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Meldungen zum Thema Altvatergebirge und Altvaterturm 


Welche Verbindung habe ich zum Altvaterturm.

Meine Großmutter stammt aus dem kleinen Ort Weidenau bei Freiwaldau im heutigen Tschechien. In Ihrem Zimmer hing ein für mich sehr eindrucksvolles Bild vom Altvaterturm . Auch ein Bild vom Heidebrünnel war daneben. Meine Großmutter hat mir oft von ihren Ausflügen zu diesem eindrucksvollen Berg im Altvatergebirge erzählt. Leider hatte ich bislang noch keine Gelegenheit ddie Gegend um Freiwaldau und den Altvaterberg zu besuchen.

Bei allen Verwandten meiner Großmutter fand ich dann erstaunlicherweise auch immer ein Bild des Altvaterturmes irgendwo in der Wohnung hängen. Er muß also für all die Leute aus dem Gebiet eine große emotionale Bedeutung gehabt haben.

Deswegen war ich eigentlich nicht so sehr erstaunt , daß es einen Altvaterturmverein gibt . Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht den Altvaterturm wiederaufzubauen.

Leider hat der Verein zwar einiges an Geld zusammengesammelt , aber keinen Berg gefunden auf dem man den Turm hätte wieder errichten können.

Schließlich fand sich doch ein Berg : Der Wetzstein bei Lehesten am östlichen Rennsteig im Thüringerwald gelegen.

Hier waren die Vorzeichen genau andersherum. Die unselige Grenzpolizei der DDR hatte den schönen Wetzsteinturm gesprengt , da er ihren militärischen Horchmaschinen im Wege stand. Nach der Wende hätten die Lehestner gerne Ihren Turm wiederaufgebaut. Es fehlte ihnen aber das Geld.

Und so kam es , daß sich beide Interessen fanden . Die einen hatten kein Geld und wollten wieder einen Turm auf ihrem Berg. Die anderen hatten zwar das Geld aber keinen passenden Berg.

Der Blick vom ( noch im Bau befindlichen ) Turm ist grandios.

Im Süden sieht man die Radspitze und den Staffelberg.

Im Osten kann man bis zum Kiel im Erzgebirge , dem Fichtelgebirge mit Kornberg, Schneeberg und Ochsenkopf sehen. Nicht so weit entfernt erkennt man den Döbraberg.

Im Westen sieht man die Höhen um Spechtsbrunn.

Im Norden kenn ich die Berge noch nicht so genau , außerdem stehen da noch die Bäume im Wege . Der Turm ist ja auch noch nicht ganz fertig.

Verantwortlicher Bauherr

Altvaterturmverein eV

Höhe 32,8 m und somit höchster Aussichtsturm im Frankenwald.

Vorgänger: Bismarckturm , 1902 erbaut, 21 Meter hoch und in den 70iger Jahren von der DDR abgebrochen.

Grundsteinlegung des Altvaterturms auf dem Wetzstein

Bauherr : Altvaterturmverein

Auf dem 792 m hohen Wetzstein bei Lehesten wurde am 21.5.2000 der Grundstein für den Bau eines Aussichtsturms gelegt. Der Turm wird nach dem Plan des früheren Altvaterturms im Altvatergebirge / Sudetenland errichtet. Lange hatte der Altvaterverein nach einem Berg gesucht , auf dem man den Altvaterturm errichten konnte. Keiner wollte den Turm haben. Bis man mit dem Thüringer-Waldverein Lehesten einig wurde. Auf dem zweithöchsten Berg des Frankenwaldes , der durch Bunkeranlagen und Überwachungsanlagen der ehemaligen DDR verunziert wurde, wird der Turm nun errichtet. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat fleißig Geld gesammelt und so wird es wohl mit dem Bau ganz gut voran gehen. Der Rennsteig führt nur circa 1 km Luftlinie am Wetzstein vorbei. Bei schönem Aussichtswetter lohnt es sich auch heute schon einen Abstecher einzulegen. Wenn der Turm fertig ist,  könnte man sogar über eine Verlegung des Rennsteigs in diesem Bereich nachdenken.

Für das Sudetendeutsche Idyll muß nur noch das Heidebrünnl errichtet werden , dann haben die Freunde des Altvatergebirges ein Stück Erinnerung an ihre alte Heimat bewahrt. 

Der Altvater Orginal:   Bild vom Altvater heute

Der Orginal Altvater ist der höchste Gipfel des des nordmährischen Altvatergebirges (Jeseníky), an der Grenze zu Polen. Der Altvater (Praded) ist 1491 Meter hoch und damit nicht nur der höchste Berg seines Gebirges, sondern Mährens überhaupt. Der Gipfel und seine Umgebung dienen heute als ein beliebtes Zentrum für Wintersport und Bergtouristik. Man findet hier die höchstgelegenen Pisten und Lifte in der Tschechischen Republik sowie Loipen für Skiläufer und zahlreiche Hotels und Hütten. Die Gegend erfreut sich großer und immer noch zunehmender Beliebtheit bei den Touristen, eine Tradition, die mittlerweile etwa 150 Jahre dauert.

Noch früher als die Touristen, sind jedoch Hirten im Altvatergebirge belegt. In diesem Falle handelte es sich um keine Zuwanderer aus dem Balkan, die die nahen Beskiden kolonisierten, sondern um anerkannte Experten aus den Alpen, aus denen auch die Besitzer der Herrschaft von Velke Losiny, die Lichtensteiner stammten. 1829 wurde die erste Sennhütte in diesem Gebiet gebaut, die nach dem Herkunftsort des Senners Michael Aegerter benannt wurde. Sie heißt bis heute Svýcárna, auf deutsch die Schweizer Hütte. Zur Sennhütte gehörten auch ein steinerner Stall für mehr als 100 Stück Vieh und einige Holzgebäude, die bald auch von Wanderern genutzt wurden. Einen Beweis dafür stellt die Einführung eines Besucherbuches bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts dar.

Das Altvatergebirge wurde damals vor allem von Professoren und Studenten der Hochschulen und Gymnasien aufgesucht. Der Tourismus nahm allmählich zu, das Hirtenwesen wurde jedoch einem langsamen Niedergang ausgesetzt. 1860 wurde die Viehzucht auf dem Altvater eingestellt und nach einem Brand der Sennhütte im Jahre 1887 ließ Fürst Liechtenstein eine touristische Hütte bauen, die bis heute in Betrieb ist. An die Hirtenvergangenheit erinnert heute nicht nur der Name, sonden auch ein steinerner Heuschuppen, der sich an die Hütte anschließt.

Auch auf der anderen Seite des Berggipfels, die dem Deutschritterorden gehörte, wuchs eine Sennhütte. Sie entstand 1863 und bekam den Namen Neue Schäferei. Schon der Name verrät uns, daß sie ältere ähnliche Bauten ersetzte. Schon am Anfang des 18. Jahrhunderts weidete hier wahrscheinlich Vieh. Zunächst waren es vor allem Ochsen, die man in Polen und Ungarn einkaufte, später setzte sich die Schafzucht durch, die einfacher war. Auch hier kam es aber später zum Niedergang, und zwar als Folge des Imports billiger Wolle aus Australien.

Die Schäferei bestand zur Zeit ihrer Entstehung aus den Schafställen, einer Wohnung für den Schäfer, einem Inspektionszimmer sowie Räumen, in denen die Milch verarbeitet wurde. Die Milchprodukte wurden in die unter dem Berg liegende Kurstadt Karlova Studánka geliefert, wo sie auch zu Kuren genutzt wurden. Die größte Ressource des Kurorts war jedoch nicht Milch, sondern das angeblich "gesündeste Klima" Mitteleuropas, das gut situierte Besucher aus unterschiedlichen Ländern anlockte. Die Kurgäste waren gleichzeitig auch die ersten Touristen auf der Schäferei, die sich allmählich in eine Touristenherberge verwandelte. Die Bergaufstiege auf den Altvater wurden zu einer Mode- und Prestigeangelegenheit. 1902 baute der Deutschritterorden eine Zugangsstraße von Karlova Studanka zur Schäferei, und sechs Jahre später wurde in der unmittelbaren Nachbarschaft der Hütte ein Botanischer Garten errichtet. Ein großzügiger Umbau der Schäferei in eine große Touristenhütte, so wie wir sie heute kennen, erfolgte nach der Eröffnung des Aussichtsturms auf dem Gipfel, der ein immer größeres Interesse an dieser Region erweckte.

Der alte Aussichtsturm beherrschte fast 50 Jahre das Altvater-Gebirge und war eine Dominante des höchsten Bergs Mährens. Der Bau wurde im Jahre 1903 begonnen und dauerte beinahe zehn Jahre. Die "Habsburgwarte" - so der ursprüngliche Name - wurde am 4. Juli 1912 kolaudiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Turm sah damals wesentlich anders als heute aus. Alte Ansichtskarten zeigen uns ein bizarres Gebäude, aus dessen Dach ein mächtiger Turm emporsteigt. Der Steinbau war 32,5 Meter hoch. Das ursprüngliche Projekt sah in den unteren Geschossen ein Restaurant vor, darüber sollten Herbergen den Bergwanderern dienen und die Verwaltung untergebracht werden, und erst das letzte, siebte Stockwerk sollte als ein Aussichtsplateau dienen.

Die Kolaudationskommission erlaubte aber nur das Restaurant und den Aussichtsturm, und die weiteren Zimmer sollten als Lagerräume dienen. Während der Okkupation wurde zum Wachtturm noch eine Posthütte und eine meteorologische Station dazugebaut. Nach dem Krieg diente das Haus weiterhin seinem ursprünglichen Zweck, es fand sich jedoch keine Organisation, die die Renovierung finanziell sichern konnte. Der Aussichtsturm fiel dem allmählichen Verfall zum Opfer und wurde 1957 geschlossen. Nach zwei Jahren wollte man mit einer umfangreichen Renovierung beginnen - jedoch zu spät. 1959 stürzte das Haus ein.

Elf Jahre dauerte es, bis man mit dem Bau eines neuen Turms begann. Auf dem Gipfel des Altvaters wuchs ein 162 Meter hoher, schlanker Fernsehsender mit zwei Aussichtsebenen in Höhe von 17 und 70 Metern.

Noch eine andere beliebte Berghütte unter dem Altvater hat eine interessante Geschichte, obwohl sie sich von der Vergangenheit der alten Sennhütten unterscheidet. Die Hütte heißt heute Barborka und entstand erst 1942 als eine Herberge für den Stab der Gebirgsjäger der Wehrmacht. Zum Haus gehörte auch ein Häftlingslager. Die Aufgabe der Häftlinge war es, in der Nähe einen Bergflughafen zu bauen, der zur Übung der Bergoperationen im Kaukasus dienen sollte. Das Projekt wurde nicht vollendet und blieb nur ein Torso. Im Februar 1950 diente es jedoch trotzdem als Notlandungsfläche für ein Verkehrsflugzeug mit 38 Reisenden. 32 von ihnen verdanken die Rettung ihres Lebens dem Eingriff der Soldaten aus der Schäferei, die sich nach dem Krieg in ein Militärobjekt verwandelte. Dieses Ereignis unterstützte wesentlich die Idee, im Altvatergebirge ein professionelles Team der Bergwacht zu gründen, das dort bis heute wirkt und über die Touristen wacht.

Zum Schluß möchten wir Sie noch auf ein interessantes Objekt auf dem Altvater aufmerksam machen. Nur wenige der heutigen Touristen und Skiläufer bemerken den Grenzstein unter dem Gipfel des Altvaters. Drei Herren teilten sich in der Geschichte den dortigen Naturreichtum, und ihre Wappen sind bis heute auf den drei Seiten des marmorne Steins dargestellt: der Löwe der Liechtensteiner, eine Mitra als Symbol des Bischofs von Breslau und das Kreuz des Deutschen Ritterordens.

Das waren die Besitzer des Altvaters. ( Copyright Radio Prag )

Über Serpentinen in Bergbäder

Das Altvatergebirge mit seinen Perlen

Velke Losiny (sas) - Kilometerlange Alleen mit glänzendroten Äpfeln führen in den hintersten Zipfel Nordmährens, das Altvatergebirge. In den Vorgärten der kleinen Häuschen mit holzverkleideten Giebeln blühen Dahlien mit den Unkräutern am Straßenrande um die Wette. Kühe weiden auf Bergwiesen, und wäre es etwas später im Jahr, könnte man von den Walnüssen am Waldrand probieren. In dieser Idylle ist es nur schwer vorstellbar, daß die Menschen im Gebiet des Altvatergebirges (Jesensky) andere Probleme haben als die wenigen Touristen, denen höchstens die endlosen Serpentinen Druck auf den Magen bereiten könnten. Hier in Nordmähren ist die Arbeitslosenquote hoch wie nirgendwo sonst in der Tschechischen Republik. Das Hochwasser hat diese ohnehin schon gestrafte Region im vergangenen Jahr hart getroffen, noch jetzt kann man die Spuren der vernichtenden Fluten der Gebirgsbäche sehen. Wenn Touristen diese Gegend besuchen, sind es meist Deutsche, die sich ihre alte Heimat ansehen möchten. Bis Kriegsende lebten in einigen Städten und Dörfern über 90 Prozent Deutsche, die Tschechen wurden erst nach der Vertreibung in die leeren Gebiete angesiedelt.

Über eine der zahlreichen Alleen kommt man in das alte Kurbad Velke Losiny (Groß Ullersdorf) am Fuße des Altvatergebirges. Ein weißes Renaissanceschloß liegt versteckt in einem kleinen Wald an einem rauschenden Bächlein. Italienische Baumeister hatten das Schloß Ende des 16. Jahrhunderts für die mährische Adelsfamilie der Zerotin errichtet, die hier bis 1802 herrschte. Sowohl architektonisch als auch vom Inventar her zählt das Schloß zu den besterhaltenen Zeugnissen der Renaissance in Tschechien. Der ehemalige Gerichtssaal erinnert an die Zeit zu Ende des 17. Jahrhunderts: Hier verdammte der Inquisitionsrichter Franz Heinrich Boblig innerhalb von 15 Jahren mehr als 100 Frauen und Männer zum Scheiterhaufen es war die Zeit der Hexenprozesse. Eine Dauerausstellung im Schloß erinnert an diese düstere Periode.

Wer es sich in Velke Losiny so richtig gutgehen lassen will, sollte die schwefelhaltigen Heilquellen für seine Gesundheit nutzen. Die Thermalschwimmbecken helfen Menschen mit Rheuma. Gicht oder Nervenleiden, anderen bieten sie einfach nur Entspannung.

Der wohl berühmteste Badeort von allen ist das nur 300 Einwohner zählende, trotzdem aber überaus mondäne Bergörtchen Karlova Studanka (Bad Karlsbrunn) unterhalb des höchsten Berges "Praded" (Altvater). Das Bad wurde im Jahre 1785 gegründet, doch erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann es sich als Kurbad vor allem für Bergarbeiter zu etablieren. Die mächtigen, meist im klassizistischen Stil errichteten, mit dunklem Holz verkleideten Gebäude stammen aus den vierziger Jahren desselben Jahrhunderts.

Das Städtchen liegt 800 Meter über dem Meeresspiegel, und angeblich weht dort der sauberste Wind ganz Mitteleuropas. Der weht allerdings bestimmt nicht in den Pavillons, in denen abends bei Musik und mehr getanzt wird, und wo der gesellschaftliche Teil der Kur stattfinden kann. Möglichkeiten für Wanderungen bietet das Gebirge Jesensky genug. Ob man sich die höchsten Berggipfel (knapp 1500 Meter), geheimnisvolle Wasserfälle oder Burgen und Burgruinen als Ziel setzt, auf jeden Fall gibt es in der Gegend ebensoviel zu entdecken wie zu genießen.

Informationen über Velke Losiny sind unter der Telefonnummer 0649-394202 erhältlich. Die beiden Hotels Praded und Zerotin sind unter 0649-248215 zu erreichen. Das Kurbad Karlova Studanka erteilt Informationen unter 0646-93326.

copyright by Prager Zeitung

http://www.dresden.nacamar.de/pz


Links

http://www.info-jesenik.cz/pocasi/stavDE.asp***

http://bohemianet.com/ostrarvsky_kraj/bruntal/bruntal_ger.htm

http://www.altvatergebirge.wintersport-tschechien.de/

http://www.DAV-Sudeten.de

http://home.allgaeu.org/wlast/Tschechien%2096.html

http://www.skisafari.de/tschechien/alt.html

http://www.natours.de/winter_2001/025_altvatergebirge/

http://www.web-tour.de/laender/tschechien/objekte/CSRAVG_W01.htm


Orginaltexte

http://www.neuburg-donau.de/index.htm Partnerstadt von Freiwaldau

Partnerschaftstreffen in Jesenik

vom 08. bis 11. Juni 2000

Ein kleiner Reisebericht

Am Donnerstagmorgen, 08.06.2000 pünktlich um 8.00 Uhr startete die Neuburger Delegation, bestehend aus Oberbürgermeister Huniar, den Stadträten Klaus Babel, Fritz Goschenhofer, Michael Kettner, Winfried Schleer, Kurt Schreyer und Fritz Seebauer, dem Vorsitzenden des Heimatbundes Weidenau-Großkrosse Prof. Dr. Rudolf Grimme, dem Ehepaar Liesl und Franz Kausch, Kreisrat Hans Scholz, Christoph Frey für die Neuburger Rundschau, Hauptamtsleiter Roland Thiele und mir zu unserer langen Fahrt in Neuburgs neue Partnerstadt Jesenik im Nordosten der Tschechischen Republik. Busfahrer Hans Kober von Luggi`s Happy Reisen, dessen souveräne und sichere Fahrweise wir im Laufe unserer Reise zu schätzen wußten, brachte uns nach fast 10-stündiger Fahrt wohlbehalten zur Pension Sleszky dum (Schlesisches Haus) am Rande von Jesenik, wo wir von Bürgermeister Kratky und seiner Mitarbeiterin aus dem städtischen Informationsbüro, Zuzana Bartonova empfangen und herzlich begrüßt wurden. Zuzana fungierte während unseres Aufenthaltes als Dolmetscherin.

Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen fuhren wir zum Priessnitz-Sanatorium, einem prächtig ausgebauten Heilbad hoch über Jesenik, das noch heute zu den größten Sehenswürdigkeiten der Region gehört. Von hier oben hatten wir einen wunderbaren Blick über die herrliche Landschaft, die uns schon bei der Anreise beeindruckt hatte, bis ins benachbarte Polen. Bürgermeister Kratky führte uns mit berechtigtem Stolz durch den gepflegten, schön angelegten Park des Sanatoriums mit Skulpturen einheimischer Künstler. Am Kneippbecken ließen sich einige der Reiseteilnehmer trotz kühler Temperaturen nicht davon abhalten, die gesundheitsfördernde Wirkung zu testen. Beim anschließenden Abendessen im Kurhaus bestand erste Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Zu Fuß ging es dann durch das weitläufige Kurviertel zurück zur Pension.

Am Freitagmorgen fand im Rathaus die feierliche Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages statt. Bürgermeister Kratky und Oberbürgermeister Huniar bezeichneten die neue Partnerschaft als großen Schritt in der Entwicklung der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten. Beim anschließenden Gespräch im Sitzungssaal trug sich Oberbürgermeister Huniar in das Goldene Buch der Stadt Jesenik ein. Danach zeigten uns unsere Gastgeber ihre Stadt; unter anderem besuchten wir die Kunst-Grundschule, an der Musik, Malen und Schauspiel gelehrt werden. Die Schule hat ein hervorragendes Jugendblasorchester, das im In- und Ausland bei Festivals und Wettbewerben schon viele Auszeichnungen errungen hat, sowie ein ebenso erfolgreiches Jugendstreichorchester.

Nachmittags stand eine Fahrt nach Moravsky Beroun zur tschechisch-deutschen Verständigungsstraße (s. Wortweiser) auf dem Programm, wo Bürgermeister Kratky und Oberbürgermeister Huniar symbolisch den der Städtepartnerschaft zwischen Jesenik und Neuburg gewidmeten Grundstein festklopften Anschließend waren wir Gast im historischen Pfarrhaus in Moravsky Beroun, wo uns ein Buffet mit köstlichen Kleinigkeiten erwartete. Trotz der relativen kurzen Entfernung zu Jesenik (ca. 60 Kilometer) benötigten wir wegen der Straßenverhältnisse trotz der Fahrkünste unseres Busfahrers auch für die Rückfahrt wieder mehr als 1 ½ Stunden. Eine gute Gelegenheit, die idyllische Landschaft des Altvatergebirges zu bewundern, die alleine schon eine Reise wert ist. Ein gemeinsames Abendessen im Restaurant Krasna vyhlidka (Schöne Aussicht) im Jeseniker Ortsteil Detrichov, an das einige Reiseteilnehmer von der Fahrt zum 40jährigen Jubiläum der Patenschaft mit Weidenau 1995 noch beste Erinnerungen hatten, beschloss den Abend.

Der Samstagmorgen begann mit einer Besichtigung des Heimatkundemuseums in Jesenik, einem ehemaligen Wasserschloss aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, in dem gegenwärtig zwei Dauerausstellungen zur Geschichte der Region Jesenik von der Urzeit an mit den Themen Bergbau, Steinmetzerei, Kalkbrennerei und Badewesen sowie eine Geologie- und Mineralogieausstellung zu sehen sind. Danach besuchten wir eine Probe des Jugendblasorchester und des Jugendstreichorchesters, die uns von der Qualität und der Begeisterung der jungen Musiker restlos überzeugte. Hut ab! Daran schloss sich eine Fahrt nach Javornik (Jauernig) an, wo die Reisegruppe an einer - allerdings tschechischsprachigen - Führung durch das Schloss Johannesberg teilnahm, klassisch mit Filzpantoffeln an den Füßen! Im Restaurant Pod Zankem (Unter dem Schloss), wo das Mittagessen eingenommen wurde, erwarteten uns bereits die neuen Bürgermeister aus Vidnava (Weidenau), Miloslav Haderka und Velka Kras (Großkrosse), Ian Novosad, sowie der frühere Weidenauer Bürgermeister Dr. Jan Pospisil. Der ehemaige Großkrosser Bürgermeister Ladislav Suska hatte uns bereits vor der Schlossbesichtigung Grüß Gott gesagt, er hatte wegen der Taufe seines Sohnes am Nachmittag nicht mehr Zeit.

Ein kurzer Abstecher in Neuburgs Patengemeinde Weidenau durfte natürlich nicht fehlen, wo uns Bürgermeister Haderka durch das Rathaus führte. Nach einem kurzen Rundgang durch den wie ausgestorben wirkenden Ort fuhren wir weiter zur Wallfahrtskirche Maria Hilf bei Zuckmantel, wo wir herzlich empfangen, mit selbstgebackenen Kolatschen bewirtet und über das wechselhafte Schicksal dieses Ortes informiert wurden. Durch die liebliche Landschaft ging es bei herrlichem Sonnenschein weiter in den kleinen Ort Rejviz, wo ein Teil der Gruppe durch das Naturschutzgebiet zu dem idyllischen Moosteich wanderte. In der historischen Pension Rejviz wurde uns ein typisch tschechisches Essen serviert. Die Pension ist eine typische Berghütte aus Holz mit Schnitzereien aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, die von frühereren Eigentümern, den Brüdern Brauner, gefertigt wurden. Ein Besonderheit sind die Stühle mit geschnitzten Konterfeis von früheren Stammgästen in der alten Gaststube, die normalerweise nicht für Gäste zugänglich ist. Wir empfanden es daher als besondere Ehre, dass wir dort unser Abendessen einnehmen durften. Wieder in Jesenik angekommen, verabschiedeten wir uns von Bürgermeister Kratky, den Jeseniker Stadträten und Mitarbeitern der Stadt, die uns während unseres ganzen Aufenthaltes begleitet und bestens betreut hatten.

Am Sonntagmorgen in aller Frühe traten wir die Rückreise nach Neuburg an, nachdem wir uns auch von Zuzana Bartonova verabschiedet hatten, die extra noch vor ihrer Arbeit zur Pension gekommen war. Am späten Nachmittag trafen wir müde, aber mit den besten Erinnerungen an unsere neue Partnerstadt, wo wir so überaus herzlich und gastfreundlich empfangen und hervorragend betreut worden waren, in Neuburg ein.

W O R T W E I S E R

Das Heilbad Priessnitz in Jesenik/Gräfenberg

Das Bad liegt in einer Höhe von 620 m ü.d.M. an den Hängen des Reichensteiner Gebirges (Rychlebske hory) hoch über der zwei Kilometer entfernten Stadt Jesenik. Von hier aus hat man einen beeindruckenden Blick auf den Hauptkamm des Altvatergebirges mit seinem höchsten Gipfel, dem Altvater (1492 m).

Das Bad wurde 1820 von Vincenz Priessnitz (1799- 1851), einem einfachen Bauernsohn aus Gräfenberg, gegründet, der die Heilwirkung des hiesigen kalten Quellwassers entdeckt hatte. In seinem Geburtshaus richtete er 1822 die erste Wasserheilanstalt der Welt ein. Neben Kaltwasserbehandlungen gehörten zu seiner Heilbehandlung gesunde Lebensführung, körperliche Betätigung und die Klimatherapie. Von der Schulmedizin wurde der Autodidakt heftig angegriffen, doch seine Patienten waren von seinen neuartigen Methoden begeistert. Die zentrale Kuranstalt Priessnitz wurde 1910 errichtet. Zum 200. Geburtstag von Priessnitz wurde in seinem Geburtshaus eine Dauerausstellung eingerichtet, die seinem Leben und Wirken gewidmet ist.

Die Priessnitz-Heilbad AG besitzt heute 8 Kureinrichtungen mit insgesamt 725 Betten.

Heutzutage werden hier Atemwegs-, Schilddrüsen-, Kreislauf-, Geistes-, Frauen- und Hautkrankheiten behandelt.

Die tschechisch-deutsche Verständigungsstraße

Am 27. August 1998 versammelten sich in der Stadtverwaltung von Budisav (Bautsch) Vertreter der von Landratsämtern, Verwaltungen, Unternehmen, gemeinnütziger Unternehmen usw., um den folgenden Aufruf an die Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland, in der Tschechischen Republik, in Polen und Österreich zu entwerfen:

"Wir treten in das 21. Jahrhundert ein. Wir appellieren an alle Leute, die an guten tschechisch-deutschen Beziehungen interessiert sind, sich unverzüglich auf den Weg des Verständnisses zu begeben. Wir möchten jedem Bürger ermöglichen, diese Straße durch das Legen von Grundsteinen bauen zu helfen. Diese Straße verläuft an der Grenze der Bezirke Freudenthal (Bruntal) und Troppau (Opava) am Fuß des Roten Berges im Domasov-Bergland. Jeder, der Interesse an guten Beziehungen zwischen unseren Völkern hat, kann einen Grundstein mit seinem Namen auf diese Straße legen. Die Länge der Straße spiegelt dann das Bestreben der Gründer wieder, auf diesem Weg zu schreiten. Die Idee fand volles Verständnis bei allen oben genannten Teilnehmern.

Wir sind der Meinung, dass jeder, der Interesse an guten Beziehungen zwischen den Tschechen und Deutschen hat, als symbolische und zugleich konkrete Geste einen solchen Grundstein legen wird. Die beschrifteten Granittafeln werden ein Beweis und eine ewige Erinnerung unserer gemeinsamen Überzeugung sein.

Wir nehmen an, dass sich auf der tschechischen sowie auf der deutschen Seite viele Interessenten finden, die helfen werden, an der Straße zu bauen. Wir appellieren hiermit an Sie! Dieser Appell ist an alle Bürger, Organisationen und Staatsmänner gerichtet, die Interesse an gutem Zusammenleben haben. Teilnahme verbindet, und das ist der Sinn der Tschechisch-Deutschen Verständigungsstraße".

Am 12. Mai 1999 wurden feierlich die ersten 23 Granittafeln gelegt. Die Verständigungsstraße ist als Projekt auf der Expo in Hannover dokumentiert.

Schloss Johannesberg in Jauernig (Javornik)

Die Geschichte des Schlosses hat ihren Anfang in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, als oberhalb der Siedlung Javornik eine Burg errichtet wurde. Im Jahre 1348 trat der Besitzer die Burg dem Breslauer Bistum ab, dem sie bis auf eine Unterbrechung während der Hussitenkriege (1428-1432) bis ins 20. Jahrhundert gehörte. Ende des 15. Jahrhunderts begannen umfangreiche Instandsetzungs- und Anbauarbeiten, in deren Zuge das Verteidigungssystem ausgebaut und der Burgpalast errichtet wurden. Zu dieser Zeit erhielt die Burg ihren Namen. Der endgültige Umbau der ursprünglichen Burg, später Sommerresidenz der Breslauer Bischöfe mit einem bequemeren Renaissancepalast, erfolgte unter Bischof Schaffgotsche, der auf dem Schloss seit 1766 seinen ständigen Sitz hatte. Hiermit begann die Blütezeit des kulturell-gesellschaftlichen Lebens auf dem Schloss, auf dem auch der bedeutende Komponist Karl Ditters von Dittersdorf weilte. In den Sommermonaten der Jahre 1856 und 1857 wohnte der Dichter Josef von Eichendorff im Schloss. Der letzte Umbau des Schlosses Anfang des 19. Jahrhunderts gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. 1959 erhielt der tschechische Staat das Schloss als Darlehen. 1984 wurde es verstaatlicht.

Die Wallfahrtskirche Maria Hilf bei Zuckmantel (Zlate hory)

Die Entstehung des Wallfahrtsortes geht auf eine Episode im Jahre 1647 zurück. Als die Bevölkerung Zuckmantels vor dem schwedischen Heer in die Berge floh, brachte hier eine der Fliehenden namens Maria Thannheiser nach flehentlichen Bitten an die Jungfrau Maria ihren Sohn Martin gesund zu Welt. Zur Erinnerung an dieses Ereignis und aus Dankbarkeit brachten die Nachfahren Martins 1718 an dieser Stelle ein Bild der Jungfrau Maria an. Nach kurzer Zeit wurde hier eine Kapelle errichtet. Der Ort entwickelte sich bald zu einem großen Wallfahrtsort. 1841 wird eine steinerne Wallfahrtskirche errichtet. Nach der Machtergreifung durch die Kommunisten im Jahre 1948 beginnt die Verfolgung jeglicher Religionsausübung. 1955 wird der Wallfahrtsort geschlossen und 1963 schließlich die Kirche zerstört. 1973 werden die Reste der Kirche gesprengt, die Fläche eingeebnet und mit Bäumen bepflanzt. 1990 wird eine Bürgervereinigung zur Erneuerung des Wallfahrtsortes gegründet und Spenden in der Tschechischen Republik und in Deutschland zum Wiederaufbau der Kirche gesammelt. Schon im August 1990 findet die erste öffentliche Wallfahrt zu dem verödeten Ort statt. 1992 bauen Studenten und örtliche Steinmetze die zerstörten Stationen des Kreuzweges wieder auf. Im April 1993 werden die Bauarbeiten für die Kirche aufgenommen und bereits im August 1994 steht der Rohbau der neuen Kirche. Am 23. September 1995 findet die feierliche Einweihung und die Weihe zur "Kirche der heiligen Jungfrau Maria Hilf, Beschützerin des Lebens" durch den apostolischen Nuntius Erzbischof Giovanni Coppa und den Olmützer Erzbischof Mgr. Jan Graubner statt. Seitdem ist der Wallfahrtsort wieder Ziel von alljährlich Zehntausenden von Pilgern und Gläubigen, die hauptsächlich aus der Tschechischen Republik und Polen kommen.

Rejviz (Reihwiesen)

Das Dorf Rejviz, das im Jahre 1768 als Holzhauersiedlung gegründet wurde, ist ein beliebtes Ausflugsziel und ein bekannter Luftkurort in der Region Jesenik. Es ist der höchstgelegene Ort im Altvatergebirge. Südlich des Ortes befindet sich ein nationales Naturschutzgebiet mit dem größten mährischen Moor. In der Mitte des Torfmoores befindet sich der romantische Große Moosteich, der über Stege, die durch den lichten Wald mit abwechslungsreicher Flora und Fauna führen, gut erreichbar ist.