Die Schilddrüse ein weibliches Organ Zurück Links
Welche Besonderheiten in Zusammenhang mit der Schilddrüse sind bei der Frau zu berücksichtigen?
Bei Frauen sind Schilddrüsenerkrankungen viel häufiger als bei Männern. Warum ist das so ?
Zu Zeiten hormoneller Umstellung, wie in der Schwangerschaft und während der Wechseljahre, sollte die Schilddrüse besondere Berücksichtigung finden.
Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann die Fruchtbarkeit der Frau erheblich einschränken.
Vor und während einer Schwangerschaft stellen Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere die Über- und Unterfunktion, ein Risiko dar und müssen daher von einem Spezialisten betreut und behandelt werden.
Je häufiger eine Frau schwanger wird, desto häufiger hat sie eine vergrößerte Schilddrüse oder knotige Veränderungen.
In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der tägliche Jodbedarf um etwa 30 Prozent auf 230 bis 260 µg pro Tag an. Über die Ernährung ist dieser Bedarf kaum zu decken. Deshalb sollten Frauen sich öfter für Seefisch als sinnvollen Jodlieferanten, reichlich Milchprodukte (heute meist "jodreich") und jodiertes Speisesalz bzw. damit hergestellte Nahrungsmittel entscheiden - und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt vorbeugend Jodtabletten einnehmen.
Im Verlauf einer Schwangerschaft ändert sich die Immunitätslage. Das hat Einfluß auf das Auftreten und den Verlauf von AutoimmunkrankheitenderSchilddrüse:
Jodaufnahme:
Die durchschnittliche Salzaufnahme einer Frau liegt jedoch bei 8 Gramm pro Tag und die eines Mannes bei 10 Gramm pro Tag. Da zur Zeit in der Lebensmittelindustrie nur in zwei Drittel der Produkte jodiertes Speisesalz verwendet wird, berechnet sich für die Frau eine Jodaufnahme von etwa 120 µg/Tag.
Das 1996 bundesweit durchgeführte Jod-Monitoring Monitoring belegt in der Tat nur eine mittlere Jodaufnahme bei Frauen von 111 µg und bei Männern von 126 µg. pro Tag).
Schwangerschaft und Schilddrüsenkrankheiten
Warum ist das Spurenelement Jod gerade in der Schwangerschaft so wichtig?
Wieviel Jod sollte eine Frau während der Schwangerschaft und während der Stillzeit aufnehmen?
Welche Folgen hat ein Jodmangel während der Schwangerschaft?
Wie sieht die Therapie bei einem Kropf aus?
Warum sind eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Basedow'sche Krankheit so gefährlich? Können Thyreostatika während der Schwangerschaft gegeben werden?
Was versteht man unter einer Post-partum-Thyreoiditis?
Unerfüllter Kinderwunsch - kann auch die Schilddrüse schuld sein?
Warum ist es besonders für Schwangere notwendig, für eine ausreichende Jodzufuhr zu sorgen?
Hat eine Jodunterversorgung Folgen für die Fertilität?
Sollten Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig auf eine ausreichende Jodversorgung achten?
Welche Folgen hat eine Jodunterversorgung für Feten bzw. Säuglinge?
Schilddrüsenhormone beeinflussen sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die Entwicklung des Kindes. Immer noch werden in Deutschland Kinder geboren, deren geistige und körperliche Entwicklung nicht optimal verläuft, da bei der Mutter während der Schwangerschaft eine nicht erkannte und/oder nicht behandelte Schilddrüsenfunktionsstörung (Über- oder Unterfunktion) bestand. Nimmt die Mutter während der Schwangerschaft nicht genug Jod auf, kann sich bei ihr und beim Baby ein Kropf entwickeln. Glücklicherweise ist der angeborene Kropf heute selten (etwa 1%), da die Jodversorgung mit der Nahrung in den letzten Jahren zwar zugenommen hat, aber noch nicht optimal ist.
Die Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen hat eine Häufigkeit von ca. 1 auf 3000 Geburten und ist damit die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit.
Warum ist das Spurenelement Jod gerade in der Schwangerschaft so wichtig?
Jod ist lebensnotwendig für die biologische Aktivität der Schilddrüsenhormone. Diese steuern viele Stoffwechselvorgänge im Organismus sowie die Entwicklung des Knochen- und Nervensystems.
Schwangere brauchen aus mehreren Gründen mehr Jod. Zunächst steigt der mütterliche Grundumsatz, also der Energieverbrauch für die Lebensvorgänge der Zellen und für alle vegetativ (unbewusst und vom Willen weitgehend unabhängig) gesteuerten Vorgänge wie Herztätigkeit und Verdauung. Außerdem erhöht sich die Ausscheidung von nicht in die Schilddrüse aufgenommenem Jod über die Nieren. Im Laufe der Schwangerschaft vergrößert sich überdies der Jod-Verteilungsraum, da Zellmasse und östrogenbedingt Bindungsproteine zunehmen. Hierbei handelt es sich um Eiweißstoffe, die Schilddrüsenhormone an sich binden und damit unwirksam machen können. Die Östrogen-Konzentration im Blut ist während der Schwangerschaft viel höher als bei einer nicht-schwangeren Frau.
Auch der Fötus deckt seinen Jodbedarf über die Mutter. Ab der zehnten bis zwölften Schwangerschaftswoche bildet die Schilddrüse des heranwachsenden Kindes eigene Hormone. Dafür benötigt es ungefähr 50 µg Jod pro Tag.
Die mütterlichen Schilddrüsenhormone gelangen im Gegensatz zum Jod nur zu geringen Teilen durch den Mutterkuchen (Plazenta) in den Kreislauf des Fötus.
Übrigens ist der Jodbedarf der Mutter auch während der Stillperiode erhöht. Solange der Säugling gestillt wird, ist er direkt von der Jodversorgung der Mutter abhängig.
Etwa 20% des zugeführten Jods können so mit der Muttermilch zum Säugling gelangen.
Wieviel Jod sollte eine Frau während der Schwangerschaft und während der Stillzeit aufnehmen?
Schilddrüsenexperten empfehlen Schwangeren, täglich mindestens 200 µg Jodid in Tablettenform zu sich zu nehmen. Eine Gefahr, dass möglicherweise zuviel Jod aufgenommen wird, besteht nicht, da der Organismus außer bei Schilddrüsenüberfunktion das nichtbenötigte Jod über die Nieren wieder ausscheidet.
Welche Folgen hat ein Jodmangel während der Schwangerschaft?
Jodmangel ist nach Eisenmangel das häufigste nahrungsbedingte Defizit in der Schwangerschaft. Bei einem Jodmangel ist die Schilddrüse oftmals nicht in der Lage, den zusätzlichen Bedarf an Schilddrüsenhormonen mit dem vorhandenen Jodangebot zu decken. Die Folge ist ein Kropf (Struma), sowohl bei der Schwangeren als auch beim Feten. Über 90% aller Strumen sind jodmangelbedingt.
Mindestens ein Viertel aller Frauen geht mit einem Kropf in die Schwangerschaft. Man geht davon aus, dass am Ende des letzten Schwangerschafts-Drittels sogar 60% der Schwangeren in Deutschland eine Schilddrüsenvergrößerung aufweisen. Etwa 1% aller Neugeborenen haben einen Kropf durch zu geringe Jodzufuhr der Mutter während der Schwangerschaft.
Die Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion beim Säugling aufgrund eines Jodmangels (Kretinismus) kommt heute in Mitteleuropa nicht mehr vor, da Untersuchungen beim Kind direkt nach der Geburt erfolgen. Bei einer angeborenen Unterfunktion, die nicht erkannt und nicht behandelt wird, sind Wachstum, Knochenreifung und Gehirnentwicklung des Kindes auf das Schwerste beeinträchtigt.
Wie sieht die Therapie bei einem Kropf aus?
Besteht bei einer Schwangeren ein Kropf, sollte der Arzt durch eine Untersuchung eine Über- oder eine Unterfunktion der Schilddrüse ausschließen. Wenn kein Hormonmangel vorliegt, wird eine Therapie mit 200-300 µg Jodid täglich empfohlen. Alternativ kann eine Kombinationstherapie mit der gleichen Menge Jodid und zusätzlich Schilddrüsenhormon (z.B. 50-75 µg täglich) erfolgen.
Warum sind eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Basedow'sche Krankheit so gefährlich?
Können Thyreostatika während der Schwangerschaft gegeben werden?
Fehl- und Frühgeburten sind bei Frauen häufiger, bei denen eine Unterfunktion oder eine Basedow'sche Krankheit vorliegen. Werden diese Krankheiten vor der Schwangerschaft behandelt, ist das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt so wie bei Frauen ohne Schilddrüsenfunktionsstörung.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion muss die Schwangere ein Schilddrüsenhormon-Präparat in der für sie individuell richtigen Dosis (die ein Arzt festlegen muss) einnehmen.
Die Zufuhr von Schilddrüsenhormon wegen einer Unterfunktion der Schwangeren schadet dem Fötus nicht und stellt sicher, dass die sonst durch die Unterfunktion eintretenden Schwangerschaftskomplikationen nicht entstehen. Zusätzlich zu dem Hormon muss die Mutter Jodid für die Schilddrüse des Kindes aufnehmen.
Bei der Basedow'schen Krankheit besteht häufig eine Überfunktion der Schilddrüse. Glücklicherweise ist eine Überfunktion bei Schwangeren eher selten (0,5-1%).
Ursache für die Überfunktion in der Schwangerschaft ist fast ausnahmslos die sogenannte Immunhyperthyreose (Basedow'sche Krankheit).
Wird die Überfunktion nicht behandelt, führt das häufig zu Fehl-, Früh-, Totgeburten oder vorzeitiger Entbindung bzw. untergewichtigen Säuglingen. Ferner kommt es häufiger zu Missbildungen.
Daher muss eine Überfunktion - wenn sie während einer Schwangerschaft eintritt - unbedingt behandelt werden. Da während der Schwangerschaft keine Radiojodtherapie durchgeführt werden darf und eine Operation nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird, bleibt als Behandlungsmöglichkeit der Überfunktion nur die Therapie mit Thyreostatika (Schilddrüsenhemmer). Diese stoppen die Bildung von Schilddrüsenhormonen, indem sie die Aufnahme von Jod und die Synthese der Hormone in den Schilddrüsenzellen drosseln. Thyreostatika dürfen während der Schwangerschaft nur in der niedrigsten möglichen Dosierung gegeben werden, da sie die Plazenta passieren und damit auch den Stoffwechsel der kindlichen Schilddrüse beeinflussen, so dass beim Fötus eine Unterfunktion entstehen kann. Gleichzeitige Schilddrüsenhormongaben sind verboten.
Was versteht man unter einer Post-partum-Thyreoiditis?
Post partum bedeutet "nach der Geburt", Thyreoiditis bezeichnet eine Schilddrüsenentzündung. Die postpartale Thyreoiditis ist eine Sonderform der Autoimmunthyreoiditis, die auf der Bildung von Schilddrüsenantikörpern durch das Immunsystem beruht.
Bei bis zu 10% aller Frauen kann es einige Tage oder Wochen nach der Entbindung zu dieser Erkrankung kommen.
Die Beschwerden sind zu Beginn durch die Überversorgung mit Schilddrüsenhormonen (z.B. Pulsbeschleunigung, Schwitzen, Zittern, Haarausfall, Gewichtsabnahme, Nervosität, Gereiztheit) geprägt.
In den meisten Fällen kommt es nach einigen Wochen zu einer Normalisierung, auch ohne spezielle Therapie. In seltenen Fällen kann sich auch im Anschluss an die Normalisierung eine Unterfunktion entwickeln.
Unerfüllter Kinderwunsch - kann auch die Schilddrüse schuld sein?
Kinderlose Paare sollten immer auch an eine Schilddrüsenerkrankung als mögliche Ursache denken. Die Schilddrüse beeinflusst als übergeordnetes Organ unter anderem die Funktion weiterer Hormondrüsen, so auch die der Hoden und Eierstöcke.
Eine Funktionsstörung (Überfunktion oder Unterfunktion) kann daher zu Zyklusstörungen (Verkürzung oder Verlängerung) führen oder sogar ein Ausbleiben der Menstruation verursachen.
Warum ist es besonders für Schwangere notwendig, für eine ausreichende Jodzufuhr zu sorgen?
Der Bundesausschuß Ärzte-Krankenkassen hat eine Änderung der Mutterschaftsrichtlinien beschlossen, die zum 1. April 1995 in Kraft getreten ist. Unter anderem werden in der ärztlichen Beratung der Schwangeren ernährungsmedizinische Empfehlungen als Maßnahme zur Gesundheitsförderung gefordert. Empfohlen wird z.B., auf eine ausreichende Jodzufuhr hinzuweisen.
Aufgrund physiologischer Veränderungen, wie erhöhte Jodausscheidung mit dem Urin, Jodverluste an den Feten und der Vergrößerung des Verteilungsraumes beträgt der Jodbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit durchschnittlich 260 µg/Tag, ist also mehr als doppelt so hoch wie die derzeitige Zufuhr, die unter 100 µg/Tag liegt. Diese Diskrepanz erklärt unzweifelhaft, warum so viele junge Frauen an Jodmangelstrumen leiden, die sich häufig in der Schwangerschaft zum ersten Mal manifestieren oder vergrößern.
Gravierender Jodmangel ist außerdem die Ursache für die hohe Prävalenz konnataler Strumen und für konnatale Hypothyreosen. Nachdem verschiedene Untersuchungen eindrucksvoll belegt hatten, dass die konnatale Struma und die konnatale Hypothyreose durch Jodsubstitution in der Schwangerschaft verhindert werden können, sind sich Expertengremien - wie die Weltgesundheitsorganisation, der Arbeitskreis Jodmangel, die Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie u.a. - darüber einig, dass in Jodmangelgebieten wie Deutschland Schwangere grundsätzlich mit Jod zu versorgen sind.
Während außerhalb einer Schwangerschaft zusätzlich zum Nahrungsjod 100-150 µg Jod/Tag ausreichen, erhöht sich die Substitutionsmenge für Schwangere auf 200 µg Jod/Tag.
Hat eine Jodunterversorgung Folgen für die Fertilität?
Frauen mit ausgeprägter Unterfunktion der Schilddrüse sind oft infertil, zeigen Zyklusstörungen bis zur Amenorrhoe und Menorrhagien sowie anovulatorische Zyklen. Da auch ein lange bestehender alimentärer Jodmangel zu einer Jodverarmung der Thyreozyten und damit zu einer latenten oder manifesten Hypothyreose führen kann, ist es nicht überraschend, dass bei systematischer Untersuchung der Schilddrüsenhormonparameter im Blut H.G. Bohnert et al. (Schilddrüsenkrankheiten in der Schwangerschaft und Stillperiode, Verhandlungsbericht des 11. Wiesbadener Schilddrüsengesprächs, Seite 54 ff., pmi Verlag, Frankfurt, 1992) bei den von ihnen untersuchten Frauen in 15% laborchemisch eine hormonelle Minderleistung der Schilddrüse durch eine Erhöhung des basalen TSH-Spiegels im Serum und eine Erniedrigung der Serum-Konzentration für das freie Thyroxin festellen konnten. Überraschend war auch eine relativ hohe Inzidenz von blande verlaufenden Hashimoto-Thyreoiditiden, die durch die Bestimmung der thyreoidalen Peroxidase-(TPO-)Antikörper nachgewiesen wurden.
Durch Gabe von Jodid oder einer Kombination von Jodid und Levothyroxin konnte innerhalb von drei bis sechs Monaten eine Reduktion des Schilddrüsenvolumens um durchschnittlich 10-20% erreicht werden.
Darüber hinaus sind in den letzten Jahren zahlreiche Studien vorgelegt worden, die auch bei klinisch nicht manifesten Schilddrüsenfunktionsstörungen Beeinträchtigungen der Fertilität nahe legen, die praxisrelevant sind und auch therapeutisch im signifikanten Umfang beeinflusst werden können.
Bei der geschlechtsreifen Frau mit Hypothyreose finden sich in einem hohen Prozentsatz erhöhte Prolaktin-Konzentrationen, wahrscheinlich als Folge der gesteigerten endogenen TSH-Sekretion. Die Hyperprolaktinämie führt zu einer Corpus-luteum-Insuffizienz.
Zyklusstörungen bestehen bei Hypothyreose häufig auch dann, wenn keine Hyperprolaktinämie vorliegt, so dass bei der Abklärung einer Sterilitäts- bzw. Infertilitätsproblematik grundsätzlich die Abklärung der Schilddrüsenfunktion unter Einschluss eines TRH-Testes folgerichtig erscheint.
Sollten Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig auf eine ausreichende Jodversorgung achten?
Die Prophylaxe der Hypothyreose mit Jod gehört zu jenen Dingen, die in den neuen Bundesländeren früher besser waren: Nicht nur alles Speisesalz, sondern auch Viehfutter wurde seit 1985 mit Jod angereichert. Wer nicht gerade eine extreme Diät ohne Fleisch und Salz erhielt, wurde ausreichend mit Jod versorgt, ob er wollte oder nicht - und ob es ihm nützte oder schadete.
Jetzt tauchen die Neugeborenenkröpfe, die in der ehemaligen DDR praktisch verschwunden waren, allmählich wieder auf. Die freiwillige Verwendung von jodiertem Speisesalz und eine gezielte Prophylaxe mit Jodid-Tabletten lassen bei Gefährdeten wegen der fehlenden Compliance zuviel Spielraum, so dass sich eine Struma manifestieren bzw. sich eine bereits bestehende Struma verschlimmern kann.
Da Jod keine "Chemie" darstellt, sollten Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig auf eine ausreichende Jodversorgung durch Einnahme von Jodid-Tabletten hingewiesen werden.
Welche Folgen hat eine Jodunterversorgung für Feten bzw. Säuglinge?
Unabhängig von der Schilddrüsenfunktion und unabhängig von einer eventuellen Schilddrüsenkrankheit der Mutter entwickelt sich die fetale Schilddrüse in folgenden Schritten:
3. SSW
Wanderung der Schilddrüse vom Zungenboden nach kaudal.
5. SSW
Zweilappige Anlage der Schilddrüse vor dem Schildknorpel.
10. bis 12. SSW
Beginn der Synthese der Aminosäure Tyrosin in der Schilddrüse. Beginn der thyreoidalen Jodaufnahme und Synthese der Schilddrüsenhormone durch Jodierung von Tyrosin zu Monojodtyrosin und Dijodtyrosin sowie durch Kopplung von Monojodtyrosin und Dijodtyrosin zu Trijodthyronin (T3) bzw. von zwei Dijodtyrosin-Molekülen zu Tetrajodthyronin (Thyroxin = T4).
SSW = Schwangerschaftswoche
Da die Plazenta für Hormone der Achse Hypophyse-Schilddrüse, d.h. TSH, T3 und T4, nahezu undurchlässig ist, unterliegt die Steuerung der mütterlichen bzw. der kindlichen Schilddrüsenfunktion autonom funktionierenden Regelkreisen. Plazentagängig ist lediglich der Schilddrüsenhormonbaustein Jodid, so dass spätestens ab der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche, mit Beginn der Hormonsynthese in der kindlichen Schilddrüse, zur Verhinderung einer Strumaentwicklung beim Feten oder einer durch Jodmangel induzierten Reifestörung der Schilddrüse durch prophylaktische Gabe von täglich 200 µg Jod in Form von Jodid-Tabletten vorgebeugt werden sollte.
Da sich die Schilddrüse des Feten autonom entwickelt, hat eine Jodmangelstruma bei der Mutter mit peripher euthyreoter Stoffwechsellage für das Kind insofern Bedeutung, als in jedem Fall neben dem Levothyroxin zur Entlastung der mütterlichen Schilddrüse auch Jod, insbesondere bei familiärer Kropfdisposition, prophylaktisch unbedingt erforderlich ist.
Häufig sind Schwangere gegenüber einer medikamentösen Therapie äußerst zurückhaltend. Es ist Aufgabe des betreuenden Arztes, zur Erhöhung der Compliance die Schwangere ausführlich und umfassend zu beraten, dass das heranwachsende Kind ab der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche zusätzlich Jod als wichtige Substanz für die ungestörte geistige und körperliche Entwicklung benötigt.
Eine bislang ungeklärte Frage ist, warum bei Frauen knotige Veränderungen der Schilddrüse wesentlich häufiger sind als bei Männern. Herr Prof. Derwahl, Berlin berichtete von Forschungen, die zeigen dass die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron das Wachstum der Schilddrüse stimulieren. Östrogene führen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht zur Entstehung von Schilddrüsenknoten, -adenomen und -karzinomen, können aber deren Wachstum fördern. Ob Frauen mit Schilddrüsenknoten und insbesondere mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen niedrig dosierte Östrogene z.B. in der "Pille" überhaupt einnehmen sollten, läßt sich im Moment leider noch nicht konkret beantworten. In diesen Fällen ist eine entsprechende Schilddrüsendiagnostik und eine stete Überwachung der Befunde anzuraten.
Frau Prof. Frank-Raue, Heidelberg berichtet, dass Störungen der Schilddrüsenfunktion den menstruellen Zyklus beeinflussen und Ursache einer ungewollten Kinderlosigkeit sein können. Sie zeigte sehr detailliert auf, dass die verantwortlichen Mechanismen bei Über- und Unterfunktion gänzlich verschieden sind. Bei beiden ist aber mit einer Normalisierung des Zyklus zu rechnen, sobald eine normale Versorgung mit Schilddrüsenhormonen wieder erreicht wird. In diesem Zusammenhang blieb bei mir aber die Frage offen, warum ich dann so viele Frauen mit Störungen der Sexualhormone nach Schilddrüsenerkrankungen treffe...
Eine unerkannte Schilddrüsenfunktionsstörung kann zu schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikationen führen. Die Schwangerschaft als solche ist ja sowieso eine hormonelle Ausnahmesituation, die sich auch auf die Schilddrüsenhormone auswirkt. Schilddrüsenpatientinnen sollten deshalb in dieser Zeit nur von erfahrenen Fachleuten betreut werden.
Dass hormonelle Veränderungen auch Ursache von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sein können, zeigte Frau Frank-Raue am Beispiel der Postpartalen Thyreoiditis auf. Also einer autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankung, die im weiteren Verlauf häufig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führt.
Frau Dr. Werner, Mainz-Kastel zeigte an einem Fallbeispiel, wie schwierig es für Patientin und behandelndem Arzt sein kann die Symptome der Wechseljahre und einer Überfunktion der Schilddrüse auseinander zu halten. Doch dieses Thema hatten wir ja bereits in der Schilddrüsen Zeitung Ausgabe 2/2000 ausführlich dargestellt.
Zusammenfassend bleibt zu sagen: "Männer sind anders. Frauen auch." Und wenn Männer zu Frauenthemen Stellung nehmen, dann sollten sie sich zuerst fachkundig damit auseinander setzen. Als Frau kann man angesichts des komplizierten Zusammenspiel der Schilddrüsenhormone und der Sexualhormone nur hoffen, dass die daraus entstehenden frauenspezifischen Probleme auch in der Wissenschaft ein aktuelles Thema bleiben.
Dipl. Psych. R. Leydel, Konstanz
Welchen Einfluss hat die Schilddrüsenfunktion auf die Fruchtbarkeit?
Ich werde nicht schwanger. Kann die Schilddrüse daran schuld sein?
Bei mir wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Zur Zeit habe ich auch einen Kinderwunsch. Welche Art von Behandlung ist zu empfehlen?
Bei mir wurde eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt. Zur Zeit habe ich auch einen Kinderwunsch. Welche Art von Behandlung ist zu empfehlen?
Bei mir ist eine künstliche Befruchtung (in vitro Fertilisierung - IVF) geplant. Wie umfangreich muß eine Abklärung der Schilddrüsenfunktion sein?
Welchen Einfluss hat die Schilddrüsenfunktion auf die Fruchtbarkeit?
Die Schilddrüsenhormone sind wichtig für die Reifung der Eizelle. Ohne ausreichende Reifung kann der Eisprung eventuell nicht stattfinden.
Ich werde nicht schwanger. Kann die Schilddrüse daran schuld sein?
Die Fruchtbarkeit kann durch eine Schilddrüsenfunktionsstörung (Über- oder Unterfunktion) eingeschränkt sein. Schilddrüsenfunktionsstörungen können auch zu Zyklusstörungen führen. Bei Fruchtbarkeitsstörungen ist unbedingt eine Schilddrüsenuntersuchung, insbesondere eine Bestimmung der Schilddrüsenfunktion, notwendig (bTSH, T4, T3, evt. TRH Test).
Bei mir wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Zur Zeit habe ich auch einen Kinderwunsch.
Welche Art von Behandlung ist zu empfehlen?
Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde, muß besonders bei bestehendem Kinderwunsch umgehend mit der Behandlung durch Schilddrüsenhormon begonnen werden. Das Ziel ist die Normalisierung der Schilddrüsenfunktion (das bTSH sollte bei 1 mU/l liegen).
Bei mir wurde eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt. Zur Zeit habe ich auch einen Kinderwunsch.
Welche Art von Behandlung ist zu empfehlen?
Bei bestehendem Kinderwunsch versucht man eine rasche Beseitigung der Schilddrüsenüberfunktion zu erreichen.
1. Die Operation ist dann zu empfehlen, wenn zusätzlich ein sehr großer Kropf vorliegt. Nach einer Operation ist es meist notwendig, Schilddrüsenhormon einzunehmen.
2. Die medikamentöse Therapie mit Tabletten, welche die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen, ist bei kleiner Schilddrüse zu empfehlen. In diesem Fall sind regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormone und des Blutbildes sowie der Leberwerte erforderlich.
3. Die Radiojodtherapie ist eine weitere Möglichkeit zur Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion bei Kinderwunsch. Nach einer Radiojodtherapie ist allerdings zu berücksichtigen, daß keine Schwangerschaft in den nächsten 6 Monaten eintreten darf. Auch hier kann die anschließende Gabe von Schilddrüsenhormon erforderlich sein. In jedem Fall muß bei den angeführten Therapieformen der Schilddrüsenüberfunktion eine engmaschige Kontrolle durch einen Schilddrüsenspezialisten erfolgen.
Bei mir ist eine künstliche Befruchtung (in vitro Fertilisierung - IVF) geplant.
Wie umfangreich muß eine Abklärung der Schilddrüsenfunktion sein?
Auf Grund der ansteigenden Häufigkeit der verdeckten (latenten) Funktionsstörung der Schilddrüse muß der Facharzt bzw. Schilddrüsenspezialist neben der Bestimmung der Schilddrüsenhormone T4 und T3 ein bTSH und evt. eine Belastungsuntersuchung mit TRH (Thyrotropin Releasing Hormon) durchführen (TRH Test). Hiermit kann man diese verdeckte Funktionsstörung genau erkennen. Weiters soll geklärt werden, ob eine sogenannte Autoimmunerkrankung Ursache einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist (Immunthyreopathie Hashimoto, Immunthyreopathie Basedow). Dies kann durch die Bestimmung der Schilddrüsenantikörper TAK (= Thyreoglobulin Antikörper), TPO-AK (= thyreoidale Peroxidase Antikörper) bzw. MAK (= mikrosomale Antikörper) und TRAK (= TSH Rezeptor Antikörper) sowie eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.
A. PROBLEME WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT
Ich habe Schilddrüsentabletten genommen, und jetzt ist eine Schwangerschaft eingetreten. Wie soll ich mich verhalten?
Muß eine Schilddrüsenhormontherapie während der Schwangerschaft überprüft werden?
Ich nehme wegen einer Schilddrüsenüberfunktion Tabletten und jetzt ist eine Schwangerschaft eingetreten. Wie soll ich mich verhalten?
Ich leide unter wiederholten Fehlgeburten. Kann die Schilddrüse daran schuld sein?
B. PROBLEME DER MUTTER NACH DER GEBURT
Was muß ich bei einer Schilddrüsenhormontherapie nach der Geburt beachten?
Ich habe während der Schwangerschaft Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion eingenommen. Was muß ich nach der Geburt beachten?
Gibt es eine besondere Erkrankung der Schilddrüse in der Phase nach der Geburt?
Was ist eine Postpartum-Thyreoiditis (PPT)?
Welche äußeren Veränderungen können beobachtet werden?
Gibt es Personen, bei denen die PPT häufiger beobachtet wird?
Sind vorbeugende Blutuntersuchungen möglich und anzuraten?
Gibt es typische Beschwerden?
Welche Untersuchungen sind zur Diagnose erforderlich?
Ist eine Behandlung erforderlich?
Sind nachfolgende Kontrollen wichtig?
Kann die Erkrankung wieder auftreten?
C. PROBLEME BEIM NEUGEBORENEN
Gibt es Schilddrüsenerkrankungen bei Neugeborenen?
Welche Bedeutung kommt diesen Schilddrüsenerkrankungen zu?
Wie stellt man die Schilddrüsenfunktionsstörung fest?
Wie kann es zu einer Neugeborenen-Unterfunktion kommen?
Wie zeigt sich die Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen?
Kann man die Neugeborenen-Unterfunktion behandeln?
Gibt es auch eine Schilddrüsenüberfunktion bei Neugeborenen?
Wie erkennt man eine Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen?
Soll die Überfunktion beim Neugeborenen behandelt werden?
Was ist die Ursache eines Kropfes beim Neugeborenen?
Ist der Kropf immer sichtbar?
Wie behandelt man den Neugeborenen-Kropf?
Bildet sich der Neugeborenen-Kropf zurück?
A. PROBLEME WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT
Ich habe Schilddrüsentabletten genommen, und jetzt ist eine Schwangerschaft eingetreten. Wie soll ich mich verhalten?
Wenn Sie bereits Schilddrüsenhormon eingenommen haben, bedeutet dies, daß Sie entweder eine Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) oder eine Unterfunktion haben. Während einer Schwangerschaft muß die Schilddrüsenhormontherapie regelmäßig weitergenommen werden. Durch den erhöhten Bedarf an Schilddrüsenhormon während der Schwangerschaft kann sogar eine Dosissteigerung notwendig sein. Prinzipiell sollte die Einnahme 15-30 Minuten vor dem Frühstück (nüchtern) erfolgen, damit das Schilddrüsenhormon vollständig aufgenommen wird.
Muß eine Schilddrüsenhormontherapie während der Schwangerschaft überprüft werden?
Eine Kontrolle des freien Thyroxin (fT4) und basalen TSH (bTSH) um die 10.-12. Schwangerschaftswoche und im letzten Drittel der Schwangerschaft ist zu empfehlen. Bei normalen Werten kann die Behandlung bei gleicher Dosierung fortgesetzt werden. Sollte das bTSH eine steigende Tendenz (gegenüber den Vorbefunden) zeigen, ist eine Dosiserhöhung durch den Schilddrüsenspezialisten notwendig. Eine Nachkontrolle ist ebenfalls in diesem Fall erforderlich.
Ich nehme wegen einer Schilddrüsenüberfunktion Tabletten und jetzt ist eine Schwangerschaft eingetreten. Wie soll ich mich verhalten?
Wenn Sie sogenannte Thyreostatika (Medikamente, welche die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen) wegen einer Schilddrüsenüberfunktion einnehmen, sollten Sie umgehend einen Schilddrüsenspezialisten aufsuchen, der Sie während und nach der Schwangerschaft diesbezüglich betreut und behandelt.
Ich leide unter wiederholten Fehlgeburten. Kann die Schilddrüse daran schuld sein?
Ja, wiederholte Fehlgeburten können durch eine Überfunktion, eine Unterfunktion der Schilddrüse, sowie durch Jodmangel bedingt sein. Eine umfassende Untersuchung beim Spezialisten wird diesbezüglich Klarheit bringen.
B. PROBLEME DER MUTTER NACH DER GEBURT
Was muß ich bei einer Schilddrüsenhormontherapie nach der Geburt beachten?
Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Schilddrüsenhormon. Die Ersatz-Therapie mit Schilddrüsenhormon muß daher während der Schwangerschaft gesteigert werden. Nach der Geburt sinkt aber der Bedarf an Schilddrüsenhormon wieder. Die neue Dosis muß durch entsprechende Hormonbestimmungen festgelegt werden.
Ich habe während der Schwangerschaft Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion eingenommen. Was muß ich nach der Geburt beachten?
Sie müssen damit rechnen, daß etwa 3 Monate nach der Geburt der Bedarf an Medikamenten zur Hemmung der Hormonbildung wieder höher wird. Deshalb sollten in dieser Periode unbedingt Kontrollen eingehalten werden. Leider werden diese Medikamente auch in die Muttermilch aufgenommen, weshalb man zum Abstillen raten muß, damit das Neugeborene keine Unterfunktion der Schilddrüse bekommt.
Gibt es eine besondere Erkrankung der Schilddrüse in der Phase nach der Geburt?
Ja, die sogenannte "Postpartum-Thyreoiditis".
Was ist eine Postpartum-Thyreoiditis (PPT)?
Unter dem Begriff "Postpartum-Thyreoiditis" versteht man das Phänomen, daß Frauen, Monate nachdem sie geboren haben, an einer besonderen Form einer Schilddrüsenentzündung erkranKen können, die in mehreren Phasen verläuft. Die Phase der akuten Entzündung dauert zumeist 3-4 Wochen und kann, muß aber nicht in jedem Fall, mit klinischen Beschwerden der Überfunktion einhergehen. Auf die Phase der Überfunktion folgt nach einer ganz kurzen Phase der normalen Funktion eine oft mehrere Monate anhaltende Phase der Unterfunktion.
Welche äußeren Veränderungen können beobachtet werden?
In seltenen Fällen kann eine schmerzlose Vergrößerung der Schilddrüse beobachtet werden.
Gibt es Personen, bei denen die PPT häufiger beobachtet wird?
Ja, bei bestimmten Formen der Zuckerkrankheit und bei Frauen, die an einer besonderen Form der Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow) leiden. Besonders gefährdet sind Frauen, bei denen erhöhte Konzentrationen von Antikörpern gegen die Schilddrüse schon am Beginn der Schwangerschaft bekannt sind.
Sind vorbeugende Blutuntersuchungen möglich und anzuraten?
Vorbeugende Blutuntersuchungen bestehen aus einer Messung von Antikörpern gegen die Schilddrüse im Blut. Diese Untersuchung ist bei Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen in der Vorgeschichte und insulinpflichtiger Zuckerkrankheit zu empfehlen.
Gibt es typische Beschwerden?
In der Phase der Überfunktion kann sich die Mutter rasch überfordert fühlen, ist zittrig und nervös. Typische Beschwerden, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten, sind Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und Kälteempfindlichkeit. Zunehmendes Schlafbedürfnis, Verstimmung, Konzentrationsschwäche und Erschöpfungszustände können ebenfalls auftreten.
Welche Untersuchungen sind zur Diagnose erforderlich?
Üblicherweise erfolgt eine klinische Untersuchung, ein Ultraschall der Schilddrüse, die Durchführung eines Schilddrüsenszintigramms sowie entsprechende Blutuntersuchungen (Schilddrüsenfunktion, Schildrüsenautoantikörper).
Ist eine Behandlung erforderlich?
Die Beschwerden der Schilddrüsenüberfunktion sind üblicherweise wenig ausgeprägt und nur vorübergehend; sie brauchen daher oft keine Therapie. Irn Allgemeinen reichen zur Symptombekämpfung Beta-Blocker (senken die Herzfrequenz und die Erregbarkeit) in niedriger Dosierung. Die durch die Entzündung bewirkte Unterfunktion ist mit Gabe von Schilddrüsenhormon leicht ausgleichbar.
Sind nachfolgende Kontrollen wichtig?
Nachfolgende Kontrollen sind bis zu einem Jahr nach Auftreten der Erkrankung erforderlich, weil sich bei einem Teil der Betroffenen später eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion als Folge einer Gewebszerstörung entwickeln kann.
Kann die Erkrankung wieder auftreten?
Ja, bei durchgemachter "Postpartum-Thyreoiditis" kann diese nach einer neuerlicher Schwangerschaft wieder auftreten.
C. PROBLEME BEIM NEUGEBORENEN
Gibt es Schilddrüsenerkrankungen bei Neugeborenen?
Da unser Salz jodiert ist, sind Schilddrüsenerkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder ein Kropf beim Neugeborenen selten. Trotzdem können diese auftreten und sollten so früh wie möglich erkannt und behandelt werden.
Welche Bedeutung kommt diesen Schilddrüsenerkrankungen zu?
Die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes können durch diese Schilddrüsenerkrankungen erheblich beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Schilddrüsenunterfunktion. Ein Kropf kann zur Atemnot führen.
Wie stellt man die Schilddrüsenfunktionsstörung fest?
In Österreich wird bei der Geburt routinemäßig ein Suchtest aus dem Fersenblut des Neugeborenen durchgeführt (Neugeborenen-Screening), wodurch eine zuverlässige Erkennung der Funktionsstörungen gegeben ist. Ein Kropf ist meist sichtbar.
Wie kann es zu einer Neugeborenen-Unterfunktion kommen?
Eine fehlende Schilddrüse, angeborene Störungen der Hormonbildung oder der Hormonwirkung, ungenügende Jodversorgung oder aber eine übermäßige Zufuhr von Jod und von schilddrüsenhemmenden Medikamenten während der Schwangerschaft sind Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion.
Wie zeigt sich die Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen?
Typisch sind eine große Zunge, Trinkfaulheit, Trägheit, vermehrtes Schlafbedürfnis, Stuhlverstopfung, körperlich und intellektuell verzögerte Entwicklung.
Kann man die Neugeborenen-Unterfunktion behandeln?
Ja, durch die Gabe von Schilddrüsenhormon in Form von Tabletten. Die Dosis ist altersabhängig und wird pro Kilogramm Körpergewicht berechnet. Durch die rechtzeitige Aufdeckung und sofortige Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion ist eine weitgehend normale intellektuelle und körperliche Entwicklung gewährleistet.
Gibt es auch eine Schilddrüsenüberfunktion bei Neugeborenen?
Eine Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen kann dann auftreten, wenn die Mutter an einer besonderen Form der Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow) leidet. Diese Überfunktion ist nur vorübergehend, da die von der Mutter stammenden, auf das Neugeborene übertragenen Antikörper abgebaut werden.
Wie erkennt man eine Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen?
Im Vordergrund stehen Unruhezustände und rascher Herzschlag.
Soll die Überfunktion beim Neugeborenen behandelt werden?
Eine Behandlung ist selten erforderlich, da die Überfunktion von selbst verschwindet.
Was ist die Ursache eines Kropfes beim Neugeborenen?
Der Kropf kann erblich bedingt sein, kann aber auch durch einen Jodmangel, ein Übermaß an Jod oder durch ein Übermaß an Medikamenten, welche die Mutter zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft eingenommen hat, verursacht sein.
Ist der Kropf immer sichtbar?
Der Kropf ist meist sichtbar, kann aber auch übersehen werden.
Wie behandelt man den Neugeborenen-Kropf?
Durch Verabreichung von Jod. Wenn gleichzeitig eine Unterfunktion vorliegt, wird Schilddrüsenhormon gegeben.
Bildet sich der Neugeborenen-Kropf zurück?
Der Neugeborenen-Kropf bildet sich unter entsprechender Therapie immer zurück.
Treten Schilddrüsenerkrankungen gehäuft in den Wechseljahren auf?
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Östrogenmangel typisch sind?
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Gestagenmangel typisch sind?
Wie kann die genaue Ursache für Ihre Beschwerden festgestellt werden?
Welche Untersuchungen sind zur Unterscheidung zwischen Wechselbeschwerden und Symptomen einer Schilddrüsenfunktionsstörung geeignet?
Welche Untersuchungen werden empfohlen, wenn zusätzlich ein Kropf festgestellt wird?
Kann eine Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen gleichzeitig mit einer medikamentösen Behandlung der Schilddrüse durchgeführt werden?
Treten Schilddrüsenerkrankungen gehäuft in den Wechseljahren auf?
Bei Frauen treten Schilddrüsenerkrankungen während Zeiten hormoneller Umstellung, wie in der Schwangerschaft oder zu Beginn der Wechseljahre gehäuft auf. Die Symptome von Schilddrüsenfunktionsstörungen können sehr ähnlich denen von Wechselbeschwerden sein.
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Östrogenmangel typisch sind?
Schwitzen, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Herzklopfen, Verstimmungszustände und Konzentrationsschwäche können Zeichen sowohl einer Schilddrüsenüberfunktion als auch eines Mangels an weiblichen Hormonen (Östrogenen) sein.
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Gestagenmangel typisch sind?
Bei einem Mangel an Gestagenen wie auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion treten Symptome wie Ödemneigung (Gewebsschwellung), unregelmäßige Zyklen und Gewichtsprobleme auf.
Wie kann die genaue Ursache für Ihre Beschwerden festgestellt werden?
Für die Unterscheidung, ob Ihre Beschwerden durch den Wechsel oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung bedingt sind, ist eine klinische Untersuchung und eine Hormonbestimmung beim Frauenarzt und Schilddrüsenspezialisten erforderlich.
Welche Untersuchungen sind zur Unterscheidung zwischen Wechselbeschwerden und Symptomen einer Schilddrüsenfunktionsstörung geeignet?
Durch eine einfache Blutabnahme und die Bestimmung der Schilddrüsenhormone sowie der weiblichen Hormone aus dem Blut kann festgestellt werden, wodurch Ihre Beschwerden verursacht sind. Eine ergänzende Untersuchung beim Frauenarzt ist sinnvoll.
Welche Untersuchungen werden empfohlen, wenn zusätzlich ein Kropf festgestellt wird?
Für die Abklärung einer vergrößerten Schilddrüse sind eine Ultraschalluntersuchung und die Bestimmung des bTSH notwendig. Je nach Ergebnis dieser Basisuntersuchung können weitere Blutuntersuchungen, sowie ein Schilddrüsenszintigramm oder eine Feinnadelpunktion erforderlich sein.
Kann eine Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen gleichzeitig mit einer medikamentösen Behandlung der Schilddrüse durchgeführt werden?
Eine gleichzeitig durchgeführte Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen kann weiter fortgeführt werden, auch wenn Medikamente für die Schilddrüse eingenommen werden.
Treten Schilddrüsenerkrankungen gehäuft in den Wechseljahren auf?
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Östrogenmangel typisch sind?
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Gestagenmangel typisch sind?
Wie kann die genaue Ursache für Ihre Beschwerden festgestellt werden?
Welche Untersuchungen sind zur Unterscheidung zwischen Wechselbeschwerden und Symptomen einer Schilddrüsenfunktionsstörung geeignet?
Welche Untersuchungen werden empfohlen, wenn zusätzlich ein Kropf festgestellt wird?
Kann eine Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen gleichzeitig mit einer medikamentösen Behandlung der Schilddrüse durchgeführt werden?
Treten Schilddrüsenerkrankungen gehäuft in den Wechseljahren auf?
Bei Frauen treten Schilddrüsenerkrankungen während Zeiten hormoneller Umstellung, wie in der Schwangerschaft oder zu Beginn der Wechseljahre gehäuft auf. Die Symptome von Schilddrüsenfunktionsstörungen können sehr ähnlich denen von Wechselbeschwerden sein.
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Östrogenmangel typisch sind?
Schwitzen, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Herzklopfen, Verstimmungszustände und Konzentrationsschwäche können Zeichen sowohl einer Schilddrüsenüberfunktion als auch eines Mangels an weiblichen Hormonen (Östrogenen) sein.
Welche Beschwerden können bei Schilddrüsenfehlfunktion auftreten, die auch für einen Gestagenmangel typisch sind?
Bei einem Mangel an Gestagenen wie auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion treten Symptome wie Ödemneigung (Gewebsschwellung), unregelmäßige Zyklen und Gewichtsprobleme auf.
Wie kann die genaue Ursache für Ihre Beschwerden festgestellt werden?
Für die Unterscheidung, ob Ihre Beschwerden durch den Wechsel oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung bedingt sind, ist eine klinische Untersuchung und eine Hormonbestimmung beim Frauenarzt und Schilddrüsenspezialisten erforderlich.
Welche Untersuchungen sind zur Unterscheidung zwischen Wechselbeschwerden und Symptomen einer Schilddrüsenfunktionsstörung geeignet?
Durch eine einfache Blutabnahme und die Bestimmung der Schilddrüsenhormone sowie der weiblichen Hormone aus dem Blut kann festgestellt werden, wodurch Ihre Beschwerden verursacht sind. Eine ergänzende Untersuchung beim Frauenarzt ist sinnvoll.
Welche Untersuchungen werden empfohlen, wenn zusätzlich ein Kropf festgestellt wird?
Für die Abklärung einer vergrößerten Schilddrüse sind eine Ultraschalluntersuchung und die Bestimmung des bTSH notwendig. Je nach Ergebnis dieser Basisuntersuchung können weitere Blutuntersuchungen, sowie ein Schilddrüsenszintigramm oder eine Feinnadelpunktion erforderlich sein.
Kann eine Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen gleichzeitig mit einer medikamentösen Behandlung der Schilddrüse durchgeführt werden?
Eine gleichzeitig durchgeführte Hormonersatzbehandlung mit weiblichen Hormonen kann weiter fortgeführt werden, auch wenn Medikamente für die Schilddrüse eingenommen werden.
http://www.schilddruesenerkrankungen.at/schilddruese2/schilddruese_2.htm