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Photovoltaik = Stromerzeugung mit Sonnenzellen ,die Licht in Strom umwandeln.
Andere Bezeichnungen Solarstrom , Sonnenstrom,
R.Hoffmann in Kronach email
Grüne au 5 , Friesen
Tel 09261 61717
Technische Daten
Kosten:
Winter:
Wenn die PV Anlage zur Hälfte mit Schnee bedeckt ist funktioniert sie nicht.
Eine dünne Eis und Schneeschicht macht nicht allzuviel aus.
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24 Stunden Service Telefon: 09261/408-20
Helmut Bähr, Technik und Verkauf
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Kundenservice 0180 2884488
Rainer Lang
Viessmann Werke GmbH
35107 Allendorf
Telefon: 06452/70-0
»From Space to Earth« – die Geschichte der Photovoltaik
Der Autor John Perlin gibt mit seinem Buch ÆFrom Space to Earth: The Story of Solar ElectricityÆ einen spannenden historischen Überblick zur Photovoltaik.
John Perlin recherchierte hierfür einige Jahre und führte weltweit viele Interviews mit Menschen, die ihr Leben dieser Technik verschrieben haben. Perlin beschreibt dabei nicht nur die technologische Entwicklung, sondern erzählt die Geschichten entschlossener Menschen, die uns letztlich den heutigen Stand der Photovoltaik ermöglicht haben – angefangen von den unsicheren Anfängen im 19. Jahrhundert bis hin zu den aktuellen Erfolgen in Weltraumprogrammen. Der Autor erwähnt dabei ganz unterschiedliche Anwendungen und Anwender: den Wissenschaftler, der Solarzellen als zuverlässige Stromversorger für Satelliten und Kommunikationssysteme erkannte; den Mitarbeiter der Küstenwache, der die solare Stromversorgung von Navigationshilfen durchsetzte; den Pfarrer, der Wasser für seine Gemeinde brauchte und mittels Solarzellen Wohlstand in ursprünglich von Dürre geplagte Dörfer brachte; den Ingenieur, der vorhandene Technik mit Photovoltaik kombinierte und damit die netzgekoppelte PV-Anlage vorbereitete.
Weitere Schwerpunkte sind die Bedeutung der solaren Elektrifizierung für die Entwicklungsländer und die gebäudeintegrierte Photovoltaik. Das Buch ist interessant und spannend geschrieben. Es war überfällig, dass dieses Thema aufgegriffen wurde.
Das Werk gibt es derzeit nur in der englischen Originalausgabe.
http://exphys.bei.t-online.de/solar/index.html
Schöne Schulseite mit vielen Bildern
http://www.solaranlagen-online.de/pv/photovoltaik.htm
http://www.solaranlagen-online.de/pv/sunnyboy.htm
http://eti-nt.etec.uni-karlsruhe.de/burgbr/www_pv.html
Ein Liste mit internationalen Web-Adressen zur Photovoltaik bietet das Elektrochemische Institut der Universität Karlsruhe.
http://www.das-fotoarchiv.com/photovoltaik/pv-world.htm
Viele eindrucksvolle Fotos zum Thema PV
PHOTON
- das Solarstrommagazin (Homepage) Infos rund um Solarstrom,
Solarenergie, Solar, Photovoltaik, Naturstrom
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Lycos.de,
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Solarstrom AG
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Anlagen
fuer Solarstrom,Solaranlagen,Photovoltaik,Ingenieurbuero, ...
Englisch, ... Ingenieurbüro:
Photovoltaik, Rationelle Energienutzung, Erneuerbare Energien,
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Seiten der Solarstrom-Börse befinden sich im Aufbau. Bitte besuchen
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Informationen: Projekt-Team Solarstrom-Börse...
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100.000-Dächer-Solarstrom-, Programm, Wer wird gefördert? Wie wird
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http://www.kfw.de/DE/Unsere%20Kreditprogramme/KreditprogrammederKfW/BauenModernisierenundEnergiesparen/Dcher-Solars/Inhalt.jsp
Solarstrom-
Grimm Netzanlagen / Wirtschaftlichkeit
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grimm.de - Solarstromanlagen Grimm
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| URL: http://www.solarstrom-grimm.de/solarp4.html
Kölner
Solarstrom - autarke Energiesysteme
Solarenergie
Photovoltaik Stromversorgung Energieversorgung Batterien Solar Köln
Solarstrom Solarzellen erneuerbar regenerativ
Quelle:
web.de
| URL: http://www.koelner-solarstrom.de
Solarstrom
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| URL: http://www.bnro.de/~boettge/sonne/sonne.htm
Solarstrom
und Solarzellen in Theorie und Praxis: Photovoltaik
Photovoltaik
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| URL: http://www.solarserver.de/wissen/photovoltaik.html
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Solarenergie
- Förderverein e.V. --- Das Aachener Modell
Homepage
Zeitschrift Solarbrief Info - Übersicht Der Solarenergie -
Förderverein e.V. (SFV) informiert ausführlich über die
kostendeckende Vergütung (KV) von Solarstrom, das erfolgreichste
Martkeinführungsprogramm für Photvoltaik. Onlinezeitschrift
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SAG
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Sharelook.de
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Quelle: web.de
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Quelle: Bellnet
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Quelle: Sharelook.de
| URL: http://www.umwelt.de/einkauf/reusolar/
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Billigstrom
Stromkosten Stromsparen Ökostrom
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Bellnet
| URL: http://www.strom-4u.de
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Bellnet
| URL: http://www.photovoltaik.co.at
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Lemgo GmbH- Ihr Solarpartner in OWL
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Quelle:
Witch
| URL: Solarwerkstatt Lemgo GmbH- Ihr Solarpartner in OWL
Elektro
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Quelle: Witch
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Solar-Fabrik wurde 1996 als rein privat finanziertes,
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eigenen Fertigungsanlage werden 25% der...
Quelle:
Nathan.de
| URL: http://www.solar-fabrik.de/wir.htm
Beck
Solartechnik GmbH, Heidelberg
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von Solarstromanlagen und Vertrieb von Komponenten.
Quelle:
Sharelook.de
| URL: http://www.beck-solar.de/
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Das Muskel-Solar-Mobil HALF für
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Solartechnik von der Beratung
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Quelle: Witch
| URL: SRM-Solartechniki Rhein-Main
Rosenheimer
Solarförderverein e.V.
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Quelle: Sharelook.de
| URL: http://www.rosolar.de/
Ingenieurbüro
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Ingenieurbüro
Frey Ing Büro für Elektrotechnik Stark und Schwachstrom Planung
Bauleitung Solare Energieversorgung Elektroplanung
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Witch
| URL: Ingenieurbüro Frey, Esslingen, Elektroplanung
Camping
| Solaranlagen
Camping mit : SOLARANLAGEN
Solaranlagen zur Stromgewinnung Die Ausrüstung Ihres Wohnmobils oder
Wohnwagens mit einer Solaranlage ist dann sinnvoll, wenn Sie öfter
an stromlosen Stellplätzen campen. Die Benutzung von
Stromgeneratoren ist wegen der Lärm- und Geruchsbelästigung unter
Campern verpönt.
Quelle: Clickfish
| URL:
http://www.clickfish.com/clickfish/guidearea/reiselaender/reisen/camping/solaranlagen.html
Camping
| Zubehör
Camping mit : ZUBEHöR
Campingzubehör Das Zubehör ist für den Camper sehr wichtig. Es gibt
einige Verbrauchsmaterialien, etwa Gas oder Verbrauchsstoffe für die
Chemietoilette, die nur in Campingzubehör- Läden erhältlich sind.
Auch defekte Teile an Wohnwagen oder Wohnmobil müssen ersetzt
werden. Liebstes
Quelle: Clickfish
| URL:
http://www.clickfish.com/clickfish/guidearea/reiselaender/reisen/camping/zubeh.html
Solon
AG für Solartechnik
Photovoltaik-Systeme.
Quelle:
Sharelook.de
| URL: http://www.solonag.de
tagblatt
online - AKTUELL
... Region. ... Bei
deutlich über 30 Grad rollte die Tour de Ländle nach Rottenburg /
Wasser begehrter als Stadtführung. ...
Quelle:
google.de
| URL: http://www.tagblatt.de/archiv/2001/08/03/text1.phtml
Ebitsch
Solartechnik
Spezialist für regenerative
Energietechnik.
Quelle: Sharelook.de
| URL: http://home.t-online.de/home/095731615-0003/eb_home.htm
Umwelt
| Energiekrise in Kalifornien
Quelle:
Clickfish
| URL:
http://www.clickfish.com/clickfish/guidearea/wissenbildung/umwelt/garten/archiv/2201.article.html?nr=0001
REWALUX-Regenwassersysteme
Alles
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Quelle: Witch
| URL: REWALUX-Regenwassersysteme
H
H-Elektrotechnik Ihr Partner im Elektrohandwerk
Ihr
Partner in Fragen Elektrotechnik
Quelle:
Witch
| URL: H H-Elektrotechnik Ihr Partner im Elektrohandwerk
Weiss
Elektrotechnik
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Elektrotechnik und Solartechnik; Ausführung von
Elektroinstallationen nach biologischen Gesichtspunkten
Quelle:
Bellnet
| URL: http://www.elektrotechnik-weiss.de
ÖCO-SACHS
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autarke Stromversorgungen für Häuser, Fahrzeuge und Boote
Quelle:
Bellnet
| URL: http://www.oecosachs.de/index.htm
EUROSOLAR
e.V.
Der Verein Europäische
Sonnenenergievereinigung e.V. widmet sich der Förderung der
Solarenergie.
Quelle: Lycos.de,
alltheweb.com
| URL: http://www.eurosolar.org/
Kinder-
& Jugendfreizeit | Sei kein Schmutzfink
Quelle:
Clickfish
| URL:
http://www.clickfish.com/clickfish/guidearea/menschengesundheit/kinder/freikind/umwelt.html.html
Solarenergie
Jetzt e.V., Kaiserslautern
Wir setzen uns
aktiv für Umwelt- und Klimaschutz ein.
Quelle:
Sharelook.de
| URL:
http://www.e-technik.uni-kl.de/zmk/people/kosack/www.solarjetzt.de/sjev.htm
Hubert
Röthemeyer GmbH, Kälte*Klima*Elektro
Kältetechnik
Klimatechnik und Elektrotechnik
Quelle:
Witch
| URL: Hubert Röthemeyer GmbH, Kälte*Klima*Elektro
Index
Energie
Schenk GmbH Solartechnik Photovoltaik Wärmepumpen
Quelle:
Witch
| URL: Index
Kaco
- Gleichrichter, Solartechnik, Wechselrichter
Stromrichter
Solartechnik Photovoltaik Gleichrichter
Quelle:
Witch
| URL: Kaco - Gleichrichter, Solartechnik, Wechselrichter
Kinder-
& Jugendfreizeit | Sei kein Schmutzfink
Quelle:
Clickfish
| URL:
http://www.clickfish.com/clickfish/guidearea/menschengesundheit/kinder/freikind/umwelt.html
H
H-Elektrotechnik Ihr Partner im Elektrohandwerk
Ihr
Partner in Fragen Elektrotechnik
Quelle:
Bellnet
| URL: http://www.h-h-elektrotechnik.de/
Ebitsch-Solartechnik
die
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Quelle:
Witch
| URL: Ebitsch-Solartechnik
Solaranlagen
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Quelle: Witch
| URL: Solaranlagen
Elektro
Weinkauf und Eisentraut GmbH
Homepage der
Firma Elektro Weinkauf und Eisentraut GmbH, Kemmern, -
Produktpalette, Firmengeschichte, Kontaktinfos
Quelle:
Bellnet
| URL: http://www.elektro-weinkauf-eisentraut.de
Energie vom Chef
Mit neuen Förderparagrafen löst die Bundesregierung einen Boom bei erneuerbaren Energien aus Von Bernward Janzing
An den Börsen kam die Nachricht reichlich spät an. Erst als der Bundesrat dem neuen Gesetz sein Plazet gegeben hatte, explodierten die Kurse. Um bis zu 40 Prozent legten am nächsten Handelstag die Aktien von Solarfirmen zu. Das war Mitte März.
Die Investoren, immer auf der Suche nach Wachstumswerten, hatten die Entwicklung monatelang verschlafen. Im Dezember hatte der Bundestag dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in erster Lesung zugestimmt - von da an war alles weitere kaum mehr als eine Formsache. Der Boom war programmiert.
Es sei ein regelrechter "Run auf Solarzellen ausgebrochen, der alle landläufigen Vorstellungen sprengt", berichtet beispielsweise Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt bei der Stadtverwaltung Osnabrück. In den zehn lokalen Firmen, die ihr Geld mit dem Verkauf und der Montage von Solarzellen verdienen, würden seit Wochen Überstunden geschoben - obwohl sie ihr Personal teilweise bereits um die Hälfte aufgestockt hätten. Erstmals orderten auch ganz normale Firmen Solarstromanlagen - nicht als PR-Gag, sondern um selbst Energieerzeuger zu werden. Auch Scheunendächer werden im Osnabrücker Land zu kleinen Stromfabriken umfunktioniert. Allein bei dem Zehnmannbetrieb Rainbows End orderten die Osnabrücker in den vergangenen Wochen 13-mal mehr Solarzellenleistung, als bisher in der norddeutschen Stadt installiert ist.
Bereits im vergangenen Herbst verhieß der Deutsche Fachverband Solarenergie den "Aufbruch ins solare Jahrtausend", der Bundesverband Erneuerbare Energien proklamierte in Erwartung der neuen Förderparagrafen wenig später die "Initialzündung für das Solarzeitalter". In der Tat erhält mit ihnen der Solarstrom bundesweit erstmals eine wirtschaftliche Basis: Jeder Sonnenstromproduzent, ob Reihenhausbesitzer oder Teilhaber einer Gemeinschaftsanlage, bekommt seither 99 Pfennig für die Kilowattstunde. Ein Quantensprung gegenüber den bisherigen knapp 17 Pfennig.
Auch die anderen Abkömmlinge der solaren Familie - Wind und Wasserkraft, Biogas und Biomasse - erhalten durch das neue Gesetz attraktive und langfristig stabile Konditionen. Besonders die Biomasse wird davon profitieren. Landwirte, die aus ihrer Gülle wertvolles Gas und daraus wiederum Strom (und nebenbei auch Wärme) gewinnen, kassieren nun für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom 20 Pfennig. Fortsetzen wird sich auch die dynamische Entwicklung der Windkraft, denn die Rotorbetreiber erhalten künftig eine ähnliche Vergütung wie zuvor - etwas mehr für Anlagen im Binnenland, etwas weniger an windreichen Küstenstandorten. Das Wichtigste für die Windmüller: Es wurde Planungssicherheit geschaffen. Bislang musste jeder Betreiber damit rechnen, dass die Vergütung von Jahr zu Jahr zurückgeschraubt wird, künftig bleibt sie stabil. Gleichermaßen verlässliche Konditionen erhält auch die Wasserkraft: 15 Pfennig je Kilowattstunde sind garantiert.
Kein Zweifel, die Vokabel Solarzeitalter wird Karriere machen.
Die Freiburger Solarstrom AG freut sich über den "Meilenstein der deutschen Energiepolitik". Die ebenfalls in Freiburg ansässige Solar-Fabrik stellt sich auf eine Expansion ein - der Unternehmer Georg Salvamoser führt deshalb Einstellungsgespräche in Serie. Thomas Klodt von der Bonner Firma SolarWorld AG (Werbeslogan: "Sonne. Energie vom Chef selbst") erwartet einen "riesigen, riesigen Boom"; die Produktion von Solarmodulen werde sich bereits in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr vervierfachen. Schon zum Jahresende würden die weltweiten Produktionskapazitäten für Solarmodule knapp, "Der Angebotsmarkt wird sich zum Nachfragemarkt wandeln". Auch der Mineralölkonzern Shell, seit November mit seiner Fabrik in Gelsenkirchen unter den Solarproduzenten, begrüßt das rot-grüne Gesetz als "wichtigen Schritt zum Umbau der Energieversorgungsstruktur".
Selbst Finanzbeamte fördern die Solarenergie
Unterdessen fasst der Deutsche Fachverband Solarenergie die Euphorie in Zahlen: Der deutsche Solarmarkt werde in diesem Jahr auf 22 Megawatt neu installierte Fotovoltaik wachsen -nach 14 Megawatt im vergangenen Jahr. Im Jahr 2005 werde man in Deutschland schon 169 Megawatt, weitere fünf Jahre später gar 512 Megawatt installieren. Bislang erreicht der gesamte Weltmarkt der Fotovoltaik gerade 200 Megawatt.
Sogar in den Finanzämtern wird das Solarzeitalter anbrechen. Wer bislang seine Solaranlage als Gewerbe anmelden wollte, wer Mehrwertsteuer zurückhaben und Investitionen in Solarmodule als anfänglichen Verlust steuerlich absetzen wollte, hatte meist keine Chance. Mit dem Schlagwort "Liebhaberei" bügelten die Steuereintreiber derlei Ansinnen gern ab. Jetzt ist das vorbei. Bei 99 Pfennig Vergütung lässt sich auch mit der privaten Solarstromanlage die so genannte "Gewinnerzielungsabsicht" glaubwürdig vermitteln. Nicht im Zeitraum von fünf Jahren freilich. Aber innerhalb der Lebensdauer der Anlage, die bei mehr als 20 Jahren liegt.
Auch aus der Windkraftbranche kommen ungewohnte Töne. Kurz nach Verabschiedung des Erneuerbare-Energien- Gesetzes kündigte das Bremer Unternehmen Energiekontor, Betreiber vieler Windparks, seinen Börsengang an den Neuen Markt an. Und die Borsig Energy, zum Babcock-Konzern gehörend, denkt plötzlich laut darüber nach, ihr Windkraftgeschäft mit den Markennamen Nordex und Südwind an den Kapitalmarkt zu bringen.
Selbst die größten Hardliner der Strombranche haben inzwischen davon Wind bekommen, dass sich Ökostrom rechnen kann. Hans-Dieter Harig, Vorstandsvorsitzender von PreussenElektra, deutete kürzlich an, auch sein Unternehmen werde nun in Windkraft investieren. Die Standortsuche habe schon begonnen. Nur die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW), unliebsame Konkurrenz durch Ökokraftwerke fürchtend, mosert: Der Strom werde teurer. Tatsächlich wird die großzügige Vergütung für Ökostrom auf alle Stromverbraucher umgelegt. Dass dieser Aufschlag die Kilowattstunde nur um Bruchteile eines Pfennigs verteuern wird und damit im liberalisierungsbedingten Strompreisverfall untergeht, verschweigt die Lobby der einstigen Monopolisten wohlwissend. Würde sie die Zahlen nennen, würde das Prinzip des EEG allzu deutlich. Kleine Ursache: minimale Strompreiserhöhung. Große Wirkung: Einstieg in die Energiewende.
Bei dem neuen Gesetz wurde an alles gedacht - selbst an die Erdwärme. So bekommt, wer die Energie heißen Tiefengesteins zwecks Stromerzeugung nutzt, fortan 17,5 Pfennig je Kilowattstunde. Ganz neue Perspektiven tun sich damit für eine seit dem Strompreisverfall tot geglaubte Technologie auf. Ein Erdwärmekraftwerk im badischen Bühl, ein anderes im schwäbischen Urach, beide einst als unprofitabel zu den Akten gelegt, könnten jetzt reanimiert werden. Einige hundert Megawatt elektrische Leistung seien in Deutschland aus dem Erdreich zu gewinnen - rund um die Uhr, meint Werner Bußmann von der Geothermischen Vereinigung.
Aufbruchsstimmung herrscht auch bei den Bauern. "Vom Landwirt zum Energiewirt" heißt der Slogan der Biogasbranche; das EEG dürfte sich bald für den ländlichen Raum als ein effizientes Programm zur Wirtschaftsförderung erweisen. Denn jenen Landwirten, die auf dem Gelände ihres Familienbetriebes ein Windrad betreiben und die Gülle ihrer Rindviecher in einer Biogasanlage verwerten, wird die Zukunft gehören. Ihr Gewinn aus dem Stromverkauf wird die Erträge aus der Landwirtschaft meist deutlich überschreiten.
700 Biogas-Anlagen sind heute bundesweit in Betrieb, die Tausendergrenze soll spätestens in einem Jahr überschritten werden. Auf mehr als 100 000 Anlagen schätzt der Fachverband Biogas das Potenzial in Deutschland - die Hälfte aller Atomkraftwerke wäre damit zu ersetzen. Markus Ott vom Fachverband Biogas weiß, dass nun Realität wird, was vor einem Jahr noch die Vision von einigen Vordenkern war: "Wir stehen vor einem Biogas-Boom."
Mit 100 000 neuen Arbeitsplätzen in seiner Branche rechnet Ulrich Schmack, Geschäftsführer der Schmack Biogas GmbH im bayerischen Burglengenfeld. Sein Unternehmen, das mit dem Bau schlüsselfertiger Anlagen zu den umsatzstärksten der Branche gehört, werde in diesem Jahr den Umsatz verdoppeln, sagt er. Das stehe "außer Frage". Schließlich sei die Zahl der Interessenten seit dem neuen Gesetz "sprunghaft angestiegen".
60 Milliarden Kilowattstunden Strom jährlich und etwa die gleiche Menge Wärme ließen sich beim heutigem Stand der Technik aus Biogas gewinnen, rechnet Schmack vor. Das entspricht etwa der Erzeugung der neun ältesten deutschen Atomkraftwerke. Für die Nutzung dieses Potenzials bringe das EEG den "entscheidenden Impuls". Schmacks Fazit: Die Antwort auf den Atomausstieg, die wisse eben "nicht nur der Wind".
Allerdings: Während die 19 hiesigen Atommeiler rund 35 Prozent zur Stromerzeugung beisteuern, bringen es alle erneuerbaren Energien derzeit auf gerade einmal 6 Prozent. Die rot-grüne Regierung hofft, diesen Anteil bis 2010 verdoppeln zu können.
Thema: Alternative Energien
SZ vom 01.12.1998, Ressort Wissenschaft
Solarstrom zwischen Alltag und Zukunftsmusik
Die Photovoltaik erobert 'Inseln', ein Durchbruch ist hierzulande nur im Privatbereich in Sicht
Internationales Symposium
Ein Durchbruch auf breiter Front ist für den Solarstrom in Deutschland nicht in Sicht. Darüber waren sich die Teilnehmer des Internationalen Symposiums 'Chancen der Solartechnik zur Jahrtausendwende' kürzlich im fränkischen Coburg weitgehend einig. Denn mit 1,50 bis 1,70 Mark pro Kilowattstunde kostet die saubere Energie aus der Steckdose immer noch rund zehn mal mehr, als wenn sie ein konventionelles Kraftwerk produziert.
Pläne in Bonn und Brüssel
Zwar verspricht die neue Bundesregierung ein Hunderttausend-Dächer-Programm für die kommenden sechs Jahre. Und die Europäische Union will eine Million Photovoltaik-Systeme bis zum Jahr 2010 installiert sehen. Aber selbst wenn die Mittel bereitgestellt werden, und wenn man den zu erwartenden technischen Fortschritt berücksichtigt, werden solche Programme den Preis für die Kilowattstunde kaum in den Bereich herkömmlicher Stromproduktion drücken. Auch darüber sind sich die Experten einig.
Eine Nischentechnik
Also wird die Photovoltaik in den nächsten Jahren weiter eine Nischen-Technik bleiben und nur sogenannte Inseln bedienen, die vom herkömmlichen Strom-Netz nur sehr teuer oder gar nicht erreicht werden. Das bestätigen auch Organisationen wie Eurosolar in Bonn, die auf der politischen Ebene Bewegung in die Photovoltaik-Entwicklung bringen wollen.
In Nischen ist der Solarstrom tatsächlich erheblich erfolgreicher als man gemeinhin vermutet. Und damit sind nicht nur die Sonnenzellen im Taschenrechner oder die Solar-Armbanduhren gemeint. Große Inseln fernab von jeder Stromleitung gibt es auch in Deutschland noch.
Zum Beispiel die Hütten des Alpenvereins wie Watzmannhaus und Purtscheller Haus in den Bayerischen Alpen.
Kosten und Nutzen
Für die Neue Traunsteiner Hütte in den Berchtesgadener Alpen erläutert Hüttenwirt Ralf Amberger in Coburg die Vorteile des Solarstromes: 220 000 Mark hat die Photovoltaik-Anlage gekostet, die zwischen 70 und 140 Kilowattstunden während der von Ostern bis Oktober dauernden Saison liefert - zusammen mit 24 Bleibatterien als Stromspeicher. Zwar läuft weiterhin bisweilen ein Dieselgenerator und deckt die Spitzenzeiten oder Schlechtwetterperioden ab. Aber statt fünftausend Liter Kraftstoff braucht er nur noch höchstens 1700 Liter im Jahr. Und das ist eine gewaltige Einsparung, muß doch der Diesel in Fässern erst mit einer Seilbahn der Bundeswehr in die Höhe gebracht und von der Bergstation über einen 3,7 Kilometer langen Weg mit Spezialfahrzeugen zur Hütte gefahren werden.
Photovoltaik für stille Verbraucher im Auto
Auch das Auto selbst ist übrigens eine Insel, die ihren elektrischen Strom über einen Diesel- oder Otto-Generator via Lichtmaschine selbst produziert. Im Kraftfahrzeug werden immer häufiger stille Verbraucher vom Telephon über die Kühlbox bis zur modernen Bordelektrik installiert. Sie bringen die Batterie oft an den Rand ihrer Kapazität. Also baut zum Beispiel die Münchner Firma Webasto auf Schiebedächer ein Solarmodul, das die Batterie tagsüber nachlädt, auch wenn das Auto wochenlang steht. Wenn die Karosse in der Sonne parkt, kann die Solarzelle das Gebläse betreiben und damit die Temperaturen im Innenraum auf erträgliche Grade senken. Für die Käufer der Luxuslimousine Audi A8 sind die siebenhundert Mark Aufpreis für die Photovoltaik bei einem Gesamtpreis von 3200 Mark für das Schiebedach sicher verkraftbar. Bereits im Handel sind auch Solarzellen für weitere mobile Inseln vom Wohnmobil und Omnibus bis zum Boot oder Nutzfahrzeug.
Triumph in den Entwicklungsländern
Ihren größten Trumpf aber spielt die Photovoltaik in vielen Entwicklungsländern aus, in denen mehr als zwei Milliarden Menschen in absehbarer Zeit keine Aussicht auf einen Anschluß an die Hochspannungsleitung haben. Erstmalig unterstützt dort auch die Weltbank den Solarstrom und macht ihn damit salonfähig.
Sinnvoll sei ein Einsatz dort vor allem, wenn er 'Mehrwert' schaffe, betont Hubert Aulich von der Erfurter Firma PV SILICON, die den Rohstoff für Solarzellen in alle Welt liefert. Wenn eine Photovoltaik-Anlage eine Wasserpumpe, die Felder bewässert, oder eine Nähmaschine, auf der Kleidungsstücke genäht werden, antreibe, dann könne der Besitzer damit Geld verdienen und für den Kauf weiterer Solarmodule verwenden. Auf diese Weise ließen sich in ländlichen Bereichen wirtschaftliche Entwicklungen anstoßen, von denen nicht nur die Einheimischen profitierten, sondern an denen auch die Hersteller der Photovoltaik-Elemente verdienten.
Weitere Entwicklung
Die Entwicklung aber wird weitergehen, meint Aulich. So lasse sich die Dicke der Siliziumscheiben in den Solarmodulen von heute rund 0,3 Millimeter auf einen Zehntel Millimeter verringern. Dadurch würden auch die Herstellungskosten sinken. Billiger als Strom aus Fossilenergie-Kraftwerken aber werde die Photovoltaik ohne zusätzliche Steuern auf 'schmutzige Energie' vorerst nicht werden.
Chancen in Deutschland
Trotzdem sieht Adolf Goetzberger vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme eine gute Chance für den Solarstrom auch in Deutschland. Denn alle Berechnungen gehen von den Bedingungen in der Wirtschaft aus. Dort werden solche Anlagen mit Fremdkapital finanziert, für die man zur Zeit knapp sechs Prozent Zins im Jahr bezahlt. Da summieren sich gewaltige Beträge auf, wenn eine Anlage dreißig oder mehr Jahre in Betrieb ist. Ganz anders ist die Situation für den Privatmann, der das Geld für eine Anlage auf dem Sparkonto hat. Dafür aber bekommt er zur Zeit geringe Zinsen, die er versteuern muß und die an Wert verlieren. Für ihn ist die Solaranlage daher wirtschaftlich interessanter als es gemeinhin dargestellt wird.
Wenn dann noch der Prestige-Wert einer solchen Anlage wächst, die durchaus für Beträge zu haben ist, die manche Familie für eine Fernreise oder die Unterhaltungselektronik ausgibt, könnte es geradezu einen Boom bei den privaten Photovoltaik-Anlagen geben, meint Thomas Schmalschläger von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie in München. An diesem Punkt will seine Gesellschaft in den nächsten Jahren ansetzen. Die Hunderttausend-Dächer-Kampagne der Bundesregierung kommt ihm gerade recht. Denn ein solches Programm erhöhe den Anreiz und könne damit den Marktdurchbruch einleiten, der bei der Nutzung der Sonnenenergie für die Warmwasserbereitung längst erreicht ist.
Roland H. Knauer
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19.03.98 Wissenschaft
Strom aus Farbstoff
Die ÆGrätzel“-Solarzelle könnte bald mit Silizium konkurrieren
Als der Lausanner Forscher Michael Grätzel vor über sechs Jahren eine neuartige Solarzelle vorstellte, stand die Fachwelt zunächst Kopf. Grätzels Zelle nämlich sollte billiger zu fertigen sein als Silizium-Zellen und zudem durchsichtig – Strom produzierende Fenster schienen keine Utopie mehr.
Die Vorgänge in der ÆGrätzel-Zelle“
ähneln denjenigen bei der Photosynthese
in Pflanzen: Zwei nur wenige tausendstel
Millimeter dünne Schichten, jeweils
bestehend aus einem speziellen Halbleiter
(Titandioxid) und einem Farbstoff
(Ruthenium-Komplex) sind zwischen zwei
Glasplatten gelagert; beide Schichten sind
in eine iodidhaltige, elektrisch leitende
Lösung eingebettet. Das Sonnenlicht
schlägt Elektronen aus den
Farbstoff-Molekülen heraus, die dann
vom Halbleiter aufgenommen werden und
einen elektrischen Strom bilden.
Fachleute hatten jedoch in der
Vergangenheit immer wieder kritisiert, daß
es nicht möglich sei, dichte und damit
stabile Zellen nach diesem Prinzip zu
bauen. Luft und Wasser, das von außen
zwischen die Scheiben dringt, würden mit
der Zeit den Farbstoff zerstören, so ihr
Argument.
Stabil trotz Temperaturwechsel
Seit 1995 läuft deshalb ein Projekt, die
neuartige Solarzelle zu prüfen. Bezahlt
wird das 25 Millionen Mark teure
Vorhaben vom Land Nordrhein-Westfalen
und verschiedenen Firmen. ÆIn unseren
Tests erwies sich die Zelle als unerwartet
stabil“, versichert Iver Lauermann, Leiter
der Grundlagenforschung beim Institut für
Angewandte Photovoltaik in
Gelsenkirchen (IPAM), einer Firma, die
einer von weltweit 15 Lizenznehmern der
Grätzel-Technik ist. Dabei sei selbst nach
über 400 Tagen, in denen die Zelle
unterschiedlichen Temperaturen und
Feuchtigkeiten ausgesetzt war, kein
Leistungsabfall festzustellen. Selbst
schnelle Temperaturwechsel könnten der
Zelle nichts anhaben.
Gleichwohl Æist die Dichtigkeit bei
Extremtemperaturen von etwa 80 Grad
Celsius noch verbesserungswürdig“, räumt
Lauermann ein. Über den genauen
Forschungsstand indes wollen die
IPAM-Forscher keine Auskunft geben.
Auskunftsfreudiger gibt sich der Schöpfer
der Zelle: ÆMit Hilfe eines neuen,
schwarzen Farbstoffs ist es uns gelungen,
die Stromausbeute um zwanzig bis dreißig
Prozent zu steigern“. Damit könnten, so
Michael Grätzel, die Zellen nicht elf
Prozent wie bisher, sondern bis zu 15
Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie
in elektrischen Strom umwandeln.
Herkömmliche Silizium-Zellen erreichen
schon heute Umwandlungswerte von rund
24 Prozent. ÆDafür wird die Grätzel-Zelle
um einiges billiger sein“, versichert
IPAM-Geschäftsführer Klaus Peter
Hanke. Eine Zahl wollte er gleichwohl
nicht nennen.
Erst kürzlich gelang es der australischen
Firma Sustainable Technology Australia,
größere Mengen des neuen Farbstoffs in
reiner Form darzustellen. Einer Fertigung
der Zelle in größerem Maßstab stünde
daher nichts mehr im Wege, glaubt
Grätzel. ÆAus dem Stadium der
Grundlagenforschung sind wir heraus“,
bestätigt auch Hanke.
Seit Januar läuft die zweite Projektphase,
während der verschiedene
Fertigungsverfahren getestet werden
sollen. Spätestens bis Mitte 2000 wollen
die Forscher eine Pilotanlage gebaut
haben. Das erste Produkt mit eingebauter
Grätzel-Zelle wird allerdings schon im
Frühjahr zu sehen sein: eine Armbanduhr,
präsentiert von der schweizerischen Firma
SMH auf einer Messe in Basel Anfang
April. GEORG HAIBER
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29.12.97 Wirtschaft
Photovoltaik in Deutschland wieder auf der Sonnenseite
Staatliche Zuschüsse, bessere Fertigungstechniken und eine zunehmende Nachfrage bringen die Branche in Schwung
Sozusagen Sonnenfinsternis schien sich vor zwei Jahren in Deutschland breitzumachen. ÆDer letzte Hersteller von Solarzellen verläßt das Land“, verkündeten damals die Schlagzeilen. Der Rotstift der Sparkommissare in Wirtschaft und Staat ließ das Engagement in der Photovoltaik, der Umwandlung des Sonnenlichts in elektrischen Strom, auf ein Minimum schrumpfen. Jetzt vollzieht sich ein erstaunlicher ÆSonnenaufgang“. Neue Mitspieler tummeln sich auf dem deutschen Markt, neue Werke entstehen.
ÆDie Rahmenbedingungen haben sich geändert“, heißt es heute bei dem Unternehmen, das 1995 die Wehklagen über die deutsche Solarindustrie mit ausgelöst hatte. Damals stellte die ASE GmbH, Alzenau, die Solarzellenfabrikation im schleswig-holsteinischen Wedel ein. Zwei Jahre später nun baut die zum RWE-Konzern gehörende Gesellschaft in Alzenau eine zehnmal so große Produktion auf. Von Ende 1998 an sollen in einer ersten Phase jährlich Solarzellen mit einer Leistung von 13 Megawatt (MW) hergestellt werden, anschließend ist die Ausweitung auf 25 MW vorgesehen. Heute fertigt die ASE in Deutschland (eine weitere Produktionsstätte existiert in den USA) gerade mal 2 MW und sieht sich damit schon als Nummer eins in der Bundesrepublik. Das ist bezeichnend für die jetzige Situation.
Daß sich die Lage bessert, dafür soll noch ein zweites großes Projekt sorgen. Die Deutsche Shell AG, Hamburg, will zusammen mit der Pilkington Solar International GmbH, Köln, in Gelsenkirchen ein Werk errichten, das von 1999 an jährlich Solarzellen mit 25 MW produziert. Dazu kommen noch kleinere Projekte. So hat die Solar-Fabrik GmbH, Freiburg, im Herbst die Produktion von Solar-Modulen (die Zellen werden vom US-Partner AstroPower bezogen) mit einer Jahreskapazität von 5 MW aufgenommen, und in Erfurt ist die Firma Ersol mit einer 2 MW-Anlage an den Start gegangen. Daneben gibt es etliche Unternehmen, die sich auch ohne Fertigung in Deutschland eine größere Scheibe vom hiesigen Kuchen abschneiden wollen. So hat die BP Oil Deutschland GmbH 1997 einen eigenen Geschäftsbereich Solar eingerichtet und will den Marktanteil, der in diesem Jahr auf 30 Prozent veranschlagt wird, deutlich ausweiten. Auch der japanische Canon-Konzern hat begonnen, sich auf dem deutschen Markt für Photovoltaik zu engagieren. Und natürlich will die Siemens Solar-Gruppe, die sich mit einer (zu neun Zehntel in den USA erfolgten) Solarzellen-Produktion von 22 MW im Jahre 1997 als weltweiter Marktführer sieht, ihre Position verteidigen und ausbauen.
Der Wettbewerb dürfte sich deshalb intensivieren, und innerhalb kurzer Zeit könnten die deutschen Fertigungskapazitäten von einigen wenigen Megawatt auf rund 60 MW klettern. Das entspricht dem Vielfachen des jetzigen deutschen Marktvolumens (das für 1997 auf 7 bis 10 MW geschätzt wird) und gut der Hälfte der diesjährigen Weltproduktion von etwa 110 MW. Damit könnte sich der Teufelskreis zwischen geringer Fertigung und hohen Stück-Kosten zumindest ein wenig öffnen. Zwar wurden die Kosten, wie Geschäftsführer Gernot Oswald von Siemens Solar betont, in den letzten Jahren schon deutlich reduziert. Doch komme die hierzulande per Photovoltaik erzeugte Kilowattstunde Strom immer noch auf 1,50 bis 2 DM.
Daß die Fertigung am hiesigen Standort trotzdem wieder zu sprießen beginnt, hat mehrere Gründe. Zum einen werden die beiden erwähnten Großprojekte (die mit Investitionsvolumen von 20 bzw. 30 Millionen DM ohnehin Ækleine Fische“ im Vergleich zu anderen Industrieanlagen sind) vom Bund und den jeweiligen Bundesländern zu 50 Prozent bezuschußt. Zum anderen wurde die Fertigungstechnik erheblich verbessert. Und schließlich hat die Nachfrage, die in Deutschland nach dem Auslaufen des sogenannten 1000-Dächer-Förderprogramms im Jahr 1994 zusammengebrochen war, wieder angezogen.
Weltmarkt wächst stark
Darüber hinaus spielt noch ein grundsätzlicher Aspekt mit. Die Photovoltaik gilt als wichtige Zukunftstechnologie. Der internationale Markt wächst – wenngleich vom Nullpunkt an – seit Jahren mit durchschnittlich etwa 15 Prozent und wird dies auch weiterhin tun. So läßt sich ausrechnen, wann der Einstieg lohnt. ÆHeute betragen die weltweiten Photovoltaik-Umsätze rund eine Milliarde Dollar. Bis zum Jahr 2010 werden es sechs Milliarden sein“, konstatiert der Öl-Multi Shell. ÆDas ist der Markt, auf den wir uns einrichten.“ Aus diesem Grund hat der Konzern vor wenigen Wochen einen fünften Unternehmensbereich geschaffen – für erneuerbare Energien (Shell International Renewables SIR). Dieser soll im Bereich Solar und Biomasse in den nächsten fünf Jahren 500 Millionen Dollar investieren.
Shell gibt für sein Engagement aber noch einen wesentlich triftigeren Grund an: Der globale Energieverbrauch könne auf längere Sicht durch die fossilen Brennstoffe nicht mehr adäquat gedeckt werden. Zur Ergänzung seien also erneuerbare Energiequellen notwendig.
Zwar werden diese nach den Prognosen des Konzerns im Jahr 2020 erst 5 bis 10 Prozent des Weltenergiebedarfs decken. Von diesem Zeitpunkt an seien die erneuerbaren Energien aber voll wettbewerbsfähig und könnten ihren Anteil bis zum Jahr 2050 auf mehr als 50 Prozent steigern. Das sind verlockende Aussichten, wenngleich nicht für heute und morgen, so doch für übermorgen.
Noch trägt die Photovoltaik nach Expertenschätzungen erst 0,004 Prozent zur Weltstromversorgung bei. Doch viele Unternehmen stellen offensichtlich schon heute die Weichen für den Tag, an dem der Zug richtig ins Rollen kommt. ÆWir engagieren uns für die Zukunft“, verkündet die Solar-Fabrik. ÆDie Zeit ist reif für die Sonne.“
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Wolf von Fabeck referierte bei Veranstaltung der
Wirtschaftsjunioren in BT
Massenhaft Sonnenkraft?
Wolf von Fabeck referierte bei Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren
Ein interfraktioneller Antrag aus den Reihen des Bayreuther
Stadtrates zur Einführung der kostendeckenden Vergütung von
Solarstrom in Bayreuth liegt auf dem Tisch. Am heutigen
Donnerstag, 4. Dezember, wird das Thema in der
Aufsichtsratssitzung der Bayreuther Energie- und
Wasserversorgungs GmbH diskutiert. Vorab wurde das Thema
jetzt auch bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung
in den Räumen der Industrie- und Handelskammer debattiert.
Etwa 60 Gäste waren der Einladung der Wirtschaftsjunioren
Bayreuth gefolgt, die zusammen mit dem Arbeitskreis Energie der
Lokalen Agenda 21, Bayreuth, einen kompetenten Referenten
engagiert hatten: Der Geschäftsführer des bundesweit tätigen
Solarenergiefördervereins, Diplomingenieur Wolf von Fabeck
aus Aachen, gilt als geistiger Vater der "kostendeckenden
Vergütung von Solarstrom".
Eindrucksvoll veranschaulichte von Fabeck die fatalen Folgen
der sich anbahnenden Klimaveränderungen, deren Ansätze
man schon heute, und zunehmend auch in unmittelbarer Nähe,
registriert. Nicht zuletzt die Recherchen großer
Versicherungsgesellschaften dokumentieren den alarmierenden
Anstieg der Schäden, die durch klimatisch bedingte
Umweltkatastrophen weltweit verursacht werden. Diese
milliardenhohen Schadenshöhen gelte es zu bedenken, wenn an
anderer Stelle die Unzumutbarkeit von Strompreiserhöhungen
in der Größenordnung von Pfennigbruchteilen (0,15 Pfennig) pro
Kilowattstunde beklagt werde. Aus den Ausführungen
wurde deutlich, daß für die Eindämmung der Emissionen
des klimaschädigenden Atmosphäregases Kohlendioxid
(CO2) globale Anstrengungen nötig sind, bevor energiehungrige
Schwellenländer wie China und Indien nach vermeintlich gutem
westlichem Vorbild mit einem Netz neuer Kohle- und
Kernkraftwerke vollendete Tatsachen schaffen.
Daher der Appell des Referenten: Förderung regenerativer
Energietechnologie jetzt. Das heißt: Länder wie Deutschland,
in denen Know-how und Wirtschaftskapazitäten vorhanden sind,
haben heute die einmalige Chance, durch die gezielte Schaffung
von Absatzmärkten für Windkraft, Solar- und Biomassetechnologie
im eigenen Land diese Systeme weltweit zur konkurrenzstarken
Marktreife zu katapultieren.
Daß es realistisch ist, dem heute noch teuren Solarstrom
(pro Kilowattstunde 1,89 Mark) eine Kostenreduktion bis unter
die 30-Pfennig-Marke zu prophezeien, bestätigt eine Kommission
des Deutschen Bundestages.
Das Prinzip der "kostendeckenden Vergütung" ist einfach:
Private Einspeiser von Solarstrom bekommen den Aufwand für
erzeugte Kilowattstunden kostendeckend von ihrem
Energieversorger erstattet, der diese zusätzlichen Ausgaben
über minimale Stromtariferhöhungen auf alle Tarifkunden umlegt.
Die unschlagbaren Vorteile dieser Methode, angewandt auf privat
erzeugten Solarstrom, liegen auf der Hand: Der Anlagenbesitzer
wird sein Möglichstes tun, seine Anlage gut zu warten, denn: Wo
kein Strom fließt, gibt's kein Geld. Kostenreduzierend wirkt sich
aus, daß der Standort der "Kleinkraftwerke" kostenlos zur
Verfügung gestellt wird und der Anschluß ans öffentliche Netz
schon vorhanden ist. Die erforderliche Installation auf einzelnen
Hausdächern bringt außerdem ein großes Potential an neuen
Dauerarbeitsplätzen im mittelständischen Bereich.
Für den Standort Deutschland ist nicht zuletzt auch das
Exportpotential der Produktionsstätten für Solarzellen
von Bedeutung.
Aus einem Bericht über die täglichen Erfahrungen des
Solarenergiefördervereins wurde deutlich, daß zwischen
Energieversorgungsunternehmen und privaten Netzeinspeisern ein
massiver Interessenkonflikt herrscht. Nach dem Prinzip der
Gewinnmaximierung arbeitende Unternehmen würden sich nur
ungern von ihrem Grundsatz - nur eigener Strom ist guter Strom -
abbringen lassen.
Dennoch seien mittlerweile zahlreiche bayerische Städte
der Aufforderung des Bayerischen Landtages gefolgt, den
Strompreis bis an die legale Grenze von 0,15 Pfennig pro
Kilowattstunde zu erhöhen, um Solarstrom kostendeckend zu
vergüten.
Entsprechend der Komplexität und Aktualität des Themas
folgte eine lebhafte Diskussion auf von Fabecks Ausführungen.
Die Befürchtung, mit der bevorstehenden Liberalisierung
des europäischen Strommarktes werde für die "kostendeckende
Vergütung" eine neue Situation entstehen, konnte der Referent
ebenso ausführlich entkräften wie die Sorge, die staatliche
Tarifaufsicht könnte womöglich dem auch in Bayreuth
geplanten Vorhaben der kostendeckenden Vergütung von
Solarstrom einen Strich durch die Rechnung machen.
05.11.97
Politik
Solartechnik tritt aus dem Schatten
Start für neue Fabriken in Bayern und Nordrhein-Westfalen
Der SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine
beklagt gerne, die Bundesregierung
verschlafe den ÆÜbergang ins
Solarzeitalter“. In der Tat sah es um die
umweltfreundliche Energietechnik finster
aus, als die zwei größten deutschen
Hersteller die Produktion 1995 fast
vollständig in die USA verlagerten. Dort
winkten staatliche Gelder und eine
stabilere Nachfrage nach Sonnenstrom als
in Deutschland. Mit einem Riesensprung
zurück ins Rampenlicht versucht die
Bundesregierung nun gemeinsam mit
Nordrhein-Westfalen und Bayern, den
Anschluß an den rasch wachsenden
Zukunftsmarkt zu erreichen. Mit
staatlicher Hilfe entstehen in
Gelsenkirchen und im bayerischen
Alzenau Solarzellenfabriken, die die
deutsche Produktionskapazität mit einem
Schlag auf über 40 Megawatt
verzehnfachen – genug, um ein Drittel der
Weltnachfrage zu decken.
Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers
(CDU) band sich zur Verkündung der
Projekte extra eine ökogrüne Krawatte
um. ÆDie tun was“, soll der Wähler
denken. Und welches Produkt wäre für
politische Zwecke besser geeignet?
Solartechnik verspricht nicht nur einen
Ausweg aus der umweltschädlichen
Energieerzeugung durch Kohle oder Öl,
sondern zusätzlich Exportchancen und
Arbeitsplätze. Der weltweite Umsatz,
derzeit bei 1,7 Milliarden Mark, soll
künftig weiterhin um mindestens 15
Prozent im Jahr wachsen. Für dieses
Geschäft interessieren sich aber auch die
USA und Japan, das heuer mit 300
Millionen Mark ein Vielfaches der
deutschen Fördergelder bereitstellt.
Die beiden deutschen Großfabriken sollen
an dieser Konkurrenz vorbeiziehen und
mittelfristig mehr als 2000 Arbeitsplätze
schaffen. Mit 40 Megawatt wäre
Deutschland derzeit weltweit Nummer
eins.
Das lassen sich die Politiker einiges
kosten. Bund und Länder übernehmen mit
28 Millionen Mark etwa die Hälfte der
Investitionskosten. In Gelsenkirchen
werden von 1999 an 25 Megawatt
Solarzellen von der Pilkington-Gruppe
und dem Mineralölkonzern Shell
produziert, dem ein Öko-Anstrich
willkommen sein dürfte, nachdem das
Image unter seiner Bohrinsel Brent Spar
und seiner Ölförderung in Nigeria gelitten
hat.
Als sich das Großprojekt Gelsenkirchen
abzeichnete, wollte auch der bis dahin
zögerliche Energieversorger RWE mit von
der Partie sein. In Alzenau stockt die
RWE-Tochter ASE, die bisher vor allem
in den USA produziert, ihre Kapazitäten
auf 13 Megawatt auf. Damit steigt
erstmals einer der deutschen
Stromkonzerne, die sich bei den
erneuerbaren Energien bisher nicht gerade
hervortaten, in großem Stil in die
Solarzellenproduktion ein.
Die Massenfertigung soll den Teufelskreis
durchbrechen, der bisher die
Sonnenenergie hemmte: Zu geringe
Produktion ließ den teuren Solarstrom
teuer bleiben, weshalb wiederum die
Produktion nicht lohnenswert erschien.
Derzeit kostet Sonnenstrom in
Deutschland mit 1,50 Mark pro
Kilowattstunde gut siebenmal soviel wie
herkömmlicher Strom. Die
Massenfertigung könnte den Preis binnen
fünf Jahren halbieren. Weil Solarstrom
damit immer noch teuer wäre, fordert
Greenpeace bundesweite
Investitionszuschüsse für
Solaranlagenkäufer nach dem Muster von
Nordrhein-Westfalen. Sonst drohe der
Vorstoß zur reinen Exportförderung zu
werden – deutsche Solartechnik wäre fit
für den Weltmarkt, hätte aber wenig
Absatz zu Hause. Alexander Hagelüken
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16.10.97
Wissenschaft
Mühsam ins Solarzeitalter
Während Japan gezielt Industriepolitik
betreibt, zögern die Europäer, in
Solarstrom zu investieren
Über transnationale Kooperation auf dem
Feld der Photovoltaik sollte Thomas Schott
referieren. Und hatte sichtlich
Schwierigkeiten. In Erwartung des
internationalen Marktdurchbruchs, bekannte
der Abgesandte aus dem Bonner
Forschungsministerium (BMBF),
beherrsche inzwischen nicht mehr das
Wissenschaftsideal des freien
Informationsaustauschs die
Sonnenstrom-Szene, sondern Gerangel um
die besten Startplätze. Die Neigung zur
Kooperation stoße da schnell an Grenzen.
Rund 200 Fachleute, vornehmlich aus Japan
und Europa, debattierten letzte Woche in
Berlin im Rahmen der
ÆAsien-Pazifik-Wochen“ die Perspektiven
der direkten Umwandlung des Sonnenlichts
in ökologisch korrekten Strom. Daß die
Photovoltaik eine der Schlüsseltechnologien
des 21. Jahrhunderts sein wird, war unter
den Kongreßteilnehmern kaum umstritten.
Ebensowenig die Erwartung, daß die drei
großen Technologieregionen der Welt –
Japan, Europa und die USA – um den
künftigen Weltmarkt konkurrieren werden,
insbesondere im Sonnengürtel der Erde.
Doch wer hat die Nase vorn?
Seit das japanische Technologieministerium
MITI 1993 ein umfassendes
Entwicklungsprogramm (ÆNew Sunshine
Project“) auflegte, können sich Forscher
und Industrielle im Land der aufgehenden
Sonne über wachsende Unterstützung
freuen. Im laufenden Haushaltsjahr stehen
für Erforschung und Entwicklung der
Solarmodule umgerechnet 120 Millionen
Mark zur Verfügung. Mit weiteren 180
Millionen fördert das Finanzministerium in
Tokio 1997 bis 9 400 private
Photovoltaik-Dachanlagen.
Massenproduktion und fortgeschrittene
Techniken sollen den Preis des Stroms
zügig absenken, bis schließlich ein größerer
Markt entsteht. Nedo, eine vom MITI
eigens für den Transfer neuer Technologien
in marktfähige Produkte ins Leben gerufene
Entwicklungsagentur, erwartet bis zur
Jahrtausendwende 400 Megawatt installierte
Photovoltaik-Leistungen, zehn Jahre später
sollen es schon 4 600 Megawatt sein.
Zwar meldeten deutsche Fachleute in Berlin
auch Zweifel an, ob sich der von den
asiatischen Gästen angestrebte Marsch ins
Solarzeitalter im vorgegebenen Eiltempo
werde realisieren lassen. Schließlich
produzierte Japan im letzten Jahr nur Zellen
mit einer Gesamtkapazität von 21,2
Megawatt. Und schon jetzt, bei einer
Weltjahresproduktion von rund 100
Megawatt, wird der aus schlichtem Sand
gewonnene Zellrohstoff Siliziumknapp und
teuer.
Dennoch zeigten sich die Europäer von der
strategischen Entschlossenheit der Japaner
beeindruckt. ÆDie Regierung in Tokio“,
urteilte Winfried Hoffmann,
Geschäftsführer der Firma ASE im
bayerischen Alzenau, Ætut gezielt, was die
Industrie jetzt braucht.“
In Japan habe die Regierung die Förderung
der Photovoltaik Æklar als Feld der
Industriepolitik erkannt“, bekräftigte auch
Thomas Schott. ÆIn Deutschland wurde die
Chance bisher verpaßt.“ Ein Seitenhieb auf
die Hinhaltetaktik des Bonner
Wirtschaftsressort, das in diesem Jahr für
die Markteinführung aller erneuerbaren
Energietechniken 18 Millionen Mark
bereitstellte – ein Zehntel des
entsprechenden japanischen
Photovoltaik-Budgets.
Seit 1993 das Bonner
Æ1000-Dächer-Programm“ auslief, rutschte
allerdings auch der Etat des
ÆZukunftsministers“ Jürgen Rüttgers ab:
Von gut 110 Millionen auf 64 Millionen in
diesem Jahr und damit etwa auf die Hälfte
dessen, was Tokio die Erforschung der
Zukunftstechnologie derzeit wert ist.
Nicht besser sah es in der Vergangenheit auf
EU-Ebene aus. Dort gab
Wissenschaftskommissarin Edith Cresson
schon 1995 von wissenschftlichen
Beratergremien empfohlene
Forschungsmittel für erneuerbare Energien
erst nach einem peinlichen Gerangel und
einer wiederholten Ausschreibung frei. Für
die Photovoltaik blieben knapp 150
Millionen Mark – in fünf Jahren.
Dennoch verbreiteten die in Berlin
versammelten Fachleute gedämpften
Optimismus. Der Zug für die Europäer, so
die allgemeine Einschätzung, sei noch nicht
abgefahren. Zum einen, weil sich die
Solarzellen-Forschung, namentlich in
Deutschland, trotz sinkender
Finanzausstattung immer noch an der
Weltspitze halte. Zum anderen, weil der
Druck der Öffentlichkeit auf die
Entscheidungsträger in Politik und
Wirtschaft zunehme.
Der Mut, ehrgeizige Ziele zumindest zu
formulieren, wachse, freute sich auch
Jürgen Greif, der zuständige Vertreter der
EU-Kommission, und verwies auf ein
ÆGrünbuch“ aus Brüssel, das eine
Verdoppelung des regenerativen Anteils an
der europäischen Energieversorgung von
sechs auf zwölf Prozent bis 2010 vorsieht.
Davon, glaubt Greif, werde auch die
Photovoltaik profitieren. Als Ægrobe
Schätzung“ nannte er 400 Millionen Mark,
die die EU in den kommenden fünf Jahren
für Forschung, Entwicklung und
Markteinführung der photovoltaischen
Stromerzeugung investieren werde.
Sicher scheint, daß der nach wie vor hohe
Preis für Strom aus den bläulichblitzernden
Zellen, der derzeit bei etwa einer Mark pro
Kilowattstunde liegt, weiter sinkt.
ASE-Geschäftsführer Hoffmann rechnet mit
einer Halbierung binnen weniger Jahre.
Langfristig werde die Kilowattstunde
Solarstrom hierzulande für 30 Pfennig und
im Sonnengürtel der Welt mit der doppelten
Sonneneinstrahlung schon für 15 Pfennig zu
haben sein. Damit käme die umwelt- und
klimafreundliche Energiequelle selbst bei
unveränderten energiewirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, also ohne
Preissteigerung bei den konventionellen
fossilen Kraftwerken, in die Nähe der
Wettbewerbsfähigkeit.
Einigkeit bestand in Berlin auch darüber,
daß die derzeit angebotenen kristallinen und
amorphen Siliziumzellen einstweilen noch
dominieren werden. Selbst wenn die
preiswerteren Dünnschichtzellen in einigen
Jahren in breitem Rahmen auf den Markt
kommen, werden sie die konventionelle
Technik wegen ihres geringeren
Wirkungsgrades nicht flächendeckend
verdrängen können.
Erst in zehn oder mehr Jahren erwarten die
Fachleute, daß das fortgeschrittene
Konzepte wie Dünnschichtzellen auf der
Basis von Kupfer, Indium und Selen
(CIS-Zellen) oder aus der Gasphase
abgeschiedene mikrokristalline Zellen (CVD,
Chemical Vapor Deposition) allmählich
derzeitigen Techniken verdrängen. Doch die
Produktionskapazität für Solarzellen in
Deutschland dümpelt seit der Auslagerung
der Zellenfertigung des Weltmarktführers
Siemens Solar in die USA und der Aufgabe
einer ASE-Produktionsstätte in Wedel bei
Hamburg vor zwei Jahren bei nur noch
wenigen Megawatt.
Nur allmählich zeichnet sich eine
Trendwende ab: In Erfurt nahm kürzlich die
Firma ÆErsol“ mit einer Startkapazität von
zwei Megawatt die Produktion auf. In
Nordrhein-Westfalen soll eine Solarfabrik
mit einer Kapazität von rund 25 Megawatt
entstehen, an der möglicherweise auch die
ASE beteiligt sein wird.
Auch bei der Produktion der fertigen
Solarmodule kommt Bewegung in die
Szene: Am heutigen Donnerstag startet in
Freiburg im Breisgau die nach den Worten
von Geschäftsführer Georg Salvamoser
Æweltweit modernste Fertigungsanlage für
Solarmodule“.
Hinausgezögert wird der Durchbruch
speziell in Deutschland durch vielfältige
Interessenkollisionen. Das war auch in
Berlin unterschwellig zu spüren, etwa bei
der Diskussion über die sogenannte
Ækostendeckende Vergütung“.
Laut Thomas Schott ist die vor zwei Jahren
in Aachen erstmals etablierte
Vergütungsregelung für privat ins öffentliche
Netz eingespeisten Solarstrom Hauptmotor
für jährliche Steigerungsraten von 20 bis 30
Prozent bei der installierten
Photovoltaik-Leistung. Inzwischen gibt es
derartige Regelungen in rund 30 Städten.
Rund die Hälfte der netzgebundenen
PV-Anlagen sind mittlerweile auf die
Gewährung kostendeckender Entgelte für
den ins Netz eingespeisten Sonnenstrom
zurückzuführen, sagte Schott.
Widerstand gegen das Aachener Modell, das
Mehrkosten von maximal einem Prozent auf
alle Stromkunden abwälzt, kommt vor allem
aus dem Bundeswirtschaftsministerium, den
EVU und Stadtwerken, die befürchten, im
künftigen europäischen Strombinnenmarkt
Kunden zu verlieren.
Noch trägt der Solarstrom allerdings nur mit
0,001 Prozent im öffentlichen Netz bei.
Vielleicht gilt die Sorge der
Stromunternehmen deshalb genau der
Perspektive, die der BMBF-Vertreter dem
Auditorium am Ende seines Vortrags als
Mutmacher mit auf den Weg gab. Die
Beschleunigung des
Solarstromaufkommens, so Schott, könne
unter veränderten energiepolitischen
Rahmenbedingungen Æganz plötzlich
kommen“. Schließlich habe man das schon
einmal erlebt: Bei der Windenergie
(KOMMENTAR). GERD ROSENKRANZ
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19.09.97
SZ-Beilage
S O L A R E N E R G I E
Alternative zum Mercedes
Solarzellen gelten mancherorts als Statussymbole, denn sauberer Strom ist meist noch ein teures Vergnügen
Von Oliver Ristau
Das Wort Bundesliga hat elektrisierende Wirkung. Das gilt auch für die Gemeinde Sulingen. Denn in der Abschlusstabelle der Saison 2000 fand sich die niedersächsische Kleinstadt auf Rang 3 wieder. Allerdings ohne Zutun des örtlichen Fußballvereins. Das Ergebnis, auf das die 12 500 Einwohner zählende Stadt, 50 Kilometer südlich von Bremen, stolz ist, wurde mit der Installation von Siliziumscheiben erzielt. In der Solarbundesliga - einer Initiative der Deutschen Umwelthilfe und des Brancheninformationsdienstes Solarthemen - gibt es Punkte für Sonnenenergie von Kommunen. Die Sulinger durften in der Kategorie 10 000 bis 100 000 Einwohner ihren Spitzenplatz bejubeln. Was Sulingen in die besonders sonnigen Regionen der Solarbundesliga katapultierte, steht auf den Dächern von Rathaus, Volksbank und Gymnasium: kleine Solarstromkraftwerke, die aus der Energie des zentralen Fixsterns unseres Sonnensystems elektrischen Strom gewinnen.
Pro Einwohner lassen die Niedersachsen mehr als fünfmal so viel Sonnenstrom von ihren Dächern fließen, als dies im Bundesdurchschnitt geschieht: Auf jeden Einwohner Deutschlands entfielen im Jahr 2000 rund 1,3 Watt solare Kapazität. In Sulingen wurden im Schnitt 7,6 Watt von den Dächern geholt.
Dennoch leistet der Solarstrom mit rund 0,1 Prozent kaum einen nennenswerten Beitrag zum Stromverbrauch der Stadt. Bundesweit liegt der Anteil des sauberen Sonnensaftes an der gesamten Stromerzeugung noch nicht einmal im Promillebereich. Aktuell dürften Solarzellen gerade einmal zu 0,03 bis 0,04 Prozent den bundesdeutschen Stromhunger stillen.
"Unter den Erneuerbaren Energien ist die Fotovoltaik der Mercedes", meint Harald Knoop, stellvertretender Stadtdirektor Sulingens. "Es gibt hier Menschen, die früher voller Stolz ihr neues teures Auto präsentiert haben. Heute kaufen sie sich lieber eine Solarstromanlage." Der Vergleich passt: Muss doch eine vierköpfige deutsche Durchschnittsfamilie rund 60 000 Mark für eine Solarstromanlage hinblättern, um ihren elektrischen Jahresverbrauch mit Sonnenenergie zu decken. Damit aus dem solaren Mercedes zumindest ein Volkswagen wird, muss die Technik zur Umwandlung des Sonnenlichts in elektrische Energie deutlich billiger werden. Dass dem noch nicht so ist, liegt an dem aufwändigen Verfahren zur Herstellung der Solarzellen sowie an den bisher noch fehlenden Produktionsgrößen. Zwar wird sich der Solarzellenmarkt weltweit von 170 Megawatt (MW) im Jahr 1998 bis Ende 2001 mehr als verdoppelt haben. Doch eine Auswirkung auf die Preise hatte dieses Wachstum in Deutschland bisher nicht. Das liegt nach Ansicht von Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Deutschen Fachverbands Solarenergie (DFS) aus Freiburg, zum einen an dem gestiegenen Kurs des US-Dollar, denn viele Komponenten müssen in der Leitwährung abgerechnet werden. "Die Industrie hat zum anderen umfangreiche Investitionen zum Ausbau der Produktion vorgenommen. Hohe Abschreibungen standen bisher einer Kostensenkung entgegen." Dazu kommt, dass private Häuslebauer derzeit den Solarhändlern ihre Module aus den Händen reißen. "Der Solarmarkt ist ganz eindeutig ein Nachfragemarkt", sagt Stryi-Hipp. Im Klartext: Das Angebot ist knapp, und deshalb gibt es keinen Druck auf die Preise.
Das dürfte sich ändern, wenn die Produzenten der solaren Hardware ihre Pläne zum Produktionsausbau verwirklicht haben. Bis vor kurzem stammte gerade einmal jedes vierte Solarmodul, das 2000 zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen installiert wurde, aus deutscher Produktion. Das soll sich nach dem Willen der deutschen und internationalen Solarindustrie ändern: In den kommenden zwei Jahren will sie in Deutschland Solarmodule mit insgesamt über 150 MW fertigen - das Zehnfache der Menge des Jahres 2000. Dann können auch die Stückkosten sinken.
Allerdings muss noch einiges geschehen. Beispiel Freiberg in Sachsen: In der alten Bergmannstadt am Fuße des Erzgebirges bastelt ein Unternehmen an der Zukunft. Die Deutsche Solar GmbH - früher Bayer Solar - will es bis 2004 schaffen, in Freiberg die erste vollintegrierte Fotovoltaikfertigung der Welt aufzubauen. Hier sollen nicht nur wie bisher aus hochreinen Siliziumbrocken solare Siliziumscheiben - so genannte Wafer - hergestellt, sondern auch die weiteren Verarbeitungsschritte über die Solarzelle bis hin zu gebrauchsfertigen Solarmodulen abgedeckt werden. Ferner soll hier die Gewinnung von solarfähigem Silizium aus Rohsilizium verwirklicht werden.
Verantwortlich für den Aufbau dieser neuen solaren Welt ist Peter Woditsch, bereits seit 1994 bei der früheren Tochter der Bayer AG für den technologischen Fortschritt der solaren Produktion verantwortlich. "Wir können es schaffen, die Kosten für die Solartechnik bis 2010 noch einmal um die Hälfte zu reduzieren", sagt er. Automatisierung heißt das Zauberwort, im Gleichklang mit einer verbesserter Technologie. So will Woditsch den Wirkungsgrad der aus multikristallinem Silizium bestehenden Module im Vergleich zur derzeit weltweit üblichen Ausbeute um zwei Prozentpunkte auf 17 Prozent steigern. Außerdem sollen Materialverbrauch und -verlust im Vergleich zu bisher bestehenden Verfahren erheblich verringert werden.
Gelingt das, so erwartet Woditsch für 2010 nur noch Modulkosten von zwei statt derzeit vier Euro pro Watt. Die Kilowattstunde Solarstrom dürfte dann in Deutschland für nur noch 30 bis 40 Eurocent zu haben sein. In Südspanien sollte die Stromversorgung mit der Sonne sogar konkurrenzfähige 15 bis 20 Eurocent kosten.
Zum gleichen Zeitpunkt dürften auch Dünnschichtsolarmodule, die heute noch ein Schattendasein fristen, Marktreife erlangt haben. Kristalline - also aus einer festen Schicht bestehende - Solarmodule kommen derzeit noch auf einen Weltmarktanteil von rund 90 Prozent. Die Dünnschichttechnologie besticht im Vergleich durch ihren geringen Materialbedarf: Ihre Halbleiterschicht ist nur hauchzart. Dadurch sind die Module preiswerter und flexibler in der Handhabung. Allerdings verfügen die heute gängigen Dünnschichtgenerationen noch über deutlich schwächere Wirkungsgrade als die der dickeren Konkurrenz, und neue Verfahren mit Materialien wie Kupfer, Indium und Selen befinden sich noch in der Pilotphase. Bis 2010, so schätzt Verbandschef Stryi-Hipp, werde sich der Anteil der Dünnschichtzellen am Gesamtmarkt deshalb nur verhalten erhöhen. Der Gesamtumsatz der internationalen Solarindustrie könnte sich dann in Richtung 50 Milliarden Euro bewegen.
Von 2050 an geht's richtig los
Auch wenn es noch bis ins nächste Jahrzehnt dauern dürfte, bis sich der Solarstrom flächendeckend breit macht, ist er schon heute bei entsprechendem Einsatz konkurrenzfähig - beispielsweise in abgelegenen Regionen ohne zentrale Stromversorgung. Für Bergregionen oder in sonnenreichen Ländern ist es günstiger, die Sonne anzuzapfen, als sich über viele Kilometer an das nächste Stromnetz anzuschließen. Das Gleiche gilt für allein stehende Funkmasten, Sender oder Schiffsbojen.
Doch sobald der Solarstrom in direkter Konkurrenz zu Billig- und Risikostrom aus Kohle und Kernenergie aus dem Netz steht, braucht er die politische Unterstützung. Jede dritte Solarzelle wird weltweit auf Privat- und Firmengebäuden in den Industrienationen installiert, die den Strom in das öffentliche Netz abgeben. Diese Anwendung wird weltweit gefördert: in Europa, in Japan und den USA. Deshalb wird dieser Markt das Haupteinsatzgebiet der Sonnenkraftwerke bleiben. Dass sich die Fotovoltaik zu einer großen Industrie weiterentwickeln wird, darin sind sich zahlreiche Studien wie die von Dresdner Kleinwort Wasserstein und der Schweizer Bank Sarasin einig.
Auch Sulingens Vizestadtdirektor Harald Knoop ist sich sicher: "Solarstrom ist die Zukunft." Der zweifache Familienvater denkt dabei vor allem an die Zukunft seiner Kinder: "Egal, wie viele Jahrzehnte noch unsere weltweiten Energiereserven nutzbar sind, irgendwann kommen wir ohne die Kraft der Sonne nicht mehr aus." Mit dieser Ansicht findet Knoop prominente Unterstützung: Nach einem Energieszenario der Deutschen Shell AG wird die Sonnenenergie ab 2050 unsere wichtigste Energiequelle sein. Denn, so die Einsicht des Ölmultis, die Öl- und Gasvorräte der Erde neigen sich dem Ende zu, und Klimaveränderungen machen eine Umstellung der Energieversorgung nahezu unausweichlich
Strom aus der Sonne
Bei der Suche nach Alternativen zur herkömmlichen Energiegewinnung
blickt die Wissenschaft in erster Linie auf die Sonne.
Das Prinzip: Solarzellen fangen das ewige Feuer des Himmels ein und
wandeln es in Strom um. Den Wirkungsgrad des dafür benötigten
Ausgangsproduktes, Solarsilizium, haben Bayer-Forscher nach zehnjähriger
Entwicklungsarbeit so weit optimiert, daß es reif ist für die
Serienproduktion. Das multikristalline, hochleistungsfähige Solarsilizium
könnte nach Einschätzung in Fachkreisen die Solartechnik in eine neue
Dimension führen. Bayer will die Produktion der Siliziumscheiben in großer
Stückzahl selbst in die Hand nehmen: Mittelfristig soll die Bayer Solar GmbH
im sächsischen Freiberg jährlich rund 16 Millionen Siliziumscheiben
herstellen. Genug, um damit eine
Kleinstadt mit 4.300 Häusern und 16.000 Bewohnern mit Strom zu versorgen.
Der Erfolg der Forscher aus dem Geschäftsbereich Anorganische
Industrieprodukte: Eine größere
Leistungsausbeute von bis zu 16 Prozent (bisher waren bestenfalls 12
Prozent möglich) und eine
ausgereifte Verfahrenstechnik verbessern die Wettbewerbsfähigkeit der
Solarenergie im Vergleich zur
herkömmlichen Energieerzeugung. In verschiedenen Verfahrensschritten
wird dabei reines Silizium bei
einer Temperatur von über 1400 Grad Celsius geschmolzen und danach
abgekühlt. Auf diese Weise
entstehen feste Blöcke aus Silizium-Kristallen. Sie werden in 0,3 Millimeter
dicke Scheiben
unterschiedlicher Größe zersägt. Aus ihnen fertigen Weiterverarbeiter dann
die betriebsbereiten
Solarzellen.
Wie notwendig die rasche Weiterentwicklung alternativer Energien ist, macht
das Wachstum des
Weltenergieverbrauchs deutlich. Von 1950 bis heute schnellte er um mehr
als das Vierfache in die Höhe,
und er steigt weiter. Grund genug, sich das Energiebündel Sonne zum
Verbündeten zu machen. Jährlich
strahlt das "Kernkraftwerk" im All rund 750 Trillionen Kilowatt pro Stunde
Energie auf die Erde ab. Das ist
das 8000fache dessen, was derzeit pro Jahr durch das Verfeuern der fossilen
Brennstoffe Kohle, Erdöl,
Gas, durch Kernspaltung, Wasserkraft und Wind weltweit an Energie
verbraucht wird.
Lichtlenkender Agfa-Film für Photovoltaik
Auch andere Bayer-Unternehmensbereiche helfen der Solartechnik auf die
Sprünge: Ein holographischer
Agfa-Film ist in der Lage, tonnenschwere Linsensysteme aus Glas, die das
Sonnenlicht bündeln und an
die Solarzellen weiterleiten, zu ersetzen. Trotz wechselnden Sonnenstandes
wird das einfallende Licht
immer auf denselben Punkt der Solarzelle projiziert. Für diesen
physikalischen "Trick" sind
Film-Emulsionen mit extrem hoher Auflösung erforderlich. Mit der neuen
Lichtsammel-Technik soll die
bisher nicht verwertete Sonnenenergie an Gebäudefassaden genutzt werden.
Solarenergieforscher blicken optimistisch in die Zukunft
Jahrestagung des Forschungsverbunds Sonnenenergie in Kassel zog
Zwischenbilanz
Solarenergie. - Auf der Jahrestagung des "Forschungsverbunds
Sonnenenergie" haben sieben deutsche
Forschungsinstitute eine positive Zwischenbilanz gezogen. Ziel der
Veranstaltung war der Austausch und die
Präsentation von Forschungsergebnissen.
Um der Solartechnik zum Durchbruch zu verhelfen, sei Standardisierung und
Modularisierung wichtig. Dazu Professor
Werner Kleinkauf vom Kasseler Institut für Solare
Energieversorgungstechnik, ISET: "Wir haben wesentliche Beiträge
dadurch geleistet, daß wir gemeinsam mit der Industrie modulare
Anlagenschnittstellen definiert haben." Zum einen könnten
die Firmen für diese Schnittstellen unterschiedliche aber normgerechte
Produkte liefern, zum anderen seien solche Systeme
problemlos zu erweitern. Solartechnik mausert sich zum interessanten Markt.
Gerhard Eisenbeiß, Mitglied des Direktoriums:
"Bei der Photovoltaik haben wir heute in Lateinamerika oder den USA
Wachstumsraten um 15 Prozent." Bald sei ein
Marktvolumen von 100 Megawatt erreicht. Zwar liefert ein Solarpark in
Kalifornien routinemäßig Strom, allerdings ist die
Energie nur dank hoher Subventionen zu verkaufen. Bisher seien
erneuerbare Energien in den meisten Märkten nicht
wettbewerbsfähig. Wolle man dies, brauche man Massenproduktion und eine
klare Strategie, wie es sie in den 50er und
60er Jahren bei der Entwicklung der Kernkraft gegeben hat.
[Quelle: Petra Nagel, Werner Kleinkauf, Gerhard Eisenbeiß]
SZ vom 16.08.1996
Aufsichtsbehörde billigt geringfügige Preiserhöhung für alle Haushalte
Hammelburg erwärmt sich für Solarstrom
Privaterzeuger bekommen für Einspeisung ins Netz zwei Mark pro
Kilowattstunde / Bau weiterer Anlagen
anvisiert
Von Hannes Krill
Hammelburg – Die unterfränkische Stadt Hammelburg (Lankreis Bad
Kissingen) mausert sich zum Mekka der Solarenergie.
Seit die Stadtwerke jede Kilowattstunde Strom, die private Betreiber von
Photovoltaik-Anlagen ins Netz einspeisen,
kostendeckend mit zwei Mark vergüten, sprießen auf den Hausdächern der
Stadt die Solarzellen. Die Förderung der
umweltfreundlichen Solarenergie wird von den privaten Stromkunden der
Stadt gesponsert. Sie müssen für jede
Kilowattstunde Strom 0,1 Pfennige mehr bezahlen als bisher. Nach Angaben
der Stadtwerke summiert sich die jährliche
Mehrbelastung aber nur auf durchschnittlich vier Mark pro Haushalt.
Bereits 1995 hatte der Landtag einstimmig empfohlen, Sonnenstrom aus
privater Erzeugung kostendeckend zu vergüten
und die Mehrkosten von allen Stromkunden einzutreiben. Die Städte
Freising, Nürnberg, München und Ingolstadt bieten
solche Modelle schon an. Andere Kommunen gewähren privaten Bauherrn,
die auf Solarstrom setzen, einen Zuschuß zu
den Investitionskosten der Anlage. Die Energiekonzerne beobachten die
Entwicklung mit Argusaugen. Sie betrachten
Photozellen auf privaten Hausdächern als unerwünschte Konkurrenz.
Die Hammelburger Stadtwerke haben den Behörden die Genehmigung für ihr
Solarmodell in zähem Ringen abgetrotzt.
Damit die Stadt den Solarstrom subventionieren kann, billigte die Regierung
von Unterfranken den Stadtwerken lediglich
eine allgemeine Strompreiserhöhung von 0,1 Pfennigen pro Kilowattstunde
zu, die alle Privathaushalte bezahlen müssen.
Die Staatsregierung hält 0,15 Pfennige für zulässig. Firmen und Betriebe,
denen beim Strompreis ohnehin schon günstige
Sonderkonditionen eingeräumt werden, bleiben vom Preisaufschlag
verschont. Die Option auf den maximal zulässigen
Strompreis-Aufschlag bei Privatkunden wollen sich auch die Hammelburger
Stadtwerke offen halten, falls weitere
Solaranlagen ans Netz gehen sollten.
Die Chancen dafür stehen offenbar gut. Die Hammelburger Solarstrom-
Gesellschaft (HSG), zu der sich 71 Privatinvestoren
mit einer Mindesteinlage von je 2000 Mark zusammengeschlossen haben,
kündigte den Bau weiterer Photovoltaik-Anlagen
auf den Haudächern der Stadt an. Bisher hat die HSG nach eigenen
Angaben 210000 Mark in insgesamt sieben
Solaranlagen gesteckt. Eine weitere sei privat gebaut worden. Dank der
Einspeisevergütung der Stadtwerke rechnet die
HSG Æmit einer gesicherten Rendite von etwa fünf Prozent“.
ÆEin großartiger Durchbruch“
Große Gewinne erzielt die HSG damit bisher freilich nicht. Dafür ist die
installierte Leistung noch zu schwach:
Durchschnittlich allenfalls 10000 Kilowattstunden Strom im Jahr werden nach
Angaben der Stadtwerke derzeit in der rund
12000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit Solarzellen erzeugt. Dennoch
wird damit nach Angaben der HSG in
Hammelburg etwa dreißigmal mehr Solarstromm ins öffentliche Netz
eingespeist wie im Bundesdurchschnitt. Die
Stromkunden der Stadtwerke kostet das einen Pappenstiel: genau 0,1
Pfennige pro Kilowattstunde. Dieser Aufschlag auf
den Strompreis summiert sich auf insgesamt rund 21000 Mark pro Jahr. Die
Summe wird als Einspeisevergütung an die
privaten Sonnenstrom-Produzenten ausbezahlt.
Der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Albert Schmidt von den Grünen
wünscht sich, daß das Hammelburger Beispiel
rasch Schule macht. Um diesem ÆKönigsweg zur Förderung
umweltfreundlicher Stromerzeugung“ den Weg zu ebnen, hat
die Bundestagsfraktion der Grünen nach Angaben Schmidts noch vor der
Sommerpause beantragt, Ædie kostendeckende
Vergütung für die Stromerzeugung aus sämtlichen erneuerbaren
Energieträgern im Stromeinspeisegesetz des Bundes
festzuschreiben“. Schmidt und die Grünen hoffen, daß dies den einzelnen
Stadtwerken künftig das zähe Ringen mit
Bezirksregierungen und Energiekonzernen um Kompromisse ersparen wird.
ÆWenn dadurch die jährliche Stromrechnung für
einen Vier-Personen-Haushalt um etwa zehn Mark teurer würde, wäre dies zu
verkraften“, glaubt Schmidt. Im Gegenzug
würden nämlich Ægigantische Mengen“ an Luftschadstoffen vermieden und
Ætausende neuer Arbeitsplätze“ geschaffen.
Nach Angaben der Hammelburger Solarstrom GmbH wurde auf Initiative des
grünen Europaabgeordneten Wolfgang
Kreissl-Dörfler auch auf europäischer Ebene Æein großartiger Durchbruch“
erzielt: Das Europaparlament habe die
EU-Kommission jüngst aufgefordert, verbindliche Regeln für alle EU-
Mitgliedstaaten zur kostendeckenden Vergütung von
alternativ erzeugtem Strom vorzuschlagen.
HSG-Sprecher Hans-Josef Fell freut sich: ÆDamit wird in allen EU-Staaten
das in Aachen entwickelte System der
kostendeckenden Vergütung bekannt gemacht“. Eine Übersetzung des
Begriffs in alle Sprachen sei bereits erfolgt. Auf
Englisch heißt der Begriff: Æfull cost rates.“
Orginaltext aus der FAZ
Energie von der Sonne in großer Höhe
Die höchstgelegene Photovoltaik-Anlage der Welt ist jetzt offiziell
auf dem Jungfraujoch in Betrieb genommen worden. Ihre Module sind an
der Außenwand einer Forschungsstation in 3454 Meter Höhe angebracht. Mit
der von der Schweizer Ingenieurschule Burgdorf gelieferten Anlage will
man jetzt untersuchen, wie haltbar Solarzellen und andere Komponenten
unter extremen Witterungsbedingungen sind. Auf dem Jungfraujoch ist die
Sonnenstrahlung fünfmal so intensiv wie in tiefliegenden Regionen. Mit ihrer
insgesamt 10 Quadratmeter großen Sammelfläche soll die Anlage eine
Leistung von 1,1 Kilowatt erzielen. F.A.Z.
Scheint in Japan die Sonne öfter?
Prof. Dr. Heribert Wagner, Institut für Schicht- und Ionen- technik,
Forschungszentrum Jülich über Trends in der
Solarzellen-Produktion
SZ: Während es hierzulande zwar zahlreiche Pilot- und Forschungsprojekte
zu Solarzellen gibt, scheut sich die heimische
Industrie, in die Massenproduktion einzusteigen. In Japan dagegen will man
den Photovoltaik-Markt erobern. 70 000
Dächer sollen mit Solarzellen bestückt, im Jahr 2000 vierhundert Megawatt
Solarstromkapazität hergestellt werden. Sind in
Fernost die Voraussetzungen für einen Einstieg ins Solarzeitalter besser?
Wagner: Die anvisierten 400 Megawatt sind sicher ein zu hoch gestecktes
Ziel. Realistisch sind bei einem kontinuierlichen
Ausbau bis zum Jahr 2000 ein- bis zweihundert Megawatt. Abgesehen
davon: Mir scheint, daß die japanische Industrie
einen längeren Atem hat. Seit Ende der siebziger Jahre verfolgt sie die
Entwicklung von Solarzellen. Jetzt steigen die
Firmen in die Produktion ein, manche früher, andere später - aber alle haben
die Perspektive im Auge, daß die Photovoltaik
in absehbarer Zeit ein interessanter Markt sein wird.
SZ: Sind die natürlichen Bedingungen in Japan besser? Scheint dort
vielleicht die Sonne mehr als hierzulande?
Wagner: Vielleicht scheint die Sonne etwas mehr. Nur darf man sich nicht
von der Zahl der Sonnenstunden täuschen
lassen. Die mittlere Sonneneinstrahlung in Deutschland ist nur etwa um den
Faktor zwei kleiner als im sonnenreichsten
Gürtel der Welt, in Australien oder in der Sahara. Läßt man das
Speicherproblem außer acht, dann könnte hierzulande mit
vier Prozent der Landfläche an Solarzellen der gesamte Strombedarf gedeckt
werden. Dies unter der Voraussetzung
heutiger Technik, also mit Solarmodulen, die einen Wirkungsgrad von 15
Prozent haben. Elf bis zwölf Prozent der
Landfläche sind überbaut, woraus folgt, daß das Flächenargument nicht
ausschlaggebend ist.
SZ: Viel Geld für die Solarzellen-Forschung, und nun kein Gewinn - was ist in
Deutschland fehlgelaufen?
Wagner: Einerseits hat die Politik noch nicht die richtigen
Rahmenbedingungen geschaffen, damit eine Industrie langfristig
planen kann. Andererseits denkt die Industrie nur an kurzfristige Gewinne.
SZ: In vielen Labors, auch in Ihrem, werden verschiedene Solarzellen
getestet. Welche Typen sind für die Massenfertigung
besonders interessant?
Wagner: Zur Zeit würde ich noch polykristallines Silizium favorisieren, weil
diese Technik am besten ausgereift ist. Dieses
Ziel verfolgt auch die Bölkow-Studie im Auftrag von Greenpeace. Aber die
Herstellungskosten von polykristallinem Silizium
werden sich nicht erheblich senken lassen. Langfristig gebe ich daher den
Dünnschichtzellen den Vorzug. Nur sind diese
Materialien, seien es amorphes Silizium oder andere Verbindungen, noch
nicht ausreichend erforscht, und ihre
Wirkungsgrade kommen noch nicht an die von kristallinen Zellen heran.
SZ: Können Sie Zahlen nennen?
Wagner: Die besten Module, die man heute kaufen kann, basieren auf
einkristallinem Silizium und haben Wirkungsgrade
von 15 Prozent. Großflächige Module aus amorphem Silizium kommen
derzeit auf Wirkungsgrade zwischen sechs und
sieben Prozent. In fünf Jahren könnten es etwa zehn Prozent sein.
SZ: Nun altern diese Solarzellen, das heißt, sie büßen ein wenig von ihrem
Wirkungsgrad ein.
Wagner: Die Zahlen beziehen sich auf gealterte Zellen.
SZ: Welcher Art von Dünnschichtzellen geben Sie die besten Chancen?
Wagner: Silizium wird aus Sand hergestellt. Es ist daher in großen Mengen
verfügbar und ökologisch unbedenklich. Andere
Verbindungen, zum Beispiel Cadmium-Tellurid, oder auch Kupfer-Indium-
Diselenid, enthalten Schwermetalle, dafür erzielen
sie aber im Labor wesentlich höhere Wirkungsgrade als Silizium. Die Frage
ist, ob sie auch als großflächige Module
Wirkungsgrade von wesentlich über zehn Prozent erreichen werden. Wenn
ja, wird man abwägen müssen, ob man eine
umweltfreundliche Energie mit ökologisch nicht unbedenklichen Stoffen
erzeugen will.
SZ: Auf welche Verbindungen setzen denn die Japaner?
Wagner: Im wesentlichen auf Silizium.
SZ: Sie arbeiten mit Dünnschicht-Siliziumzellen. Was tun Sie konkret, um
Wirkungsgrade zu steigern und die Alterung zu
verringern?
Wagner: Im Grunde verstehen wir noch nicht die Details des
Alterungsprozesses, und daran forschen wir. Wir versuchen,
die Alterung zu reduzieren, indem wir hintereinandergeschaltete Solarzellen,
sogenannte Stapelzellen, bauen. Sie haben
auch den Vorteil, daß man in den verschiedenen Schichten unterschiedliche
Materialien verwenden kann, um das
Lichtspektrum besser auszunutzen. Damit steigern wir auch den
Wirkungsgrad. Unsere neuesten Ergebnisse zeigen, daß
wir bei einer einfachen Stapelzelle aus amorphem Silizium den
Alterungsprozeß soweit erniedrigt haben, daß der Verlust an
Wirkungsgrad nur noch acht Prozent beträgt. Eine industrielle Produktion mit
einem stabilem Modulwirkungsgrad von fast
neun Prozent ist in greifbarer Nähe.
Die Fragen stellte Jeanne Rubner.
SZ vom 12.09.1996
KOMMENTAR
Solarenergie - ohne Interesse
Deutschland ist zwar ein hervorragender Standort für Produzenten und
Nutzer von Solaranlagen. Aber produziert wird anderswo, und die Nutzer sind
Liebhaber, die sich ein teures Hobby leisten können. Der Hauptgrund für
diese mißliche Situation ist, daß die deutsche Energiewirtschaft nach wie vor
auf Großkraftwerke setzt und eine dezentrale Stromversorgung mit aller
Macht zu verhindern sucht. Dies fällt ihr gegenüber der konservativen
Bundesregierung nicht besonders schwer.
'In der Solartechnik verliert die Bundesrepublik den Anschluß.' Die neuerliche
Kürzung der Mittel durch Bundesforschungsminister Rüttgers 'läutet
womöglich den Ausstieg ein', beklagen die Forschungspolitiker von Bündnis
90/Die Grünen im Bundestag, natürlich ohne jede Wirkung. Die großen
deutschen Unternehmen haben in der Tat ihre Produktion von Solar-
Modulen fast vollständig in die USA verlegt, nachdem sie mit den Jahren
rund 500 Millionen Mark Forschungsgelder des deutschen Steuerzahlers
kassiert hatten. Das Argument für die Abwanderung, die Arbeit sei in
Deutschland zu teuer, stimmt zwar - fällt aber auf die Unternehmen selbst
zurück: Rund 40 Prozent billiger könnte man hierzulande die multikristallinen
photovoltaischen Solarzellen produzieren, wenn man die noch weitgehend
übliche Handarbeit durch moderne Technik ersetzen würde. Das haben
Experten der Fraunhofer-Gesellschaft aus deren Instituten in Freiburg und
Aachen jetzt ausgerechnet. Damit bestätigen sie im Grunde die Aussagen
der Umweltorganisation Greenpeace vom Frühjahr dieses Jahres, der
Solarstrom in Deutschland könne 30 bis 40 Prozent billiger sein.
Die Politiker sind allerdings gegenüber dem Widerstand der
Energiewirtschaft gar nicht so hilflos wie sie tun. Immerhin haben Regierung
und Opposition einmütig das Energieeinspeisungsgesetz durchgesetzt.
Danach wird Privatleuten ein wenig vergütet, wenn sie Strom aus Sonne,
Wind oder Wasser ins öffentliche Netz abgeben. Eine gesetzlich festgelegte
kostendeckende Vergütung wäre ein starker Impuls, ebenso wie eine
Vorschrift, Solaranlagen für alle öffentlichen Neubauten vorzuschreiben.
Gewiß, das kostet Geld, ist aber anders als die Milliardensubventionen für
den Steinkohlebergbau eine echte Daseinsvorsorge. Es gibt viele
Möglichkeiten, die Weichen dafür zu stellen, daß sich in Deutschland eine
kontinuierliche Nachfrage nach Solarzellen entwickelt. Dann werden sich
auch Produzenten finden. Man darf vermuten, daß diese mit Billigangeboten
aus Japan kommen werden. ur
Flabeg Solar muss Module auf dem
Bundeswirtschaftsministerium austauschen
Innerhalb von zehn Jahren stieg Pilkington Solar zum
Marktführer für Fassadenmodule auf. Nun ist die
Firmennachfolgerin Flabeg Solar mit einem
unangenehmen Problem konfrontiert: Module mit einem
bestimmten Zelltyp von Siemens Solar zeigen milchige
Flecken.
Unter den Berliner Regierungsbauten ist sie
ein Vorzeigeprojekt: die Solarstromanlage auf
dem 180 Meter langen Neubau des
Bundeswirtschaftsministeriums an der
Scharnhorststraße. Seit 1998 ist das
Solardach aus Glas-Glas-Modulen in Betrieb
und liefert auf einer Fläche von über 1.000
Quadratmetern 100 Kilowatt elektrische
Leistung. Doch im vergangenen Winter
machten sich Flecken an der glänzenden
Fassade bemerkbar: »Die Solarmodule
werden milchig. Das Schlimmste daran ist:
Diese Flecken wachsen ständig«, klagt
Andreas Kübler, Sprecher des Bundesamtes
für Bauwesen und Raumordnung, das das
Gebäude des Wirtschaftsministeriums betreut.
Geliefert hatte die Module die Solartochter von
Pilkington. Von deren Rechtsnachfolgerin, der
Flabeg Solar International GmbH, verlangte
das Bundesamt Anfang des Jahres, die Module komplett auszutauschen.
Es handle sich um einen »hundertprozentigen Gewährleistungsmangel«,
sagt Kübler. Die Flecken seien zwar zunächst nur ein ästhetisches Problem
und würden keine Einbußen in der Leistung der Photovoltaikanlage
bewirken. Trotzdem würde in Zukunft »ein Leistungsabfall verzeichnet
werden können«.
Flabeg Solar wird dem Ansinnen des Bundesamtes nachkommen. »Wir
erfüllen die Gewährleistung in vollem Maße«, betont Geschäftsführer
Joachim Benemann. Im Herbst soll die erste Hälfte der Optisol-Module
ersetzt werden, im nächsten Jahr der Rest. Flabeg bleibt gar nichts anderes
übrig, als so zu handeln. Die Prestigeanlage auf dem
Wirtschaftsministerium steht im Blickpunkt des öffentlichen Interesses.
»Wir möchten unseren Ruf nicht beschädigen, sondern festigen«, sagt
Benemann. »Wir lassen unseren Kunden nicht im Regen stehen.«
Kosten: zwei Millionen Mark
Die Austauschaktion kostet das Unternehmen nach Angaben des
Geschäftsführers nahezu zwei Millionen Mark. Die üblichen Rückstellungen
für Gewährleistungen reichen laut Benemann nicht für »solche Sonderfälle«
aus. Flabeg Solar wird deshalb nach einem positiven Ergebnis im
Geschäftsjahr 2000/2001, das am 30. März endete, in diesem Jahr wohl
rote Zahlen schreiben. Den Verlust fängt die Flabeg Holding GmbH auf, mit
der die 100-prozentige Tochter Flabeg Solar einen
Ergebnisabführungsvertrag geschlossen hat. Bei einem Jahresumsatz von
400 Millionen Mark kann die Flabeg-Gruppe den Zwei-Millionen-Betrag
wegstecken, trotzdem ist es für Benemann »ein nicht angenehmer Vorfall«.
Gegenwärtig überlegt der Geschäftsführer, die ausgetauschten Module zur
Stromerzeugung weiterzuverwenden.
Das Unternehmen hat inzwischen eine
Ursache für die seltsamen Flecken in den
Glas-Glas-Modulen ausgemacht: Das
Gießharz, in das die Solarzellen zwischen den
beiden Glasscheiben des Moduls eingebettet
werden, löst sich von der Vorderseite der von
Siemens Solar produzierten monokristallinen
Zellen ab. Die bläulich schimmernde
Antireflexschicht sei offenbar nicht verträglich
mit dem Gießharz, erklärt Benemann. Aus
diesem Grund hat Flabeg die Verwendung
dieses Zellentyps gestoppt und setzt jetzt
EFG-Zellen von ASE ein. Zur Sicherheit wird
das Gießharz nun auch länger als üblich
ausgehärtet.
Benemann beteuert, dass die Flecken in den
schadhaften Modulen »nicht durch schludrige
Arbeit hervorgerufen wurden«. Auch hätten die
Module »alle international üblichen Tests
bestanden«. Aber solche Dinge ließen sich
bei der Entwicklung neuer Technologien nicht
vermeiden. »Mir ist sehr daran gelegen, dass die Photovoltaik nicht in den
Ruf kommt, sie funktioniere nicht«, sagt der Flabeg-Geschäftsführer.
Schäden bei mehreren Projekten
Bereits 1999 wurde das Unternehmen mit
Flecken an Modulen konfrontiert, die sie für
die Firma Braas produziert hatte. Die Module
enthielten laut Benemann den gleichen
Zelltyp, besaßen aber auf der Rückseite eine
Beschichtung mit Siebdruck in den Bereichen,
in denen die Räume zwischen den Solarzellen
Licht durchlassen. Dadurch soll das Modul auf
dem Dach nach unten lichtundurchlässig sein,
gleichzeitig aber bei der Produktion noch
UV-Licht von der Unterseite her zur
Aushärtung des Gießharzes empfangen. Die
Ablösung des Gießharzes von den Solarzellen
führte Flabeg damals auf diese
Siebdruckbeschichtung zurück. Nach den
Angaben Benemanns mussten »mehrere
hundert« Module ausgetauscht werden.
Es gibt weitere Beispiele für fleckig gewordene Module des
Flabeg-Vorgängers Pilkington: das Solardach der Stadtwerke Aachen (fünf
Kilowatt) und die Solarsiedlung der Stadtwerke Bremen (200 kW) sowie
Anlagen auf dem Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in
Stuttgart (5 kW) und auf der Eingangshalle der Technischen Universität
München in Garching (20 kW). Bestückt sind diese Module mit mono- und
polykristallinen Solarzellen von ASE und BP Solar. Benemann äußert sich
zu diesen Fällen nicht konkret. »Wir haben natürlich einzelne Schäden«,
meint er nur, aber von einem »Serienschaden«, der an jedem Modul auftritt,
will er ausschließlich bei der Anlage des Bundeswirtschaftsministeriums
sprechen.
Schmutzschutz für Solaranlagen
Die Firma AET aus Sulzbach bei Saarbrücken bietet ein
neuartiges »Putzmittel« für Solaranlagen an.
Die mit einem Schwamm aufzutragende
Flüssigkeit basiert auf der
Nanotechnologie, einem neuen
Forschungszweig, der sich mit Strukturen
im Bereich von wenigen millionstel
Millimetern beschäftigt. Zu den ersten
Anwendungen im Alltag, bei denen die
Ergebnisse der Nanotechnologie zum
Einsatz kamen, gehören beispielsweise
Waschbecken (Firma Duravit) oder
Dachziegel (Firma Erlus), an denen kein
Schmutz mehr haften bleibt. In der
Öffentlichkeit wurde diese
Materialeigenschaft als »Lotus-Effekt« bekannt. Im Unterschied zu
Waschbecken oder Dachziegeln gibt es jedoch noch keine
Solarstromanlagen, die diese Antischmutz-Eigenschaft von Haus aus
mitbringen. Hier setzt AET mit seinem Produkt »Nanosun« an. Die
chemische Zusammensetzung wollte man bei AET nicht aufschlüsseln, es
dürfte sich jedoch um eher harmlose Stoffe wie beispielsweise Silikate
handeln, die auf der Solarmoduloberfläche eine anorganische Schicht
bilden, auf der Wassertropfen abperlen und dabei vorhandene
Schmutzpartikel mitnehmen. Derartige Lösungen werden in großen Mengen
für Wiederverkäufer beispielsweise von Firmen wie der Nano-X GmbH aus
Überherrn bei Saarbrücken für die Baustoff- und Automobilindustrie
angeboten.
AET empfiehlt seine Antischmutz-Beschichtung für »Anlagen, die sehr
großflächig sind, regelmäßig stark verschmutzen oder sich an schwer
zugänglichen Orten befinden«. Über die Auswirkungen auf den Ertrag gibt
es bisher noch keine Erfahrungen. Auch zu der Frage, wie oft die
Beschichtung erneuert werden muss, kann Frank Becker von AET mangels
Langzeiterfahrung mit dem neuen Produkt noch keine präzise Empfehlung
geben. Eine jährliche Erneuerung hält er jedoch für sinnvoll, um den vollen
Effekt zu erreichen. Die Flasche mit 100 Millilitern kostet 81,90 Mark und
reicht für zehn Quadratmeter, also für etwa eine 1-kW-Anlage. Damit sich
die Investition in »Nanosun« rechnet, müsste der Ertrag durch die
Antischmutz-Beschichtung um gut zehn Prozent steigen. Das ist bei einer
nur durchschnittlich verdreckten Anlage jedoch äußerst unwahrscheinlich.
Alternative-Energie-Technik GmbH
Industriestraße 12
66280 Sulzbach-Neuweiler
Telefon 068 97 / 924 87-0
Telefax 068 97 / 924 87-55
info@aet.de
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Modul-Peakleistung ist jetzt vor Ort messbar
Mit dem neuen Messgerät PVPM 216T der im Januar
gegründeten Dortmunder Firma Photovoltaik Engineering
(pve) lässt sich erstmals die Peakleistung von
Solarmodulen direkt am Aufstellungsort ermitteln.
Die Peakleistung ist definiert als
Leistung eines Moduls unter
Standard-Testbedingungen:
Einstrahlung von 1.000 Watt pro
Quadratmeter, Sonnenspektrum
entsprechend AM 1,5 und
Zelltemperatur von 25 Grad Celsius.
Bislang war es nur möglich, diesen
Wert aufwändig im Labor zu messen.
Das Gerät von pve bestimmt die
Peakleistung hingegen anhand der
Einstrahlungsbedingungen am
Modulstandort mit einem
Umrechnungsverfahren, das Professor
Andreas Wagner an der Dortmunder Fachhochschule entwickelt und als
Patent angemeldet hat. Damit kann jeder Installateur die vom
Modulhersteller angegebene Nennleistung einfach vor Ort prüfen und Module
entsprechend ihrer tatsächlichen Leistung optimal auf verschiedene Stränge
verteilen.
Das Gerät hat ein Gehäuse aus Stahlblech mit Tragegriff; es ist 48
Zentimeter breit, 16 Zentimeter hoch und 35 Zentimeter tief. Versorgt wird
es von einem Nickel-Cadmium-Akku mit einer Kapazität von 7,2
Amperestunden, der über ein internes Netzteil aufgeladen wird. Ein
Strahlungssensor vom Typ Phox 100 mit integriertem Temperatursensor Pt
100 erfasst Sonneneinstrahlung und Umgebungstemperatur. Der Benutzer
bedient das Gerät über wenige Tasten und wird dabei von einem
Bildschirmmenü geführt. Das LCD-Display (schwarz-weiß) zeigt dann die
Peakleistung, den Serieninnenwiderstand und die
Strom-Spannungs-Kennlinie des Moduls. Das Ergebnis ist laut pve bis auf
fünf Prozent genau. Zum Vergleich: Der TÜV Rheinland gibt bei seinen
Laborprüfungen eine Abweichung von drei bis vier Prozent an.
Beim PVPM 216T lassen sich auch folgende Werte abrufen: maximale
Leistung (MPP), MPP-Strom und -Spannung, Kurzschlussstrom und
Leerlaufspannung, Füllfaktor, Umgebungstemperatur und Einstrahlung. Es
können die Daten von 100 Messungen gespeichert werden. Das fünf Meter
lange Messkabel ist auch in zehn oder 25 Meter Länge lieferbar. Preis: rund
11.116 Mark.
PV-Engineering GmbH
Ernst-Mehlich-Straße 4a
44141 Dortmund
Telefon 02 31 / 53 47 72 00
Telefax 02 31 / 53 47 72 09
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Solarenergie zum Anfassen
Shell Solar zeigt in seinem neuen
»Photovoltaik-Informationszentrum« einzigartige
Exponate, die das Thema Solarstrom auch Laien
eindrucksvoll vermitteln.
Fachleute treibt es vermutlich gleich
zum großen Eckbildschirm in der
Ausstellungshalle. Dort erhalten sie live
einen Einblick in das Herz der
benachbarten Solarzellenfabrik, die auf
andere Weise offiziell nicht zugänglich
ist. Entlang einer der größten und
modernsten
Solarzellen-Produktionslinien Europas
sind eine Hand voll Kameras installiert.
Auf Knopfdruck lässt sich die
Einstellung einer jeden auf den
Bildschirm holen, von der Ätzanlage
zum Säubern der blanken
Siliziumscheibe bei Prozessbeginn
oder dem Diffusionsofen, wo gezielt Fremdatome in das Silizium
eingedampft werden, damit es Strom aus Sonnenenergie erzeugen kann.
»Die Ausstellung richtet sich nicht nur an Experten. Sie ist ein genauso
interessantes Ziel für Familienausflüge oder Schulexkursionen«, erklärt
Dominik Schröder, Marketingleiter der Shell Solar Deutschland Vertrieb
GmbH. Für solare Neulinge bietet ein 20-minütiges Video einen Einblick in
die Welt der erneuerbaren Energien mit dem Schwerpunkt Photovoltaik, und
gleichzeitig einen Ausblick, was auf den drei Ebenen mit insgesamt 300
Quadratmetern Ausstellungsfläche zu erwarten ist. Ein Leitsystem lädt zum
Erkunden ein, genauso gut können aber kostenlose Gruppenführungen
angemeldet werden.
Die »Solarfabrik zum Mitmachen«, wie
Shell die Ausstellung im Photovoltaik
Informationszentrum (PiZ) in Anlehnung
an die benachbarte »echte«
Solarzellenfabrik nennt, beschreibt den
vollständigen Herstellungsprozess vom
Ausgangsprodukt Sand über die
Solarzelle bis zu Solarmodul und
Solaranlage im Betrieb. »Wir haben die
Basisausstellung im Erdgeschoss in
drei Teile gegliedert: vom Sand zum
Wafer (Siliziumscheibe), vom Wafer zur
Solarzelle und von der Solarzelle zum
System, so dass ein Laie alles in einer
begrenzten Zeit besuchen kann«,
erläutert Klaus Heidler, Inhaber der für
das Ausstellungsdesign zuständigen
Firma Solar Consulting aus Freiburg, ohne das Spielzeug für Handwerker
und Physikkurse zu vergessen: »Ein Experimentiertisch ist dann noch was
für Leute, die es ganz genau wissen wollen.«
Das wohldurchdachte Konzept, das der ehemalige Pressesprecher des
Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme Heidler in Zusammenarbeit
mit früheren Arbeitskollegen verwirklicht hat, ist vermutlich einzigartig in der
Welt. Mal abgesehen vom Blick auf Shells Solarzellen-Produktionslinie, gibt
es durchaus auch klassische Ausstellungsformen wie Vitrinen, in denen
zum Beispiel Silizium, der Rohstoff für die meisten Solarzellen, in
verschiedenen Variationen dargestellt ist: als Sand, bestehend aus
Siliziumdioxid, in Form murmelgroßer Kugeln aus reinem Silizium oder als
zylindrische Einkristalle (Ingots). Das Gros der Exponate ist aber eher
unübliche Präsentation, wie das Modell einer Drahtsäge, die im Betrieb den
Ingot mit einem bis zu 700 Kilometer langen Draht von lediglich 180
Mikrometer Durchmesser in hauchdünne Wafer teilt. Das Phänomen
Solarzelle, in der sich bei Sonneneinstrahlung Elektronen und – für den
Nicht-Insider unerklärbare – Löcher bilden, die dann den Strom produzieren,
ist mit Hilfe eines faszinierenden mechanischen Modells aus Flüssigkeiten
unterschiedlicher Farbe – ähnlichen den Lava-Lampen – erklärt.
Interaktive Exponate dürften auch bei
Skeptikern der Solartechnik
Begeisterung entfachen. So kann an
einem Exponat per Knopfdruck ein
Kran gestartet werden, der eine
Stahlkugel in etwa 100 Zentimeter
Höhe hebt, um sie dann auf ein
Solarmodul fallen zu lassen – so oft
man mag. Dieser Versuch entspricht
einem Test für Solarmodule der
Internationalen Elektrotechnischen
Kommission (IEC) zur Überprüfung der
Modulbeständigkeit gegenüber
Hagelschauern. Am
Profi-Experimentiertisch können
mehrere mit künstlichen Lichtquellen
bestrahlte Solarmodule in Reihe oder
parallel verschaltet werden, sowie die
Auswirkungen von elektrischen Lasten
in Form von Ventilatoren und von
Modulabschattungen über
Stromspannungskurven beobachtet werden.
Wenn der Besucher mit den Grundlagen vertraut ist, kann er sich auf der
Dachterrasse anschauen, wie so eine Photovoltaikanlage wirklich
funktioniert. Shell Solar vertreibt beispielsweise in Südafrika seit über einem
Jahr ein solares Inselsystem, bestehend aus einem Solarmodul, Batterie
und Laderegler, die mit einer »aufladbaren« Magnetkarte ähnlich unserem
Geldkarten-System betrieben werden kann. Dieses mittlerweile 6.000-fach
installierte »Power House-System« ist, vielleicht etwas pathetisch
anmutend, in einer Strohhütte aufgebaut, bietet aber ein eindrucksvolles
Beispiel dafür, wie finanzschwache Menschen in Entwicklungsländern in
den Genuss sauber erzeugten Stroms kommen können, ohne die
Solaranlage selbst kaufen zu müssen.
Einen interessanten Aspekt hinsichtlich
der Stromernte demonstrieren zwei
andere Exponate auf dem Dach. Die
Leistung einer über einenechselrichter
ans Stromnetz angeschlossenen und in
einem bestimmten Winkel montierten
Solaranlage, wie sie in Deutschland
üblich ist, kann über eine Anzeigetafel
mit einem manuell der Sonne
nachführbaren Solarmodul verglichen
werden. Dabei wird deutlich, dass die
Nachführung die Stromernte steigert,
eine Integration in ein Dach dann aber
erschwert wird.
Als nicht besonders einfach erweist
sich auch das laut Katalog
spektakulärste Ausstellungsstück: die
benachbarte Solarzellenfabrik. Bei
unserem Besuch einen Tag vor der
offiziellen Eröffnung am 24. Mai zeigten
die Kameras zwar das Fließband –
aber ohne Zellen. Und während Dominik
Schröder ähnlich irritiert schien wie wir,
hatte der zum 1. Juli in die Öl-Sparte
des Unternehmens zurückkehrende
Geschäftsführer von Shell
Solar Deutschland Frithjof Kublik sofort eine Antwort parat: »Keine Panik,
es ist nur eine eintägige Reparatur. Wir sind im Mai in den
Dreischicht-Betrieb übergegangen.«
Photovoltaik Informationszentrum
Öffnungszeiten Montag bis Freitag
10 bis 16 Uhr
Am Dahlbusch
45884 Gelsenkirchen
Telefon 0209/12 02-244
Telefax 0209/12 02-112
info@shell-solar-piz.de
www.shell-solar-piz.de
Mit dem Solarroller schadstofffrei durch Freiburgs Straßen
Wer am Freiburger Hauptbahnhof aussteigt, kann seit Ende Mai die Stadt
im Breisgau auf einem leise surrenden Elektromotorroller durchstreifen, der
mit Solarstrom aufgeladen wird. In der Mobilitätsstation »Mobile« stehen vier
Solarroller bereit, die man täglich zwischen 7 und 20 Uhr ausleihen und
von 6 bis 1 Uhr morgens zurückbringen kann. Vier Stunden schadstofffreies
Fahrvergnügen kosten 25 Mark, 24 Stunden 35 Mark.
Initiiert hat dieses Pilotprojekt die
Berliner Firma Solarmove zusammen
mit der Umweltstiftung WWF
Deutschland. Die Peugeot-Elektroroller
(Einzelpreis: 6.780 Mark) wurden vom
Ökostromanbieter NaturEnergie AG
finanziert. Die Deutsche Bahn AG
unterstützt den Modellversuch in
Freiburg mit Broschüren am Service
Point und Parkplätzen für die Roller.
Solarmove-Gründer Norman Heeg
möchte das Projekt auf andere
deutsche Städte ausdehnen und hat
als nächstes Berlin im Visier.
Langfristig ist ein Netz von
Solartankstellen geplant; die Roller
sollen über das Internet oder
Anrufzentralen bequem ausgeliehen
werden können.
www.solarroller.de
www.solarmove.de
Für Verbesserungsvorschläge und Tipps bin ich dankbar email