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Zeitschriften beklagen Einfluss der Pharmaindustrie

Die Herausgeber der fuehrenden medizinischen Fachzeitschriften wehren sich gegen den Einfluss der Pharmaindustrie. Neben anderen werden "The Lancet", das "New England Journal of Medicine" und das "JAMA" Mitte September erstmals ein gemeinsames Editorial veroeffentlichen. Darin erklaeren sie, dass in Zukunft nur noch Studien veroeffentlicht werden, in denen die wissenschaftliche Unabhaengigkeit garantiert ist. Dies berichtete vorab die "Washington Post" in ihrer Sonntagsausgabe. Die pharmazeutische Industrie unternimmt grosse Anstrengungen, um in den Journalen zu publizieren. Der Grund: Viele Aerzte stuetzen ihr Verschreibungsverhalten auf die in renommierten Fachblaettern veroeffentlichten Studien. Die Autoren der Studien seien dabei meist fuehrende Wissenschaftler aus Kliniken und Forschungseinrichtungen, schreibt die "Washington Post". Die eigentliche Arbeit des Studiendesigns und der Datenanalyse dagegen werde haeufig von Angestellten der Unternehmen gemacht. Und so seien sie es auch, die darueber entschieden, welche Ergebnisse wie praesentiert werden. In der letzten Zeit habe die Industrie wiederholt versucht, Ergebnisse zurueckzuhalten oder besonders vorteilhaft zu praesentieren, kritisieren die Herausgeber der Fachzeitschriften. Vertreter der Industrie erklaeren dagegen, die beteiligten Wissenschaftler haetten alle Freiheiten bei den Veroeffentlichungen. Oft wuerden die Studien bei den Firmen geschrieben, "weil die Forscher dazu nicht genuegend Zeit haben", verteidigt Bert Spilker von der Vereinigung der forschenden Pharmaindustrie die gaengige Praxis. Die Fachblaetter wollen nach eigener Aussage erreichen, dass in Zukunft immer alle Daten veroeffentlicht werden. 


D/Gesundheit/Chemie/Pharma/Unternehmen/GZF

Experten: Schutz der Patienten vor Nebenwirkungen "unzureichend"

(vgl. GZF von 17.27 Uhr) =

Berlin, 9. August (AFP) - Der Schutz der Patienten vor Nebenwirkungen von

Medikamenten ist nach Angaben von Peter Schönhöfer, dem Mitherausgeber der

Fachzeitschrift "Arznei-Telegramm", "mangelhaft". Es gebe jährlich 210.000

Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen, die im Krankenhaus behandelt werden

müssten, sagte der ehemalige Leiter des Bremer Instituts für Klinische

Pharmakologie der "tageszeitung" (Freitagausgabe). Von diesen seien 70.000 so

lebensbedrohlich, dass sie eine intensivmedizinische Behandlung nach sich

zögen. 16.000 seien sogar tödlich. Von den 210.000 Fällen würden nur etwa zwei

Prozent gemeldet. Das System der Erfassung sei unzureichend. "In den meisten

Fällen erkennen Ärzte nicht, dass es sich um unerwünschte Wirkungen eines

Medikaments handelt. Sie stellen eine neue Erkrankung fest und sehen den

Zusammenhang nicht", sagte Schönhöfer.

nau/ans

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