Zeichen der Normalen Vorhoffunktion  zurück

"Wie der Pokal beim Fußball , so hat der Vorhof im Herzen seine eigenen Gesetze"

EKG

stabiler SR im EKG und Langzeit EKG

keine oder wenige Vorhofextraschläge

im EKG normal große p Welle

Echo

im Echo normal groß

im Echo normal große A-Welle

intrakardiales EKG

im intrakardialen EKG  

normale Sinusknotenerholungszeit

Frequenzanstieg

Orginaltexte:

Zusammenfassung und Kommentar:

Aßmann I, Erfurt Einfache EKG-Kriterien zur Vorhersage von paroxysmalem Vorhofflimmern

Simple electrocardiographic markers for the prediction of paroxysmal idiopathic atrial fibrillation

Dilaveris PE, Gialafos EJ, Sideris SK, Theopistou AM, Andrikopoulos GK, Kyriakidis M, Gialafos JE, und Toutouzas PK.

Am Heart J 1998; 135: 733-8

Zusammenfassung Bei 60 Patienten mit idiopathischem paroxysmalem Vorhofflimmern (PAF) sowie 40 herzgesunden gleichaltrigen Kontrollpersonen wurden in 12 Oberflächen-EKG-Ableitungen neben den üblichen Zeitintervallen in jeder Ableitung die P-Wellen-Dauer ermittelt und der maximale Wert als P-Maximum definiert. Weiterhin wurde die Differenz zwischen der längsten und kürzesten P-Wellen-Dauer in den 12 Ableitungen ermittelt und als P-Dispersion bezeichnet. Die Messungen erfolgten bei Sinusrhythmus (bei Patienten mit PAF nach erfolgreicher Kardioversion) manuell mit Stechzirkel und Vergrößerungsglas. Zwischen beiden Gruppen fanden sich signifikante Differenzen im Hinblick auf die maximale P-Dauer sowie die QT-Dispersion (P < 0,0001)(siehe Abbildung 1). Der P-Maximum-Wert von 110ms sowie der P-Dispersionswert von 40ms differenzierte klar zwischen beiden Untersuchungsgruppen. Der positive Vorhersagewert betrug 89 bzw. 95%. Bei Werten =110ms von P-Maximum sowie bei Werten von =40ms für Q-Dispersion bestand ein signifikant höheres Risiko, eine erneute PAF zu erleiden.

Kommentar Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen und kommt auch bei anscheinend Herzgesunden als sog. lone-atrial-fibrillation vor. Multiple Mikroreentrykreise werden als elektrophysiologisches Substrat angesehen. Eine lange P-Wellen-Dauer wurde neben morphologischen Kriterien auch früher schon als Hinweis auf eine gestörte, insbesondere verzögerte heterogene Erregungsleitung in den Vorhöfen gewertet. Oft sind invasive elektrophysiologische Messungen nötig. In vorliegender Arbeit wurde als neuer, einfach zu ermittelnder Marker, der aufgrund einer inhomogenen Erregungsausbreitung bei PAF bedeutsam erscheint, die sogenannte Q-Dispersion als Differenz zwischen der längsten und kürzesten P-Wellen-Dauer im Oberflächen-EKG ermittelt. Er hat sich nach den vorliegenden Ergebnissen zur Differenzierung normaler und pathologischer Befunde als wertvoll erwiesen. Der Wert der Arbeit besteht somit in der Ermittlung einfacher EKG-Kriterien, die bei einigermaßen sorgfältiger Ausmessung auch eine gute Reproduzierbarkeit aufweisen und über-all bestimmt werden können. Prospektive Studien wären jedoch erforderlich, um Patienten herauszufinden, die z. B. von einer prophylaktischen Antiarrhythmikatherapie profitieren bzw. das Auftreten von Rezidiven vorhersagen können


gesunde Kontrollen

Pat.mit paroxysm.Vorhofflimmern

P dauer maximal

101 +-10

123 +- 16 millisek

P Dispersion

28 +-7

 49 +- 15 millisek

Mügge A,

Bochum Echocardiographic Parameters for Predicting Maintenance of Sinus Rhythm after Internal Atrial Defibrillation

Echokardiographische Parameter als Prädiktor für den Erhalt von Sinusrhythmus

Omran H, Jung W, Schimpf R, MacCarter D, Rabahieh R, Wolpert C, Illien S, Lüderitz B.

Am J Cardiol 1998; 81: 1446-9

Die Studie aus Bonn beobachtete 38 Vorhofflimmer-Patienten nach erfolgreicher interner Defibrillation über einen Zeitraum von 6 Monaten. Die Autoren korrelierten unmittelbar vor der Kardioversion erhobene echokardiographische Parameter (Vorhofgröße, linksventrikuläre Ejektionsfraktion, maximale Fläche des linken Vorhofsohres, maximale Flußgeschwindigkeit im linken Vorhofsohr (= Entleerungsgeschwindigkeit)) mit dem Wiederauftreten von Vorhofflimmern (n = 17; 49%). Als einzig untersuchter Parameter korrelierte eine niedrige Flußgeschwindigkeit im linken Vorhofsohr mit dem Wiederauftreten von Vorhofflimmern (Abb. 1). Eine Entleerungsgeschwindigkeit von <0.36m/s im linken Vorhofsohr hatte eine Sensitivität von 82% und eine Spezifität von 83%, erneutes Vorhofflimmern innerhalb des ersten halben Jahres nach interner Kardioversion vorherzusagen. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Zusätzlich zu einer oft

erheblichen subjektiven Beeinträchtigung und reduzierten Leistungsfähigkeit sind die Patienten durch thromboembolische Komplikationen gefährdet. Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sinusrhythmus sind daher wünschenswert. Ein Standard in der Wiederherstellung von Sinusrhythmus ist die externe (transthorakale) DC-Kardioversion. Die empfohlene Energieabgabe beim ersten DC-Schock liegt bei 200 J mit einer primären Erfolgsrate von ca. 75%, höhere Energieabgaben (360 J) sind dann erforderlich, wenn ein 200 J Schock zur Wiederherstellung des Sinusrhythmus nicht ausreicht (Levy et al. 1998). Während die primäre Erfolgsrate der Kardioversion hoch ist, ist der Langzeiterfolg bescheiden, in ca. 44-85% der Fälle wird innerhalb des ersten Jahres nach Kardioversion erneutes Vorhofflimmern beobachtet. Vielfach wurde versucht, Parameter zu identifizieren, die mit dem Wiederauftreten von Vorhofflimmern korrelieren. Ätiologie und Dauer des Vorhofflimmerns vor Kardioversion, Alter des Patienten, linksventrikuläre Funktion als auch Vorhofsgröße scheinen die Rückfallquote zu beeinflussen, jedoch keiner dieser Parameter zeigt eine hohe und damit klinisch brauchbare Vorhersagekraft. Mittels der transösophagealen Echokardiographie wurde zusätzlich die Funktion des linken Vorhofsohres untersucht, hier scheinen niedrige Flußgeschwindigkeiten im linken Vorhofsohr (maximale Einoder Ausflußgeschwindigkeit) am ehesten den Rückfall in das Vorhofflimmern vorhersagen zu können (Verhorst et al. 1997). Alternativ zur externen (transthorakalen) DC-Kardioversion kann in selektionierten Patienten eine interne Kardioversion, üblicherweise mit biphasischen Schocks, unternommen werden. Die Elektroden werden im rechten Vorhof und im Koronarsinus (oder linke Pulmonalarterie) plaziert. Der Vorteil liegt in der niedrigen Energieabgabe (<20J), so daß keine Kurznarkose notwendig ist. Die interne Kardioversion kann in Patienten versucht werden, die von extern, z.B. bei chronischen Lungenerkrankungen, nicht kardiovertierbar sind (Schmitt et al. 1996). Die niedrigere Energieabgabe bei der internen Kardioversion geht mit einem geringeren Barotrauma (Zugkräfte) einher, dies könnte einen Einfluß auf die Rezidivrate des Vorhofflimmerns haben (Levy et al. 1998). Die Studie von Omran und Mitarbeitern zeigt an einem kleinen Patientenkollektiv, daß auch nach interner Kardioversion in einem hohen Prozentsatz ein Vorhofflimmerrezidiv (49% innerhalb von 6 Monaten) zu beobachten ist. Von den untersuchten echokardiographischen Parametern zeigte lediglich eine niedrige Füllungs- bzw. Entleerungsgeschwindigkeit des linken Vorhofsohres eine signifikante Korrelation mit dem Auftreten von Vorhofflimmern. Diese Untersuchung unterstützt die Hypothese, daß das linke Vorhofsohr die Druck-Volumen-Verhältnisse im linken Vorhof moduliert und eine herabgesetzte Funktion des linken Vorhofsohres Patienten charakterisiert, die einen Sinusrhythmus nicht stabil aufrechterhalten können.