Arzneimittel, Chemikalien und Genußmittel mit embryo-/fetotoxischem Potential beim Menschen       Zurück zur Übersicht

Noxe Leitsymptom
ACE-Hemmstoffe Anurie
Alkohol Embryofetales Alkoholsyndrom
Androgene Maskulinisierung
Antimetabolite Multiple Fehlbildungen
Benzodiazepine (hohe Dosis präpartal Floppy-Infant-Syndrom bzw. Langzeittherapie)
Blei Kognitive Entwicklungsverzögerung
Carbamazepin  ( Siehe Anm.1 ) Spina bifida, Dysmorphien der Endphalangen etc.
Cumarinderivate Warfarin-Syndrom
Diethylstilbestrol Scheidenkarzinome
Ionisierende Strahlen Multiple Fehlbildungen, Leukämie
Jodüberdosierung Passagere Hypothyreose (ZNS-Reifungsstörung?)
Kokain ZNS-, Intestinal-, Nierenschädigung
Lithium Herz-/Gefäßfehlbildungen Siehe Anm.2
Methylquecksilber Zerebralparesen, mentale Retardierung
Polychlorierte Biphenyle Mentale Retardierung, Hautveränderungen
Penicillamin Cutis laxa
Phenobarbital/Primidon Siehe Anm.1 Multiple Fehlbildungen (antikonvulsive Dosis)
Phenytoin Siehe Anm.1 Multiple Fehlbildungen
Retinoide Ohr-, ZNS-, Herz-Kreislauf-, Skelettfehlbildungen
Tetrazykline (nach 15. SSW) Verfärbung der Milchzähne
Thalidomid Extremitätenfehlbildungen
Trimethadion Multiple Fehlbildungen
Valproinsäure siehe Anm.1 Spina bifida, multiple Fehlbildungen
Vitamin A 3 (> 25 000 IE/die) Wie Retinoide (?)

Anmerkungen:

1 Bei antikonvulsiver Behandlung möglichst Monotherapie, Kombinationen erhöhen teratogenes Risiko überproportional.

2 Nach neueren Publikationen scheint das teratogene Risiko für eine Ebstein-Anomalie sehr gering zu sein.

3 Substitution > 10 000 IE/die meiden. Provitamin A = Beta-Carotin ist unproblematisch.

Achtung: Eine Exposition mit einer der genannten Substanzen im sensiblen Zeitraum der Schwangerschaft kann das statistische Risiko einer Schädigung erhöhen. Eine hohe individuelle Schadenswahrscheinlichkeit ist daraus aber nicht zwangsläufig abzuleiten!

Quelle : DÄ 16.okt 98 , Ch.Schaefer , I.Koch    Zurück zur Übersicht