zu berücksichtigen, daß bei den erworbenen Formen der
AV-Block III. Grades und die höhergradigen AV-Blockierungen in aller
Regel symptomatisch und damit schrittmacherbedürftig sind. Auch bei
der seltenen Form einer symptomatischen Wenckebach-Blockierung (AV-Block
II. Grades Typ I) ist die Indikation zur Schrittmacherimplantation
gegeben.
Im Gegensatz dazu bleibt der angeborene AV-Block III.
Grades häufig über lange Zeit asymptomatisch (31).
In einer prospektiven Studie war das Risiko von Adam-Stokesschen Anfällen
und plötzlichem Herztod in jedem Alter und unabhängig von
prognostischen Hinweisen erhöht, so daß dort eine prophylaktische
Schrittmacherimplantation empfohlen wurde (73). Bei abwartender Haltung sind
jährliche Nachuntersuchungen durchzuführen. Obwohl zuverlässige
Kriterien zur Risikoabschätzung fehlen (80), sollte bei assoziiertem
Herzfehler (84,105,73), mittleren Frequenzen < 50 min-1 (22), fehlendem
oder geringem Frequenzanstieg unter Belastung (22,90), nächtlichen
Asystolien (22), einem Ersatzrhythmus mit breiten QRS-Komplexen (84),
gehäuften ventrikulären Ektopien (22,105,119), verlängertem
QT-Intervall (105,73), Kardiomegalie (105), eingeschränkter
linksventrikulärer Funktion sowie vergrößerten Vorhöfen
(105) eine Schrittmacherimplantation erfolgen.
Auch beim asymptomatischen Patienten mit erworbenem
AV-Block sind prognostische Indikationen zu beachten. Beim
AV-Block III. Grades zählen hierzu: breite QRS-Komplexe, langsamer
Ersatzrhythmus, spontane Asystolien sowie gehäufte ventrikuläre
Ektopien. Beim AV-Block II. Grades Typ II, beim 2:1 Block und höhergradigen
AV-Blockierungen ist bei gleichzeitiger QRS-Verbreiterung die Indikation
zur Schrittmacherimplantation gegeben (23). Umstritten ist die prognostische
Indikation beim asymptomatischen AV-Block II. Grades mit schmalen QRS-Komplexen,
einschließlich des Typs I (Wenckebach) mit häufigen Blockierungen
tagsüber (103,110). Die Empfehlungen der BPEG (65) sehen hier eine generelle
Indikation, während die ACC/AHA-Empfehlungen (26) den asymptomatischen
AV Block II. Grades als relative Indikation einstufen und für den Typ
I (Wenckebach) den Nachweis einer intra- oder infrahisären Blockierung
fordern. Die Prognose des isolierten AV-Blocks I. Grades ist gut (78). Einzelne
Überleitungsblockierungen, insbesondere nachts oder bei gleichzeitiger
Zunahme der Sinus-Zykluslängen, sind überwiegend durch einen
erhöhten Vagotonus bedingt und bedürfen in der Regel keiner
Schrittmachertherapie (45,67).
-
Indikation
-
- AV-Block III. Grades, permanent oder intermittierend
-
- bei symptomatischer Bradykardie
-
- bei gehäuften ventrikulären Ektopien in Ruhe oder unter Belastung
-
- bei einem Ersatzrhythmus < 40 min-1, bei spontanen Asystolien > 3
s
-
- bei einem Ersatzrhythmus mit breiten QRS-Komplexen
-
- nach AV-Knoten-Ablation
-
- bei myotoner Dystrophie
-
- AV-Block II. Grades, permanent oder intermittierend und ungeachtet
der anatomischen Lokalisation bei symptomatischer Bradykardie
-
- AV-Block II. Grades Mobitz Typ II, 2:1 oder
höhergradige AV-Blockierungen mit breiten QRS-Komplexen bei
asymptomatischen Patienten
-
Relative Indikation
-
- AV-Block III. und II. Grades, 2:1 oder höhergradige
Blockierungen mit schmalen QRS-Komplexen bei asymptomatischen
Patienten
-
Keine Indikation
-
- AV-Block I. Grades
- asymptomatische Patienten mit AV-Block II. Grades Mobitz Typ
I (Wenckebach), wenn die Blockierungen nur selten auftreten
- isolierte Überleitungsblockierungen, insbesondere nachts
Der chronische Schenkelblock ist gehäuft mit kardiovaskulären
Erkrankungen assoziiert (69,36). Beim bifaszikulären Block besteht
eine erhöhte Gesamtmortalität. Das ebenfalls gesteigerte Risiko
des plötzlichen Herztodes ist überwiegend auf akute Myokardinfarkte
und ventrikuläre Tachyarrhythmien zurückzuführen (69,36,70).
Diese Gefahr bleibt auch nach Schrittmacherimplantation weiter bestehen (98,123).
Die Inzidenz eines totalen AV-Blocks ist beim bifaszikulären Schenkelblock
gering und rechtfertigt bei asymptomatischen Patienten in der Regel keine
prophylaktische Schrittmacher-Implantation (70,24,98). Nur in den seltenen
Fällen eines deutlich verlängerten HV-Intervalls (> 100 ms)
(98), eines alternierenden Schenkelblocks oder einer infrahisären
Blockierung unter Vorhofstimulation (25) kann wegen des erhöhten
AV-Block-Risikos eine prophylaktische Schrittmacher-Implantation indiziert
sein.
Patienten mit bifaszikulärem Block und Synkope sollten
zusätzlich zum Langzeit-EKG eine elektrophysiologische Untersuchung
mit programmierter Ventrikelstimulation erhalten (124). In der Mehrzahl der
Fälle ist ein pathologisches Ergebnis zu erheben. Anhaltende
ventrikuläre Tachykardien stellen dabei den Hauptbefund dar (19,75)
und erfordern eine spezifische Therapie. Patienten mit rezidivierenden Synkopen
sollten bei verlängerter HV-Zeit (> 70 ms) einen Schrittmacher erhalten
(98). Ein negatives elektrophysiologisches Ergebnis schließt
intermittierende Bradykardien als Ursache von Synkopen nicht aus (39). Die
Entscheidung zur Schrittmachertherapie wird sich dann nach klinischen
Gesichtspunkten richten (87).
-
Indikation
-
Bifaszikulärer Block bei symptomatischen Patienten mit
intermittierendem totalem AV-Block (siehe Abschnitt
atrioventrikuläre Leitungsstörungen)
-
Bifaszikulärer Block bei asymptomatischen Patienten mit
AV-Block II. Grades Mobitz Typ II, 2:1 oder höhergradigen
AV-Blockierungen (siehe Abschnitt atrioventrikuläre
Leitungsstörungen)
-
Relative Indikation
-
Bifaszikulärer Block mit oder ohne AV-Block I. Grades, bei
symptomatischen Patienten nach Ausschluß anderer Ursachen
-
Deutliche HV-Zeit-Verlängerung (> 100 ms), alternierender
Schenkelblock oder infrahisäre Blockierung unter
Vorhofstimulation bei asymptomatischen Patienten
-
Keine Indikation
-
Bifaszikulärer Block mit oder ohne AV-Block I. Grades ohne
Symptome
Patienten mit Bradyarrhythmie bei Vorhofflimmern stellen ein sehr heterogenes
Krankengut dar. Dem Krankheitsbild liegt oft eine schwere Myokardschädigung
zugrunde. Auch nach Schrittmacherimplantation bleibt die
Überlebensprognose, in Abhängigkeit von der Grunderkrankung, deutlich
eingeschränkt (6). Bei der Entscheidung zur Schrittmachertherapie
müssen hämodynamische und medikamentöse Einflüsse besonders
berücksichtigt werden. Pausen tagsüber bis zu 2,8 s und nachts
bis zu 4 s gehören zum ”Normalbefund” einer absoluten Arrhythmie bei
Vorhofflimmern (85). Für die Diagnose ist die EKG-Registrierung einer
langsamen Kammerfrequenz oder der Nachweis langer Pausen, ggf. im Langzeit-EKG,
entscheidend.
Das Vorhofflimmern kann Ausdruck eines Sinusknotensyndroms sein, das erst
nach Kardioversion diagnostizierbar wird (63). Neu aufgetretenes Vorhofflimmern
sollte vor der Schrittmacherimplantation auf die Möglichkeit und Indikation
zur Kardioversion überprüft werden. Bei resultierender Sinusbradykardie
wird auf Punkt 2.1 verwiesen. Die Indikation zur oralen Antikoagulation muß
bei Patienten mit Vorhofflimmern beachtet werden.
-
Indikation
Vorhofflimmern mit langsamer Kammerfrequenz oder langen Pausen und eindeutigem
Zusammenhang zu Symptomen einer cerebralen Minderdurchblutung oder
Herzinsuffizienz
-
Relative Indikation
Vorhofflimmern mit langsamer Kammerfrequenz (< 40 min-1 ) oder langen
Pausen (> 3 bis 4 s) und vermutetem Zusammenhang zur klinischen Symptomatik
-
Keine Indikation
Asymptomatische Bradyarrhythmie, auch wenn die Frequenz unter 40 min-1
abfällt oder einzelne RR-Intervalle mehr als 3 s aufweisen
Das Karotissinus-Syndrom ist charakterisiert durch Synkopen, die auf einen
hypersensitiven Karotissinus zurückgeführt werden können.
Unterschieden wird
-
ein kardioinhibitorischer Typ, mit Asystolie bei
Sinusknotenstillstand und/oder AV-Block III. Grades,
-
ein vasodepressorischer Typ, mit symptomatischem Blutdruckabfall ohne
vorherige Asystolie oder Frequenzverlangsamung und
-
ein gemischter Typ.
Differentialdiagnostisch ist auf das Vorliegen eines Glomustumors zu achten.
Nur bei klinischer Symptomatik im Zusammenhang mit spezifischen
Auslösmechanismen und nach Absetzen bradykardisierender Medikamente
mit besonderer Wirkung auf den Karotissinus (z.B. Digitalis, Clonidin) ist
eine Therapie indiziert. Die Schrittmacher-Therapie hat sich beim
kardioinhibitorischen Typ als wirkungsvoll erwiesen. Bei der gemischten Form
ist die Rezidivquote hoch und abhängig von der Stimulationsform (76,16).
Die günstige Überlebensprognose von Patienten mit Karotissinus-Syndrom
(76,112,48) wird durch die Schrittmachertherapie nicht beeinflußt.
Als gesicherte Indikation gelten rezidivierende Synkopen, die durch spontane
mechanische Reizungen, wie das Schließen eines engen Kragens, das
Überstrecken des Halses oder einer Drehung des Kopfes auslösbar
sind (72). Umstritten ist die Bewertung eines hypersensitiven
Karotissinus-Reflexes (Pause > 3 s durch Karotissinus-Massage) bei
Patienten mit Synkope und fehlenden spontanen Auslösemechanismen. Die
Empfehlungen der BPEG (65) sehen hier eine Indikation, da unter
Schrittmachertherapie eine hohe Rezidivfreiheit nachgewiesen werden konnte
(76,15). Andere Untersuchungen fanden dagegen bei erstmaliger Synkope eine
hohe Spontanremissionsrate (112,48). Außerdem ist eine positive
Reflexantwort in einem hohen Prozentsatz sowohl bei asymptomatischen wie
bei symptomatischen Patienten nachweisbar (117,17). Die ACC/AHA-Empfehlungen
(26) raten deshalb zur Zurückhaltung bei einer reinen Koinzidenz von
Synkope und positivem Karotissinus-Reflex. Eine relative Indikation zur
Schrittmacherimplantation ist bei rezidivierenden, anderweitig nicht
erklärbaren Synkopen und hypersensitivem Karotissinus-Reflex gegeben.
-
Indikation
-
Rezidivierende Synkopen, die in eindeutigem Zusammenhang mit einer Reizung
des Karotissinus stehen und die durch Alltagsbewegungen (z.B. Drehen des
Kopfes) auslösbar sind. Leichter Druck auf den Karotissinus führt
zu einer reinen oder überwiegend kardioinhibitorischen Reaktion.
-
Relative Indikation
-
Rezidivierende, anderweitig nicht erklärbare Synkopen ohne eindeutig
auslösende Alltagsbewegungen, aber mit positivem Nachweis eines
hypersensitiven Karotissinus-Reflexes (Pause > 3 s).
-
Karotissinus-Syndrom vom gemischten Typ (kardioinhibitorisch und
vasodepressorisch) mit rezidivierenden Synkopen. Die Indikation wird
erhärtet durch eine erfolgreiche temporäre Stimulation während
der Reizung des Karotissinus.
-
Keine Indikation
-
Hypersensitiver Karotissinus-Reflex (Pause > 3 s) ohne spontane
Symptomatik
-
Rein vasodepressorischer Typ (ohne Bradykardie)
Das vasovagale Syndrom ist charakterisiert durch Synkopen, die in Ruhe in
aufrechter Position auftreten und denen häufig Prodromalsymptome
vorausgehen. Unterschieden wird die vasodepressorische Reaktion mit
abruptem Abfall des arteriellen Blutdruckes von der kardioinhibitorischen
Reaktion mit deutlicher Bradykardie und/oder Asystolie. Die Synkopen
oder Präsynkopen können durch Kipptisch-Untersuchungen reproduziert
werden (37). Bleibt beim kardioinhibitorischen Typ die alleinige
medikamentöse Therapie ineffektiv (Test-Wiederholung, z.B. unter
b-Blockade), kann in Einzelfällen die Implantation eines
Zweikammer-Schrittmachers erfolgen (107). Die Indikation wird erhärtet
durch eine erfolgreiche temporäre Stimulation während der
Kipptisch-Untersuchung.
-
Bei der hypertrophisch obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) erfolgt
die Schrittmacher-Implantation mit dem Ziel, die klinische Symptomatik zu
verbessern, den intraventrikulären Druckgradienten zu reduzieren, die
diastolische Funktion zu verbessern und eine eventuelle Mitralinsuffizienz
zu vermindern (33). Akut- und Langzeiteffekte werden jedoch noch sehr diskrepant
beurteilt (106,95).
-
Auch bei hypertrophischer nicht obstruktiver Kardiomyopathie (HNCM),
dilatativer Kardiomyopathie (DCM) und sekundärer
Myokardschädigung wurde eine Schrittmachertherapie versucht. Die
Anzahl behandelter Patienten ist für eine Beurteilung jedoch noch zu
gering.
Bradykarde Rhythmusstörungen nach herzchirurgischen
Operationen
Vorübergehende bradykarde Rhythmusstörungen treten nach
herzchirurgischen Operationen in einer Häufigkeit auf, die die
routinemäßige Implantation temporärer epimyokardialer
Schrittmacherelektroden während des herzchirurgischen Eingriffs
gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Indikation zur permanenten
Schrittmacherimplantation ergibt sich in der Regel erst nach Ablauf des
14. postoperativen Tages. Nach diesem Zeitraum bilden sich höhergradige
AV-Blockierungen, insbesondere, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit chirurgisch
bedingt sind (vor allem nach Aortenklappenersatz oder Korrektur kongenitaler
Vitien, wie Vorhof- und Ventrikel-Septumdefekt), nicht mehr zurück (40,53).
Aufgrund von Einzelbeobachtungen bei Patienten, die im späten postoperativen
Verlauf erneut einen totalen AV-Block entwickelten, wird bei länger
anhaltenden AV-Blockierungen die Empfehlung zur prophylaktischen
Schrittmacherimplantation ausgesprochen. Eine Sinusknotenfunktionsstörung,
in der Regel nach Eingriffen an den Koronararterien beobachtet, sollte sich
ebenfalls bis zum 14. postoperativen Tag normalisiert haben. Prinzipiell
folgt die Indikationsstellung zur permanenten Schrittmachertherapie nach
herzchirurgischen Eingriffen je nach Rhythmusstörung den in den einzelnen
Kapiteln genannten Richtlinien.
-
Indikation
Chirurgisch bedingter AV-Block II. oder III.Grades
-
Relative Indikation
Sinusknotenfunktionsstörung mit daraus resultierender hämodynamischer
Instabilität, die eine Mobilisation und Rehabilitation der Patienten
unmöglich macht
-
Keine Indikation
-
In der Regel alle bradykarden Rhythmusstörungen während der ersten
14 postoperativen Tage
-
Alle bradykarden Rhythmusstörungen im Zusammenhang mit einem
Mehrorganversagen
AV-Blockierungen nach Herztransplantation sind eine Rarität, so daß
eine Empfehlung aufgrund zu niedriger Fallzahlen unmöglich erscheint.
Die Indikation zur permanenten Schrittmacherimplantation wegen
Sinusknotendysfunktion nach Herztransplantation wird häufig zu früh
und daher zu oft gestellt. Die Entscheidung sollte frühestens 14 Tage
nach der Herztransplantation, besser jedoch erst nach Ablauf des 1.
postoperativen Monats getroffen werden. Die bei allen herztransplantierten
Patienten bestehende, chirurgisch bedingte chronotrope Inkompetenz und die
fast immer nachweisbareintakte ventrikulo-atriale Leitung läßt
die Implantation eines vorhofbeteiligten, frequenzvariablen Schrittmachersystems
angeraten erscheinen (66,99).
-
Indikation
Symptomatische Sinusknotenfunktionsstörung nach Ablauf des 1.postoperativen
Monats
-
Relative Indikation
Symptomatische Sinusknotenfunktionsstörung nach den ersten 14 postoperativen
Tagen, aber vor Ablauf des 1. postoperativen Monats mit resultierender
hämodynamischer Instabilität, die eine Mobilisation und Rehabilitation
der Patienten unmöglich macht und medikamentös nicht zu beherrschen
ist
-
Keine Indikation
Alle bradykarden Rhythmusstörungen vor Ablauf der ersten 14 postoperativen
Tage
Bradykarde Rhythmusstörungen während der Akutphase des Myokardinfarktes
sind überwiegend vorübergehender Natur und bedürfen meist
nur einer medikamentösen Therapie bzw. einer temporären
Schrittmacherstimulation zur Überbrückung.
Bei Patienten mit Hinterwandinfarkt und AV-Block II. oder III. Grades
kehrt normalerweise die Überleitung innerhalb von 3 Wochen wieder
zurück, so daß eine permanente Schrittmachertherapie nur in
Ausnahmefällen erforderlich wird (79). Patienten mit Vorderwandinfarkt,
die eine intraventrikuläre Leitungsstörung und höhergradige
AV-Blockierungen entwickeln, haben eine schlechte Überlebensprognose
(92). Bei Patienten mit Schenkelblock und vorübergehendem AV-Block II.
und III. Grades muß die prophylaktische Implantation eines Schrittmachers
erwogen werden (46,92,91). Ganz überwiegend sind plötzlicher Herztod
und Synkopen nach Infarkt (13) aber auf ventrikuläre Tachykardien
zurückzuführen, so daß symptomatische Patienten, auch bei
gleichzeitig bestehenden Störungen der atrioventrikulären oder
intraventrikulären Leitung, elektrophysiologisch untersucht werden sollten.
-
Indikation
-
Persistierender AV-Block II. oder III. Grades beim Vorderwandinfarkt
-
AV-Block II. oder III. Grades beim Hinterwandinfarkt, der mehr als 2-4 Wochen
nach dem Infarktereignis bestehen bleibt
-
Relative Indikation
-
Schenkelblock mit vorübergehendem AV-Block II. oder III. Grades
-
Keine Indikation
-
AV-Blockierungen während der ersten 2 Wochen nach Myokardinfarkt (siehe
unten temporäre Stimulation)
-
linksanteriorer Hemiblock mit passagerem AV-Block II. oder III. Grades
-
neu aufgetretener Schenkelblock mit AV-Block I. Grades
Folgende Indikationen für die temporäre Stimulation können
sich ergeben:
-
Während der Akutphase des Myokardinfarktes. Dabei kann bei AV-Blockierungen
im Rahmen eines Hinterwandinfarktes eher abgewartet werden, während
bei einem Vorderwandinfarkt relativ abrupt ein kompletter AV-Block (schlechte
Prognose) ohne entsprechende Vorzeichen auftreten kann.
-
Als Überbrückung bei symptomatischen bradykarden
Rhythmusstörungen bis zur Implantation eines permanenten
Schrittmachersystems.
-
Zur Absicherung in der postoperativen Phase der Herzchirurgie.
-
In komplizierten Fällen einer bakteriellen Endokarditis oder einer akuten
Myokarditis mit Beteiligung des Reizleitungssystems.
-
Bei Halstumoren oder chirurgischen Eingriffen am Hals.
-
-
Bei lokalen Reizzuständen nach Radiotherapie in der Region des Glomus
carotidis.
-
Bei AV-Überleitungsstörungen im Rahmen einer Lyme-Erkrankung, bei
der in der Regel nur temporäre Blockierungen auftreten.
-
Im Rahmen interventioneller Eingriffe, z.B. PTCA der rechten Kranzarterie.
-
Bei Vergiftung, Nebenwirkung bzw. Überdosierung negativ chronotroper
Medikamente.
-
Bei Elektrolytentgleisungen.
-
Bei der Behandlung von Torsade de pointes.
-
Im Rahmen von Reanimationsmaßnahmen.
-
Bei Schrittmacher-Systemfehlern und Komplikationen, z.B. bei
Schrittmacher-Sepsis, wenn das System entfernt werden muß.
-
Bei rezidivierenden Kammertachykardien zur Überstimulation.
-
Der bifaszikuläre Block bei asymptomatischen Patienten stellt im Rahmen
von Operationen keine Indikation dar.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte eine temporäre vorhofbeteiligende
Stimulation (DVI; DDD) bevorzugt werden. Für passagere
AV-Überleitungsstörungen ist ein temporäres VDD-System mit
einer Einzelelektrode geeignet.
Der prinzipiellen Indikationsstellung zur Schrittmachertherapie folgt die
Auswahl des geeigneten Systems und des zu programmierenden Schrittmachermodus.
Unter Berücksichtigung der elektrophysiologischen und hämodynamischen
Faktoren sowie der individuellen Situation sollte für jeden einzelnen
Patienten eine optimale Lösung gefunden werden. Mit den Richtlinien
wird der Erhalt bzw. die weitgehende Wiederherstellung des physiologischen
Zustandes angestrebt. Unter diesem Gesichtspunkt erfolgt die Einteilung der
Systeme und Betriebsarten in "optimal", "akzeptabel" und
"ungeeignet" (Tabelle 2). Die Therapieentscheidung darf nicht durch
das chirurgisch-technische Können des Operateurs limitiert sein. Wird
die Technik der atrialen Elektrodenplazierung nicht beherrscht, muß
der Patient bei entsprechender Indikation an ein erfahrenes Zentrum
weiterverwiesen werden. Nur durch eine an den physiologischen Verhältnissen
ausgerichtete Schrittmachertherapie werden kostenaufwendige Revisionseingriffe
und systembedingte Langzeitkomplikationen (insbesondere Schrittmacher-Syndrome
und thromboembolische Ereignisse) vermieden.
Die individuelle Auswahl des Schrittmachersystems sollte sich an folgenden
Grundsätzen orientieren:
-
Der Vorhof sollte, solange dies möglich ist, in die Wahrnehmung und
Stimulation mit einbezogen sein.
-
Die ventrikuläre Stimulation muß, bei nachgewiesener oder zu
erwartender Überleitungsstörung, gewährleistet sein.
-
Auf eine Frequenzadaptation kann bei körperlicher Inaktivität,
bei normaler oder nur gering eingeschränkter Frequenzregulation, verzichtet
werden.
Der Ventrikel-Schrittmacher (VVI) hat danach nur noch bei chronischem
Vorhofflimmern mit niedriger Kammerfrequenz, bei seltenen asystolischen Pausen
und bei prophylaktischen Indikationen seine Berechtigung. Bei bradykarden
Rhythmusstörungen, die eine häufige oder ausschließliche
Schrittmacherstimulation erfordern, sollte einer vorhofbeteiligenden
Stimulation (AAI oder DDD) der Vorzug gegeben werden.
Die Möglichkeit der Frequenzadaptation wird bei den heutigen
Schrittmachermodellen immer mehr zum zusätzlichen Standardparameter.
Bei der Entscheidung zur frequenzvariablen Stimulation müssen neben
der chronotropen Inkompetenz folgende Faktoren mit berücksichtigt werden:
-
Vorhandene koronare Herzerkrankung mit oder ohne Angina pectoris
-
Ausmaß einer linksventrikulären Funktionsstörung
-
Überleitungs- und Erregungsausbreitungsstörungen
-
Intensität und Art der körperlichen Aktivität.
Die unnötige Verwendung der frequenzvariablen Betriebsart kann zu Nachteilen
für den Patienten führen (30) (z.B. bei häufigen kompetitiven
Aktionen zwischen Herzeigenaktionen und Schrittmacherstimulationen und bei
zu hohen Stimulationsfrequenzen).
Zunehmend sind in den Schrittmachern weitere adaptierende Funktionen
verfügbar, wie die Frequenzglättung (Rate-Smoothing, z.B.
bei Sinuspausen unter Belastung), das Mode-Switching (automatischer
Wechsel der Stimulationsart, z.B. von DDD(R) auf DDI(R)) bzw. die automatische
Begrenzung der Maximalfrequenz (während atrialer Tachyarrhythmien) oder
die frequenzabhängige AV-Zeit-Verkürzung. Zur Vermeidung
unerwünschter Effekte ist vor der Aktivierung dieser "dynamischen"
Funktionen häufig eine genaue Analyse der Rhythmusstörungen und
Leitungsverhältnisse erforderlich.
3.1 Sinusknotenerkrankung
Eine hämodynamische Verbesserung kann bei der Sinusknotenerkrankung
nur durch vorhofbeteiligende Stimulationsformen (AAI(R), DDD(R)) erreicht
werden. VVI- und VVIR-Schrittmacher führen häufig zu einer retrograden
Vorhoferregung. Damit verbunden ist eine Verschlechterung der
hämodynamischen Verhältnisse (120,121,115,77,111,88), eine Aktivierung
des neurohumoralen Systems (18,29,100) und das Auftreten von
Kollapszuständen, Synkopen, Palpitationen und Dyspnoe
("Schrittmacher-Syndrom") (9,74,43,88). Retrospektive Vergleichsstudien von
VVI- versus AAI/DDD-Stimulation ergaben eine erhöhte Inzidenz an permanentem
Vorhofflimmern (93,44,96,97) und zerebralen Insulten (96,114). In einer
prospektiv-randomisierten Studie (8) konnte eine 3-fach höhere
Thromboembolierate unter VVI- im Vergleich zur AAI-Stimulation nachgewiesen
werden, während die Inzidenz an Vorhofflimmern erhöht aber nicht
signifikant unterschiedlich war. Trotz vermehrter thromboembolischer und
kardialer Todesfälle unter VVI-Stimulation ließ sich eine
Prognoseverbesserung nicht beweisen. Die Auswirkung der vorhofbeteiligten
Stimulation auf die Überlebensrate wird unterschiedlich beurteilt (102).
Hinweise auf eine geringere Mortalität unter AAI/DDD-Stimulation fanden
sich bisher in retrospektiven Analysen (93,44,96,122,2,58).
-
Bei erhaltener AV-Überleitung ist die AAI-Betriebsart
die optimale Stimulationsform. Die jährliche Inzidenz
therapiebedürftiger AV-Blockierungen ist bei sorgfältiger
Patientenselektion gering (8,94). Zur Vermeidung von Komplikationen sollte
-
keine extrinsisch vermittelte Sinusknotenfunktionsstörung vorliegen
(z.B. Karotissinus- Syndrom oder vasovagales Syndrom)
-
kein AV-Block I. Grades und kein bifaszikulärer Schenkelblock bestehen
-
eine 1:1 Überleitung bis zu einer Vorhof-Stimulationsfrequenz von 120
- 130 min-1 erfolgen
-
intermittierendes Vorhofflimmern nicht gehäuft auftreten und
-
keine Behandlungsnotwendigkeit mit AV-überleitungsverzögernden
Medikamenten bestehen.
-
Bei gestörter oder unsicherer AV-Überleitung (die Bestimmung
des Wenckebachpunktes gibt nur die momentane Leitungskapazität proximaler
Strukturen wieder) und bei Einsatz von Medikamenten, die die AV-Überleitung
verzögern, verwendet man geeignete Zwei-Kammer-Schrittmacher.
Dabei sind Systeme optimal, die eine überwiegende Vorhofstimulation
ermöglichen (DDI mit langer AV-Zeit, AAI/DDD-Mode-Switching oder andere
Spezialalgorithmen). Bei seltenen paroxysmalen Pausen kann eine
VVI-Stimulation mit niedriger Interventionsfrequenz
(<45/min.) akzeptabel sein. Ungeeignet ist eine
VVI-Stimulation mit ständiger asynchroner Ventrikelerregung.
Das gleiche gilt für die VDD-Stimulation (siehe unter 3.2).
-
Bei häufigen Episoden von intermittierendem Vorhofflimmern sollte
wegen der Gefahr bradykarder Überleitungsfrequenzen unter antiarrhythmischer
Therapie einem geeigneten Zwei-Kammer-System der Vorzug gegeben werden
(optimale Stimulationsform). Dabei muß ein Modus programmierbar
sein, der eine Triggerung von Vorhofarrhythmien verhindert (z.B. DDI-Stimulation,
DDD/DDI-Mode-Switching oder andere Spezialalgorithmen). Die Verwendung eines
AAI-Schrittmachersbei intermittierendem Vorhofflimmern kann
akzeptabel sein, da die präautomatischen Pausen sicher terminiert
werden. Die VVI-Stimulation ist ungeeignet. Nach
retrospektiven Analysen wird durch die Vorhofstimulation (AAI/DDD/DDI) der
Übergang ins chronische Vorhofflimmern vermindert (93,44). In der
prospektiven Studie (8) war der Unterschied nicht signifikant, die
VVI-Stimulation aber die einzige Variable, die signifikant mit einem
erhöhten Thromboembolierisiko einherging.
-
Bei chronotroper Inkompetenz ist ein frequenzvariables System (AAIR,
DDDR, DDIR) optimal. Kritische Größen sind die Wahl der oberen
Stimulationsfrequenz (Gefahr der Überstimulation) und die Länge
des AV-Intervalls (Gefahr der Vorhofpfropfung bei zu kurz programmiertem
Intervall im DDDR/DDIR-Mode, unphysiologische Verlängerung der
AV-Überleitung im AAIR-Mode). Die VVIR/VDDR-Stimulation ist bei
der Sinusknotenerkrankung ungeeignet.
3.2 Atrioventrikuläre Leitungsstörungen
Die festfrequente Ventrikelstimulation (VVI) führt beim permanenten
totalen AV-Block zu einer unzureichenden Versorgung des Patienten (1,28).
Im Vergleich dazu kann durch vorhofsynchrone Kammerstimulation (VAT, VDD,
DDD) die Hämodynamik (55,82,60,52,89,34,88), die Leistungsfähigkeit
(34,56,81,83,54) und die Symptomatik (74,43,55,83,54,88) gebessert und die
neurohumorale Reaktion (82,60,18,109) verringert werden. Die frequenzvariable
Ventrikelstimulation (VVIR) stellt keine Alternative dar (60,71,113,59,10).
Retrospektive Studien weisen darauf hin, daß im Vergleich zur asynchronen
Ventrikelstimulation die Überlebensprognose durch die Zweikammer-Stimulation
verbessert wird (58), insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter
linksventrikulärer Funktion (3,62).
-
Beim permanenten AV-Block ist ein konventioneller Zweikammer-Schrittmacher
(DDD) das System der 1. Wahl. Er bietet die hämodynamisch
optimale Lösung. Das VDD-Einzelelektrodensystem
(VDD-single-lead) ist bei isolierten AV-Überleitungsstörungen die
akzeptable Alternative. Eine Sinusknotendysfunktion muß aber
sicher ausgeschlossen sein, da es sonst an der unteren Interventionsfrequenz
zur VVI-Stimulation kommt. Bei vorhandener retrograder Leitung kann eine
Schrittmacher-Reentrytachykardie (ELT = Endless-Loop-Tachykardie) provoziert
werden, die bei fehlender atrialer Stimulationsmöglichkeit evtl. nicht
zu terminieren ist, bzw. immer wieder induziert wird. VVI- und
VVIR-Stimulation sind zur Behandlung des permanenten AV-Blocks
ungeeignet.
-
Beim intermittierenden AV-Block ist die konventionelle
DDD/VDD-Stimulation akzeptabel, aber nicht optimal,
da nur Spezialalgorithmen in der Lage sind, zwischen erhaltenem
Eigenrhythmus und einer notwendigen Ventrikelstimulation mit optimiertem
AV-Intervall zu wechseln. Bei seltenen AV-Blockierungen und bei
prophylaktischen Indikationen kann eine VVI-Stimulation mit
niedriger Interventionsfrequenz (<45/min.) akzeptabel sein.
Ungeeignet sind Zweikammer-Schrittmacher in der
DDI-Betriebsart, da bei auftretenden Überleitungsblockierungen
keine AV-Synchronisation erfolgt, und VVI-Schrittmacher in einer
Frequenzprogrammierung, die zu ständigen Interferenzen mit dem Eigenrhythmus
führt.
3.3 Zweiknotenerkrankung
Besteht eine kombinierte Störung von Sinusknotenfunktion und
AV-Überleitung, sind Zweikammer-Schrittmacher mit Zusatzfunktionen die
Systeme der Wahl.
-
Bei chronotroper Inkompetenz stellt die Möglichkeit zur
frequenzvariablen Zweikammer-Stimulation (DDDR) die optimale
Therapieform dar. Die konventionelle DDD-Stimulation ist
akzeptabel. VVI(R)- und VDD(R)-Schrittmacher sind
ungeeignet.
-
Bei intermittierenden Vorhof-Tachyarrhythmien sind Schrittmacher mit
DDD-Mode-Switching oder anderen frequenzbegrenzenden Algorithmen
optimal (nach AV-Knoten-Ablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern auch
entsprechende VDD-Systeme). Konventionelle DDD/VDD-Schrittmacher ohne
automatischen Moduswechsel oder Frequenzbegrenzung, sowie die
DDI-Betriebsart sind ungeeignet. Die VVI(R)-Stimulation
begünstigt das Auftreten von chronischem Vorhofflimmern und ist ebenfalls
ungeeignet.
3.4 Bradyarrhythmie bei Vorhofflimmern
-
Bei chronischem Vorhofflimmern mit ventrikulärer Bradyarrhythmie
ist ein VVI-Schrittmacher indiziert. Patienten, die sich körperlich
belasten können und einen ungenügenden Anstieg der Eigenfrequenz
aufweisen, sollten ein frequenzvariables System (VVIR) erhalten.
-
Bei neu aufgetretenem Vorhofflimmern sollte vor der
Schrittmacher-Implantation die Möglichkeit und Indikation zur Kardioversion
überprüft werden. Bei resultierender Sinusbradykardie gelten die
Richtlinien unter Punkt 3.1 (Sinusknotenerkrankung:
häufige Episoden von intermittierendem Vorhofflimmern).
3.5 Karotissinus-Syndrom und vasovagales Syndrom
-
Ein Zweikammersystem (DDI- oder DDD-Betriebsart) stellt beim
kardioinhibitorischen und vor allem beim gemischten Typ
(kardioinhibitorisch und vasodepressorisch) die optimale Therapieform
dar, insbesondere wenn eine Hysteresefunktion möglich ist oder eine
spezielle Frequenzanstiegsmöglichkeit während der Kardioinhibition
besteht.
Ein VVI-System mit Hysterese ist akzeptabel, wenn nach
vorangehender Untersuchung eine retrograde Leitung während der
Kardioinhibition ausgeschlossen werden kann und die Bradykardie selten und
episodenhaft auftritt.
Ein AAI-System ist ungeeignet, da neben der Inhibition des
Sinusknotens häufig auch ein intermittierender AV-Block auftritt.
Tab. 2: Richtlinien für die Auswahl des Schrittmachermodus
| Diagnose |
Optimal |
Akzeptabel |
Ungeeignet |
| Sinusknotensyndrom |
|
|
|
| 1. ohne tachykarde Phasen |
AAI(R)
DDD(R) + Spezialalgorithmen (*1)
DDI(R) |
VVI <45/min (*4) |
VVI(R)
VDD(R) |
2. Bradykardie-Tachykardie-Syndrom
intermittierendes Vorhofflimmern |
DDD(R) + Mode-Switching (*2)
DDI(R) |
AAI(R)
|
VVI(R)
VDD(R)
DDD(R) ohne Mode-Switching (*2) |
| AV-Block |
|
|
|
| 1. permanent |
DDD |
VDD |
VVI(R) |
| 2. intermittierend |
DDD + Spezialalgorithmen (*1) |
DDD
VDD
VVI <45/min (*4) |
VVI(R)
DDI(R) |
| Zweiknotenerkrankung |
|
|
|
1. chronotrope Inkompetenz
ohne tachykarde Phasen |
DDDR |
DDD |
VVI(R)
VDD(R) |
| 2. Vorhofarrhythmien |
DDD(R) + Mode-Switching (*2) |
VDD(R) + Mode-Switching (*2) |
VVI(R) - DDI(R)
DDD(R) und VDD(R)
ohne Mode-Switching (*2) |
Bradyarrhythmie bei
chronischem Vorhofflimmern |
VVI(R) |
|
DDD(R)
VDD(R) |
Karotissinus-Syndrom und
Vasovagales Syndrom |
DDD (+ Spezialalgorithmen (*3) )
DDI (+ Hysterese)
DDD (+ Hysterese) |
VVI + Hysterese (*5) |
AAI(R)
VDD(R)
VVI(R) |
(*1) z. B.: automatischer Moduswechsel von AAI nach DDD oder
AV-Zeit-Hysterese
(*2) automatischer Moduswechsel, z.B. von DDD nach DDI, oder andere
frequenzbegrenzende Algorithmen
(*3) z. B.: spezieller Frequenzanstieg während der Kardioinhibition
(*4) nur akzeptabel bei seltenen asystolischen Pausen
(*5) nur bei fehlender retrogader Leitung während Kardioinhibition und
bei niedrig programmierter Interventionsfrequenz
Die korrekte Indikationsstellung und adäquate Systemwahl garantieren
noch keineswegs die Qualität der Schrittmacherbehandlung im weiteren
Verlauf. Dafür bedarf es unbedingt einer sachkundigen Nachsorge. Die
Erweiterung der Indikationen zur vorhofbeteiligenden Stimulation setzt
entsprechende Kenntnisse der zugrundeliegenden Rhythmusstörungen und
der verschiedenen Schrittmacher-Betriebsarten voraus. Eine adäquate
Schrittmacherkontrolle erfordert heutzutage erhebliche Spezialkenntnisse.
4.1 Aufgaben der Schrittmacherkontrolle
Die Aufgaben der Nachsorge können definiert werden als
-
Optimierung der Schrittmachersysteme durch Anpassung an die hämodynamischen
und individuellen Erfordernisse des Patienten
-
Verlängerung der Laufzeit der Schrittmacher durch die Anpassung der
Energieabgabe, unter Berücksichtigung des Sicherheitsabstands zur
Reizschwelle
-
Erkennen und Beheben von Komplikationen
4.2 Qualifikationsvoraussetzungen
nach Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung (21)
"Qualifikationsvoraussetzungen gemäß § 135 Abs. 2 SGB
V für die Durchführung von Untersuchungen zur
Herzschrittmacher-Kontrolle
Untersuchungen zur Herzschrittmacher-Kontrolle dürfen in der
kassen-/vertragsärztlichen Versorgung nur solche Ärzte
durchführen, die der Kassenärztlichen Vereinigung nachgewiesen
haben, daß sie die nachfolgenden Anforderungen an die persönliche
Qualifikation sowie die apparativen Voraussetzungen erfüllen.
Umfang der Untersuchungen zur Herzschrittmacher-Kontrolle
1. Die Untersuchungen zur Herzschrittmacher-Kontrolle beinhalten
insbesondere
1.1 etwa alle 6 Monate (bei nachlassender Batterieleistung auch in kürzeren
Abständen) die Überprüfung der Reizbeantwortung und - wahrnehmung
(EKG) und die Beurteilung der Batteriekapazität (Messung von Impulsfrequenz
und Impulsdauer, gegebenenfalls mit Magnetauflage),
1.2 etwa 3 Monate nach der Implantation und im weiteren Verlauf in der Regel
alle 12 bis 18 Monate die komplette Funktionsanalyse der programmierbaren
Parameter, gegebenenfalls einschließlich Umprogrammierung und - falls
vorhanden - telemetrischer Abfrage.
Fachliche Voraussetzungen
2. Untersuchungen nach Nr. 1.1 dürfen nur von solchen Ärzten
durchgeführt und abgerechnet werden, die nachgewiesen haben, daß
sie mindestens 200 Untersuchungen nach Nr. 1.1, einschließlich der
Befundung des Schrittmacher-EKG`s, unter Anleitung und Aufsicht eines
entsprechend qualifizierten Arztes durchgeführt haben.
3. Untersuchungen nach den Nrn. 1.1 und 1.2 dürfen nur von solchen
Ärzten durchgeführt und abgerechnet werden, die nachgewiesen haben,
daß sie
3.1 zum Führen der Teilgebietsbezeichnung ”Kardiologie” berechtigt sind
oder
3.2 mindestens 200 Untersuchungen nach Nr. 1.2 - davon mindestens 100
Untersuchungen bei Zweikammer- bzw. frequenzadaptierten Systemen - unter
Anleitung und Aufsicht eines entsprechend qualifizierten Arztes
durchgeführt haben.
Apparative Voraussetzungen
4. Untersuchungen nach Nr. 1.1 dürfen in der
kassen-/vertragsärztlichen Versorgung nur durchgeführt werden,
wenn folgende apparative Ausstattung zur Verfügung steht:
4.1 ein Analysegerät zur Messung von Stimulationsintervall und
Impulsdauer.
4.2 ein zur Schrittmacherkontrolle geeigneter EKG-Schreiber.
4.3 eine Notfallausrüstung zur kardio-pulmonalen Wiederbelebung,
einschließlich Defibrillator.
5. Untersuchungen nach Nr. 1.2 dürfen in der
kassen-/vertragsärztlichen Versorgung nur durchgeführt werden,
wenn zusätzlich zu den Anforderungen nach den Nrn. 4.2 und 4.3 für
die Durchführung der Schrittmacherkontrolle das für den jeweiligen
Schrittmacher spezifische Programmiergerät zur Verfügung steht."
Darüber hinaus sollten zur Kontrolle komplexer Schrittmacher-Systeme
ein Belastungs-EKG, Laufband, Langzeit-EKG und Echokardiographiegerät
vorhanden sein.
4.3 Durchführung der Schrittmacherkontrolle
4.3.1 Anamnese
Die Schrittmacherkontrolle beginnt mit einer Befragung des Patienten über
sein Allgemeinbefinden, spezielle kardiale Symptome ( z.B. Synkopen, Dyspnoe,
Herzklopfen, Angina pectoris, Belastungsfähigkeit) und zerebrale Symptome
sowie Anzeichen von Zwerchfell- und Muskelstimulation oder Thoraxschmerzen.
Wichtig ist die Frage nach dem Pulsverhalten. Auch nach den Anzeichen eines
Schrittmachersyndroms sollte gefragt werden. Dies kann sich in allgemeinen
Symptomen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen,
Belastungseinschränkungen etc., bis hin zum Kreislaufkollaps
äußern.
4.3.2 Klinischer Untersuchungsbefund
Die klinische Untersuchung sollte als Minimum eine Inspektion der
Schrittmachertasche und Palpation des Pulses enthalten. Auch eine
Blutdruckmessung gehört zu den Routinemaßnahmen bei der
Schrittmacherkontrolle. Ebenso muß auf die Anzeichen einer
Herzinsuffizienz, wie z.B. periphere Ödeme bzw. auskultatorisch
feststellbare Lungenstauung, geachtet werden.
4.3.3 Basisuntersuchung (Tab. 3)
Grundaufgaben jeder Kontrolle sind die Prüfung der Reizbeantwortung
und Wahrnehmungsfunktion sowie die Beurteilung des Batteriezustandes. Es
muß geprüft werden, ob die programmierte Schrittmacherfunktionsweise
den aktuellen Erfordernissen des Patienten noch angepaßt ist.
In Abhängigkeit von der Situation können zur Basiskontrolle auch
weitere Untersuchungen vorgenommen werden, wie Reizschwellenmessungen oder
die telemetrische Abfrage von speziellen Holterfunktionen.
4.3.4 Erweiterte Kontrolle (Tab. 4)
In mindestens 12 - 18 monatigen Abständen müssen weitergehende
Untersuchungen durchgeführt werden, damit eine optimale, d. h. den
Möglichkeiten des jeweiligen Schrittmachertyps und den Erfordernissen
des jeweiligen Patienten entsprechende Arbeitsweise des Schrittmachers garantiert
werden kann.
4.3.5 Kontrollparameter
4.3.5.1 Batteriezustand
Die Beurteilung des Batteriezustandes durch Magnetauflage hat bei jeder Kontrolle
zu erfolgen. Leider fehlen einheitliche Austauschkriterien, was
produktspezifische Kenntnisse für die Beurteilung voraussetzt (vgl.
Herstellerhandbuch). Sie ist bei modernen Schrittmacher oft telemetrisch
möglich.
4.3.5.2 Telemetrie (Abfragen des Schrittmachers)
-
Batteriezustand
Anhand der Parameter ”Batteriespannung” und/oder ”Batterieimpedanz” können
Aussagen über den Batteriezustand gemacht werden. Zusätzlich
läßt sich anhand von Stromverbrauch und der verfügbaren
Batteriekapazität die Funktionszeit der Batterie grob abschätzen.
-
Elektrodenimpedanz
Die Elektrodenimpedanz ist in modernen Telemetrieschrittmachern abfragbar
und liefert Informationen über die Integrität der Elektroden und
der Elektrodenkonnektion. Bei bipolaren Elektroden muß die
Stimulation für den Zeitpunkt der Elektrodenmessung auf bipolare
Konfiguration umprogrammiert werden, damit die Elektrodenimpedanz der gesamten
Elektrode (innere und äußere Wendel) erfaßt wird.
-
Diagnostische Funktionen
Moderne Telemetrieschrittmacher mit Speicherfunktionen ermöglichen die
Abfrage diagnostischer Daten, die Hinweise auf Funktionsstörungen und
Arrhythmien geben und für eine Optimierung der Schrittmachereinstellung
genutzt werden können.
-
Anfangs- und Endabfrage
Bei der Anfangsabfrage in der Schrittmacherkontrolle wird u.a.
überprüft, welche Programmierung vorliegt, bei der Endabfrage,
ob der Schrittmacher die gewünschte Programmierung angenommen hat.
4.3.5.3 Überprüfung des Eigenrhythmus
Es empfiehlt sich, den Eigenrhythmus des Patienten zu überprüfen,
insbesondere abzuklären, wie weit der Patient vom Schrittmacher
abhängig ist. Wenn im Ruhe-EKG kein Spontanrhythmus erkennbar wird,
kann dieser evtl bei Belastung ersichtlich werden. Über das
Programmiergerät kann der Schrittmacher temporär inhibiert,
bzw. die Stimulationsfrequenz (bei Zweikammer-Schrittmacher im VVI-Modus)
entsprechend gesenkt werden. In Akutsituationen, wenn kein entsprechendes
Programmiergerät vorhanden ist, kann (bei unipolarer Wahrnehmung) der
Schrittmacher durch eine externe Überstimulation inhibiert werden.
4.3.5.4 Reizschwelle von Vorhof und Kammer
Die Verfahren der Reizschwellenprüfung sind modellgebunden vorgegeben.
Aufgrund des natürlichen Reizschwellenverlaufes mit einem passageren
Anstieg der Reizschwelle innerhalb der ersten Wochen nach Implantation ist
in diesem Zeitraum eine initial höhere Stimulationsenergie erforderlich.
Die endgültige Einstellung mit dem Ziel der Energieeinsparung und
konsekutiven Laufzeitverlängerung sollte nach 3, spätestens 6 Monaten
erfolgen. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 100% wird durch die Verdoppelung
der Amplituden-Reizschwelle erreicht. Die Verdreifachung der
Impulsdauer-Reizschwelle bietet nur dann einen ausreichenden Sicherheitsabstand,
wenn dabei die Chronaxiezeit nicht überschritten wird (49,50). Auf die
Sicherheitsprogrammierung ist bei permanent schrittmacherabhängigen
Patienten besonders zu achten. In der Regel läßt sich die Spannung
bei 2,5 V einstellen. Im Einzelfall muß der Hersteller mitteilen oder
wird vom Programmiergerät angezeigt, welche
Amplituden-Impulsdauer-Kombination den geringsten Stromverbrauch bewirkt.
4.3.5.5 Wahrnehmungsschwelle
Die korrekte Wahrnehmung des Systems setzt eine entsprechende Einstellung
der Wahrnehmungsschwelle des Schrittmachers voraus.
-
Atriale Wahrnehmung
Biologische Schwankungen des P-Wellen-Signals im Einzelfall legen für
Vorhofsysteme einen Sicherheitsabstand von mehr als 0,5 mV nahe. Dabei muß
berücksichtigt werden, daß bei hoher Empfindlichkeit, insbesondere
bei unipolaren Systemen, die Wahrscheinlichkeit externer
Störbeeinflussungen (z.B. Muskelsignale) entsprechend steigt. Empfohlen
wird eine Empfindlichkeitseinstellung von 50% der Wahrnehmungsschwelle. Bei
VDD-Systemen mit einer Einzelelektrode wird die maximale Empfindlichkeit,
bei der kein Oversensing nachweisbar ist, als zu programmierende Empfindlichkeit
empfohlen.
-
Ventrikuläre Wahrnehmung
Die Wahrnehmung im Ventrikel läßt auf Grund der höheren
Signalamplituden die Einstellung von höheren Werten (= unempfindlicher)
zu, z.B. 4-5 mV oder darüber. Sofern empfindlichere Einstellungen
gewählt werden müssen, sind vor allem bei unipolarer Wahrnehmung
Prüfungen von Störeinflüssen (z.B. Muskelsignale) geboten.
Ist der Patient permanent schrittmacherabhängig, so empfiehlt sich bei
unipolarer Wahrnehmungskonfiguration eine so unempfindliche Einstellung,
daß bei Provokation kein Oversensing auftritt.
4.3.5.6 Refraktärzeiten
Die Refraktärzeit ist auf Ventrikelebene mit der Norminaleinstellung
(300-350 ms) in den meisten Fällen adäquat; eine Verlängerung
kann bei T-Wellen-Wahrnehmungen relevant werden.
Auf Vorhofebene kann in der AAI-Betriebsart bei Wahrnehmung von
ventrikulären Fernsignalen (far-field sensing) eine Verlängerung
der totalen atrialen Refraktärzeit (TARP) notwendig werden. Sie wird
in der Regel länger als 400 ms programmiert.
In der DDD-Betriebsart muß die postventrikuläre atriale
Refraktärzeit (PVARP) individuell eingestellt werden. Sie ist abhängig
von einer retrograden Leitung bzw. vom Auftreten von
Schrittmacher-Reentrytachykardien (ELT=Endless-Loop-Tachykardien), aber auch
von den im jeweiligen Modell vorhandenen Schutzalgorithmen. Sie wird in der
Regel länger als 240 ms programmiert. Bei Werten < 280 ms sollte
die retrograde Leitungszeit bestimmt werden. Um die Ausblendzeiten des
Schrittmachers möglichst zu begrenzen, sind die Refraktärzeiten
so lang wie nötig und so kurz wie möglich zu wählen.
4.3.6 Besonderheiten bei Zweikammersystemen
Funktionsprüfungen sind bei Zweikammersystemen im gleichen zeitlichen
Rahmen durchzuführen. Der Reizschwellentest umfaßt Vorhof und
Kammer; analog dazu ist die Wahrnehmung in Vorhof und Kammer zu prüfen,
wobei der adäquaten atrialen Wahrnehmung eine wichtige Rolle hinsichtlich
der intakten Funktion des Systems zukommt.
Zusätzlich sind bei Zweikammersystemen folgende Parameter zu prüfen
und den klinischen Vorgaben des jeweiligen Patienten anzupassen:
-
AV-Intervall (Optimierung z.B. mit dopplerechokardiographischen Verfahren)
-
maximale synchrone Frequenz (z.B. Langzeit-EKG, Belastungs-EKG)
-
postventrikuläre atriale Refraktärzeit, bzw. totale atriale
Refraktärzeit
-
weitere - spezielle - Algorithmen
4.3.7 Besonderheiten bei frequenzadaptierenden Systemen
Bei frequenzadaptierenden Systemen sind grundsätzlich die oben
aufgeführten Funktionen im gleichen Umfang zu prüfen. Die Einstellung
der frequenzadaptierenden Funktion setzt weitere Spezialkenntnisse der
Funktionsweise und Störbeeinflussung des Sensors voraus. Die Anpassung
an die adäquate Frequenz kann initial häufigere klinische,
ergometrische und langzeitelektrokardiographische Kontrollen erforderlich
machen.
4.4 Zeitplan der Schrittmacherkontrollen
4.4.1 Komplikationslose Neuimplantation
Die ersten Kontrollen erfolgen vor Entlassung des Patienten und umfassen
neben der Basisuntersuchung mit evtl. Reizschwellenmessung im Vorhof und
Ventrikel die Beurteilung der Wundverhältnisse. Wichtig ist ein
ausführliches Informationsgespräch mit dem Patienten.
Zur Dokumentation der Elektrodenlage wird eine radiologische Kontrolle
durchgeführt.
Die 2. Kontrolle erfolgt etwa 4 Wochen nach Implantation und umfaßt
eine Basis- bzw. eine erweiterte Kontrolle, sowie eine Prüfung der
Wundverhältnisse. Zur Erfassung eines überdurchschnittlichen
Reizschwellen-Anstiegs sollte vor Entlassung bzw. nach 4 Wochen eine Messung
der Reizschwelle erfolgen.
Bei frequenzadaptierenden System sind zur individuellen Anpassung initial
oder nach 4 Wochen zusätzliche Kontrollen und ergometrische Tests notwendig.
Die 3. Kontrolle erfolgt 3 Monate nach Implantation und umfaßt die
erweiterte Kontrolle. Es sollte jetzt die Endeinstellung mit Reduktion der
Stimulationsenergie vorgenommen werden, da nach einem Zeitraum von 3 (-6)
Monaten von einer weitgehenden Stabilisierung der Reizschwelle ausgegangen
werden kann (bei Neuimplantation der Elektroden).
Die weiteren Kontrollen sind in der Regel alle 6-12 Monate vorzunehmen.
Vor einem geplanten Impulsgeberwechsel erfolgt eine ausführliche
Schrittmacher-Kontrolle.
4.4.2 Komplikationsloser Impulsgeberwechsel
Bei Impulsgeberwechsel kann die endgültige Einstellung der
Stimulationsenergie bereits unmittelbar postoperativ oder bei der ersten
ambulanten Kontrolle nach 4 Wochen erfolgen.
Beim frequenzadaptierenden Systemen sind zur individuellen Anpassung initial
oder nach 4 Wochen zusätzliche Kontrollen und ergometrische Tests notwendig.
4.4.3 Komplikationen, Batterieerschöpfung
Bei chirurgischen oder technischen Komplikationen haben sich die
Kontrollintervalle abweichend vom Zeitplan allein nach der klinischen Situation
zu richten und müssen entsprechend kürzer angesetzt werden. Bei
Hinweisen auf Batterieerschöpfung, bei Schrittmachern, die über
die empfohlene Amplitude hinaus programmiert wurden und bei epimyokardialen
Systemen sind die Kontrollintervalle kürzer (z.B. dreimonatlich) zu
wählen.
4.5 Empfehlung zur effektiven Zusammenarbeit zwischen implantierendem Zentrum
und niedergelassenen Kollegen
Für die Nachsorge von Schrittmacherpatienten ist die
-
gegenseitige Information über alle durchgeführten Maßnahmen
zwischen implantierender Einrichtung und ambulanter Nachsorge im niedergelassenen
Bereich unerläßlich.
-
Die implantierende Einrichtung erstellt einen Krankheitsbericht mit detaillierter
Beschreibung der Indikation zur Implantation, Beschreibung des implantierten
Schrittmachers und der Elektroden, der Funktionsweise und der bei Entlassung
aus dem Krankenhaus abschließend programmierten Parameter sowie der
Austauschkriterien.
-
Die Dokumentation über alle bei der Nachsorge durchgeführten
Maßnahmen wird gegenseitig ausgetauscht und im Schrittmacherpaß
vermerkt.
Die Schrittmacher-Kontrolle ist eine ambulante ärztliche Leistung. Eine
Ermächtigung zur Nachsorge bei Schrittmacherpatienten am implantierenden
Zentrum muß gewährleistet sein für:
-
Kontrollen ein und drei Monate nach Implantation des Systems.
-
Alle Kontrollen auf Zuweisung schrittmacherkontrollierender Ärzte.
-
Im Rahmen des Notfalles.
-
Erweiterte Kontrollen (4.3.4) mindestens alle 18 Monate mit kompletter
Überprüfung, bei denen mit Hilfe eines nicht im niedergelassenen
Bereich unmittelbar verfügbaren typspezifischen Programmiergerätes
eine Überprüfung und Einstellung des Schrittmachers erfolgt.
-
In Fällen, in denen in keiner zumutbaren Entfernung vom Wohnort des
Patienten die Nachsorge im niedergelassenen Bereich durchgeführt werden
kann (5).
Literatur
-
Adolph RJ, Holmes JC, Fukusumi H (1968) Hemodynamic studies in patients with
chronically implanted pacemakers. Am Heart J 76:829-838
-
Alpert MA, Curtis JJ, Sanfelippo JF, Flaker GC, Walls JT, Mukerji V, Villarreal
D, Katti SK, Madigan NP, Morgan RJ (1987) Comparative survival following
permanent ventricular and dual-chamber pacing for patients with chronic
symptomatic sinus node dysfunction with and without heart failure. Am Heart
J 113:958-965
-
Alpert MA, Curtis JJ, SanFelippo JF, Flaker GC, Walls JT, Mukerji V, Villarreal
D, Katti SK, Madigan NP, Krol RB (1986) Comparative survival after permanent
ventricular dual chamber pacing for patients with chronic high degree
atrioventricular block with and without preexistent heart failure. J Am Coll
Cardiol 7:925-932
-
Alpert MA, Flaker GC (1983) Arrhythmias associated with sinus node dysfunction.
JAMA 250:2160-2166
-
Alt E, Behrenbeck DW, Fischer W, Schorn A, Schmitter HT, Sonntag F (1995)
Empfehlungen zur Schrittmachernachsorge - Zusammenarbeit zwischen implantierendem
Krankenhaus und niedergelassenen Kollegen bei der Nachsorge von
Schrittmacherpatienten. Z Kardiol 84:420-421
-
Alt E, Dechand E, Wirtzfeld A, Ulm K (1983) Überlebenszeit und Verlauf
nach Schrittmacherimplantation. Dtsch Med Wschr 108:331-335
-
Alt E, Schlegl MJ, Matula MM (1995) Intrinsic heart rate response as a predictor
of rate-adaptive pacing benefit. Chest 107:925-930
-
Andersen HR, Thuesen L, Bagger JP, Vesterlund T, Thomsen PEB (1994) Prospective
randomised trial of atrial versus ventricular pacing in sick-sinus syndrome.
ncet 344:1523-1528
-
Ausubel K, Furman S (1985) The pacemaker syndrome. Ann Intern Med 103;420-429
-
Ausubel K, Steingart RM, Shimshi M, Klementowicz P, Furman S (1985) Maintenance
of exercise stroke volume during ventricular versus atrial synchronous pacing:
role of contractility. Circulation 5:1037-1043
-
Becker H, Brandenburg U, Peter JH, von Wichert P (1995) Reversal of sinus
arrest and atrioventriclar conduction block in patients with sleep apnea
during nasal continuous postive airway pressure. Am J Respir Crit Care Med
151:215-218
-
Bernstein AD, Camm AJ, Fletcher RD, Gold RD, Rickards AF, Smyth NPD, Spielman
SR, Sutton R (1987) The NASPE/BPEG generic pacemaker code for antibradyarrhythmia
and adaptive-rate pacing and antitachyarrhythmia devices. PACE 10:794-799
-
Borggrefe M, Seipel L, Breithardt G (1984) Klinische und elektrophysiologische
Befunde bei Patienten mit Synkope nach Myokardinfarkt. Z Kardiol 73:297-303
-
Breithardt G, Lüderitz B, Schlepper M (1989) Empfehlungen für die
Indikation zur permanenten Schrittmacherimplantation. Z Kardiol 78:212-217
-
Brignole M, Menozzi C, Lolli G, Bottoni N, Gaggioli G (1992) Long-term outcome
of paced and nonpaced patients with severe carotid sinus syndrome. Am J Cardiol
69:1039-1043
-
Brignole M, Menozzi C, Lolli G, Oddone D, Gianfranchi L, Bertulla A (1991)
Validation of a method for choice of pacing mode in carotid sinus syndrome
with or without sinus bradycardia. PACE 14:196-203
-
Brown KA, Maloney JD, Smith HC, Hartzler GO, Ilstrup DM (1980) Carotid sinus
reflex in patients undergoing coronary angiography: Relationship of degree
and location of coronary artery disease to response to carotid sinus massage.
Circulation 62:697-703
-
Clemo HF, Baumgarten CM, Stambler BS, Wood MA, Ellenbogen KA (1994) Atrial
natriuretic factor: implications for cardiac pacing and electrophysiology.
PACE 17:70-91
-
Click RL, Gersh BJ, Sugrue DD, Wood DL, Holmes DR Jr, Osborn MJ, Hammill
SC (1987) Role of invasive electrophysiologic testing in patients with
symptomatic bundle branch block. Am J Cardiol 59:817-823
-
Coumel P (1992) Neural aspects of paroxysmal atrial fibrillation. In: Falk
RH, Podrid PJ. Atrial fibrillation. Mechanisms and Management. Raven Press,
New York, pp109-125
-
Deutsches Ärzteblatt 89, Heft 8, 21 Februar 1992
-
Dewey RC, Capeless MA, Levy AM (1987) Use of ambulatory electrocardiographic
monitoring to identify high-risk patients with congenital complete heart
block. N Engl J Med 316:835-839
-
Dhingra RC, Denes P, Wu D, Chuquimia R, Rosen KM (1974) The significance
of second degree atrioventricular block and bundle branch block: observations
regarding site and type of block. Circulation 49:638-646
-
Dhingra RC, Palileo E, Strasberg B, Swiryn S, Bauernfeind RA, Wyndham CRC,
Rosen KM (1981) Significance of the HV interval in 517 patients with chronic
bifascicular block. Circulation 64:1265-1271
-
Dhingra RC, Wyndham C, Bauernfeind R, Swiryn S, Deedwania PC, Smith T, Denes
P, Rosen KM (1979) Significance of block distal to the His bundle induced
by atrial pacing in patients with chronic bifascicular block. Circulation
60:1455-1464
-
Dreifus LS, Fisch C, Griffin JC, Gillette PC, Mason JW, Parsonnet V (1991)
Guidelines for implantation of cardiac pacemakers and antiarrhythmia devices.
A report of the American College of Cardiology / American Heart Association
Task Force on Assessment of Diagnostic and Therapeutic Cardiovascular Procedures
(Committee on Pacemaker Implantation). Circulation 84:455-467
-
Edhag O, Swahn A (1976) Prognosis of patients with complete heart block or
arrhythmic syncope who were not treated with artificial pacemakers: A long-term
follow-up study of 101 patients. Acta Med Scand 200:457-463
-
Eimer HH, Witte J (1974) Zur Leistungsbreite bei Patienten mit festfrequentem
Herzschrittmacher unter Berücksichtigung von Hämodynamik,
arteriovenöser Sauerstoffdifferenz und Lungenfunktion. Z Kardiol
63:1099-1110
-
Ellenbogen KA, Thames MD, Mohanty PK (1990) New insights into pacemaker syndrome
gained from hemodynamic, humoral and vascular responses during ventriculo-atrial
pacing. Am J Cardiol 65:53-59
-
Epperlein S, Kreft A, Siegert V, Liebrich A, Himmrich E, Treese N (1996)
DDD- versus DDDR-Schrittmacherstimulation: Vergleich der kardiopulmonalen
Leistungsfähigkeit, der Häufigkeit von Vorhofarrhythmien und der
Lebensqualität. Z Kardiol 85:226-236
-
Escher EB (1981) Congenital complete heart block in adolescence and adult
life: a follow-up study. Eur Heart J 2:281-288
-
Fairfax AJ, Lambert CD, Leatham A (1976) Systemic embolism in chronic sinoatrial
disorders. N Engl J Med 295:190-192
-
Fananapazir L, Epstein ND, Curiel RV, Panza JA, Tripodi D, McAreavey D (1994)
Long-term results of dual-chamber (DDD) pacing in obstructive hypertrophic
cardiomyopathy. Circulation 90:2731-2742
-
Fananapazir L, Srinivas V, Bennett DH (1983) Comparison of resting hemodynamic
indices and exercise performance during atrial synchronized and asynchronous
ventricular pacing. PACE 6:202-209
-
Ferrer M (1968) Sick sinus syndrome in atrial disease. JAMA 206:645-646
-
Fisch GR, Zipes D, Fisch C (1980) Bundle branch block and sudden death. Prog
Cardiovasc Dis 23:187-224
-
Fitzpatrick A, Sutton R (1989) Tilting towards a diagnosis in recurrent
unexplained syncope. Lancet March 25 i:658-660
-
Friedberg CK, Donoso E, Stein WB (1964) Nonsurgical acquired heart block.
Ann N Y Acad Sci 111:833-847
-
Fujimura O, Yee R, Klein GJ, Sharma A, Boahene KA (1989) The diagnostic
sensitivity of electrophysiologic testing in patients with syncope caused
by transient bradycardia. N Engl J Med 321:1703-1707
-
Goldman BS, Hill TJ, Weisel RD, Scully HE, Mickleborough LL, Pym J, Baird
RJ (1984) Permanent cardiac pacing after open-heart surgery. Acquired heart
disease. PACE 7: 367-371
-
Guilleminault C, Connolly SJ, Winkle RA (1983) Cardiac arrhythmia and conduction
disturbances during sleep in 400 patients with sleep apnea syndrome. Am J
Cardiol 52:490-494
-
Hansen JF, Meibon J (1974) The prognosis for patients with complete heart
block treated with permanent pacemaker. Acta med scand 195:385-389
-
Heldman D, Mulvihill D, Nguyen H et al. (1990) True incidence of pacemaker
syndrome. PACE 13:1742-1750
-
Hesselson AB, Parsonnet V, Bernstein AD, Bonavita GJ (1992) Deleterious effects
of long-term single-chamber ventricular pacing in patients with sick sinus
syndrome: the hidden benefits of dual-chamber pacing. J Am Coll Cardiol
19:1065-1069
-
Hilgard J, Ezri MD, Denes P (1985). Significance of ventricular pauses of
three seconds or more detected on twenty-four Holter recordings. Am J Cardiol
55:1005- 1008
-
Hindman MC, Wagner GS, JaRo M, Atkins JM, Scheinman MM, DeSanctis RW, Hutter
AM Jr, Yeatman L, Rubenfire M, Pujura C, Rubin M, Morris JJ (1978) The clinical
significance of bundle branch block. 2. Indications for temporary and permanent
pacemaker insertion. Circulation 58:689-699
-
Holden W, McAnulty JH, Rahimtoola SH (1978) Characterisation of heart rate
response to exercise in the sick sinus syndrome. Br Heart J 40:923-930
-
Huang SKS, Ezri MD, Hauser R, Denes P (1988) Carotid sinus hypersensitivity
in patients with unexplained syncope: clinical, electrophysiologic, and long-term
follow-up observations. Am Heart J 116:989-996
-
Irnich W (1980) The chronaxie time and its practical importance. PACE 3:292-301
-
Irnich W (1989) Die Funktionszeiten miniaturisierter Herzschrittmacher.
Herzschrittmacher 9:164-171
-
Kaplan BM, Langendorf R, Lev M, Pick A (1973) Tachycardia-bradycardia syndrome
(so-called "sick sinus syndrome"). Am J Cardiol 31:497-508
-
Karlöf I (1975) Haemodynamic effect of atrial triggered versus fixed
rate pacing at rest and during exercise in complete heart block. Acta med
Scand 197:195-206
-
Keefe DL, Griffin JC, Harrison DC, Stinson EB (1985) Atrioventricular conduction
abnormalities in patients undergoing isolated aortic or mitral valve replacement.
PACE 8: 393-398
-
Kristensson BE, Arnman K, Smedgard P, Ryden L (1985) Physiological versus
fixed rate ventricular pacing: a double-blind cross-over study. PACE 8:73-84
-
Kruse I, Arnman K, Conradson TB, Ryden L (1982) A comparison of the acute
and long-term hemodynamic effects of ventricular inhibited and atrial synchronous
ventricular inhibited pacing. Circulation 65:846-855
-
Kruse IB, Ryden L (1981) Comparison of physical work capacity and systolic
time intervals with ventricular inhibited and atrial synchronous ventricular
inhibited pacing. Br Heart J 46:129-136
-
Lagergren H, Johannsson L, Schüller H, Kugelberg J, Bojs G, Alestig
K, Linder E, Borst HG, Schaudig A, Giebel O, Harms H, Rodewald G, Scheppokat
KD (1966) 305 cases of permanent intravenous pacemaker treatment for Adam-Stokes
syndrom. Surgery 59:494-497
-
Lamas GA, Pashos CL, Normand S-LT, McNeil B (1995) Permanent pacemaker selection
and subsequent survival in elderly Medicare pacemaker recipients. Circulation
91:1063-1069
-
Lau CP, Wong CK, Leung WH, Liu WX (1990) Superior cardiac hemodynamics of
atrioventricular synchrony over rate responsive pacing at submaximal exercise:
observations in activity sensing DDDR pacemakers. PACE 13:1832-1837
-
Lemke B, Gude J, von Dryander S, Barmeyer J, Braun E, Krieg M (1990)
Einfluß von AV- Synchronisation und Frequenzsteigerung auf die
Hämodynamik und das atriale natriuretische Peptid bei Patienten mit
totalem AV-Block. Z Kardiol 79:547-556
-
Lemke B, von Dryander S, Jäger D, Machraoui A, MacCarter D, Barmeyer
J (1992) Aerobic capacity in rate modulated pacing. PACE 15:1914-1918
-
Linde-Edelstam C, Gullberg B, Norlander R, Pehrsson SK, Rosenqvist M, Ryden
L (1992) Longevity in patients with high degree atrioventricular block paced
in the atrial synchronous or the fixed rate ventricular inhibited mode. PACE
15:304-313
-
Lown B (1967) Electrical reversion of cardiac arrhythmias. Brit Heart J
29:469-489
-
Mabo P, Denjoy I, Leclerq JF, Druelles P, Daubert C, Coumel P (1989) Comparative
efficacy of permanent atrial pacing in vagal atrial arrhythmias and in
bradycardia-tachycardia syndrome (abstract). PACE 12:1236
-
Malcolm C, Ward D, Camm J, Rickards AF, Ingramm A, Perrins J, Charles R,
Jones S, Cobbe S (1991) Recommendations for pacemaker prescription for
symptomatic bradycardia. Br Heart J 66:185-191
-
Markewitz A, Schmoeckel M, Nollert G, Überfuhr P, Weinhold C, Reichart
B (1993) Long-term results of pacemaker therapy after orthotopic heart
transplantation. J Card Surg 8: 411-416
-
Massi B, Scheinman MM, Peters R, Desai J, Hirschfeld D, O`Young J (1978)
Clinical and electrophysiologic findings in patients with paroxysmal slowing
of the sinus rate and apparent Mobitz II atrioventricular block. Circulation
58:305-314
-
Mazuz M, Friedman HS (1983) Significance of prolonged electrocardiographic
pauses in sinoatrial disease: sick sinus syndrome. Am J Cardiol 52:485-489
-
McAnulty JH, Rahimtoola SH (1983) Bundle branch block. Prog Cardiovasc Dis
26:333-354
-
McAnulty JH, Rahimtoola SH, Murphy ES, DeMots H, Ritzmann L, Kanarek PE,
Kauffman S (1982) Natural history of "high risk" bundle-branch block: Final
report of a prospective study. N Engl J Med 307:137-143
-
Menozzi C, Brignole M, Moracchini PV, Lolli G, Bacchi M, Tesorieri MC, Tosoni
GD, Bollini R (1990) Intrapatient comparison between chronic VVIR and DDD
pacing in patients affected by high degree AV block without heart failure.
PACE 13:1816-1822
-
Merx W, Effert S, Hanrath P, Pop T, Rehder W, Schweizer P (1981) Hyperaktiver
Carotissinusreflex. Dtsch med Wschr 106:135-140
-
Michaëlsson M, Jonzon A, Riesenfeld T (1995) Isolated congenital complete
atrioventricular block in adult life. A prospective study. Circulation 92:442-449
-
Mitsuoka T, Kenny RA, Au Yeung T, Lu Chan S, Perrins JE, Sutton R (1988)
Benefits of dual chamber pacing in sick sinus syndrome. Br. Heart J 60:338-347
-
Morady F, Higgins J, Peters RW, Schwartz AB, Shen EN, Bhandari A, Scheinman
MM, Sauvé MJ (1984) Electrophysiologic testing in bundle branch block
and unexplained syncope. Am J Cardiol 54:587-591
-
Morley CA, Perrins EJ, Grant P, Chan SL, McBrien DJ, Sutton R (1982) Carotid
sinus syncope treated by pacing. Br Heart J 47:411-418
-
Mukharji J, Rehr RB, Hastillo A, Thompson JA, Hess ML, Paulsen WJ, Vetrovec
GW (1990) Comparison of atrial contribution to cardiac hemodynamics in patients
with normal and severely compromised cardiac function. Clin Cardiol 13:639-643
-
Mymin D, Mathewson FAL, Tate RB, Manfreda J (1986) The natural history of
primary first-degree atrioventricular heart block. N Engl J Med 315:1183-1187
-
Nicod P, Gilpin E, Dittrich H (1988) Long-term outcome in patients with inferior
myocardial infarction and complete atrioventricular block. J Am Coll Cardiol
12:589
-
Odemuyiwa O, Camm J (1992) Prophylactic pacing for prevention of sudden death
in congenital complete heart block? PACE 15:1526-1530
-
Pehrsson SK (1983) Influence of heart rate and atrioventricular synchronization
on maximal work tolerance in patients treated with artificial pacemakers.
Acta Med Scand 214:311-315
-
Pehrsson SK, Hjemdahl P, Nordlander R, Aström H (1988) A comparison
of sympathoadrenal activity and cardiac performance at rest and during exercise
in patients with ventricular demand or atrial synchronous pacing. Br Heart
J 60:212-220
-
Perrins EJ, Morley CA, Chan SL, Sutton R (1983) Randomized controlled trial
of physiological and ventricular pacing. Br Heart J 50:112-117
-
Pinsky WW, Gillette PC, Garson A Jr, McNamara DG (1982) Diagnosis, management,
and long-term results of patients with congenital complete atrioventricular
block. Pediatrics 69:728-733
-
Pitcher D, Papouchado M, James MA, Rees RJ (1986) Twenty-four hour ambulatory
electrocardiography in patients with chronic atrial fibrillation. Br Med
J 292:594
-
Rasmussen K (1981) Chronic sinus node disease: Natural course and indications
for pacing. Eur Heart J 2:455-459
-
Rattes MF, Klein GJ, Sharma AD, Boone JA, Kerr C, Milstein S (1989) Efficacy
of empirical cardiac pacing in syncope of unknown cause. Can Med Assoc J
140:381-385
-
Rediker DE, Eagle KA, Homma S, Gillam LD, Harthorne JW (1988) Clinical and
hemodynamic comparison of VVI versus DDD pacing in patients with DDD pacemakers.
Am J Cardiol 61:323-329
-
Reiter MJ, Hindman MC (1982) Hemodynamic effects of acute atrioventricular
sequential pacing in patients with left ventricular dysfunction. Am J Cardiol
49:687-692
-
Reybrouck T, Vanden Eynde B, Dumoulin M, Van der Hauwaert LG (1989)
Cardiorespiratory response to exercise in congenital complete atrioventricular
block. Am J Cardiol 64:896-899
-
Ritter WS, Atkins J, Blomqvist CG, Mullins CB (1976) Permanent pacing in
patients with transient trifascicular block during acute myocardial infarction.
Am J Cardiol 38:205-208
-
Roos JC, Dunning AJ (1978) Bundle branch block. Eur J Cardiol 6:403
-
Rosenqvist M, Brandt J, Schüller H (1988) Long-term pacing in sinus
node disease: effects of stimulation mode on cardiovascular morbidity and
mortality. Am Heart J 116:16-22
-
Rosenqvist M, Obel IW (1989) Atrial pacing and the risk for AV block: is
there a time for change in attitude? PACE 12:97-101
-
Sadoul N, Simon JP, de Chillou C, Dodinot B, Aliot E, Slade AKB, Saumarez
RC, Prasad K, Camm AJ (1995) Dual chamber pacemaker therapy in obstructive
hypertrophic cardiomyopathy. Circulation 92:1062-1064
-
Santini M, Alexidou G, Ansalone G, Cacciatore G, Cini R, Turitto G (1990)
Relation of prognosis in sick sinus syndrome to age, conduction defects and
modes of permanent cardiac pacing. Am J Cardiol 65:729-735
-
Sasaki Y, Shimotori M, Akahane K, Yonekura H, Hirano K, Endoh R, Koike S,
Kawa S, Furuta S, Homma T (1988) Long-term follow-up of patients with sick
sinus syndrome: a comparison of clinical aspects among unpaced, ventricular
inhibited paced, and physiologically paced groups. PACE 11:1575-1583
-
Scheinman MM, Peters RW, Sauvè MJ, Desai J, Abbott JA, Cogan J, Wohl
B, Williams K (1982) Value of the H-Q interval in patients with bundle branch
block and the role of prophylactic permanent pacing. Am J Cardiol 50:1316-1322
-
Scott CD, Omar I, McComb JM, Dark JH, Bexton RB (1991) Long-term pacing in
heart transplant recipients is usually unnecessary. PACE 14, 1792-1796
-
Seino Y, Shimai S, Nagae Y, Ibuki C, Takano T, Tanaka S, Hayakawa H (1993)
Cardiodynamic and neurohormonal importance of atrial contribution in
rate-responsive pacing. Am J Cardiol 72:36-40
-
Seipel L, Pietrek G, Körfer R, Loogen F (1977) Prognose nach
Schrittmacherimplantation. Internist 18:21-24
-
Sgarbossa WB, Pinski SL, Maloney JD (1993) The role of pacing modality in
determining long-term survival in the sick sinus syndrome. Ann Intern Med
119:359-365
-
Shaw DB, Kerwick CA, Veale D, Gowers J, Whistance T (1985) Survival in second
degree atrioventricular block. Br Heart J 53:587-593
-
Shaw, DB, Holman RR, Gowers JI (1980) Survival in sinoatrial disorder (sick
sinus syndrome). Br Med J 280:139-141
-
Sholler GF, Walsh EP (1989) Congenital complete heart block in patients without
anatomic cardiac defects. Am Heart J 118:1193-1198
-
Spirito P, Mc Kenna W, Schultheiss HP (1995) DDD pacing in obstructive HCM.
Circulation 92:1670
-
Sra JS, Jazayeri MR, Avitall B, Dhala A, Deshpande S, Blanck Z, Akhtar M
(1993) Comparison of cardiac pacing with drug therapy in the treatment of
neurocardiogenic (vasovagal) syncope with bradycardia or asystole. N Engl
J Med 328:1085-1090
-
Stangl K, Schüller H, Schulten HK (1991) Empfehlungen zur
Herzschrittmachertherapie. Herzschr Elektrophys 2:35-44
-
Stangl K, Weil J, Seitz K, Laule M, Gerzer R (1988) Influence of AV synchrony
on the plasma levels of atrial natriuretic peptide (ANP) in patients with
total AV block. PACE 11:1176-1181
-
Stasberg B, Amat-Y-Leon F, Dhingra RC, Palileo E, Swiryn S, Bauernfeind R,
Wyndham C, Rosen KM (1981) Natural history of chronic second-degree
atrioventricular nodal block. Circulation 63:1043-1049
-
Stewart WJ, Dicola VC, Harthorne JW, Gillam LD, Weyman AE (1984) Doppler
ultrasound measurement of cardiac output in patients with physiologic pacemakers.
Am J Cardiol 54:308-312
-
Sugrue DD, Gersh BJ, Holmes DR, Wood DL, Osborn MJ, Hammill SC (1986) Symptomatic
"isolated" carotid sinus hypersenstivity: natural history and results of
treatment with anticholinergic drugs or pacemaker. J Am Coll Cardiol 7:158-162
-
Sulke AN, Pipilis A, Henderson RA, Bucknall CA, Sowton E (1990) Comparison
of the normal sinus node with seven types of rate responsive pacemaker during
everyday activity. Br Heart J 64:25-31
-
Sutton R, Kenny RA (1986) The natural history of sick sinus syndrome. PACE
9:1110-1114
-
Sutton R, Perrins J, Citron P (1980) Physiological cardiac pacing. PACE 3:207-219
-
Tresch DD, Jerome LF (1986) Unexplained sinus bradycardia: clinical significance
and long-term prognosis in apparently healthy persons older than 40 years.
Am J Cardiol 58:1009-1013
-
Volkmann H, Schnerch B, Kühnert H (1990) Diagnostic value of carotid
sinus hypersensitivity. PACE 13:2065-2070
-
WHO/ISC Task Force (1978) Definition of terms related to cardiac rhythm.
Am Heart J 95:796-806
-
Winkler RB, Freed MD, Nadas AS (1980) Exercise-induced ventricular ectopy
in children and young adults with complete heart block. Am Heart J 99:87-92
-
Wirtzfeld A, Himmler FC, Präuer HW, Klein G (1979) Atrial and ventricular
pacing in patients with the sick sinus syndrome. In: Meere CM (ed) Cardiac
pacing. Proceedings of the VIth World Symposium on Cardiac Pacing, Montreal
1979, Chap. 15-5
-
Witte J, Dressler L, Schröder G (1979) 10 years of experience with permanent
atrial electrodes. In: Meere CM (ed) Cardiac pacing. Proceedings of the VIth
World Symposium on Cardiac Pacing, Montreal 1979, Chap. 16-1
-
Witte J, von Knorre GH, Volkmann HJ, Weber D, Jenssen S, Bondke H (1991)
Survival rate in patients with sick-sinus-syndrome in AAI/DDD vs. VVI-pacing
(abstract). PACE 14:680
-
Zehender M, Büchner C, Meinertz T, Just H (1992) Prevalence, circumstances,
mechanisms, and risk stratification of sudden cardiac death in unipolar
single-chamber ventricular pacing. Circulation 85:596-605
-
Zipes DP, DiMarco JP, Gillette PC, Jackman WM, Myerburg RJ, Rahimtoola SH
(1995) Guidelines for clinical intracardiac electrophysiological and catheter
ablation procedures. A report of the American College of Cardiology/American
Heart Association Task Force on practice guidelines (committee on clinical
intracardiac electrophysiologic and catheter ablation procedures), developed
in collaboration with the North American Society of Pacing and Electrophysiology.
J Am Coll Cardiol 26:555-573
Die Autoren danken Prof. W. Irnich, Gießen, für die Durchsicht
des Kapitels 4.3.5 (Kontrollparameter), Priv. Doz. A. Markewitz, Koblenz,
für die Bearbeitung der Kapitel 2.8 und 2.9 (Bradykarde
Rhythmusstörungen nach herzchirurgischen Operationen und nach
Herztransplantation), Prof. H. Schüller, Lund, für die
Anregungen zum angeborenen AV-Block, sowie Prof. G. Breithardt,
Münster, Prof. H. Kuhn, Bielefeld, Priv. Doz. K. Kunze,
Hamburg, Prof. W. Rödiger, Hamburg, Dr. Schwaab, Homburg
(Saar), Dr. Stellbrink, Aachen, Prof. H. Volkmann, Annaberg
und Prof. J. Witte, Berlin, für ihre Stellungnahmen zum Indikations-
und Therapieteil. Allen anderen Experten, die mit ihren Korrektur- und
Verbesserungsvorschlägen wertvolle Beiträge zu diesen Richtlinien
lieferten, sei ausdrücklich gedankt.
Korrespondenzadresse:
Priv.-Doz. Dr. B. Lemke
BG-Kliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik
Abt. für Kardiologie und Angiologie
Bürkle-de-la-Camp Platz 1
44789 Bochum
Tel. 0234/302-6077
Fax 0234/302-6084
Tab. 3. Basisuntersuchung
|
Einkammer |
Zweikammer |
Frequenzadaptiv |
| Anamnese |
+ |
+ |
+ |
| Klinische Untersuchung |
+ |
+ |
+ |
| Ruhe-EKG |
+ |
+ |
+ |
| Magnettest-EKG |
+ |
+ |
+ |
| Impulsanalyse |
+ |
+ |
+ |
| Reizschwelle |
(+) |
(+) |
(+) |
| Speicherabfrage |
(+) |
(+) |
(+) |
+ obligat, (+) fakultativ, ggfs. bei entsprechender Indikation
Tab. 4. Erweiterte Kontrolle
|
Einkammer |
Zweikammer |
Frequenzadaptiv |
| Anamnese |
+ |
+ |
+ |
| Klinische Untersuchung |
+ |
+ |
+ |
| Ruhe-/Magnettest-EKG |
+ |
+ |
+ |
| Reizschwelle |
+ |
+ |
+ |
| Wahrnehmungsschwelle |
+ |
+ |
+ |
| Ausführliche Telemetrie |
+ |
+ |
+ |
| Überprüfung d. retrogr. Leitung |
|
(+) |
|
| Wenckebach-Punkt |
(+) |
|
(+) |
| Langzeit-EKG |
(+) |
(+) |
(+) |
| Belastungs-EKG |
(+) |
(+) |
(+) |
| Dopplerechokardiographie |
(+) |
(+) |
(+) |
Korrespondenz:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung
Institut für Experimentielle Chirurgie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Moorenstr. 5
40255 Düsseldorf
Telefon: (0211) - 81 152 55
Fax: (0211) - 81 13550